Der Glaube ist vielleicht der größte Unsinn der Evolution

Affe und Mensch

Was ist der evolutionäre Nutzen der Religiosität? Gibt es überhaupt einen? Muss man ständig über dieses Thema reden, auch wenn man keine Ahnung davon hat? In diesem Streitgespräch zwischen dem Neurobiologen Randolf Menzel und dem Theologen Markus Vogt geht es mal wieder um die Gottesfrage, was heutzutage bedeutet, dass auch die Frage nach dem evolutionären Ursprung der Religiosität mit hinein muss, aber auch der herkömmliche Unsinn: „Wir dürfen die Bibel nicht wörtlich, aber wir müssen sie als verbindlich nehmen“, erfahren wir von Vogt.

Und warum sollten wir das tun? Keine Zeit für Antworten haben die Theologen, lieber weiter Behauptungen aufstellen – wie diese: „Die Evolutionstheorie beantwortet nicht die Frage nach dem intentionalen Ursprung und nach dem Sinn des Lebens“. Gewiss beantwortet die Evolutionstheorie nicht die Frage nach dem intentionalen Ursprung, einfach deshalb, weil es keinen intentionalen Ursprung (absichtliche Schöpfung) des Universums gab. Die Evolutionstheorie beantwortet auch nicht die Frage, warum so viele Feen in meinem Gartenteich rumschwimmen, womöglich, weil keine Feen in meinem Gartenteich rumschwimmen.

Der biologische Sinn des Lebens ist die Vermehrung und Weitergabe von Genen. Sonstige Sinne des Lebens wollen uns Leute wie Herr Vogt mit Rückendeckung ihrer unsichtbaren Freunde vorgeben, als ob wir unseren Lebenssinn nicht selbst finden könnten. „Dawkins ist ein ehrenwerter Wissenschaftler, er unterschätzt jedoch die evolutionär hilfreichen Aspekte der Religion“, glaubt Neuroforscher Herr Menzel derweil kundtun zu müssen. Ein evolutionär hilfreicher (hilfreich zum Beispiel zur göttlich legitimierten Ausrottung feindlicher Stämme und zur Sicherung ihrer Frauen zwecks Genweitergabe) Aspekt der Religion sagt aber nichts darüber aus, ob Religion ethisch wünschenswert und in irgendeiner Weise „gut“ ist.

„Der Glaube an Gott als die Ursache von allem ist ausgesprochen hilfreich und nützlich, vielleicht ist er sogar der tollste Trick, der sich im Verlauf der Evolution eingestellt hat – auch wenn er auf einem tiefen Irrtum beruht“, sagt Menzel dagegen. Warum aber sollte es hilfreich und nützlich sein, falsche Dinge über die Realität zu glauben? Und was hat diese philosophische Quadratur des Kreises mit der Evolutionstheorie zu tun?

Wer noch nicht genug hat, kann sich das Video unter dem Beitrag ansehen. Es handelt sich um eine Teilzeit-Kreationistenpropaganda, die plötzlich in ganz andere Richtungen umschwingt. So bizarr wie das Streitgespräch.

Weiter zur Presseschau von darwin-jahr.de

7 Kommentare zu „Der Glaube ist vielleicht der größte Unsinn der Evolution

  1. Video angesehen, nur Murks, aber ein Fehler ist denen unterlaufen Zitat: „…das Volk Israel verabschiedet sich von den vielen Göttern und schafft nur den einen …“
    Ja, sie haben es geschaft den „einen“ zu schaffen und jetz müssen wir erklären warum es keinen Gott gibt, na klasse!

  2. „Den einen“ gab’s bereits ab Echnaton – erst als Aton, dann die im Altertum gängige Theologie, die vielen Götter als menschliche In-Begriff-Fassung, Verbildlichung des einen göttlichen Prinzips/Wesens aufzufassen. Erklärt übrigens, warum die Figur Sokrates bei Platon immer von „dem Gott“ spricht.

    —–

    Ansonsten: Es reicht ein Vergleich auf die gängigen Statistiken für Länder wie für Individuen, um zu erkennen, dass Religion/Religiösität mit allem möglichen Negativen korreliert ist. Nix von wegen Vorteil.

