Grüner Jungpolitiker wegen Religionskritik verfolgt

Daniel MackLaut einem aktuellen Spiegel-Artikel wird der Jungpolitiker Daniel Mack wegen seiner Kritik an Pro Reli und der katholischen Kirche beleidigt und mit rassistischen Sprüchen zugedeckt. Auch von den Jugendorganisationen der SPD und CDU…

„Junge, wie kannst du als Ausländer unsere heimische Religion beleidigen?, bekommt er von Passanten in seiner Heimatstadt zu hören. Vielleicht weil unsere heimische Religion so intelligent ist wie ein verschimmeltes, mutiertes Weißbrot auf einem Atomversuchsgelände in Nevada und weil sie nur von solchen bedauernswerten Individuen verteidigt wird, die die letzten 2500 Jahre Philosophiegeschichte im CSU-Ferienlager beim Biersaufen zugebracht haben, hätte ich da wohl geantwortet. Daniel Mack allerdings kann sich sowas als Politiker verständlicherweise nicht leisten und begnügt sich mit harmlosen Äußerungen wie jener, dass die katholische Kirche“ völlig verrückt“ sei, was sie in der Tat natürlich ist.

In einer Pressemitteilung der Jusos greifen die jungen SPDler Mack wie folgt an:

„Auf der Seite des Online-Dienstes „twitter“, in dem Kurzmitteillungen in SMS-Länge im Internet und somit für jeden frei zugänglich veröffentlicht werden, bezeichnete Mack Religionsunterricht als: „Werbestunden für eine völlig verrückte katholische Kirche.“

„Wir sind entsetzt, solch eine diskreditierende Wortwahl von einem Landtagskandidaten und Kreistagsabgeordneten einer demokratischen Partei lesen zu müssen. Mack, der sich selbst als Hüter von Toleranz und Multikulturalismus sieht, diskreditiert damit rücksichtslos einen großen Teil der heimischen Bevölkerung.“, betonen die Verbandsvorsitzenden Julia Heil und Dorian Winter.“

Kirchenkritik „diskreditiert“ also einen großen Teil der „heimischen Bevölkerung“. Ja, das deutsche, christliche Volk möchte nicht belästigt werden durch abweichende Meinungen irgendwelcher Kreaturen mit anderer Hautfarbe. Danke für den Hinweis, liebe SPD! Nun sind wir alle schlauer.

Weiter erfährt man in dieser Pressemitteilung: „Und sofern Daniel Mack nicht endlich beginnt, sich in der politischen Auseinandersetzung seines Alters entsprechend zu verhalten, sind Bündnis 90/Die Grünen aufgefordert, ihm eine gewisse Reifezeit zu verordnen, um die Grundregeln des politischen und vor allem des menschlichen Umgangs miteinander zu lernen.“, so Heil und Winter abschließend.“

Die Kritik anderer Weltanschauungen verstößt also gegen die Grundregeln des politischen und menschlichen Umgangs. Interessant, interessant… Das habe ich doch schon einmal gehört, etwa von den Nazis und der SED, die ebenfalls der Meinung waren, man dürfe ihr bananiges Weltbild nicht einer gar schändlichen Kritik aussetzen. In demokratischen Gesellschaften allerdings ist Kritik an Ideologien und Religionen der Normalfall und ein notwendiger Bestandteil des aufgeklärten Diskurses, was, eigentlich, normalerweise, nur von der extrem Rechten bezweifelt wird. Die Grünen haben ganz recht: Das Sonderbare liegt auf Seiten der Kritiker.

Daniel Mack wird offenbar von den örtlichen Volksgenossen als Muslim wahrgenommen, dem es nicht zustehe, die Religion der selbsternannten Schafe zu kritisieren. Mal abgesehen davon, dass Mack bis vor kurzem ein Mitglied der katholischen Kirche und sogar Meßdiener war und kein Muslim, steht es natürlich auch Muslimen zu, Religionen zu kritisieren, wie sie das wollen. An ihrer Stelle würde ich zwar auch den Islam kritisieren, aber das können sie in einer freien Gesellschaft selbst entscheiden.

Und erneut sehen wir, dass Religion ein zentraler Faktor bei der Trennung unserer Gesellschaft ist, dass sie Intoleranz und Tribalismus fördert, sowie Hand in Hand geht mit rechten, in diesem Falle sogar rassistischen Ideologien. Dass ein solcher Haufen reaktionärer, klerikalfaschistischer Rotz („Mack soll christlichen Glauben nicht diskreditieren“) ausgerechnet von den Sozialisten kommt, die historisch nicht gerade für ihren Schmusekurs mit der Kirche bekannt sind, belegt einmal mehr die Irrenhausreife weiter Teile unserer Gesellschaft.