Invasion der Links-Islamisten

"Wir sind Hamas" (http://blog.z-word.com)

Die Mainstream-Linke mag den Islam und wer den Islam nicht mag, ist für sie „islamophob“ (übrigens eine Wortneuschöpfung des iranischen Mullah-Regimes). Außerdem glaubt sie, dass „Zionisten“ (Juden) die Weltherrschaft anstreben und dass die Hamas einen Widerstandkrieg gegen Israel und die imperialistische Tyrannei Amerikas führen würde. Aus Raider wurde Twix und aus der Linken wurden Nazis.

Stand die demokratische Linke nicht früher einmal für soziale Gerechtigkeit, kritische Vernunft, Toleranz, Fortschritt, individuelle Freiheit und dieses ganze Zeug? Was ist denn nun auf einmal los? In einem Seminar durfte ich miterleben, wie die Fanatiker von der Hamas als legitime Widerstandkämpfer gegen die imperialistischen Zionisten verteidigt wurden, ohne jeden Widerspruch von irgendwem (außer von mir natürlich). Mein reiner Tatsachenhinweis, dass Antisemitismus in der islamischen Welt weit verbreitet sei (geht aus Umfragen hervor, so fasst US-Umfrageinstitut Pew die Lage so zusammen: „Throughout the Muslim world, opinions of Jews are highly unfavorable.“ ), illustriert am Beispiel der überall dort verbreiteten Protokolle der Weisen von Zion, wurde mit dem Hinweis abgeschmettert, dass die israelische Propagandamaschinerie uns nur glauben machen wolle, dass viele Muslime Antisemiten seien. Und warum ließ das iranische Regime die Protokolle offiziell auf der Frankfurter Buchmesse 2005 ausstellen? Ganz klar: Weil die iranischen Mullahs, offenbar mit der israelischen Regierung verschworen (?), wollen, dass wir glauben, viele Muslime seien Antisemiten. Warum? Ja, keine Ahnung. Gottes Wille ist unergründlich und der Wille des Israel-Iran-Paktes wohl ebenso.

Übrigens wollen die Amerikaner afghanische Bergbauern töten. Nein, wirklich! Die sind nur darum in Afghanistan, um Bergbauern zu ermorden. Einen anderen Grund dafür gibt es gar nicht (abgesehen von der mächtigen israelischen Lobby, die ebenso nichts anderes im Sinne hat, als afghanische Bergbauern zu töten). Meine Frage, warum die Amerikaner eigentlich so viel Geld dafür ausgeben, nur um afghanische Bergbauern zu töten, ist an der geistigen Undurchdringbarkeit dieser wohlinformierten Politikfachleute abgeprallt.

Ja, die Lage ist ernst, zudem ist sie auch verrückt. Die Mainstream-Linke scheint inzwischen von einem Haufen Durchgeknallter beherrscht zu werden, die mit totalitären Ideologien wie dem Islamismus sympathisieren. In den Parteiprogrammen ist dies zum Glück noch nicht angekommen, so gelangen etwa die Grünen zu einer weitgehend korrekten (wenn auch insgesamt etwas zu versöhnlichen) Einschätzung der Hamas:

„Die Hamas entstand im Zuge der ersten Intifada, im Mittelpunkt stand der gewaltsame „Widerstand“ gegen Israel. In ihrer Geschichte hat sie Terrorismus gegen Zivilisten, auch zahlreiche Selbstmordattentate eingesetzt und den Friedensprozess kategorisch bekämpft. Deshalb ist die Hamas in der EU und den USA auf den jeweiligen „Terrorlisten“ aufgeführt.“

Die Linke (die Partei) redet zwar allerlei Unsinn, erkennt aber zumindest das Existenzrechts Israels an. Ich gehe also davon aus, dass die oben formulierten, verrückten Meinungen vor allem die Stammtische der Mainstream-Linken beherrschen. Die diabolische Beschaffenheit des Amerika-Israel-(Iran?)-Paktes scheint einen ähnlichen Status zu haben wie der „verdeckte“ Antisemitismus beträchtlicher Teile der Gesamtbevölkerung. Das ist eben etwas, was „jeder weiß“, das man aber nur unter vorgehaltener Hand sagt. Und natürlich in Seminaren an Universitäten, wo man als Linker ja „unter sich“ ist.

