Ewiges Leben: Ein verhängnisvoller Glaube

Gläubige Menschen möchten so lange leben wie möglich, wie zwei neue Studien zeigen. Sie glauben nämlich, dass Gott sie mit Hilfe eines Wunders vor dem leiblichen Tod bewahren wird:

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13 Kommentare zu „Ewiges Leben: Ein verhängnisvoller Glaube

  1. Sorry, „Ehrfurcht bei der Gegenwart der Natur“, „die Wahrnehmung von Schönheit im hier und heute“ –das ist doch mystizismus hoch 3! Für vernünftige (ab-)lebensplanung kann „das Schöne“ kein massstab sein, weil es nicht beweisbar existiert. Wenn man den kunstgeschichtlichen und gesellschaftlichen unterschied zwischen den werken von Hrdlicka und Michelangelo ausblendet, kann man doch gar nicht beweisen, dass Hrdlickas Werke schöner sind!
    Nein, bei so wolkigen Begriffen lohnt sich die Lektüre der Studien nicht.

    1. Ähm… Es ist dir hoffentlich klar, dass diese Formulierungen nicht direkt so in den Studien auftauchen. Außerdem hat dein Beitrag so viel Feingefühl wie eine Betonwand, von den ganzen logischen und empirischen Fehlern abgesehen. Unser Schönheitsempfinden ist zweifellos auch ein Produkt der Evolution: Wir finden Umgebungen schön, in denen wir angenehm leben können und wir finden Partner schön, die gut zur Fortpflanzung geeignet sind.

      Was soll das heißen: Das Schöne existiert nicht beweisbar? Außer Atomen, Elementarteilchen und Molekülen existiert beweisbar überhaupt nichts! Beziehe das in deine Sprache mit ein und wir werden sehen, wie viel von deinem Vokabular übrig bleibt!

      1. „Wir finden Umgebungen schön, in denen wir angenehm leben können und wir finden Partner schön, die gut zur Fortpflanzung geeignet sind.“ Schön, aber die Studie kann nicht bewiesen haben, daß Gläubige darauf weniger wert legen würden, denn wenn es so wäre, wäre Religion ja längst ausgestorben.

    2. Ich glaube, dass mit deinen Zitaten subjektive Empfindungen von Individuen gemeint sind; – keine Verallgemeinerungen/Pauschalisierungen, wie man sie in der Bibel (oder ähnlichen Heilsbotschaften) nachlesen kann.

      Gemeint ist: Wer in der Lage ist, seine unmittelbare Umgebung wertzuschätzen, ihr etwas abzugewinnen, wird den Tod eher akzeptieren können als jene, die gedanklich in Vorstellungen von einer besseren (subjektive Empfindung!) Welt schwelgen, die sie noch nie erlebt haben, und obendrein noch auf ein Ereignis warten, dass ihnen Zugang zu dieser Welt gewährt.

      1. Das Problem bei religionen ist ja eben, daß sie die Bedeutung subjektiver Empfindungen (z.B. Visionen) in Form einer Geistwelt objektivieren.
        Ich weiß nicht, was da genau wie getestet wurde, nur die Wörter aus dem evo-Magazin lassen nichts sinnvolles erwarten.

  2. „Gläubige Menschen möchten so lange leben wie möglich“
    Das klingt, als zweifeln viele gläubige Menschen am ewigen Leben nach dem Tod. Die meisten christlichen Religionsführer und Theologen haben überhaupt keine Ahnung, wie das ewige Leben bei Gott aussehen soll. Sie beharren eher auf dem Wunderglauben und stellen Jesus lieber in den Mittelpunkt, als über das ewige Leben zu philosophieren.

    Im Christentum wird Selbstmord aus guten Grund abgelehnt, denn wo käme diese Religion hin, wenn Gläubige anfingen in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits sich umzubringen.

  3. @Al-Maari: Korrekt – und das führt dann dazu, dass eine dogmatische Hemmschwelle mit Diskussionsverbot in Richtung humanes Sterben aufgebaut wird.

    1. Nein, keine christliche Invasion. Zumindest nicht nur, ein Stern ist von mir (ich glaube die beste Bezeichnung ist atheistischer Agnostiker).

      Ich halte die Interpretation der Umfragen für sehr einseitig. Man könnte die Ergebnisse auch viel positiver interpretieren. So könnte man zum Beispiel sagen, dass damit gezeigt wurde, dass Glaube in der Lage ist Menschen Hoffnung zu bringen. Also da beziehe ich mich jetzt auf den Teil:

      „Zum Beispiel sagten Leute, die Gott für ihren Führer und Mentor halten, mit höherer Wahrscheinlichkeit, dass sie eine medizinische Intervention möchten, wenn sie einen Schlaganfall erleiden oder im Koma liegen würden ohne Chance auf Erhohlung, oder wenn sie an schmerzhaftem Leberkrebs litten.“

      Die Hoffnung mag hier zwar unbegründet sein, aber ist per se ja noch keine schlechte Sache.

      Und weitere Begründungen in dem Text halte ich für nicht schlüssig. So wird gesagt:

      „Diese Menschen glauben, dass ihr Gott sie durch ein Wunder vor ihrem Tod bewahren wird. Und dies führt zu einigen Problemen. Zum Beispiel sorgen Menschen, die „eine religiöse Ehrfurcht“ erfahren, seltener für ihren Tod vor.“

      Dass gläubige Menschen deshalb nicht für ihren Tod vorsorgen, weil sie (evtl. unbewusst) glauben, dass sie nie sterben werden ist absurd. Gläubigen wird sehr wohl bewusst sein, dass sie irgendwann sterben werden. Möglicherweise verstärkt Glaube die Tendenz den eigenen Tod zu verdrängen. Genauso könnte es aber auch eine dritte Variable geben, die sowohl Glaube als auch die mangelnde Vorsorge für den eigenen Tod befördert.

      Weiterhin unterstellt der Text, dass gläubige Menschen keine „Ehrfurcht bei der Gegenwart der Natur, [dem] Genuss von Musik oder Kunst“ hätten. Das sehe ich nicht.

      Es ist generell schlechter Argumentationsstil die Gegenseite in platter Weise schlecht zu reden und ich finde das tut dieser Text. Besser wäre es ihren Standpunk so stark wie möglich zu machen und ihn dann zu widerlegen.

      1. noch eine Ergänzung:

        Ich hab gerade mal einen Komentar unter dem verlinkten Artikel gelesen:

        „This is so true. I recently had a patient die (a long and painful death) and his wife wouldn’t leave the bedside for *hours.* She honestly believed that god was going to bring her husband back to life. We had to call security to remove her from the building.“

        Eine solch absurde Hoffnung kann natürlich schon negative Konsequenzen haben. Wobei die Konsequenz in diesem Fall jetzt auch nicht so tragisch war. Und die gute Frau in dem Moment wahrscheinlich eh nicht sehr zurechnungsfähig war. Immerhin ist ihr Mann gerade gestorben…

      2. und eine Edit-Funktion wär echt gut. Um die Rechtschreibfehler noch zu beseitigen 😉 Schade dass das bei WorldPress nicht geht.

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