Empfehlung: Kritik der reinen Toleranz

kritik der reinen toleranz„Kultur ist, wenn Sie Ihrem Nachbarn den Kopf abschlagen und daraus eine Blumenvase machen. Zivilisation ist, wenn Sie dafür ins Gefängnis müssen und nie wieder rauskommen.“ Henryk M. Broders Kritik der reinen Toleranz ist ein willkommener Angriff auf den kulturellen Relativismus, der Steinigungen für eine den Menschenrechten ebenbürtige kulturelle Errungenschaft hält.

Broder bekommt von mir eine Ehrenmedaille, weil er den Dalai Lama in diesem Buch als „Wanderprediger, [der] Unsinn redet und dafür verehrt [wird]“ bezeichnet. Viele Pseudo-Intellektuelle fallen auf unseren Grinsemönch herein und kassieren Punkte auf der Beliebtheitsskala, wenn sie ihn positiv zitieren. Eine zusätzliche Ehrenmedaille als Rückratsbesitzer bekommt Broder für seine Unterstützung des Irak-Kriegs, mit der er in Deutschland fast alleine dasteht, aber die Sache trotzdem konsequent durchzieht.

Überhaupt stimme ich mit beinahe allem überein, was in diesem Buch geschrieben steht. Selbst der polemische Stil ähnelt meinem eigenen. Der folgende Satz von Broder ist eine wunderbare Ergänzung zu meinem Essay gegen den Pazifismus: „Frieden ist relativ einfach herzustellen, am einfachsten durch Unterwerfung. Auch im Dritten Reich und in der Sowjetunion konnte man friedlich leben. Freiheit dagegen muss erkämpft werden, notfalls auch mit Gewalt.“

Um der Sache eines draufzusetzen, schließt Broder seinen Aufruf zur Intoleranz mit einem Papstzitat. Aber es passt sogar irgendwo zum Rest: Wenn schon respektlos auf die Pseudo-Intellektuellen einprügeln, dann richtig.

Im Prinzip ist das Buch eine Aneinanderreihung von Auszügen aus Zeitungsberichten, die Broder sarkastisch kommentiert. Meist ist klar, worüber man sich gerade mit ihm empören darf, manchmal hätte er es aber deutlicher schreiben müssen, was genau es nun ist von diesen Ereignissen, das er warum genau ablehnt.

Broder analysiert nicht viel, aber da, wo er analysiert, macht er es wirklich gut. Er weist darauf hin, wie das Erdöl die islamische Welt erlahmt (wer schon alles hat, muss nichts mehr tun) und er erklärt, woher die unerträgliche Anschleimung unserer Pseudo-Intellektuellen an Diktatoren und Islamisten kommt. Dabei erwähnt er ein paar haarsträubende Beispiele, die mir noch nicht bekannt waren und erläutert die Fälle näher, die ich schon kannte. Eindrucksvoll ist die Dokumentation der Auseinandersetzung, welche der Westen mit dem Iran hat. Aus Broders Dokumentation geht klar hervor, dass uns der Iran nach seiner Musik tanzen lässt, während er an Atombomben bastelt. Alles, was der Westen dem entgegensetzt, sind versöhnliche Angebote zum diplomatischen Palaver.

Die Toleranz gegenüber muslimischen Straftätern in Deutschland, die er aufzeigt, ist unfassbar. Immer wieder werden kulturelle Eigenheiten der Straftäter angeführt, um selbst einen Muslim, der einen Rabbi schwer verletzt, indem er ihm mit dem Ausruf von „Scheißjude“ ein Messer in den Bauch rammt, keine Tötungsabsicht oder rassistische Motive unterstellen zu müssen. Alle Rechte sind Vorrechte, sagte schon Nietzsche.

Die Toleranz gegenüber den Frechheiten der islamischen Welt begründet Broder unter anderem mit dem wirtschaftlichen Eigennutz: Die haben das Öl und wir wollen ihr Öl möglichst günstig haben. Dabei würde ich ergänzen, dass die islamische Welt auf den Westen als Kunden angewiesen ist, wir können also durchaus härter verhandeln und selbst aus dieser Perspektive mehr Intoleranz zeigen.

Todenhöfer, spalta!

Broder ist es dankenswerterweise gelungen, den Journalisten und Autor Jürgen Todenhöfer treffsicher für seine durchgeknallten Meinungen und deren unerträgliche Breittretung seitens großer Medien zu kritisieren. Ich wollte das damals auch tun, als sein Buch über den armen „Widerstandskämpfer“ Zaid erschienen ist, der angeblich im Irak gewaltsam gegen die Amerikaner kämpft.

Leider hat es mir bald die Sprache verschlagen ob der unfassbaren Thesen von Todenhöfer, der wahrhaftig den Kampf gegen unsere amerikanischen Freunde als angebliche „Besatzer“ unterstützt. Für mich war das so, als würde jemand die Befreiung Deutschlands von den Nazis durch die Alliierten 1945 eine „feindliche, imperialistischen Besatzung“ nennen.

Damals hatte ich leider genügend eigene Auseinandersetzungen mit anderen säkularen Humanisten, die mir für meine Unterstützung des Irak-Kriegs Militarismus, Kriegstreiberei, etc. vorgeworfen haben. Passenderweise hat mich einer von denen angerufen und tatsächlich gesagt, dass die Amerikaner ja auch Kriegsverbrechen begangen hätten und nicht nur die Nazis. Insofern besteht also keinerlei Unterschied zwischen liberalen Rechtsstaaten und völkermordenden Wahnsinnigen. Das ist es also, wohin die Chomski/Moore-Argumentation logisch führt. Umso willkommener ist Broders Zusammenfassung:

„Mit Todenhöfer argumentieren, ist so mühsam, als wollte man Graf Dracula die Schönheit des Sonnenlichts erklären. Er lebt in einer Lego-Welt, in der man nur die Steine passend zusammenlegen muss, damit sie ein Gebäude ergeben.“

Wenn ihr in diesem Monat nur ein Buch kauft, dann kauft meines. Aber wenn ihr noch eines kauft, dann schlage ich vor, Broders „Kritik der reinen Toleranz“ zu nehmen.