Michael Mirsch stellt zum Thema fest: „Die Ablehnung des Existenzrechts Israels gehört in manchen linken und linksliberalen Kreisen zum guten Ton. Unter dem Deckmantel des „Antizionismus“ wurden und werden krudeste Vorurteile gegen Israel in die Welt gesetzt, die inzwischen von einer Mehrheit der deutschen Bevölkerung übernommen worden sind. • 51,2 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ • 68,3 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“

Das Schlusswort schenke ich Herrn Mirsch auch noch: „Prominente Sozialdemokraten ereifern sich öffentlich über israelische Militärschläge und ignorieren, dass das Land von fanatischen Feinden umgeben ist, die es auslöschen wollen. Die mangelnde Empathie für die Lage der einzigen echten liberalen und rechtsstaatlichen Demokratie im Nahen Osten ist beklemmend. Wie kommt es, dass Linke sich lieber mit mörderischen Gotteskriegern solidarisieren als mit Israel?“

27 Kommentare zu “Invasion der Links-Islamisten

  1. metasignale sagt:

    Wie kommt es?

    Eine trübe Malanche aus Leninismus, Sektentum und reaktionärer Außenpolitik aufbauend auf einer trüben Analyse der Machtverhältnisse (EU, WTO, NATO gegen die Völker der Welt und deren Verteidiger).
    Wer da wen verteidigt, ja das ist schlimm. Aber nicht – mehr! – überall so.
    Vielleicht kennst Du die Gruppe „shalom“ in der Linkspartei-Jugend, die damals teilweise die richtigen Fragen gestellt, und sich damit einen riesen Haufen Ärgerlichkeiten eingeheimst hat. Nur ein Beispiel, Gregor Gysi hat da auch einiges klargestellt (für die Öffentlichkeit, intern sicher immernoch umstritten wie nichts anderes).

  2. Martin sagt:

    @metasignale: Vermute Du meinst „Melange“ ?
    Und da hast Du recht.

    Einige Teile der Linken sehnen sich halt nach einem autoritären Kollektivismus,da bietet sich der zumindest scheinbar im Aufstieg befindliche Islam halt an, nachdem die anderen totalitären Ideologien erstmal gescheitert sind.

  3. Stefan sagt:

    Ich denke Links ist von Anfang an immer eine Gegen-Ideologie. Gegen die beherrschende Klasse, gegen den Klassenfeind (wenn man selbst beherrscht bleibt nicht anderes), gegen Kapitalismus, gegen USA, gegen alles mögliche. Da liegt David gegen Goliath nahe. Da Israel als mächtiger wahrgenommen wird als die Palästinenser ist die Gegen-Richtung klar: Gegen das mächtige (hier alle negativen Begriffe, die einem einfallen) Israel.
    Unterstützt wird das ganze dadurch, dass man als Linker ja obligatorisch gegen Rechts und gegen Nazis ist, also kann man quasi per Definition kein rechtsradikales oder Nazi-Gedankengut haben …

  4. praktischer Humanist sagt:

    Welch wires Geschreibe derautor hier präsentiert. Es scheint durchsetzt von idealistischen und kleinbürgerlichen Gedankengut zu sein.

  5. derautor sagt:

    In Zukunft bitte Argumente bringen und keine unbelegten Behauptungen in die Runde werfen.

  6. praktischer Humanist sagt:

    Was ist die Ursache für Religionen?

  7. derautor sagt:

    Wird durch eine Klärung dieser Frage religiöse Gewalt gerechtfertigt? Dürfen sich Selbstmordattentäter der Hamas in Cafés und auf überfüllten Marktplätzen in die Luft jagen, weil dieses oder jenes ihre Religiosität erklärt?

    Für den wahrscheinlichen Fall, dass du Armut für den Auslöser von religiösem Fanatismus hälst, mögest du auf folgendes hingewiesen sein:

    „Die meisten Selbstmordattentäter werden nicht aus Armut oder Unwissenheit zu ihrem Verbrechen getrieben. Eine tödliche Mischung aus Nationalismus, Fanatismus und Erniedrigung schickt die Menschen in den Tod. […] Jüngste Studien widerlegen die Vorstellung, dass die meisten Männer arm, verrückt und ungebildet sind. Stattdessen sind viele Attentäter junge, gebildete und aus bürgerlichen Verhältnissen stammende Islamisten.“

  8. praktischer Humanist sagt:

    Könntest du auf die Frage antworten?