    Aus der Existenz auf die evolutionäre „Vorteilhaftigkeit“ von Religion zu schließen, ist ein bekannter Fehlschluss. Religion kann schlicht ein Nebenprodukt nützlicher Prozesse sein, und die Nachteilhaftigkeit der Religion könnte die anderen Vorteile in der Vergangenheit nicht aufgewogen haben.

    Zwei Aspekte als Beispiel:

    – Religiöse, magische und abergläubische Rituale entstehen, wenn man auf Bestätigung achtet statt kritisch zu prüfen. Tanzen -> Regen, Tanzen -> Regen, Tanzen -> kein Regen — gleich nochmal, und intensiver, und irgendwann regnet es dann eben auch wieder, also das, was man zuletzt gemacht hat, war das richtige. (Das funktioniert prima mit allen lernfähigen höheren Tieren – wie zum Beispiel Ratten.)
    Umschauen nach Bestätigung ist eine schnelle, effiziente Methode, um sich in Realzeit zurechtzufinden, viel schneller als kritisches Denken und Überprüfen. Hatte also in der Altsteinzeit Überlebensvorteile. Ist nur halt eben fehleranfällig – und solche Fehlvorstellungen und falsche Kausalitäten wachsen gelegentlich zur Religion aus.

    – Agenten: Wenn’s raschelt, vermuten wir intuitiv sofort einen jemand, oder ein Tier, dahinter, und schauen uns danach um. Wer zu viele „Agenten“ sieht, ist zwar laufend mit Umschauen beschäftigt, aber das ist immer noch besser, als einmal in falscher Sicherheit wiegen und aufgefressen werden.
    Entsprechend sehen wir hinter allem möglichen Absichten und Pläne – Zufälle sind unser Ding nicht.

  3. Unser christlicher Gott ist nur eine Kopie heidnischer Götzen

    Ebla (Tell Marik/Syrien) war ab 3000 v.C. ein Stadtstaat und hatte 2450–2200 v.C. eine Blütezeit. Die Stadt war ummauert mit einer Zitadelle im Zentrum. Wahrscheinlich hat Sargon, König von Akkad, die Stadt zerstört. Ebla erreicht von 1850–1600 v.C. erneut Bedeutung, die Einwohner unter König Ibbit-Lim nennen sich die Amurriter. Die in den Quellen genannte Zahl Weidetiere dürfen wie 1000 übertrieben sein. Der Hethiterkönig Hattusilis I (etwa 1533-1508 v.C.) zerstört Ebla und beendet dessen Blütezeit. Neben Eblaitisch wurde Akkadisch als Sprache genutzt, im Palast findet man an die 20.000 Keilschrifttafeln, davon etwa 80% in sumerischer Keilschrift. Viele Götter und Namen in der Bibel gehen auf eblaitische Worte zurück wie Yah/Yahweh, Adamu/Adam, h’àwa/Eva, Abarama/Abraham, Bilhah, Ishmael, Isûrael, Esau, Mika-el/Michael, Saul, David usw.

    Der Stadtstaat Ugarit (Ras Shamrah/Syrien 6 km nördlich Latakia) war seit 7000 v.C. besiedelt, hatte ab 1450 v.C. eine Blüte und wurde 1192 v.C. durch Seeräuber zerstört die mit 6 Kriegsschiffen landen. Die Soldaten von Ugarit waren als Tributleistung zum König der Hethiter abgestellt, die Stadt wehrlos. An dem Tag gab es eine Sonnenfinsternis, das wurde auf einer der 5.000 gefundenen Keilschrifttafeln verzeichnet. Die MRZH-Tontafel (marzeah) beschreibt religiöse Baal-Feiern zu Kultzwecken, andere Tontafeln enthalten sogar musikalische Aufzeichnungen und Poesi. Der Königspalast als wichtigstes Bauwerk bedeckt 10.000 m² und besteht aus etwa 100 Räumen. Der Palast wurde im Altertum bewundert, der König von Byblos Rib-Addi rühmt ihn in einem Brief an den ägyptischen Pharao Echnaton. Kenntnisse von der Kultur, Religion und geschichtlicher Bedeutung von Ugarit werden zufällig erst durch die Ausgrabung nach 1928 bekannt.