58 Kommentare zu “Empfehlung: Kritik der reinen Toleranz

  1. Nic sagt:

    Hallo Andreas,
    bitte… diesen Menschen und seine Bücher kannst Du nicht ernsthaft loben. Kennst Du das: http://www.evangelisch.de/ und seinen Schirmherren?
    http://www.evangelisch.de/sites/default/files/user_upload/14/Gru%C3%9Fwort_Broder.pdf

    Broder ist ein islamophober Christ, deren Geschreibe einfach nicht ernst zu nehmen ist.

  2. Martin sagt:

    Das Buch habe ich durch (Hamburg, Buchhandlung im Mercado 😉 ) und finde es weitestgehend sehr gut gelungen.

    Nics Behauptungen zeigen eigentlich wieder mal nur den typischen Verfolgungswahn bei gleichzeitig völlig fehlendem Sachverstand . Broder einen Christ zu nennen, ist genauso zutreffend, wie ihn „islamophob“ zu nennen.
    Nämlich gar nicht. Broder war/ist jüdischen Glaubens, inzwischen wohl säkular. Und islamophob ist Broder erst recht nicht. Eine unbegründete, fast hysterische Angst vor dem Islam äußert sich in seinen Schriften jedenfalls nicht.

    Broder ist also keineswegs „islamophob“ und selbst -im Gegensatz zu mir- islamfeindlich ist er nicht. Er plappert halt nicht nur gedankenfrei dümmliches Multikultirallala daher, wie es die islamophilen „nützlichen Idioten“ der Politik und Wirtschaft so gerne tun.

    • Nic sagt:

      Also an Verfolgungwahn leide ich nun ganz sicherlich nicht 😉 [wer steht da hinter mir? Macht die Kamera aus]

      Ich lasse mich von Euch ja eines Besseren belehren – muss ja Broder deshalb nicht mögen… ich habe ihn ja auch gelesen: http://bit.ly/MOBtd

      Was ich interessant an Euren Antworten finde, ist, dass Ihr mit keinem Wort darauf eingegangen seit, dass er die Schirmherrschaft über evangelisch.de übernommen hat – das klingt weder sonderlich jüdisch oder agnostisch… sondern dann doch eher christlich.
      Oder irre ich auch hier?

      • Martin sagt:

        Vermutlich irrst Du auch hier. Ist aber auf jeden Fall eine Frage, die der Klärung wert ist. Warum Broder für eine brüllend dumme Sache, wie die angesprochene Site inkl. der Inhalte den Schirmherr gibt ist tatsächlich zu hinterfragen.

        Das der Mann zum Christ mutiert ist, denke ich aber dennoch nicht. Wenn Du sein Grußwort liest, dann wirst Du verblüffenderweise feststellen, das darin eine Menge über das Internet und moderne Kommunikationsformen erwähnt wird … aber nichts über das Christentum. Außer dem etwas müden Scherz, es sei gut, das es das Internet früher nicht gegeben hat, weil Jesus seine Apostel dann nur im Chat getroffen hätte.

        Nuja. Etwas seltsam, tut der Sache aber keinen Abbruch. Auch finde ich nichts, was den Inhalten von Broders Buch widerspräche?

        Und wenn denn die Schirmherrschaft bei einem derart harmlos-doofen Glauben, wie er auf evangelisch.de repräsentiert ist („Nena: Älter werden ist etwas heiliges“) . (Wow. Eigentlich hab ich seit ich 40 bin eher das Gefühl, Älterwerden sei etwas Eiliges ;)) ehrenrührig ist, was ist dann das Befürworten eines derart stupid-bösartigen Glaubens wie dem Islam?

  3. ZeroMatter sagt:

    „Immer wieder werden kulturelle Eigenheiten der Straftäter angeführt, um selbst einen Muslim, der einen Rabbi schwer verletzt, indem er ihm mit dem Ausruf von „Scheißjude“ ein Messer in den Bauch rammt, keine Tötungsabsicht oder rassistische Motive unterstellen zu müssen.“

    Ich bin vom rassistichen Motiv der ganzen Geschichte nicht so überzeugt. (und von der Tötungsabsicht noczh viel weniger.)
    Das das Opfer „Scheißjude“ gesagt hat – was der Täter bestreitet – stammt aus dem Mund eines Rabbis, der dafür bekannt ist, überall Antisemitismus zu sehen. (Er hat auch zahlreiche Prozesse deswegen geführt, die aber alle abgewiesen wurden.) Insofern traue ich es ihm auch durchaus zu, den Moslem provoziert zu haben.

  4. Bebu sagt:

    „Insofern traue ich es ihm auch durchaus zu, den Moslem provoziert zu haben.“
    –> Und das rechtfertigt was?

    Gleich ist Broder bei Kerner. Ich mag ihn irgendwie. Zwar stimme ich natürlich nicht mit jeder seiner Positionen überein (mit wem tut man das schon), aber sein Stil und seine klaren Positionen finde ich erfrischend. Findet man nicht so häufig.

  5. ZeroMatter sagt:

    „Und das rechtfertigt was?“

    Nichts rechtfertigt das. Aber es bekärftigt nicht gerade die Position, dass der Täter ein rassistisches Motiv und/oder Tötungsabsicht hatte.

    • derautor sagt:

      Der Mann hat dem Rabbi ein Messer in den Bauch gerammt und ihn „Scheißjude“ genannt! Was gibt es denn da noch zu fabulieren? Und was, wenn ihn der Muslim „provoziert“ hat? Ich ramme auch nicht jedem gleich ein Messer in den Magen, der mich provoziert und weise dabei abfällig auf seine ethnische Zugehörigkeit hin.

    • Bebu sagt:

      „Nichts rechtfertigt das. Aber es bekärftigt nicht gerade die Position, dass der Täter ein rassistisches Motiv und/oder Tötungsabsicht hatte.“
      –> Was hat man denn für eine Absicht, wenn man jemand ein Messer in den Bauch rammt?

  6. ZeroMatter sagt:

    „Der Mann hat dem Rabbi ein Messer in den Bauch gerammt und ihn „Scheißjude“ genannt! Was gibt es denn da noch zu fabulieren?“

    Der Täter bestreitet, das Wort „Scheißjude“ gesagt zu haben. Dies wird nur von einem paranoiden Rabbi behauptet, der bekanntermaßen überall Antisemitismus sieht, auch wenn gar keiner da ist.

    „Was hat man denn für eine Absicht, wenn man jemand ein Messer in den Bauch rammt?“

    Körperverletzung, würde ich in diesem Fall sagen.
    (Vermutlich auch noch im Affekt.)
    Die wenigsten lebensgefährlichen Körperverletzungen lassen auf eine Tötungsabsicht schließen.