  9. derautor sagt:

    Wird hier in diesem Vortrag erklärt.

  10. praktischer Humanist sagt:

    Keine Soundkarte.

  11. yilo sagt:

    Die Ursache liegt in der vernachlässigten Nutzung des Verstandes.

  12. praktischer Humanist sagt:

    Dies ist aber eine idealistische Betrachtungsweise, da die materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen für die Herausbildungen von Religionen nicht betrachtet werden.

    Idealistische Religionsgegner hat aber auch was.

  13. derautor sagt:

    Als Determinist glaube ich sowieso, dass alles so ablaufen muss, wie es eben abläuft. Nur hat dies keinerlei Relevanz für die moralische Beurteilung von menschlichem Verhalten.

    Ich kann Steinigungen von Mädchen als Strafe dafür, dass man sie vergewaltigt hat, noch immer scharf ablehnen. Ich kann mir sogar den Tod der Verantwortlichen für solche barbarischen Gesetze wünschen, um das Leid in der Welt zu reduzieren und um die klare Botschaft auszusenden, dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird und dass keine noch so schlimme Armut ein solches Verhalten rechtfertigen kann.

    Armut rechtfertigt – unter Umständen – den Diebstahl von Nahrung und Trinkwasser. Armut rechtfertigt nicht die Steinigung von Mädchen. Außerdem habe ich bereits belegt, dass die schlimmsten Fanatiker der gehobenen Mittelschicht enstammen, also nicht (!) arm sind. Es ist einfach daneben, dass du dies einfach ignorierst und weiter dein marxistisches Zeug herschwadronierst, als wäre nichts geschehen!

    Deiner Logik zufolge müsstest du Strafe und sogar moralische Beurteilung allgemein ablehnen. Absolut alles ist doch nur das Ergebnis bestimmter materieller und gesellschaftlicher Umstände! Oder nicht? Und wenn nicht: Warum nicht?

  14. Martin sagt:

    Das das Ganze weniger mit Armut zu tun hat, als mit der Religionsideologie Islam, scheint mir auch ganz gut mit der Tatsache einherzugehen, daß bei etwa 4% Bevölkerungsanteil der Muslime in Europa etwa 50% der antisemitischen Straftaten von diesen begingen wurden.

    Ich zitiere mal (ny daily news): In February 2008, Franco Frattini, the European Union official responsible “for combating racism and antisemitism in Europe,” revealed that Muslims – who comprise 4% of the European population – were responsible for fully half (50%) of the documented antisemitic incidents in continental Europe. Thus, on a population percentage basis, Muslims in Western Europe already accounted for roughly 25 times the number of Antisemitic incidents as their non-Muslim European counterparts. “

    Und natürlich ist an allem Israel schuld oder die USA. Alles, aber auch alles, was in den arabischen Ländern im Argen liegt, die fast völlige wissenschaftliche, soziale, geisteswissenschaftliche und moralische Unfähigkeit, der in all diesen Bereichen praktisch unaufholbare Rückstand zum „Westen“: An allem sind die Juden, die USA oder „der Westen“ schuld.

    Interessanterweise ist für den Dummlinken bei allen Problemen IM Westen, IN den USA, IN Israel das dortige „System“ schuld, bei Problemen in den islamischen Ländern aber natürlich nicht etwa das dort vorherrschende.

    Gäbe es nicht doch noch ein paar Andere, klarer bei Verstand gebliebene Richtungen in der Linken als der blöde, islamophile,usaphobe Brei, der die Masse darzustellen scheint, die Linke unterschiede sich nicht mehr von den Nationalsozialistischen.

    Zu empfehlen sind da als klarere Stimmen z.B. die Jungle World, die zeitungfürschland, die Rote Ruhr Uni und ein paar weitere.