    Bereits unter Pharao Senusret I (1971–1926 v.C.) gibt es erste Kontakte nach Ugarit. Eine ugaritische Herrscherfolge aufgezeichnet in Akkadischer Keilschrift mit 31 Königen beginnt mit dem König Yagaru (um 1850 v.C) und endet mit König Hammurapi II (1215-1195 v.C.). Sein Nachfolger Hammurapi III lies diese Liste anfertigen. Ugarit arrangiert sich mit den benachbarten Großmächten, hat Kontakte mit nordägyptischen Hyksos, König Niqmaddu II heirate um 1400 v.C. eine ägyptische Prinzessin, leistet den Hethitern unter Suppiluliuma I Tribut in Form von Soldaten. Die Texte sind in Akkadisch geschrieben.

    Der ugaritische Gott El wird in der Bibel zu El(ohim) als Schöpfer der Welt und belegt den hebräischen Tanach als heidnischen Kult. Gott El gilt in Ugarit als Schöpfer der Welt, paart sich mit vielen Frauen und wird als Mann mit Stierhörnern verehrt. Ugaritische Götzen sind Yamm, Dagan, Mot, Anath, Kothar, Baal (Sohn von El) und Asherah (Frau von El, semitisch Astarte). Der Frauenfeind Luther tilgt Astarte aus der Bibel. Ugaritische Götzen, Gebete, Mythen, Rituale, Texte und Begriffe wie Dan-i-El; Ezek-i-El; Sam-u-El, Ish-ma-El, El-i-jah, El-o-him finden sich in hebräische Texte und Kulten. Psalm 29 verherrlicht Baal als den ugaritischen Wettergott. Die heidnischen Götzen El Shaddai, El Elyon und El Berith werden zum hebräischen Gott Yahwe umgedeutet. Die ugaritischen Mythen haben großen Einfluss auch auf die heutige hebräische Orthodoxie. Bis zur Entdeckung von Ugarit vor 80 Jahren bestreiten die Theologen dies vehement, das wäre nur reine Phantasie.

    Ganz offensichtlich sind diese geschichtlichen Fakten bei den Religioten noch nicht angekommen, sie können nicht akzeptieren ihr Gott ist nur ein 4000 Jahre alter Gartenzwerg mit Stierhörner, dessen Zweck es war jede Frau zu schwängern

    1. @emporda Superklasse !
      Da erhält der Begriff „Wüstengott“ eine wissenschaftlich nachvollziehbare Bedeutung, ist eine Gleichung.
      Echt Klasse, bekommst von mir 100 Punkte.
      Bitte bring mehr, wenn es geht und/oder Quellen.
      Das ist es doch, scheiß auf das NT und seine Freunde, gehe zur Quelle!

  4. Artikel
    „Der Glaube an Gott als die Ursache von allem ist ausgesprochen hilfreich und nützlich, vielleicht ist er sogar der tollste Trick, der sich im Verlauf der Evolution eingestellt hat – auch wenn er auf einem tiefen Irrtum beruht“, sagt Menzel dagegen.

    Wenn Glaube nur verständlich ist, wenn kritiklos geglaubt wird, dann ist es Gehirnwäsche. Wie demaskiert der Papst per Dogma die Intentionen der RKK „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der….Drohung, Drohung“. Damit sichert sich ein hirnloser Humbug folgsame zahlende Idioten wie bei Kleinkindern mit der Drohung vom „schwarzen Mann“ die Gehorsamkeit. Der psychologische Kern der Missionierung ist primitiv. Als Auserwählter kommst du ins fiktive Himmelreich und entgehst der fiktiven Hölle, wenn du uns nur großzügig unterstützt. Gottes Gnade ist teuer, seien es Münzen im Klingelbeutel oder der Besitz von 440.000 ermordeten Hugenotten, das sind für die RKK nur unbedeutende Unterschiede im Maßstab.