  7. Bebu sagt:

    „„Was hat man denn für eine Absicht, wenn man jemand ein Messer in den Bauch rammt?“

    Körperverletzung, würde ich in diesem Fall sagen.
    (Vermutlich auch noch im Affekt.)
    Die wenigsten lebensgefährlichen Körperverletzungen lassen auf eine Tötungsabsicht schließen.“
    –> Ich bin zwar kein Jurist, aber ich denke mal, dass so eine Benutzung eines Messers mindestens die Inkaufnahme der Tötung des Opfers miteinschließt. Der mögliche Affekt mag zwar einen Mord(versuch) ausschließen, aber im bereich des versuchten Totschlag befindet man sich da meiner Meinung nach schon. Denn wenn man jemand nur verletzten will, muss man kein Messer verwenden. Da kann man, insbesondere wenn man wohl jünger und kräftiger ist, mittels einiger Schläge sein Ziel erreichen.

    „Dies wird nur von einem paranoiden Rabbi behauptet, der bekanntermaßen überall Antisemitismus sieht, auch wenn gar keiner da ist.“
    –> Verblüffend mit welchen Unterstellungen (?) du auf der einen Seite arbeitest, auf der anderen aber selbst die Verwendung von Waffen herunterspielst…

  8. ZeroMatter sagt:

    „Da kann man, insbesondere wenn man wohl jünger und kräftiger ist, mittels einiger Schläge sein Ziel erreichen.“

    Der Rabbi war mit 1.90 Metern deutlich größer und auch schwerer als der Moslem. Das erweckt nicht gerade den Eindruck, dass die körperliche Überlegenheit auf Seiten des Moslems war.

    (Außerdem war das Opfer zudem high und dabei wohl nicht 100% zu vernünftigen Urteilen imstande.)

    „Ich bin zwar kein Jurist“

    Ja, weil die sehen das anscheinend anders.

    • Martin sagt:

      Sicher sehen die das anders. Tun sie ja immer und das ist ja auch genau das, was Broder aufzeigt. Ist ja inzwischen das übliche Muster.
      „Der Moslem“ kann nix dafür, da entweder nicht zurechnungsfähig aufgrund fehlender Integration oder halt Drogen oder er wurde provoziert oder man hat ihm seine Ehre geklaut oder die Juden oder der Westen oder die Imperialisten oder wie auch immer blablabla.
      Hätte der Rabbi zugestochen, dann wär‘ er eine zionistische, rassistische Besatzersau und daran, das ein Deutscher der zugestochen hätte, ein ganz furchtbares Nazischwein wäre, das aus den allerniedrigsten Beweggründen gehandelt hätte, daran gäbs landein/landaus nicht den geringsten Zweifel.

      Aber als Moslem vor Gericht: Ganz feine Sache.
      Da kann man nie für irgendwas etwas. Generell und ausschließlich sind immer und ausschließlich die anderen schuld. „Schuld sind immer die Anderen“ ist ja schließlich einer der Kernbestandteile, wenn nicht gar DIE Grundlage islamischer „Kultur“ und Lebensweise.

      Bah, und igitt.

    • Bebu sagt:

      „Der Rabbi war mit 1.90 Metern deutlich größer und auch schwerer als der Moslem. Das erweckt nicht gerade den Eindruck, dass die körperliche Überlegenheit auf Seiten des Moslems war.“
      –> Wie war das Alter und die körperliche Fitness? Körpergewicht und Größe sind da keine eindeutigen Indikatoren.
      (Trotzdem ist diese Herabspielung eines Waffeneinsatz als scheinbar passende Reaktion auf eine bleidigende Provokation nicht schlecht…)

      „(Außerdem war das Opfer zudem high und dabei wohl nicht 100% zu vernünftigen Urteilen imstande.)“
      –> Das kann eine (Teil-)Ursache sein, aber ist noch lange keine Rechtfertigung.
      Viel eher stellt sich da jetzt noch die Frage, ob der Täter häufiger zu solchen Reaktionen neigt, wenn er high ist und wie häufig er high ist. D.h. wie hoch ist die Gefahr der Wiederholung und rechtfertigt diese Gefahr ggf. eine Sicherungsverwahrung.

      „„Ich bin zwar kein Jurist“

      Ja, weil die sehen das anscheinend anders.“
      Und deren Ansicht ist inwiefern schwach objektiv, sprich verbreitet in der Rechtsverdrehergemeinschaft?
      Und inwiefern ist deren Ansicht für eine Diskussion über das Setzen von ethischen Normen relevant?


      Auf den Schluß meines Kommentars bist du noch nicht eingegangen:
      Kannst du diese Aussage „Dies wird nur von einem paranoiden Rabbi behauptet, der bekanntermaßen überall Antisemitismus sieht, auch wenn gar keiner da ist.“ irgendwie untermauern?

  9. Yasemin sagt:

    I Gitt! Mir wird da schlecht! Bisher habe ich das Blog gern gelesen, aber als mir dieser Artikel mit seinen Kommentaren in die Hände fiel…

    Eins ist sicher: Unter eurer Herrschaft möcht ich nicht leben.

    In diesem Artikel kann man wunderbar sehen, dass ihr bereits Nationen als Feinde und Freunde habt: USA freund, der feind der USA dadurch feind…

    Damit jetzt nicht alle losbrüllen: Keineswegs heiße ich die Tat des Moslems gut. Aber dann mit so einem Kerl von Broder und einer abscheulichen, der Aufklärung unwürdigen Dummheit daherzukommen…

    Sechs, Herr Müller, Setzen!

    • derautor sagt:

      „USA freund, der feind der USA dadurch feind…“

      Der Irak hat sämtliche UN-Resolutionen gebrochen, seine Bevölkerung unterdrückt, gefoltert und ermordet. Tyranneien und Fanatiker sind die selbsterklärten Feinde der Zivilisation, das hat mit den USA nichts zu tun.

      Ja, es ist sehr einfach, auf den überall verbreiteten Anti-Amerikanismus und die Mythen um den Irak-Krieg reinzufallen und es ist mir klar, dass es mich nicht populärer machen wird, bei dem kleinen Spielchen nicht mitzumachen. Aber das gehört eben auch zur Aufklärung, dass sie weh tut, am stärksten dem Aufklärer.

      • Bebu sagt:

        „Mythen um den Irak-Krieg reinzufallen “
        Welche Mythen? 9/11-Verschwörungsbullshit?

