Dawkins: „Der Papst ist dumm“

„Der Narr sagt in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott“, meint der Psalm 14, 1-3. Dawkins sagt in seinem Herzen (und in einer spanischen Universität): „Der Papst ist entweder dumm, ignorant oder unterbelichtet.“ Fair ist fair…

Man kann sich gut vorstellen, wie ich als Antitheist die geistige Beschaffenheit eines Menschen einschätze, der die Ursünde für ein reales, historisches Ereignis hält (was Katholiken offiziell glauben müssen). Zum Glück wurde der Papst diesmal von vielen Seiten für seine eigentlich nicht überraschende Aussage kritisiert, dass sexuell übertragene Krankheiten durch den Gebrauch von Verhütungsmitteln stärker verbreitet werden.

Bei der Gelegenheit möchte ich jedoch das werte Volk deutschen Landes daran erinnern, was es für eine Show abgezogen hat, als „unser Benedikt“ zum Papst ernannt wurde. Jugendliche Sprechchöre mit „Benedetto“ erschallten, die Bild-Zeitung erklärte: „Wir sind Papst!“, eine Unmenge an B16-Merchandising fand seinen Weg in die Läden und allseits feierte man seine wiedererwachten Nationalgefühle.

Beim Papstbesuch in Deutschland erreichte der Wahnsinn seinen Höhepunkt und es kam zu einem der schlimmsten Fälle von Polizeiwillkür seit – wenn ich das schreibe, werde ich noch selbst mit der Bayernpolizei Bekanntschaft machen, aber Sie werden die folgenden Ereignisse gewiss historisch korrekt beurteilen können:

„Sie müssen sich vorstellen, Sie sehen, wie 15 Polizisten auf das Grundstück stürmen, mich verhaften, mich mitnehmen. Da habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, was passiert mit meiner Frau. Sie ist alleine zu Haus mit meinen zwei Kindern. Ich kann nichts machen, die nehmen mich mit, ich stehe da, machtlos, ich bin komplett machtlos. Ich sitze in dem Auto, mache mir Gedanken, was passiert jetzt weiter, was macht meine Frau mit.“

Der Vater darf kein Wort mehr mit seiner schockierten Familie wechseln. Die Beamten kommen zur Hausdurchsuchung teilweise mit Maschinenpistole und schusssicherer Weste.

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Im idyllischen Nachbarort Marktl am Inn steht das Geburtshaus des Papstes. Böse Menschen haben es zwei Tage zuvor, unmittelbar vor dem Papstbesuch, mit blauer Farbe bespritzt. Die Polizei verdächtigt Siegfried Lindner dieser Untat.

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Der einzige Verdachtsmoment gegen den Familienvater: Er hatte im Wartezimmer dieser Arztpraxis zu einem anderen Patienten gesagt, dass die 40 Millionen, die der Papstbesuch kostet, besser hätten verwendet werden können.

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Für den Richter aus Altötting, der den Durchsuchungsbefehl ausgestellt hat, ist die Sache abgeschlossen. Kein Kommentar, kein Bedauern. Die zuständige Kriminalpolizei in Mühldorf verweist auf die höhere Dienststelle in Traunstein. Die Polizei in Traunstein sagt, zuständig wäre die Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft gibt am Telefon Auskunft, spricht von einem normalen Einsatz. Aber kein Interview. Das bayrische Innenministerium will sich mit dem Vorgang befassen, aber kein Interview geben.

„Wir haben uns schriftlich über die Hausdurchsuchung beschwert, per Einschreiben. Und bis heute haben wir von diesen Leuten keine Auskunft, keine Antwort, keine Entschuldigung, nichts bekommen.“

Also hütet euch vor Papstkritik, sonst kommt die Polizei mit Maschinengewehren in euer Haus, hält eure Familie fest und durchsucht den Laptop eures kleinen Sohnes nach bösen Papstkarikaturen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Willkommen in Deutschland.

Ein Kommentar zu “Dawkins: „Der Papst ist dumm“

  1. Hugo Birkhofer sagt:

    Nicht der Papst ist dumm, sondern der Artikel: eine unsäglich unsachliche beschränkte vor Hass geifernde Falschaussage.Pfui!

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