  15. Martin sagt:

    Und wenn ich zu obigen Kommentaren ergänzen dürfte:

    Religionen werden ja nicht nur aus materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen heraus gebildet, außer in ihrer Anfangsphase, sondern schaffen diese vielmehr zum großen Teil eben selbst. Das ist ja keine einseitige Wirkrichtung, sondern kann soweit gehen, das eine Religion einen maßgeblich prägenden Einfluß auf eine Gesellschaft darstellt. So sind z.B. eben die Vernachlässigung und insbesondere die Herabwürdigung des Verstandes, der Wissenschaft und des Weltlichen ein gesellschaftlich sicher negativ prägender Teil, der sich grade in den islamischen Ländern entsprechend manifestiert.

  16. Bruno sagt:

    Es geht gerade darum, dass unser Neuronennetzwerk anfällig ist für Trugbilder, Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen und dergleichen. Einen Schatten für einen Feind oder ein Beutetier zu halten schadet nicht unbedingt dem Überleben, einen Fressfeind oder ein Beutetier für einen Schatten zu halten aber schon. Deshalb neigen Kinder und Spirituelle oft auch zu animistischen Weltsichten. Weiterhin wird bei religiösen Traditionen und Ritualen oft die angeborene Empathie der Gläubigen angesprochen (Kreuzigung, Märtyrer…).

  17. praktischer Humanist sagt:

    „Als Determinist […]“

    Der Determinismus des mechanischen Materialismus ist nichts anderes als Gottes Wille ohne Gott. Vollkommen unbrauchbar, da es zum Fatalismus führt.

    „Es ist einfach daneben, dass du dies einfach ignorierst und weiter dein marxistisches Zeug herschwadronierst, als wäre nichts geschehen!“

    Es ist einfach daneben, dass du keine Ahnung davon hast. Die materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen sind nicht mit Armut gleichbedeutend. Aber Armut gehört auch dazu, nur habe ich niemals irgendwo behauptet, dass die Terroristen arme Idioten sind. (Anmerkung: Die Terroristen sind gebildet, haben aber keinen Verstand. Komisch?!) Schublade wird aufgemacht und reingesteckt.

    „Deiner Logik zufolge müsstest du Strafe und sogar moralische Beurteilung allgemein ablehnen. Absolut alles ist doch nur das Ergebnis bestimmter materieller und gesellschaftlicher Umstände! Oder nicht? Und wenn nicht: Warum nicht?“

    Dein Schluss geht vollkommen nach hinten los. Die Bestrafung von Tätern ist weiterhin möglich und erforderlich, auch wenn die Ursachen in den materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen liegen. Nur ist es mit den Bestrafen alleine nicht getan, sondern sollten die gesellschaftlichen Bedingungen geändert werden.

    „Das ist ja keine einseitige Wirkrichtung“

    Richtige Schlussfolgerung.

    Die Frage ist nur, ob die richtige Schlussfolgerung für die Beseitigung der Religionen gezogen wird, also ob mal wieder nur die Symptone oder endlich die Ursachen bekämpft werden.

  18. derautor sagt:

    „Die Terroristen sind gebildet, haben aber keinen Verstand. Komisch?!“

    Sie sind intelligent und gebildet, aber unterliegen einer Wahnvorstellung. Das war ja bei vielen Nazis auch so.

    Gegen Ursachenbekämpfung sagt keiner was. Aber deine Behauptung, ich hätte etwas Kleinbürgerliches und Idealistisches geschrieben, die halte ich für absurd.

  19. praktischer Humanist sagt:

    @ Bruno:
    Die Anfälligkeit erklärt aber nicht, wieso aus animistischen Weltsichten Religionen entstehen konnten, also organisiertes „Bescheißen“ und die Veränderung der Religionen in Laufe der Zeit.

  20. praktischer Humanist sagt:

    @ derautor
    „Sie sind intelligent und gebildet, aber unterliegen einer Wahnvorstellung.“

    Woher kommt sie? Ursache der Wahnvorstellung?

    Oder ist die Wahnvorstellung Produkt des Nichtbenutzen des Verstandes? -> Idealistisch, der Geist wird als Ursache ausgemacht.

    „ich hätte etwas Kleinbürgerliches und Idealistisches geschrieben, die halte ich für absurd.“

    Die Betrachtungsweise der Religion ist in der Form, in der du ihn präsentierst, idealistisch, aber da bist du nicht alleine.