      • derautor sagt:

        Die meisten Argumente gegen den Krieg sind entweder äußerst schlecht durchdacht oder sie basieren auf Mythen wie „Es wurden keine Massenvernichtungswaffen gefunden“. Die 9/11-Verschwörungstheorien sind nur der Gipfel des Eisbergs.

      • Bebu sagt:

        Wurden jetzt etwa doch Massenvernichtungswaffen gefunden? Wenn ja, habe ich das irgendwie nicht mitgekriegt.

      • Triviales sagt:

        Ich habe irgendwie noch nicht ein einziges Argument FÜR den Irakkrieg gehört, welches nicht auf eine stattliche Anzahl anderer Länder, welche komischerweise nicht als angriffswürdig diskutiert werden, anwendbar wären.
        Und alleine die vage Aussicht, daß der Irakkrieg am Ende(wann auch immer das sein wird) auch etwas Gutes hervorbringen könnte, rechtfertigt in meinen Augen weder die tausenden toten Iraker, noch die bisher gestorbenen Amerikaner.

        Wann bombardieren sich die Amerikaner eigentlich selbst? Gängige Kriterien (Folter; Unterdrückung von Minderheiten; unzureichendes Rechtssystem; Wahlsystem, welches einer Farce gleicht; größter Waffendealer weltweit usw. usf.) eines verachtenswerten Schurkenstaates erfüllen sie doch schon seit Jahren mit Bravour.

        Ja, es ist einfach Amerika zu bashen, weil niemand sonst deren Rolle in der Welt einnehmen kann und vor allem die schmutzige Arbeit macht. Mag sein, daß China da in 1-2 Jahrzehnten nachzieht, aber bis dahin darf man bei der Betrachtung der USA weder ins reine Negativurteil, noch ins glorifizieren abrutschen.

    • Martin sagt:

      Du bist aber nicht zufällig dieselbe Yasemin, die im Spiegel-Forum und anderen auch gerne meint, das türkische sei in Deutschland gleichberechtigte Sprache und dergleichen ?

      Mit Dummheit hat Broder wenig zu tun, eher mit dem Gegenteil. Und natürlich haben wir Nationen nur dann als Feind, wenn sie sich mehrheitlich dummen, zutiefst bösartigen Ideologien verschrieben haben. Wie halt Nazideutschland. Oder dediziert islamische Staaten.

  10. Nic sagt:

    Hallo Andreas,
    ich will nicht nerven … aber gegen Broder spreche nicht nur ich: http://www.main-spitze.de/region/kultur/lokale-kultur/7602849.htm – kennst Du das Buch?

    • Martin sagt:

      Hallo Nic,

      Je nun. Sokolowsky gibt eigentlich auch im aktuellen Streitgespräch in der Konkret mit Axel Feuerherdt, in dem er auch über sein Buch redet, vorwiegend Dummheiten von sich.
      Es scheint vor allem aus den üblichen Multikulti-Apologien zu bestehen, er sagt z.B. auch selber, das er alle möglichen seltsamen Islamophilien einfach ausgeklammert hat, der besseren Polemik halber.

      Das üblichen „reduzieren wollen“ zulässiger Islamkritik auf Islamisten und Extremisten finden wir auch, gleich am Anfang im Interview.
      Und natürlich das konsequente „nicht Wahrhaben wollen“ der Realität (Sokolowsky: „Wenn es so wäre, das der Islam per se eine Ideologie ist, dann hätte die sich in saämtlichen Ländern mit islamischen BVevölkerungsmehrheiten durchgesetzt.“

      Hallo? Als Beleg, das dem nicht so sei, bringt er dann die Türkei,die ja säkular sei.
      So säkular und völlig islamisch-unideologisch, wir erinnern uns, das eine aktuelle Umfrage folgendes ergab:
      „Vier von zehn Türken wollen keinen Juden als Nachbarn, jeder Dritte lehnt es ab, neben einem Christen zu wohnen: Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Umfrage, die mit Unterstützung der EU von der jüdischen Gemeinde in der Türkei vorgenommen worden ist. “

      „Mehr als jeder zweite Befragte lehnte in der Umfrage die Beschäftigung von Nicht-Muslimen in der Justiz, in der Armee, bei der Polizei, beim Geheimdienst und in den politischen Parteien ab. Über 40 Prozent sind zudem dagegen, dass Christen oder Juden in der Wissenschaft und im Gesundheitswesen vertreten sind.“

      Sokolwsky weiß nicht wovon er spricht, tut das aber voll des besten Gewissens lauthals und in der Pose moralischer Inbrunst trotzdem.
      Er -seinen Aussagen im Streitgespräch nach zu schließen- wohl genau die Art grausiger, merkbefreiter Apologet, gegen die Broder polemisiert.

      • Sivie sagt:

        @Martin:
        Deine Kritik zu Sokolowskys Buch kann ich nicht nachvollziehen. Woher hast Du Deine Information? Bestimmt nicht aus dem Buch, denn da geht es schon sehr viel differenzierter zu und beschreibt, wie es eigentlich zu Rssismus kommt.
        Und im Streitgespräch mit Feuerherd gibt er sehr intelligente Antworten auf Feuerherds Fragen, der Sokolowsky in eine bestimmte Ecke drängen will und Fragen stellt, die mit dem Buch herzlich wenig zu tun haben.
        Lies das Buch, dann kannst Du gerne kritisieren, aber so ist es nur eine Diffamierung eines Autors, den Du sicher noch nie gelesen hast.
        Sokolowsky weiß sehr wohl, wovon er spricht, und wer das Buch liest, wird auch sehr nachdenklich werden. Ich hoffe, dass es mehr Menschen die Augen öffnen wird für ein besseres Miteinander.

      • Martin sagt:

        @Sivie: Ich habe nicht sein Buch kritisiert, sondern die Aussagen, die er im Interview über sein und im Kontext mit seinem Buch gemacht hat.
        Und die sehe ich völlig anders als Du. Für mich sind Sokolovskys Aussagen alles andere als intelligent un d durchdacht. Da sehe ich wirklich wenig von. Es ist eigentlich alles das altbekannte, zwangsapologetische
        Blabla. Wie halt z.B. mit seinem Anführen der Türkei als Musterbeispiel für einen säkularen islamischen Staat und die Möglichkeit desselben. Um so etwas äußern zu können, muß man schon ein Auge gaaanz, gaaaanz fest zudrücken und äußerst entschlossen sein, um jeden Preis Entschuldigungen zu finden.

