Studie: Kirchgänger für Folter

"Gut, ich bin eine Hexe!" - "Ohne Folter bekommt man einfach keine solchen Infos."
"Gut, ich bin eine Hexe!" - "Ohne Folter bekommt man einfach keine solchen Infos."

Atheisten verhalten sich in Hinblick auf mehrere Kategorien ethischer als Religiöse. Nun ist eine neue Studie erschienen, welche den Unterschied um eine Kategorie erweitert: Je öfter Amerikaner in die Kirche gehen, desto häufiger befürworten sie Folter.

54 % derjenigen, die wöchentlich in die Kirche gehen, sagten, dass die Folter von mutmaßlichen Terroristen „oft“ oder „manchmal“ gerechtfertigt sei. Von denen, die nur „selten“ oder „nie“ den Gottesdienst besuchen, sahen das nur 42% so, besagt eine Studie des Pew Forum on Religion & Public Life.

Zwar sind auch 42% zu viel, allerdings muss man einbeziehen, dass die Befürwortung von Folter in den USA generell hoch ist. Der ehemalige Vizepräsident Cheney verweist auf die wichtigen Informationen, die mit Hilfe der Folter angeblich gewonnen wurden, ohne bislang die entsprechenden Belege vorgelegt zu haben. Selbst wenn Folter unter Umständen zu Erfolgen führt, ist es für einen Rechtsstaat schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Politikwissenschaftler und Psychologe Kay Bourcard führt dazu aus:

„Wäre Folter in Deutschland zulässig, so würde sich das Verhältnis zwischen Bürger und Staat grundlegend verschieben. Von der Polizei festgenommen, festgehalten und möglicherweise auch stundenlang verhört zu werden, kann sicherlich sehr unangenehm sein. Es ist aber zugleich auch das schlimmste, so weiß es bislang der Einzelne, was ihm hierzulande aufgrund eines Missverständnisses widerfahren kann. Denn er weiß, dass die Polizei ihm keine Schmerzen zufügen darf, „wie er sie noch nie im Leben empfunden hat“.181 In dem Wissen zu leben, dass der Polizei dies erlaubt ist – zu wissen, dass man eines Tages selbst aufgrund eines dummen Zufalls gefoltert werden könnte und nicht einmal die Möglichkeit hat, die Folter mit der richtigen Antwort zu beenden – dies ist kaum vorstellbar.

[…] Der Rechtsstaat kann sich offensichtlich keiner unrechtsstaatlichen Mittel bedienen, ohne dabei selbst zum Unrechtsstaat zu werden.“

2 Kommentare zu „Studie: Kirchgänger für Folter

  1. Nach meiner Erfahrung ist ein Gottesdienstbesuch auch schon eine Form der Folter. Die fleißigen Kirchgänger haben also viel Erfahrung damit. Für sie ist Folter normal, während Atheisten Folter von vorne herein abartig finden.

  2. Dem kann ich nur zustimmen, besonders in der Katholischen Kirche wird einem nicht einmal die möglichkeit zu einem gepflegten Sonntagsmorgennickerchen gewährt sondern man wird durch dauerndes aufstehen/absitzen wachgehalten. Klassische Schlafentzugsfolter wenn man mich fragt…

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