  21. derautor sagt:

    Die Entwicklung der modernen Religion begann mit Landwirtschaft, deren Organisationsstruktur, will sie effektiv sein, autoritäre Kontrolle erfordert. Diese neue Autorität erforderte eine Rechtfertigung seitens der Herrscher, welche durch die Religion gegeben war. Jedenfalls ist das die Theorie von Dr. Thomas Junker und Dr. Paul.

    Nein, meine Erklärung für Religiosität ist in keiner Weise idealistisch, wobei natürlich dein Marxismus aufgrund seiner hegelianischen Einflüsse idealistisch ist.

    Die Ursachen für Wahn sind individuell unterschiedlich. Im Falle von Heinrich Himmler war es wohl vor allem Frustration wegen mangelnder Anerkennung. Biologisch sind wir alle in der Lage dazu, wahnsinnig zu werden.

  22. praktischer Humanist sagt:

    „Gegen Ursachenbekämpfung sagt keiner was.“

    Macht aber auch keiner. Eher wird gegen Windmühlen gekämpft, wie hier.

  23. Martin sagt:

    „Nur ist es mit den Bestrafen alleine nicht getan, sondern sollten die gesellschaftlichen Bedingungen geändert werden.“

    Wobei dann aber auch erstmal die Frage geklärt werden sollte, ob das überhaupt wünschenswert ist.
    Alleine das Vorhandensein von Tätern rechtfertigt ja auch noch keine gesellschaftlichen Veränderungen, wenn denn die restlichen gesellschaftlichen Auswirkungen erstrebenswert genug sind.

    „Die Frage ist nur, ob die richtige Schlussfolgerung für die Beseitigung der Religionen gezogen wird, also ob mal wieder nur die Symptone oder endlich die Ursachen bekämpft werden.“

    Es ist möglich, das eine Beseitigung der Religionen gar nicht wünschenswert ist. M.E. wäre eine Banalisierung evtl. erfolgversprechender.
    Weiter ist natürlich möglich, daß eine Ursachenbekämpfung gar nicht möglich oder nicht wünschenswert ist.
    Mal ganz abgesehen davon, das „die Ursache“ für Religion unter Umständen eben gar nicht idenfifizierbar ist, z.B. weil es sich um ein komplexes Gemenge mit eingebautem Feedback handelt.

  24. derautor sagt:

    Ich denke, dass die Tötung von Fanatikern und Tyrannen im Sinne von Strafe und Prävention Wirkung zeigen würde. Man würde auf diese Weise vermitteln, dass sich ein bestimmtes Verhalten nicht lohnt: Steinigt ihr Frauen, dann erschießen wir euch!

    Daraus werden die meisten Menschen die Schlussfolgerung ziehen, dass sie keine Frauen steinigen sollten. Da hatte Thomas Hobbes essenziell schon recht. Da Armut, wie gezeigt, gar nicht der Grund ist für Fanatismus, ist die Bekämpfung von Armut auch nicht die Lösung (für dieses spezielle Problem). Stattdessen ist vielleicht Gewalt Teil der Lösung (argumentativ überzeugen kann man Taliban und co. wohl kaum).

  25. praktischer Humanist sagt:

    „Die Entwicklung der modernen Religion begann mit Landwirtschaft, deren Organisationsstruktur, will sie effektiv sein, autoritäre Kontrolle erfordert. Diese neue Autorität erforderte eine Rechtfertigung seitens der Herrscher, welche durch die Religion gegeben war. Jedenfalls ist das die Theorie von Dr. Thomas Junker und Dr. Paul.“

    Klingt zuerst plausibel, nur stellt sich die Frage, woher die Herrscher überhaupt kommen und womit diese ihren Herrschaftsanspruch legitimiert haben, bevor sie eine autoritäre Kontrolle erichtet haben und damit die Religionen ins Spiel gebracht haben. Des Weiteren stellt sich die Frage, wieso Religion weiterhin existiert.

