Christen fordern Redeverbot für mich

Freie RedeFinde ich zwar nicht sonderlich überraschend, aber wenn man so etwas unter dem schallendem Beifall einer Gemeinde ins Gesicht gesagt bekommt, dann fragt man sich schon, ob man aus Versehen die falsche Ausfahrt nach Saudi Arabien genommen hat, oder ob man sich noch im freien Deutschland befindet.

Wo ist der allerletzte Ort, an dem ich sein möchte? Die Frage hat GBS-Vorstand Herbert Steffen für mich beantwortet, als er mich angerufen hat, um mich auf eine Veranstaltung in dem kleinen, bayerischen Dorf Oerlenbach aufmerksam zu machen. Dort finden jährlich die „Oerlenbacher Gespräche“ statt, organisiert von Bundespolizei und Gemeinde, zu denen wichtige Staatsdiener eingeladen werden, zum Beispiel der oberste Verfassungsrichter, der bayerische Innenminister oder der Bundespräsident. Diesmal allerdings wurde der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann eingeladen, um die „Bedeutung der christlichen Werte für Staat und Gesellschaft“ darzulegen und einige Polizisten sind, nicht nur darum, nun besorgt, dass die Bundespolizei allmählich von der Kirche unterwandert wird (das ist sie noch gar nicht?) und baten uns um Unterstützung.

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16 Kommentare zu „Christen fordern Redeverbot für mich

  1. Sehr schöner Beitrag.
    Ein Glück, dass die Oerlenbacher dich nicht gelyncht haben.

  2. „… nur einen Menschen auf Gottes grüner Erde, …“
    –> Äh, grün? Ich bin bislang von blau ausgegangen. Gibt es da neue wissenschaftliche Erkenntnisse? ;o)

  3. Ja, das ist ein interessanter Bericht. Ziemlich dämlich finde ich aber Deinen Anti-Polizeireflex. Immerhin haben die wohl ganz bewusst versucht, einen Kontrapunkt zu setzen, um nicht dem Bischof allein die Jungpolizisten beschwatzen zu lassen. Das ist löblich und Dein Geschreipsel oben ziemlich pupertär.

  4. @ Stefan:

    „Immerhin haben die wohl ganz bewusst versucht, einen Kontrapunkt zu setzen, um nicht dem Bischof allein die Jungpolizisten beschwatzen zu lassen.“

    Worin soll denn dieser Kontrapunkt bestanden haben? Und was ist löblich?

    Die bayerische Polizei hat sich immer wieder durch zweifelhafte Aktionen in unserem Bereich hervorgetan. Egal, ob sie nun den Aktionskünstler Wolfram Kastner wegen Papstbeleidigung verhaften, ob sie versuchen, die religionsfreie Zone dicht zu machen oder die CSU dabei unterstützen, die Verfassung mit einem neuen Demonstrationsrecht zu untergraben. Dieser Skandal hier ist schließlich auch in Bayern passiert: http://feuerbringer.com/2009/04/12/dawkins-der-papst-ist-dumm/

    Und irgendwann stelle ich einfach mal fest, dass hier etwas im Argen liegt. Ich habe aber auch geschrieben, dass einigen Polizisten dies nicht gefällt dass sie meine Meinung teilen.

  5. Wenn ich Stefan richtig verstehe, bestand der „Kontrapunkt“ in einer Person, nämlich in DEINER – genauer gesagt, darin, dich einzuladen um die Diskussion nicht einseitig verlaufen zu lassen.

    Die Polizeiuhren in Bayern ticken in der Tat anders, als im Rest der Republik. Durfte ich auch schon erleben. Dein Text von oben – hier gebe ich Stefan recht – bezieht sich aber auf persönliche Erlebnisse und erweckt daher den Anschein „Die haben mich früher auf dem Kieker gehabt, heute kriegen sie das mal ordentlich wieder.“ Und in deinem letzten Kommentar zeigst du ja, dass man diese Kritik auch ganz objektiv beschreiben kann.

    Mann, watt sind wir wieder aufjeregt heute …

  6. Moment mal: Niemand hat mich eingeladen! Im Gegenteil wollten sie mich am liebsten wieder hinausbefördern! Sie haben mich nur reden lassen, weil sie auf einer öffentlichen Veranstaltung Wortmeldungen entgegennehmen müssen, das ist alles!

    Den obigen Text passe ich ein wenig an. Im Gegenteil habe ich keine Lust dazu, mich an irgendwelchen Polizisten zu rächen (habe ja geschrieben, dass ich dort gar nicht hingehen wollte…).

  7. Ach so?! Ich dachte, es handelt sich um eine Einladung, weil:

    „… und baten uns um Unterstützung.“

    und:
    “ … aber man wird doch kaum von mir erwarten, dorthin zu gehen.“

    aber vor allem, weil:
    „Ich habe diese Anfrage, mich dort einzufinden, zunächst nicht ganz ernstgenommen. „

    Also Entschuldigung, das habe ich falsch interpretiert.