        Das spricht für alles Andere als Differenziertheit. Der Mann weiß halt, was ankommt und macht sein Geld mit politisch korrektem Gewäsch.

      • Martin sagt:

        @sivie: Oh… und ich werde sicher kein Geld für ein Buch ausgeben, dessen Author sich bereits in Interviews derart disqualifiziert.

      • Sivie sagt:

        Seltsam, habt Ihr denn das ganze Interview gelesen oder nur den Auszug, bei dem willkürlich zusammengeschnitten wurde.
        ich jedenfalls habe selten so intelligente und durchdachte Antworten gelesen, endlich mal weitab von diesen völligen Hetztiraden, aber auch weit entfernt vom diesem üblen Gutmenschtum.
        Auch in meinem Bekanntenkreis haben wir darüber diskutiert, dass endlich mal jemand sagt, dass eben nicht alle Moslems Terroristen oder sonstwas sind, sondern Menschen mit Sorgen, Wünschen und Träumen wie Du und ich.

      • Martin sagt:

        Und -grade gesehen- zum Sokolowsky wird hier eigentlich alles Nötige gesagt:

        http://www.wadinet.de/blog/?p=2246

      • Sivie sagt:

        … und er ist Hobbykoch und hat ne Frau, also das macht ihn mir doch sehr sympathisch, vor allem der Hobbykoch. 🙂
        Menschen, die gerne kochen sind selten Drecksäcke.

        Aber wie sagt er auch in dem Interview: Streitgespräche sind gut …
        und das spricht doch sehr für ihn.

      • Sivie sagt:

        Nun ja, ich finde es nur sehr interessant, dass jemand den Sokolowsky so massiv angreift ohne das Buch überhaupt gelesen zu haben.
        Dass, was Du zu ihm sagst, das stimmt nicht.
        Und ich war vor dem Lesen des Buches bornierter, habe auch vieles gefressen, was in der Presse steht, gehe aber jetzt mit offeneren Augen durch die Welt.
        Sokolowsky findet den Antisemitismus genauso schlimm wie Du, was er nur sagt ist, dass die Presse den Antiislamismus sehr hochschürt, was es vielen Moslems schwer macht, hier zu leben. Dass man über sie, aber nicht mit ihnen spricht.
        Damit meint er in keinster Weise die Terrorgewalt, die er verabscheut, er meint den Moslem nebenan, der einfach auch nur leben will und vielleicht genauso betet wie Du.
        Denk mal darüber nach.
        Und bequeme Auffassungen habe ich bestimmt nicht, bequeme Auffassungen haben all diejenigen, die die Welt in Gut und Böse einteilen, nämlich: ich bin gut, der andere ist schlecht. DAS ist bequem, weil man dann nicht mehr über sich selbst nachdenken muß.
        Und wie ich schon sagte, um das hier mal zu entschärfen: Sokolowsky outed sich als Hobbykoch, solche Menschen sind meist Genießer und keine Hasser.
        Und Haßtiraden werden viel zu sehr in der Presse verteilt.
        Und wenn Du sein Buch lesen würdest, dann wüsstest Du, dass er schon einiges auf sich genommen hat, dass da schon Passagen sind, die ihm sehr gefährlich werden können.
        Vor allem von der Naziseite.
        Also: bequem ist dieser Mensch ganz sicher nicht.
        Und ich selbst lasse mich auch nicht als bequem beschimpfen, nur weil ich differenziert denke.

      • Martin sagt:

        Sorry Sivie: Aber alleine die Floskel „Denk mal darüber nach“ zeugt schon von einer gewissen Borniertheit.
        Über die Thematik habe ich schon eine ganze Weile länger nachgedacht.
        WELCHE Presse schürt den WELCHEN Antiislamismus hoch? Soll das ein schlechter Witz sein? Die deutsche Presse ist durchgehend so islamophil und vor allem auch palästinensophil, das es schlimmer kaum noch geht.
        Es gibt doch keinen Artikel, keinen Bericht, keinen Beitrag der nicht unbedingt immer explizit drauf hinweist, das das Problem natürlich keineswegs der Islam sein könne, sondern allenfalls dessen Mißbrauch durch einige wenige.

        Machen wir doch mal die Probe aufs Exemple: ZEIG mir doch einfach mal EINEN EINZIGEN islamfeindlichen Beitrag in der regulären, halbwegs seriösen Presse.

      • Martin sagt:

        Und noch was: Wo Du schon schreibst:
        „Und ich war vor dem Lesen des Buches bornierter“

        Bornierter als Sprüche, wie „Denk mal drüber nach“ abzulassen, geht nicht.

        „gehe aber jetzt mit offeneren Augen durch die Welt.“

        Nein, tust Du nicht. Du hast nur die Scheuklappen verschoben.

        „Dass man über sie, aber nicht mit ihnen spricht. “

        Interessanter Punkt. Es gibt ja kaum eine Bevölkerungsgruppe, deren Befindlichkeiten so wichtig genommen werden, wie die Muslime.
        Vielleicht ist es aber auch gar nicht „unsere“ Pflicht, mit ihnen zu sprechen?
        Vielleicht wäre es auch und zuallererst die Pflicht der Muslime mal etwas zu sagen. Wenn sie das tun, läuft das aber normalerweise nur auf entweder Anschuldigungen heraus, dem Vorwurf an die westliche gesellschaft, nicht genug für sie und ihre Integration zu tun oder sie sind wegen irgendwas anderem beleidigt.

        Nun mag es natürlich sein, das das im Wesentlichen von den üblichen Verbandsvertretern instrumentalisiert wird, aber mal so nebenbei:

        Wenn Sie gehört werden wollen und wollen, das man mit ihnen und nicht über sie spricht, dann müssen sie eben auch mal selbstkritisch agieren. Wenn sie nicht wollen, das die Probleme des Islam und der Muslime von anderen besprochen werden, dann müssen sie es eben mal selbst tun.
        Davon ist aber schlicht NICHTS, aber auch absolut nichts zu hören. Alles, was kommt ist dröhnendes Schweigen und Rassismusanschuldigungen gegen den „Westen“ und Apologien.

