Amis vertrauen Fox-News

Der amerikanische Nachrichtensender Fox-News ist die Bildzeitung für Leute, die zu blöde sind für die Bildzeitung. Laut einer repräsentativen Umfrage von Public Pollicy Polling halten die US-Amerikaner ausgerechnet Fox-News für den vertrauenswürdigsten Nachrichtensender von allen. Nur 37% vertrauen Fox nicht und bei den anderen Sendern ist es andersrum. Dabei ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen, Männer und Frauen sind also gleichermaßen doof. Bei Telepolis heißt es dazu:

Dean Debman, Präsident von Public Policy Polling, wundert sich über das Ergebnis: „Vor einer Generation hätte man noch erwartet, dass die Amerikaner dem neutralsten und ausgewogensten Nachrichtenmedium vertrauen. Aber die Medienlandschaft hat sich verändert. Jetzt wenden sich die Amerikaner den Sendern zu, die ihnen sagen, was sie hören wollen.“

Ich kann Obama auch nicht leiden, aber dafür habe ich weitaus bessere Gründe, als dass er Raucher ist oder schwarz (was mir, im Gegensatz zu Fox, völlig egal ist): Obama ist der reaktionärste Präsident seit Nixon

Laut Rachel Maddow und laut dem Weißen Haus ist Fox News eigentlich gar kein Nachrichtensender:

22 Kommentare zu „Amis vertrauen Fox-News

  1. Finde ich ja erschreckend, dass die Amerikaner Fox tatsächlich mehr vertrauen schenken als den anderen Sendern. Andererseits ist 49% (die Leute die dem Sender vertrauen) garnicht so hoch. Ich frage mich ob es ähnliche Umfragen zu deutschen Sendern/Sendungen gibt. Ich würde schätzen, dass das Vertrauen in die ARD-Nachrichten viel höher ist als 49%. Ich würde das auf mind. 90% schätzen.

  2. Ja, die (meisten) Menschen stehen auf Verblödung und Indoktrination, man könnte fast meinen je plumper und argumentloser, aber dafür lauter, desto besser.
    Na, zum Glück gibt es auch noch (ein paar) denkende Menschen – hoffentlich auch noch eine Weile…

    /Schlechte Bewertungen, weil du Obama nicht magst?

    1. Wahrscheinlich. Das ist so ein schreckliches Lagerdenken. Jetzt müssen alle froh sein, dass Bush weg ist und Obama hier, auch wenn Obama ebenso zweifelhafte Politik macht. Aber damit das klar ist: Säkularer Humanismus ist nicht dasselbe wie Gutmenschen-Linkstum. Da spiele ich nicht mit, gebt mir so viele schlechte Bewertungen, wie ihr wollt!

      1. Säkularer Humanismus ist auch nicht Kriegstreiberei. Man sollte den Irak- und Afghanistankrieg an ihren Resultaten bewerten, dafür ist es momentan vielleicht noch zu früh, vielleicht auch nicht.

        Wenn die Feldzüge scheitern/gescheitert sind und keine Staaten gebildet werden können die minimalen Menschenrechtsstandards entsprechen, dann wäre es wohl besser gewesen, sie wären nie geführt worden. Das zeigt dann einfach ein simples hedonistisches Kalkül.
        Welche Faktoren dazu geführt haben, dass aus dem Nachkriegsdeutschland ebenfalls keine „gescheiterten Staaten“ wurden sind mir nicht bekannt, kann sein dass man hier einfach Glück gehabt hat und soetwas die Ausnahme bleiben muss.

        Na gut, Krieg ist nur die größtmögliche Eskalation, im Artikel von Nick Cohen werden Fälle geschildert, die sich mit etwas strikterer Diplomatie hätten lösen lassen können, ohne das man gleich Truppen losschicken muss.

        Doch vielleicht bist du hier nicht pragmatisch genug: Es ist dem derzeitigen innenpolitischen Milieu geschuldet, dass die Administration nach aussen hin keine neuen Fässer aufmachen kann. Das sind einfach politische Zwänge die man nicht mögen muss, aber niemand kann sagen Obama wäre kein Pragmatiker.

      2. „Welche Faktoren dazu geführt haben, dass aus dem Nachkriegsdeutschland ebenfalls keine “gescheiterten Staaten” wurden sind mir nicht bekannt, kann sein dass man hier einfach Glück gehabt hat und soetwas die Ausnahme bleiben muss.“
        –>
        Mehr Geld, mehr Soldaten, langer vernichtender Krieg vorher, ein Programm zum Wiederaufbau, keine aggressiven Anhänger einer absurden Ideologie, die sich selbst in die Luft sprengen, Deutschland war kulturell vorher schon weiter, usw. usw.