  8. Es steht doch da, dass die Unterstützung von einzelnen Polizisten erbeten wurde, die befürchten, dass die Polizei durch die Kirche unterwandert wird. Die Anfrage, mich dort einzufinden, kam von ihnen und vom GBS-Vorstand. Die Organisatoren der Oerlenbacher Gespräche haben mich ganz bestimmt nicht eingeladen.

  9. Sie Jammerlappen. Bazi. Saupreiß! 😉
    Was haben Sie gegen bayerische Dörfer? Und Polizisten?
    Als Bayer (genauer Franke!) und Sohn eines Polizisten muss ich Ihnen aufs heftigste widersprechen!
    Aber keine Angst. Als Atheist und Metal-Fan weiß ich auch wovon Sie reden.
    Doch ich kann Ihnen versichern: mit einer Portion Nehmerqualitäten, Freundlichkeit, Humor und Hinterfotzigkeit lebt es sich nirgends schöner als in Bayern!
    Hier leben Atheisten wie Wölfe unter Schafen. Vielen Schafen! Wenn man auf die Schäferhunde aufpasst, ist es wie im Paradies. Und an den „HIRTEN“ glauben wir ja beide nicht.
    Also, nicht so weinerlich! Und lassen Sie sich gesagt sein:

    It’s nice to be a Preiß’.
    And it’s higher to be a Bayer!
    But the highest, Gott sei Dank, is to be a Mittelfrank’!!!
    🙂
    Grüß Gott

  10. Ich denke, Polizisten sind ganz normale Leute, nur mit einer Waffe in der Hand. Genau dort liegt der Hund begraben, denn sie bräuchten eine gute Ausbildung als Staatsbürger und nicht diese klerikale Verklärung, die sie erhalten. Und anstatt zu weinen versuche ich lediglich, das christliche Abendland zu vernichten. Und ich habe hier einen Ruf als fundamentalistischer Atheist zu verlieren. Sie und Ihre tränenbeträuften Vorwürfe!

  11. Keine tränenbeträuften Vorwürfe! Eher eine kleine Gebrauchsanweisung für Bayern 😉
    Noch ein paar Anmerkungen zur Polizei: Sie besuchten eine Veranstaltung der BUNDESPOLIZEI! Verantwortlich für Grenzschutz, Bahn, Luftsicherung, etc.
    Nach einer (oberflächlichen) Recherche scheint diese mehr mit den Kirchen zusammenzuarbeiten als z.B. die bayerische Landespolizei. Offene Werbung für die Polizeiseelsorge, Polizeibikergottesdienst, Oerlenbacher Gespräche,…
    Die Bayerische Polizei arbeitet auf Ihrer Webseite (und auch im wirklichen Leben) zurückhaltender mit den Kirchen zusammen. (Was kann man gegen ein Polizei- Golf-Turnier (!) haben?)
    Sie sollten Ihre Kampfkraft also nicht in regionalen Scharmützeln verschwenden!
    Und nie vergessen: Nehmerqualitäten, Freundlichkeit, Humor, HINTERFOTZIGKEIT!
    In dieser Reihenfolge.

    GABBA GABBA HEY

    PS. Ich habe Sie Saupreiß genannt, ich bin der ältere, ich schlage vor wir duzen uns!

  12. Danke für die Klarstellung. Ich hatte den Text zuerst so verstanden, dass der Polizei-Ausbilder Euch offiziell eingeladen hat und fand das dann arg kurios, wie hier auf denjenigen, der zur einer Party einlädt, eingeprügelt wird. Wenn es aber so ist, dass sich einzelne Polizisten hilfesuchend an die GBS (Gundesbrenzschutz) wenden, ist das aber ja fast noch besser, weil subversiv gegen den eigenen Ausbilder.

  13. Aus aktuellem Anlass weise ich darauf hin, dass hier religiöser Spam gelöscht wird. Es interessiert mich nicht die Bohne, ob ihr meint, dass ich zur Hölle fahren werde und eure Drohungen könnt ihr euch in den Allerwertesten stecken. Entweder ihr sagt etwas, das man als objektiver Betrachter der vernunftfähigen menschlichen Spezies zuordnen kann, oder ihr fliegt von meinem Blog.

  14. Ich werde mich mal erkundigen, inwieweit ich das darf, und dann mache ich es so wie P.Z. Myers und veröffentliche die Drohungen mit Namen und IP-Adresse auf dem Blog.

    Normalerweise drohen Christen und Muslime hier nur mit der Hölle und mit göttlichen Strafen. So etwas lösche ich dann einfach. Drohungen fürs Diesseits sind seltener und darauf reagiere ich entsprechend deutlich.

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