        Oder ganz einfach gesagt: Wenn der „einfach nur hier leben wollende Moslem“ gehört werden will und nicht mit seinen fundamentalistischen oder auch nur erzkonservativen Glaubensgenossen in einen Topf geworfen werden will, DANN müsste er halt diesen auch mal widersprechen.Dann müsste er sich auch mal klar, deutlich und eindeutig distanzieren und „nicht in meinem Namen“ sagen.

        Nichts dergleichen passiert oder ist passiert. Was passiert, sind ab und zu Apologien, ala „War ja gar nicht der *echte* Islam“.

        Ab und zu gibts das aber tatsächlich. Die Leute heissen dann zum Beispiel Kelek mit Nachnamen und werden flugs, wer hätt’s erwartet als „Islamfeinde“ diffamiert.

      • Martin sagt:

        Oh… und wo wir bei den „Nichtinformiertheits-“ und „Borniertheits-“ vorwürfen sind: Wieviele seriöse Bücher (ich rede jetzt nicht über Ulfkotte oder dergleichen) über das Thema Islam, islamische und/oder arabische Befindlichkeiten und/oder Integration hast Du denn gelesen?
        Mehr als 5? Mehr als 10? Dann sind wir halbwegs auf gleicher Stufe, ab 15 muß ich wohl passen.

    • Martin sagt:

      Hallo,

      ich habe das ganze Interview gelesen, mir sogar genau deswegen das Konkret-Heft gekauft.
      Aber genau das:
      „Auch in meinem Bekanntenkreis haben wir darüber diskutiert, dass endlich mal jemand sagt, dass eben nicht alle Moslems Terroristen oder sonstwas sind, sondern Menschen mit Sorgen, Wünschen und Träumen wie Du und ich.“

      DAS ist doch genau das übliche Gutmenschengefasel.
      Das Problem an dieser Argumentation ist doch eben, das KEIN MENSCH behauptet, das alle Muslime Terroristen seien.
      Ständig wird im Gestus feinster moralischer Überlegenheit verkündet, das „Muslime ja nicht alle Terroristen seien.“
      Oder das „Nicht alle Muslime Islamisten seien.“
      Und so weiter und so fort.

      Ohne auch nur im entferntesten mal dran zu denken, das diese Argumentationsstruktur völlig falsch ist.

      Das ist ein Strohmannargument, das vorgeschoben wird, weil man sich mit den tatsächlichen Argumenten nicht beschäftigen will.
      Es ist weder eine tiefe Erkenntnis, noch irgendwie überraschend, das nicht alle Muslime Terroristen sind. Das ist auch allen Islamkritikern klar. Der Punkt ist ja nicht, das alle Muslime Terroristen sind, sondern das fast alle Terroristen Muslime sind. Das heißt, das DER ANTEIL der Terroristen bei den Muslimen WEIT höher ist als bei anderen Gruppen.
      Ebenso, wie der Anteil an Diktaturen, repressiven regimes, Intoleranz etc. etc.

      DAS ist das Argument. Und es folgt nach meiner Ansicht aus der Tatsache, das der Islam eine rückständige, totalitäre, konformistische, repressive, anti-individualistische, antiliberale, missionierende religiöse Ideologie ist, die eben solche Entwicklungen und Strukturen fördert und hervorruft.

      Wie die meisten Islamkritiker.
      Das Argument „es sind ja nicht alle Muslime Terroristen“ ist zur Gegenargumentation so sinnvoll, wie zur Verteidigung des Nationalsozialismus zu sagen, es hätten ja nicht alle Nationalsozialisten Juden umgebracht. Es geht halt völlig am Thema vorbei und vermutlich sogar absichtlich.

      Mal ganz davon abgesehen, das die Idee etwas sei erst dann schlecht und nicht wünschenswert, wenn es absolut, total und 100% schlecht sei, natürlich eh blödsinnig ist. Schließlich geht es dabei um Verhältnismäßigkeiten und nicht um „Ganz oder Gar nicht“. Nach Deiner „Argumentation“ dürfte ich ja nicht mal dann was gegen den Islam sagen, wenn 1.2 Milliarden Muslime Terroristen würden und ein einziger nicht.

      Wenn es etwas gibt, an dem absolut und komplett KEIN Mangel herrscht, dann an apologetischer, am Thema vorbei salbadernder, undurchdachter Literatur dieser Art.

      • Martin sagt:

        Korrektur: Der Absatz heißt natürlich: „Wie die meisten Islamkritiker AUCH.“

        Und sorry, falls das alles etwas agressiv klingt, aber ich kann diese Nullargumente einfach nicht mehr hören.

      • Sivie sagt:

        Ich habe das Interview gelesen, es ist ein gutes Interview. Warum ist denn schlimm, dass er dem Muslimmarkt ein Interview gibt?
        Es geht doch nicht darum, wem man ein Interview gibt, sondern WIE man ein Interview gibt.
        Und in dem Interview auf Muslim-Markt kritisiert er sehr den Israeal-Hass der Muslime.

        Und Du verstehst das etwas sehr falsch, natürlich ist es berechtigt, etwas gegen den Islam zu sagen, Kritik zu üben, das z.B. will auch Sokolowsky.
        Schlimm ist es nur, wenn man über Moslems spricht, als wären sie alle Untermenschen. Da wird ein Feindbild geschaffen, was über alle Kritik hinaus geht.
        Ich kritisiere z.B. auch unsere Kirche, aber deshalb sind nicht alle Christen Arschlöcher, weißt Du, was ich meine?
        Und eine Nullargumentation habe ich nicht, und dies findet man auch in Sokolowskys Buch nicht.
        Ich finde dieses Buch sehr gut, sehr durchdacht.
        Und im Grunde unterstellst Du mir mit Deiner Aggression, für die Du Dich auch entschuldigt hast, dass ich auch ich nur salbader.
        Ich habe den Sokolowsky mal auf einer Lesung erlebt und er antwortet klar und gut. Und auch, wenn er harsch angegriffen wird, so wird er nicht ausfallend, nein, er ist richtig gut.
        Broder z.B. greift ja alles immer gleich an.
        Sokolowsky lässt auch andere Meinungen gelten, er mag halt nur nicht diese Diffamierungen von Menschen.
        Mag ich auch nicht.

