Mathematiker mischt mit beim Didaktikstreit

Wir dürfen nicht nur Fakten akzeptieren, sondern einfach alles

Blogs sind eine praktische Sache. Sehr viele amerikanische Wissenschaftler haben einen (auch zunehmend viele deutsche). Praktisch ist das auch für Journalisten, weil sich nun öffentlich abspielt, was vorher in verschlossenen Konferenzräumen vor sich gegangen ist.

In diese Kategorie gehört die aktuelle Auseinandersetzung um die Art und Weise, wie Evolution vermittelt werden sollte. Seit Jahrzehnten haben amerikanische Wissenschaftsorganisationen auf die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion hingewiesen, was sich aber nicht in einer höheren Akzeptanz oder in einem besseren Verständnis der Wissenschaft niedergeschlagen hat. Darum hat der Biologe Jerry Coyne sich mit diesen Organisationen angelegt. Er fordert, dass Biologen einfach ihre Wissenschaft vermitteln sollen, ohne auf theologische Fragen Bezug zu nehmen und so zu tun, als wäre kritisches Denken und blinder Glaube vereinbar, was ihnen ja sowieso niemand abkauft.

Inzwischen schließen sich auch Wissenschaftler anderer Disziplinen als der Biologie Jerry Coyne an, jüngst der Mathematiker Jason Rosenhouse. Über moderate Religiöse, für gewöhnlich theistische Evolutionisten, sagt er: „Sie fühlen sich eigentlich nicht wohl mit der Evolutionstheorie, aber sie sind damit zufrieden, sie zu ignorieren und lassen Wissenschaftler einfach ihr Ding machen. Aber wenn jemand wie Dawkins ankommt und es ihnen schonungslos ins Gesicht sagt, können sie es nicht länger ignorieren. Das macht Dawkins so bedrohlich.“

Ferner betont er: „Aber Menschen, die sich über polemische Atheisten ausheulen, die angeblich der Sache schaden, sind im Unrecht. Diese Atheisten sind tatsächlich die einzige Hoffnung für eine Langzeitlösung.“

Man fühlt sich geschmeichelt.