      3. Ich bin kein Kriegstreiber! Ich habe mich nur hinreichend informiert über den Irak- und den Afghanistan-Krieg und bin zum Ergebnis gekommen, dass man mit Fanatikern wie den Taliban und der Baath-Partei einfach nicht verhandeln kann. Ihr könnt euch die sinnlosen, wahnsinnigen Grausamkeiten gar nicht vorstellen, die von diesem Gruppierungen ausgegangen sind und im Falle der Taliban noch ausgehen. Die wollen keinen Frieden.

        Diplomatie ist für solche Ideologen ein Zeichen von Schwäche. Hussein hat alle UN-Resolutionen gebrochen, laut seiner Propaganda war der zweite Golfkrieg ein Sieg, weil sie ihn an der Macht gelassen haben! Sogar Operation Desert Fox war für ihn ein Sieg, weil er einfach die amerikanischen Jets beschießen konnte, ohne dass die UN eingeschritten wäre. Er hielt sich für unbesiegbar und da er ewig nicht besiegt wurde wegen irgendwelchen Diplomatie-Spinnern, ist das auch kein Wunder!

        Und jetzt ist sein totalitäres Regime zerstört, das an perfektionierter Schrecklichkeit alles außer Nordkorea in den Schatten stellte und alles, was die Gutmenschen-Mafia dazu zu sagen hat, ist: Bush hat uns angelogen, da waren keine WMDs, 9/11 was an inside job, blabla! Kein Wunder, dass immer mehr Linke zur anderen Seite überlaufen, es ist ja nicht zu ertragen, was für ein Mist von diesen Leuten ausgeht.

        Und es soll ja wohl ein Witz sein, dass man erst warten muss, wie ein Krieg ausgeht, bevor man sich entscheiden kann, einen zu führen!

    2. also ich wusste nicht, dass alles unter 5 Sternen eine „schlechte Bewertung“ darstellt.

      1. Als ich die Obama-Passage ergänzte, hat der Beitrag einige Male die niedrigste Bewertung erhalten. Inzwischen hat sich das wieder geändert. Wie man sich eigentlich denken könnte!

  3. Es könnte auch sein, daß die anderen Sender „ihre möglichen Kunden“ nicht erreichen. Sie müßten sich mehr anstrengen. Allerdings ist mit „extreme-Fox-viewers“ immer zu rechnen!

  4. „Und es soll ja wohl ein Witz sein, dass man erst warten muss, wie ein Krieg ausgeht, bevor man sich entscheiden kann, einen zu führen!“

    Tja, das ist die Tragödie an der Sache: Ein Krieg (der kurz und mittelfristig automatisch zu mehr zivilen Opfern wird), kann langfristig sehr gute und begrüßenswerte Resultate zeigen, gutes Beispiel ist die BRD die dank massivem Allierten Kriegseinsatz die Stelle des Nazi-Regimes eingenommen hat.

    Allein, ähnliches das kann für den Irak und für Afghanistan nicht garantiert werden.
    Sollte sich herausstellen, dass in ein paar Jahren nach einem Truppenabzug die vom Westen eingesetzten Regierungen von ultrareaktionären Kräften verjagt werden, oder noch schlimmer, die Regierungen selber zu solchen werden, ist nichts gewonnen worden und mehrere Tausend bis Zehntausend zivile Opfer sind zu beklagen.

    Ob man jetzt einen Krieg führen soll oder nicht, muss natürlich anhand der zu erwartenden Resultat entschieden werden! Wäre das nicht so, würde man Krieg führen (oder nicht), einfach weil man einer bestimmten Ideologie folgt und das können wir beide ja wohl kaum gutheissen. Tatsache ist, dass eine realistische Folgenabschätzung katastrophal schwer zu leisten ist.

    Wenn die Kriege jetzt verloren werden und die von mir
    beschriebenen Szenarien eintreten, würde das etwas an deiner Meinung ändern, würdest du diese Kriege dann immer noch gutheissen, und wenn ja, warum? Weil sie in guter Absicht geschahen? Das passt nicht zu deiner Konsequentialistischen Ethik, will ich mal behaupten.

    Alles davor habe ich übrigens ausgelassen, mein Argument wurde dabei ja auch gar nicht berührt und ich habe mich nichtmal in Rufweite einer Identifizierung mit deinen Vorwürfen befunden.

  5. Achja, damit das klar ist: (Fast) alles ist besser als Talibanherrschaft oder Saddam auch eine (relativ) kurze Periode kriegerischer Auseinandersetzungen und mehr oder weniger langer chaotischer Zustände danach. Sofern diese in einem stabilen, die universellen Menschenrechte achtenden Staat münden!
    Falls nicht ist „Taliban + Krieg + Rückzug = Taliban“ eindeutig schlimmer als wenn einfach nichts geschehen wäre. Siehst du das nicht auch so? Wieso könnte man das anders sehen?