      • Martin sagt:

        Sorry, aber das ist alles andere als ein gutes Interview. Das ist nichts anderes, als das Bedienen des Selbstbildes der Muslime als arme, verfolgte Unschuld. Und von Kritik am Islam oder wenn es schon um Verschwörungstheorien geht,vielleicht auch an der weiten Verbreitung antisemitischer VTs im Islam, kann ich da auch nichts lesen, kein Wort.
        Das ist nichts als anbiederndes, gefallen-wollendes dahergeschwätz.
        Ziemlich infam wird das Ganze dann, wenn Kelek, Giordano und anderen Kritikern genereller Moslemhaß unterstellt wird, hurra, hurra die Islamophobie-Keule kommt.

        Sorry, aber Sokolowsky scheint -zumindest den beiden Interviews nach- ein ziemlich mieser Drecksack zu sein, dem nichts zu blöd ist um sich anzubiedern und das Ganze noch in der selbstgerechten Pose des empörten Gutmenschen.

        Nach diesen beiden Interviews ist mir Sokolowsky tief zuwider.

      • Martin sagt:

        Und was die „Plattform“ angeht: Das „Nazi, Nazi“ Geschrei würde ich hören wollen, wenn Giordano oder Kelek der „Jungen Freiheit“ ein Interview gäbe…

      • Sivie sagt:

        Und warum ist Sokolowsky Deiner Meinung nach ein Drecksack? Du kennst ihn doch gar nicht. Und anscheinend liest Du auch nur das, was in Dein Weltbild passt.
        Es geht doch hier um den allgemein wachsenden Rassismus in Deutschland, dass alles daran festgemacht wird.
        Warum ist die Wirtschaft schlecht? Weil die Migranten hier sind.
        Und, und, und … DIESE Argumente kann und will ich nicht mehr hören, ich kann keine Sarrazins mehr hören, die reich und blöd mit viel Kohle da sitzen und Hartz IV Empfängern erklären, dass sie noch zu viel Geld haben.
        Und um noch einen drauf zu setzen, hetzt er gegen die Migranten. TOLL!
        Da ist mir ein ehrliche Haut wie Sokolowsky 1000mal lieber.
        Wie gesagt, ich habe ihn mal gesehen und gehört, ein schlauer Mann mit viel Humor.
        Hier sprechen ihm alle seine Kritikfähigkeit ab, was ich unmöglich finde, da, wie ich schon sagte, alles, was er sagt, belegbar ist.
        Drecksäcke sind in meinen Augen andere, aber sich nicht Sokolowsky.

      • Martin sagt:

        Nur sagt Sokolowsky ja gar nichts substantielles. Du findest ihn ja auch nur gut, weil er Dich in Deinen lange gefaßten, bequemen Auffassungen bestätigt.
        So simpel ist das.

        Ich lese sogar ziemlich viel, das nicht in mein Weltbild paßt. Unter anderem deswegen bin ich -von einem ähnlichen Weltbild und Standpunkt wie Du- zu meinem jetzigen gekommen.

        Das Hauptproblem ist keineswegs ein hauptsächlich imaginierter deutscher Rassismus und deutsche religiöse Intoleranz. Gegenüber dem sogar in islamischen „Vorzeigeländern“ wie der Türkei zu findendem Rassismus und der Intoleranz ist das wirklich marginal.

        Lächerlich und extrem drecksackig finde ich bei dem Mann vor allem sein Verschwörungstheoriegehubere, sein Islamophobiegekeule gegen alle die nicht einstimmen wollen und vor allem seine sich in den Interviews äußernde völlige Blindheit gegenüber echten Opfern von Verschwörungstheorien, wie z.B. massiv der Israelis und Juden.

        Wo STEHT denn nun ein einziges Wort der Kritik an den im Westlichen, vor allem aber immer mehr im islamischen Raum grassierenden „Die Juden warns“ VTs?

        Sorry,aber meines Erachtens baut der Mann Schimäre als vermeintliche Bedrohung auf, die so überhaupt nicht existiert. Vermutlich nur aus Wichtigtuerei, vielleicht auch aus finanziellem Interesse. Da die Mehrheit und die mediale Berichterstattung hemmungslos apologetisch ist, lohnt sich das wahrscheinlich auch.
        Und ganz ohne jede Lebensgefahr, ohne jedes Risiko und ohne bedroht zu werden.

  11. Yasemin sagt:

    @martin: So einfach mach ichs dir nicht, leider bin ich nicht die Yasemin vom Spiegel-Forum.

    Ich spreche mehr Deutsch als Türkisch und bin auch nicht dieser Meinung. Ebenso will ich keine Religion an der Spitze eines Staates.
    Aber gerade die USA (ähm… die Weltpolizei) hat diese Regimes gestärkt – wie kamen denn die Taliban an die macht? – und warum nehmen sie sich das recht, massenvernichtungswaffen zu bauen und es anderen zu verbieten? Weil sie damit angeblich Frieden schaffen wollen… blablabla.

    @wieder martin: Hier bin ich die Zeynep:
    http://considerabout.wordpress.com/2009/05/19/aufklarung-islam/

    Nun wirst du sicher behaupten, ich hätte eine gespaltene Persönlichkeit, man kennt doch alle diese Standardantworten.

    • derautor sagt:

      Was ist schlecht an einer Weltpolizei? Willst du lieber eine Weltmafia?

      • Bebu sagt:

        „Was ist schlecht an einer Weltpolizei? Willst du lieber eine Weltmafia?“
        –> Das Problem ist nur, dass man bei den USA nicht immer so recht weiß, was sie von beidem nun eigentlich sind.

        (Deshalb wäre mir eine Welt“polizei“ unter einer reformierten UN lieber.)

  12. Martin sagt:

    @Yasemin: Je nun, wieso einfach? Es hätte ja sein können. Warum die Taliban an die Macht kamen? Weil die Pakistanis und die Saudis diese in den Flüchtlingslagern rekrutiert haben.
    Den Amerikanern kannst Du allenfalls die Unterstützung der Mujaheddin vorwerfen, das ist aber ein anderes paar Schuhe.
    Warum grade die USA das Recht haben sollten, anderen WMDs zu verbieten? Vielleicht einfach deshalb, weil sie sich verglichen mit den Möglichkeiten, die sie gehabt HÄTTEN, bei allerlei Grausamkeiten doch ziemlich zurückgehalten haben. Etwas, was man dem Iran/Irak etc. nicht „vorwerfen“ kann. Und etwas, das ich einem Ahmadinedschad nicht zutraue.

  13. Yasemin sagt:

    @martin: Mir schien, dass du meine Aussagen irgendwem zuordnen wolltest. Das wäre mir nicht recht, da es mir hier nur um den wahrheitsgehalt und den Wert meiner Argumente gilt.