    „Nein, meine Erklärung für Religiosität ist in keiner Weise idealistisch, wobei natürlich dein Marxismus aufgrund seiner hegelianischen Einflüsse idealistisch ist.“

    Nach der Theorie müsste alles idealistisch sein, selbst die Naturwissenschaft, da die klassische Logik von einem Idealisten begründet worden ist. Totaler Unfug. Von Hegel wurde die Dialektik „wiedereingeführt“ und dessen bedient man sich im dialektischen Materialismus, also einer Methodik. Feuerbach hatte diese durch seinen Materialismus entfernt, was falsch war.

    „Ich denke, dass die Tötung von Fanatikern und Tyrannen im Sinne von Strafe und Prävention Wirkung zeigen würde.“

    Die erkennt man in Palästina ja auch.

    Aber auf die Idee zu kommen, die Ursachen und nicht die Symptone zu bekämpfen, bist du nicht gekommen. Schade.

    @ Martin
    „Es ist möglich, das eine Beseitigung der Religionen gar nicht wünschenswert ist. M.E. wäre eine Banalisierung evtl. erfolgversprechender.
    Weiter ist natürlich möglich, daß eine Ursachenbekämpfung gar nicht möglich oder nicht wünschenswert ist.“

    Dann stellt sich natürlich die Frage, was die Personen denn wollen, wenn sie den Tod der Religion rufen, obwohl dieser nicht wünschenswert ist.

    Ansonsten frage ich mich, wie eine Banalisierung funktionieren soll, ohne die gesellschaftlichen Bedingungen zu ändern, die die aktuelle Form der Religion hält?

    „auch noch keine gesellschaftlichen Veränderungen, wenn denn die restlichen gesellschaftlichen Auswirkungen erstrebenswert genug sind.“

    Muss man natürlich abwegen.

  26. derautor sagt:

    Eine Bildung, die kritisches Denken fördert, hilft bei der Bekämpfung der Religion. Das ist Ursachenbekämpfung. Das Problem mit der islamischen Welt ist ja gerade, dass dort „Ehre“ so viel zählt und darum keine Fehler eingeräumt werden, entsprechend auch kein Lernvorgang einsetzt. Du hast die materialistischen Bedingungen noch gar nicht genannt, die Religiosität begünstigen sollen. Armut haben wir ja ausgeschlossen, also was ist es dann?

  27. praktischer Humanist sagt:

    „Ursachenbekämpfung“

    Also ist die Ursache für Religion kein kritischen Denken. Also mal wieder der Geist. Wir drehen uns im Kreis, merkst du es nicht? Weiterhin machst du den Geist als Ursache aus.

    „Du hast die materialistischen Bedingungen noch gar nicht genannt, die Religiosität begünstigen sollen.“

    Falsche Aufforderung. Richtig ist: „Du hast die materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen noch gar nicht genannt, die Religionen entstehen und bestehen lässt.“

    Denn Bedingungen können keine Weltanschauung haben, daher gibt es keine materialistischen, idealistischen, atheistischen Bedingungen. Des Weiteren gibt es einen himmelweiten Unterschied zwischen Religion und Religiösität. Das erste ist organisiert, das letztere nicht zwingend. Ich habe nur über Religion gesprochen, kannst du nachschauen.

    Nun zur Antwort, die extrem auf den Kern abstrahiert ist.
    Religion legitimiert Raub, daher sind Gesellschaften erforderlich, in den Raub betrieben wird. Raub kann erst entstehen, wenn der Erkenntnisprozess so weit fortgeschritten ist, dass ein Mehrprodukt erzeugt wird, dass das Ausgliedern von Individuen aus den Produktionsprozess ermöglicht. Nun benötigen diejenigen irgendeine Legitimation, um von den Arbeitstätigen versorgt zu werden, also Religion.

    Für eine exakte und genaue Darstellung der Zusammenhänge kann ich auf Literatur verweisen, wenn gewünscht. Denn in dieser Form ist eine Diskussion darüber schlecht möglich.

    „Armut haben wir ja ausgeschlossen, also was ist es dann?“

    Habe ich dies? Nein. Du vielleicht. Nur weil es bei der einen Gruppe nicht als Ursache angegeben werden kann, bedeutet dies nicht, dass es keine Ursache für jede Gruppe ist.

    Es wundert mich auch sehr, dass du sehr selektiv antwortest. Auf die Antworten deiner plumben Behauptungen gehst du überhaupt nicht ein.

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