Gott existiert nur Sonntags

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Gläubige sind großzügiger als Atheisten – aber nur Sonntags. Auch konsumieren Gläubige weniger Pornographie als Atheisten – auch nur Sonntags. Insgesamt sind Gläubige und Atheisten gleichermaßen wohltätig und Porno-freudig. Die Sache hat jedoch einen Haken: Je mehr Studien über Religion angefertigt werden, desto mehr verschleißen meine Lachmuskeln.

Einer Studie von Ben Edelman zufolge konsumieren regelmäßige Kirchgänger am Sonntag weniger Pornographie als Atheisten. Dafür konsumieren sie unter der Woche jeden Tag etwas mehr Pornographie, wodurch sich letztlich kein Unterschied am Gesamt-Pornokonsum der beiden Gruppen mehr ergibt.

Eine neue Studie von Deepak Malhotra ergab derweil, dass gläubige Christen Sonntags sehr viel großzügiger für Wohltätigkeitsauktionen spenden als Atheisten. Letzte spenden Sonntags sogar viel weniger als unter der Woche, offenbar, weil sie vom Sonntags-Gutmenschentum ihrer gläubigen Mitmenschen angewidert sind. Dafür spenden Atheisten unter der Woche etwas mehr, wodurch sich insgesamt ergibt, dass Gläubige und Atheisten genau gleichermaßen wohltätig sind.

Wie bei anderen Studien lautet das Ergebnis einmal mehr, dass sich Atheisten und Gläubige genau gleichermaßen ethisch verhalten. Gewiss gibt es auch ein paar Unterschiede. Religiöse behaupten von sich selbst, viel bessere Menschen zu sein als Andersgläubige und vor allem als Atheisten. Außerdem sind Gläubige gegenüber Minderheiten intoleranter eingestellt. Sie betrügen auch häufiger. Schließlich hat eine einflussreiche Studie aufgezeigt: Je religiöser eine Gesellschaft ist, desto dysfunktionaler ist sie (z.B. mehr Morde, Teenager-Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten).

Negativ betrachtet sind Gläubige arrogante, intolerante Heuchler, die die Gesellschaft kaputtmachen. Positiv betrachtet unterscheiden sich Gläubige und Ungläubige, mit der Ausnahme von Fundamentalisten, in ihrem Alltagsverhalten in Punkto Ethik praktisch gar nicht.

Quelle: Epiphenomenon