Wenn der Papst mit dem Bus fährt

„Ich bin die ultimative, unfehlbare moralische Autorität und ich repräsentiere Gott auf dem Planeten Erde.“

„Dieser Mann belästigt mich!“

Quelle: AtheistCartoons.com

7 Kommentare zu “Wenn der Papst mit dem Bus fährt

  1. Kosinsky sagt:

    Ist die Satire gegen übertriebene „Hilfe, ich fühle mich beleidigt“ oder hysterisches „Belästigung!“ gerichtet? Der Papst sieht hier nämlich ganz gemütlich und friedlich aus.

    • derautor sagt:

      Wenn dir jemand im Bus sagt, dass er Gott auf der Erde repräsentiert – rückst du dann näher zu ihm hin oder weiter von ihm weg?

      • Kosinsky sagt:

        Wenn er/sie lustig ist, dann rede ich mit „Gottes rechter Hand“. 😉 Man sollte keine übertriebenen Berührungsängste haben. Jeder hat so seine Macken und Hobbies. Solange er/sie nicht Vertretungsansprüche für mich erhebt, kann das doch ein interessanter Typ sein.
        Ich verstehe schon, auf was der Cartoon hinaus will. Man könnte dem Papst ja auch Hybris/Größenwahn unterstellen. Aber belästigend siehts für mich nun eben auch nicht aus.

      • pufaxx sagt:

        „Man könnte dem Papst ja auch Hybris/Größenwahn unterstellen“ – Das ist eher eine Diagnose.

  2. Epicurus sagt:

    Aber liebe Kollegen: Da schlägt einem ja wieder die völlige Unkenntnis des Zeichners bezüglich kirchenrechtlicher Fragen hart ins Gesicht. Im Bus ist der Papst natürlich nicht unfehlbar !

    Die Unfehlbarkeit wurde auf dem ersten vatikanischen Konzil 1870 als Dogma beschlossen. Falls sich jemand aufregt: Darüber wurde nach heftiger Diskussion fein demokratisch abgestimmt. Komisch eigentlich: Man hätte ja eher so etwas wie ein göttliches Zeichen statt Stimmzettel erwartet.

    Eine Aussage des Papstes ist aber nur dann unfehlbar, wenn er diese 1. klar als glaubensnotwendiges Dogma bezeichnet und 2. ex cathedra spricht, also vom römischen Bischofssitz aus. Is also nix mit Bus !!!

    Der Fairness halber muß man sagen, dass nur ein einziges Mal dieses Dogma der Unfehlbarkeit in Anspruch genommen wurde (wer von Euch wäre so zurückhaltend): 1950 hat Papst Pius XII nach fast 2000 Jahren gemerkt, dass Maria leiblich in den Himmel aufgefahren ist und flugs die apostolische Konstitution Munificentissimus Deus verfasst. Maria musste also nicht wie wir anderen bis zum Tag des jüngsten Gerichts warten, damit ihr Körper von den Toten auferweckt wird, sondern durfte das himmlisches Haus schon mal alleine beziehen (bestimmt ganz schön einsam).

    Da sie leiblich und nicht nur geistig aufgenommen wurde, kann man auch keine sterblichen Überreste von ihr finden (so viel Logik hat der weihrauchumnebelte Verstand dann doch noch zusammen gebracht). Und was habt Ihr davon? Je nachdem wo Ihr wohnt, dürft Ihr am 15.8. einen Tag frei nehmen: Maria Himmelfahrt.

    Das erste vatikanische Konzil, auf dem die Unfehlbarkeit beschlossen wurde, endete übrigens damit, dass die Franzosen als Schutzmacht des Kirchenstaats abrückten, weil sie ihre Leute leider brauchten, um sich mit den Preußen zu kloppen. Prompt nutzen unsere italienischen Freunde die Gunst der Stunde, besetzen den Kirchenstaat und lösten ihn auf. Ein Jahr später verlegten sie die Hauptstadt Italiens von Florenz nach Rom (da passen ja auch mehr Touri’s rein).

    Damit war es erstmals zu Ende mit der weltlichen Herrschaft des Papstes nach mehr als 1000 Jahren mit echten pippinischen und gefälschten konstantinischen Schenkungen. 60 Jahre sass der Papst nun schmollend im Vatikan, bis ein freundlicher junger Mann mit fester Stimme kam und ihm 1929 einen Deal vorschlug: Die Lateranverträge des Faschisten Benito Mussolini. Neben einem Batzen Geld gabs für die Kirche dann wieder einen eigenen Staat der sich bis heute in aller Frische gehalten hat.

    Und weil das mit dem einen Faschisten so prima geklappt hat, wurde dann gleich noch ein hoffnungsvoller Nachwuchspolitiker mit einem Vertrag bedacht: Herr Hitler erhielt 1933 seinen Vertrag, der übrigens heute immer noch gültig ist. Freundlicherweise hat uns die katholische Kirche nur einmal daran erinnert, als sie 1955 das Land Niedersachsen vor Gericht zerrte um ihm klarzumachen, dass sein neues Schulgesetz gegen den Nazivertrag verstiess.

    … bin ich jetzt irgendwie vom Thema abgekommen ??? 🙂

  3. Stefan sagt:

    „… bin ich jetzt irgendwie vom Thema abgekommen ???“ Ja, aber wenigstens ist Deine Abschweifung sehr interessant!

  4. Der mit dem Glauben tanzt sagt:

    Diese blöden Verträge mit Hitler gehören sowieso abgeschafft. Ist schonmal jemand (außer Niedersachsen 1955) vor Gericht gegangen oder gekommen deswegen?

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