Das Ende des Appeasement

Warum Evolution wahr ist

Michael Schmidt-Salomons Essay Der halbierte Darwin über die Inkompatibilität der Evolutionstheorie mit Religion wurde von manchen als unfreundlich und intolerant kritisiert. Wer jedoch den amerikanischen Diskurs zum Thema verfolgt, der weiß, wie seelenstreichelnd kuschelig-sanft dieser Essay eigentlich war.

Der Evolutionsbiologe Jerry Coyne drückt es drastischer aus: „Mit einem Löffel voll Jesus geht Darwin besser runter“, kritisiert er die Strategie einiger Evolutionsbiologen, sich bei Gläubigen einzuschleimen. „Sie erodieren den Naturalismus, der die Grundlage der modernen Evolutionsbiologie darstellt“, stellt er fest. „Nicht nur unterlässt die NCSE [amerik. Organisation, welche die Evolution vor kreationistischen Angriffen verteidigt] die Kritik der Religion, sondern sie kuschelt sich an sie, küsst sie und erzählt ihr, dass alles gut wird.“ Jerry Coyne hält die Evolution für unvereinbar mit den großen Religionen und betont, Wissenschaftler sollten nicht „vor den Gläubigen kriechen“.

Seine Lösung: Lehrer und Professoren sollten einfach die Wissenschaft erläutern und Religion aus dem Spiel lassen. Es ist nicht ihr Problem, wissenschaftliche Erkenntnisse mit der Theologie zu versöhnen. Falls sie jedoch dazu aufgefordert werden, das Verhältnis von Wissenschaft und Religion zu kommentieren, sollten sie so ehrlich sein, auf die Inkompatibilität der beiden Herangehensweisen hinzuweisen.

Jerry Coyne und Michael Schmidt-Salomon stehen beileibe nicht alleine da mit ihren Ansichten. Aus dem englischsprachigen Raum bekommen sie Zuspruch von Richard Dawkins, Sam Harris, Steven Pinker, P. Z. Myers, Dan Dennett, A. C. Grayling, Peter Atkins und vielen weiteren Wissenschaftlern, die ebenfalls keinerlei Kompatibilität zur Religion erkennnen können.

Richard Dawkins überlegt in seiner Antwort auf Coyne’s Essay sogar, ob es nicht Zeit ist, die Samthandschuhe auszuziehen: „Ich fange an zu denken, dass wir weitergehen sollten: Lassen wir die humorvolle Veralberung hinter uns und schärfen wir unsere Klauen, dass es richtig weh tut. […] Was wir brauchen ist sarkastischer, schneidender Witz.“ Als Vorbild nennt er Sir Peter Medawars kultige Rezension von Teilhard de Chardins „Der Mensch im Kosmos“.

3 Kommentare zu “Das Ende des Appeasement

  1. Der mit dem Glauben tanzt sagt:

    Das Zitat von Dawkins klingt für mich nach den ersten Schritt zur Verbot der Kirche…

  2. derautor sagt:

    Sarkastischer, schneidender Witz und ein Verbot der Kirche scheinen mir zwei ganz und gar verschiedene Dinge zu sein. Ich weiß nicht, warum Gläubige immer befürchten, dass man ihren Glauben verbieten will, ohne dass jemals jemand dergleichen sagt.

  3. Der mit dem Glauben tanzt sagt:

    Ich bin ja auch für ein Verbot der Kirche, denn sie hat schließlich die schlimmsten Sachen bisher hervorgebracht…

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