    1. Theoretisch natürlich schon. Aber wie sollte man vorher wissen können, wie ein Krieg ausgeht? Manchmal gibt es auch kaum eine andere Wahl, zum Beispiel bei Staaten, die Terroristen unterstützen, die dein eigenes Land angreifen. Ich bin im Notfall für eine westliche Militärdiktatur.

      1. Man kann eben nicht wissen, wie ein Krieg ausgeht! Das ist wirklich die große Tragik, wüsste man das, wäre die Sache nicht so verflucht schwierig.

        Ich denke auch, dass ein Staat nicht allein gut und gerecht ist, weil er eine bestimmte Regierungsform besitzt; so ist mit Leichtigkeit eine vom Volkssouverän legitimierte Demokratie denkbar, in der keiner von uns beiden auch nur eine Sekunde würde leben wollen. Es kommt eben darauf an, dass die Mehrheit der Bevölkerung ausreichend gebildet, erzogen und mündig ist. Klassische Werte der Aufklärung, möchte man fast sagen. Wenn eine ausgedehnte Militärdiktatur (die dann wirklich deutlich über eine Generation installiert sein müsste um eine nachhaltige Veränderung in der Gesellschaft zu bewirken, ja mein Bild von der Mehrheit der Afghanen ist so pessimistisch) wirklich das leisten kann:

        Dann ja, dann unbedingt!

        Ach, so viele „Aber“ und „Vielleicht“.
        Ich würde meine Hände wohl nicht mit dem Blut unschuldiger bedecken können (diesen Blutzoll fordert jeder, auch der gerechteste Krieg) ohne daran zu zerbrechen, auch wenn es ein gutes Ende nehmen würde (Nazis totschießen zb. ginge aber wohl ganz gut, die sind auch wirklich verdammt böse).

        Man muss sich wie Ozymandias die Frage stellen, ob es sich lohnt Millionen und Millionen absolut unschuldiger Menschen für ewigen Frieden zu Opfern. Beantwortet man dies mit ja, mögen die Überlebenden und ihre Kinder es so sehen.
        Doch ich glaube aber, er selber ist nicht zurückgekehrt aus der kalten Wüste.

      2. Ja, ich bin auch kein Freund von einer Verbreitung des Mehrheitsprinzips überall, man sieht in Afrika, wozu das führen kann: Wenn es zwei Gruppen gibt, die jeweils die andere auslöschen wollen, dann kann nur die falsche Gruppe an die Macht kommen.

        Nein, essenziell ist für mich die Etablierung eines liberalen Rechtsstaates, der die Menschenrechte garantiert. Das republikanische Element, Verfassung und Repräsentationsprinzip, sind wichtiger als bloße Macht der Mehrheit. Eine vorrübergehende Diktatur kann in Krisenländern ebenso notwendig sein.

        Es gibt hier keinen einfachen Ausweg. Einfach gar keine Soldaten zu schicken, wie die UN es bei der Abschlachtung der Tutu durch die Hutsi in Ruanda getan hat, kann es auch nicht sein.

  6. Übrigens könntet ihr euch solche wüsten (gelöschten) Ausartungen ersparen. Hier kann jeder seine Meinung sagen, so lange sie argumentativ untermauert wird und keine bloße Trollerei ist oder das Niveau des Blogs zu stark reduzieren würde, also natürlich auch folgsam. Ob ich mit euch übereinstimme, ist nicht wichtig. Und man sollte vermeiden, Leute voreilig in irgendwelche Kategorien zu stecken.

    1. Ich fand es sehr aufschlussreich. Da hat man schon gesehen, wie stark sich bloß ein 3-Minuten Clip von Fox News auf das Niveau der Menschen auswirkt!

      Wie die Leute reagieren, die sich das täglich stundenlang ansehen, will ich garnicht wissen…

  7. Ich wage es zu bezweifeln das diese Umfrage sehr repräsentativ ist. Auch wenn es sagt „laut einer repräsentativen Umfrage“ Ich würde gerne mal wissen wie viele Leute eigentlich befragt wurden.

    Sicher ist es richtig das sich viele Leute diesen Sender auch anschauen. Ich halte es für übelste Volksverhetzung. Mir gefällt an der Gesamtaussage einfach nicht das hier fast alle Amerikaner als dumm porträtiert werden weil die meisten ja angeblich Fox News vertrauen.

  8. CNN ist auch nicht besser als Fox News, deswegen gibt es kein Grund zur Besorgnis. Der Unterschied zwischen beiden Sendern ist so ähnlich, wie der zwischen McDonalds und Burgerking.

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