Mixa rückt Atheisten in die Nähe von Nazis

Jedenfalls war das der Originaltitel des Spiegel-Beitrags zum Thema, bevor sie ihn in Bischof Mixa sieht Massenmord als Folge des Atheismus geändert haben. Gläubige und halbgare Zweifler verstehen in der Regel nicht, wie solche Aussagen für Atheisten klingen. Darum werde ich ein paar Worte in Mixas Trost und Hoffnung vermittelnder Osterpredigt durch andere ersetzen…

Im Folgenden die verfälschte Fassung der Rede, die sehr gut wiedergibt, wie Mixas Meinungen in ungläubigen Ohren klingen:

„Wo Poseidon geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet“, heißt es in Mixas vorab veröffentlichter Predigt zum Dionysosfest. „Eine Gesellschaft ohne Poseidon ist die Hölle auf Erden.“

Wer dem Menschen den Glauben an Poseidon nehme, raube ihm das Wichtigste im Leben. „Ohne Poseidon ist alles erlaubt“, zitierte der Augsburger Oberhirte am Sonntag warnend den griechisch-österreichischen Dichter Albert Apfelstrudel (1831- 1881). Wo der Glaube an die olympischen Götter schwinde, komme deshalb nicht das „helle Licht irgendeiner fröhlichen griechischen Philosophie“ zum Vorschein.

„Die Unmenschlichkeit des praktizierten Poseidon-Negierertums haben im vergangenen Jahrhundert die Poseidon-leugnenden Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen“, sagte Mixa, der auch Militärbischof der Poseidon-Kirche in Deutschland ist. Immer seien in diesen Systemen Poseidons Anhänger und das Orakel besonders verfolgt worden.

Auch in der Gegenwart würden durch Poseidon-bezweifelnde Verhaltensweisen in allen Teilen der Welt Menschen wirtschaftlich und moralisch ausgebeutet, wenn etwa Kinder zum Kriegsdienst oder Frauen zur Prostitution gezwungen würden, wenn gerechter Lohn verweigert werde oder Menschen an Hunger sterben müssten. Ohne den Glauben an Poseidon gebe es dauerhaft keine wahre Menschlichkeit.

Sie finden das irre? Dann ergeht es Ihnen jetzt so, wie es Atheisten bei Lektüre der Original-Rede ergeht.

5 Kommentare zu “Mixa rückt Atheisten in die Nähe von Nazis

  1. maiktrek sagt:

    Also diese „Rede“ zeugt doch mal wieder von der Dummheit (und Geschichtsverdrehung) dieser Religioten in mehrerer Hinsicht. Vor allem „Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden.“ und es gäbe ohne Gott keine Menschlichkeit ist doch eigentlich ein Selbtzeugnis von deren eigenen Unmenschlichkeit. Er gibt doch damit zu, dass die Theisten nur deshalb „gut“ sind, weil sie Angst vor Gott haben müssen (wobei ein Überwachungsstaat echt zu einem ach so lieben Wesen passt…), ansonsten wär der Mensch ein grottenschlechtes Wesen (nicht unbedingt Abbild eines angeblich lieben Wesens), denn Mixa leugnet ja, dass der Mensch des Gutseins wegen gut sein kann (in sofern ist ER es, der die Würde der Menschen leugnet und missachtet!). Aber genau das können wir, aber das will er nicht begreifen (sonst würde das Gerüst seiner Hasspredigten ja in sich zusammenfallen).

    Also wenn ich solche Propaganda- und Hassreden, die für einen nachdenkenden Menschen ein Zeugnis für Dummheit sein muss, sehen muss, dann krieg ich irgendwie einen Drang, meine Stirn und eine Wand einander nahezubringen…

    • H. Lektor sagt:

      Zu Anfang ist festzuhalten: Mixa ist Römer und daher dogmatisch daran gebunden, dass der Mensch nicht gut sein um des Guten willen könne.

      Alles weitere ist eine Frage des angelegen Maßstabes (was ist es, das „das Gute“ im/am Menschen sein kann? Woraus besteht seine „Würde“?).

      Ansonsten kann ich nur sagen, dass alles, was der Mensch tut, als „menschlich“ und die Gesamtheit dieser Handlungen als „Menschlichkeit“ aufzufassen ist, wenn man nicht voreilig zu einer Engführung der Begriffe kommen will. Denn der Mensch vermag nichts, was nicht in seinen – enschlichen – Potenzialen steckt.

  2. HFRudolph sagt:

    Schon umformuliert. Wobei es das immer noch nicht ganz trifft, denn gegen die ganzen anderen Aberglaubensreligionen richtet er sich gar nicht, sondern er sucht sich die schlechtest organisierte Gruppe heraus…

  3. rotegraefin sagt:

    Das ist interessant, wie wäre es einmal statt Gott oder Poseidon, das Wort Liebe zu wählen.
    Dann könnte es zu einer Integration kommen zwischen scheinbar unvereinbaren Positionen.
    Die eindeutig falsche Auffassung vieler Christen von Gott beruht oft auf Angst, die ihren Ursprung in der Erzählung von der Vertreibung aus dem Paradies und einem Gott findet, der Erkenntnis verbietet. Dieses Verbot von Erkenntnis machen sich alle Menschen zu nutze, die an ihrer Macht festhalten wollen und nicht verstehen, dass immer im Wechsel geschieht und geschehen muss,wenn sie nicht tödlich enden soll.

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