    Dass die USA die Taliban aber nicht behindert hat, siehst du schon ein, oder? Immerhin WAR Afghanistan wirtschaftlich nicht unbedeutend.
    Ich bin der Meinung, dass diese Kulturzerstörer Namens Taliban zselbst zerstört werden müssen.

    Die USA wurde von Sekularisten gegründet, wie lange das noch bleibt, weiß ich nicht, aber ich bin da pessimistisch.

    Was auch noch zu durchdenken wäre: Ich frage mich, was passieren würde, wenn sich eher die religiös und ganz besonders die fundamental geprägten vermehren. Irgendwann wären sie uns, egal, wie wir auf Recht und Vernunft pochen, überlegen. Was dann? Unsere Menschen werden ständig ausgebeutet durch die neuen Religionen und Scharlatane am Markt. Sie scheinen nicht glücklicher zu sein als die im Iran. Denn das Erlösungsbedürfnis muss, wenn man das aus dem Erfolg der Esotheriker und Co. schließen darf, sehr hoch sein. Nachkommen werden auch nicht genügend gezeugt, das ist für mich zunächst ein Gesellschaftstod.
    Das frage ich, ohne zu werten.

    Wie seht ihr das?

    • Martin sagt:

      @Yasemin: Alles klar, Argument der Beschränkung auf den Wahrheitsgehalt akzeptiert.

      Sicher haben die USA die Taliban nicht behindert. Hätten Sie es denn müssen oder dürfen? Realistisch gesehen sind sie ja eh immer in einer „Damned if you do and damned if you don’t“ Falle. Hätten sie die Taliban gestoppt, wären Sie für die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Afghanistans als imperialistische Agressoren beschimpft worden, tun sie’s nicht, sind sie schuld, weil sie’s nicht getan haben und also auch wieder irgendwie dran schuld.
      Ich stimme absolut mit Dir darin überein, das die Taliban auf fast jede mögliche Art ausgeschaltet werden müssen.

      Deinen Pessimismus bezüglich des „Glaubenseinflusses“ in den USA teile ich zwar, sehe da aber inzwischen einen gewissen Hoffnungsschimmer. Die Tendenz scheint sich grade etwas davon abzuwenden, es gibt jedenfalls einen kleinen Hoffnungsschimmer. Wobei ich mich in meinen Bewertungen diesbezüglich meist nach den Aussagen von sites wie Pharyngula richte. Für eine intimere und quellenbezogenere Analyse fehlt mir schlicht die Zeit (und Lust) 😉

      Was den Rest angeht, wäre wohl die angemessenste Lösung, die Fundamentalisten an ihrer eigenen Dummheit sterben zu lassen.

  14. Bebu sagt:

    *kotz*

    Gerade hat sich Broder in der Sendung „Unter den Linden“ bei Phoenix zustimmend(?)/tolerant gegenüber den Gottesdiensten am Schulbeginn/Schuljahresanfang geäußert, mit der Begründung, dass wir ein christlich grundiertes Land seien…

    http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/268445

  15. ryszard sagt:

    Und was sollte er sagen? Es gibt kaum ein Dorf in Europa ohne eine Kirchenturm. Leider das ist eine Tatsache. Zweite traurige Tatsache ist, dass BRD kein Laizistische Land und diese Gesellschaft keine säkulare ist. Dieser Zusammenhang kann noch schlimme Folge in die Zukunft haben.
    Grüß. ryszard

    • Bebu sagt:

      Vielleicht, dass er dies bei staatlichen Schulen nicht für angebracht hält? Vorher hat er zurecht gegen den Gebetsraumentscheid argumentiert. Da finde ich diese Zustimmung(?) für diese absurden Gottesdienste etwas inkonsequent.

  16. Neidisch auf den Spiegelfechter…

    bin ich nicht. Ich doch nicht. Niemals. Ich doch nicht!
    Na gut… ich gebe zu, Jens Berger schreibt mehr, länger und vor allem besser als ich… Und gestern nun auch über mein derzeitiges „Ich-kann-es-nicht-fassen“-Thema: Thilo S. und die Reaktion d…

  17. Wolfgang T. sagt:

    Hallo,

    Broder möchte Präsidenten des Zentralrates der Juden werden.
    siehe
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Henryk-M-Broder-Zentralrat-der-Juden;art141,2929249

    Als Atheist komme ich mit solchen Religiösen sehr gut zurecht.
    Er Schreibt:
    „Als Präsident des Zentralrates werde ich für ein Ende des kleinkarierten Größenwahns sorgen, der sich immer mehr zumutet, als er zu leisten in der Lage ist. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren. Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität außer Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet. Wir brauchen nicht noch mehr Holocaustmahnmale und Gedenkstätten, sondern eine aktive Politik im Dienste der Menschenrechte ohne politische Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Interessen. Wer vom Kampf der Dissidenten in China und der Verfolgung der Baha’i im Iran nichts wissen will, sollte auch am 27. Januar und am 9. November zu Hause bleiben.

    Ich werde mich um gute Beziehungen zu den in Deutschland lebenden Moslems bemühen. Nicht zu religiösen Eiferern oder türkischen Nationalisten, die den Paragrafen 301 des türkischen Strafgesetzbuches („Beleidigung des Türkentums“) verteidigen oder verharmlosen und sich um jede Stellungnahme zu der Armenierfrage drücken, sondern zu solchen, die für eine strikte Trennung von Staat und Religion und für eine säkulare Gesellschaft eintreten.

    Ich bin überzeugt, dass es keine partikularen jüdischen Interessen gibt. Ob jemand koscher isst oder halal oder doch lieber Kassler, ist Privatsache. Ebenso wann und zu welchem Gott er betet. Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat sind die Werte, die offensiv verteidigt werden müssen.

    Von Juden, Christen, Moslems, Atheisten, Agnostikern, Häretikern, von Ariern und Vegetariern, Frauen und Männern, Heteros und Homos – meine Kippa liegt im Ring.“

  18. Fehdehandschuh (vorerst) weggeräumt…

    Ich habe ja so meine „Probleme“ mit Henryk M. Broder. Einiges von dem, was er in der ihm eigenen ungeheuer provokativen Art und Weise von sich gab, ließ mir das Gesicht aufklappen.
    Doch gab es mir zu denken, dass mir in einem Kommentar beim Feuerbri…

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