    Die Religionen wurden fast nur von psychisch Kranken ins Leben gerufen wie John Smith/Mormonen, Charles T. Russell/Zeugen Jehovas, Joseph Kibwetere/Uganda, Ron Hubbard/Scientologen, Jim Jones/Guyana, Paul Schäfer/Chile, John Bate Cardale/Neuapostel und andere. Diese Propheten haben eine Kindheit mit Lieblosigkeit, Gewalt und Missachtung erlebt, können Wunder vollbringen oder halten sich für unsterblich. John Smith übersetzt ohne Sprachkenntnis ägyptische Dokumente zur Bibel, Hieronymus schreibt fast ohne Hebräisch Kenntnisse die Vulgata, die Neue-Welt-Bibel der Zeugen Jehovas übersetzen Fred Franz, Nathan Knorr, Albert Schröder, George Gangas und Milton Henschel ohne Kenntnis in Hebräisch und etwas in Altgriechisch. Obwohl diese Übersetzer die Originaltexte nicht verstehen sind ihre Überzetzungen alle absolut wahr.

    Im religiös-sozialen Wettbewerb ist Prestigeverlust gravierender als Ressourcenmangel, Gruppeninteressen werden über jede Moral gestellt und mit Lügen und Fälschungen verteidigt. Als Ausdruck psychischer Störungen ist es Gott gefällig Menschen zu steinigen, zu versklaven, zu rösten, zu vergewaltigen, denn Angst diszipliniert jede Gemeinschaft. Der Gott im AT der Bibel ist soziopathisch pervers und paranoid als Zeichen seiner Allmacht, was in Wahn, Genoziden und Ethnoziden etwa 2,3 Millionen Tote fordert. Nächstenliebe ist sind nur eine billige Maskerade, im Kern geht es um Macht, Geld und Egozentrik gepaart mit krasser Dummheit. Kreationistische Gruppen, Sekten und Kirchen differieren nur in soziologischer Definition, sexuelle Widerlichkeiten und gemeingefährliches Gehabe haben alle. Die religiöse Sexuallehre ist psychologisch und psychopathologisch abartig krank. Es wäre Zeit den Unsinn generell zu verbannen, was den Nachwuchs an Gläubigen reduziert und den Kirchen Macht und Einkommen nimmt. Die Selbsterhöhung als eine von Gott auserwählte Nation oder Person ist eine paranoide, menschenrechtsfeindliche und Hass fördernde Haltung. Den Steinzeitkult zu reformieren scheitert an dogmatisierten Inhalten, an geringer geistiger Flexibilität und der psychopathologische Zwanghaftigkeit im Handeln.

    Appelle an die Einsicht sind wirkungslos, sie aktivieren allein die Netzwerke des bewussten cortico-hippocampalen Systems im Gehirn ohne jeden Einfluss auf das limbische Netzwerk. Änderungen in diesem System verändern unser deklaratives Gedächtnis, nicht aber unser Verhalten. Einsicht führt zu keiner Verhaltensänderung, man kann sich nicht selbst therapieren. Gemäß diversen Neurobiologen wie Joseph LeDoux vergisst das limbische Gedächtnis nichts, nachdem es einmal emotional geprägt wurde. In Therapien wird die Ursache emotional-affektiver Störungen nur übertüncht aber nicht beseitigt. Die emotionale Aktivierung muss extrem sein, damit sich die Persönlichkeit gegen eine vorhandene Prägung verändert. Religionsfanatiker durch Appelle oder Erklärungen von der Irrealität ihres Glaubens zu überzeugen ist so unmöglich, wie pädophile Priester und Päderasten der RKK durch moralische Indoktrinierung auf einen „moralischen“ Weg zu bringen.

  5. Nun ja, das Streitgespräch (link) in Zeit online hält sich im ein etwas zurück, habe aber weiter die Leserbriefe gelesen und kam zu Nr. 12 von „sauerstoff“ 26.11.09 06,20h.
    Da hat er etwas angefangen, und dann …
    [entfernt: Bitte zollen Sie Reli.gem. u. Ihren einz. Mitgliedern ein Mindestmaß an Respekt. Danke. Die Red/m.e.]
    und weiter
    [entfernt: siehe obige Anmerk. Danke. Die Red.m.e.]

    Nach soviel Zensur hatte ich keine Lust mehr weiterzulesen.

Kommentare sind geschlossen.