Spalta, Wissenschaftsrat!

Theologie: Etwas, das im 16. Jahrhundert erledigt wurde

Der Deutsche Wissenschaftsrat empfiehlt, dass an deutschen Unis Imame ausgebildet werden sollen. Lehrstühle für islamische Theologie werden auch tatsächlich eingerichtet, da alle Parteien den Vorschlag toll finden. Positiv kann man anmerken, dass der Wissenschaftsrat die katholische Kirche aufgefordert hat, sich aus dem Habilitationsverfahren zurückzuziehen, weil es sich bei der Zulassung von Professoren „um eine rein akademische Angelegenheit handelt“ – Außenstehende könnten irrtümlicherweise meinen, dies wäre selbstverständlich.

Negativ könnte man anmerken:

Der Wissenschaftsrat hat die wissenschaftliche Methode verraten, ist eine Schande für dieses Land, eine Verschwendung von Steuermitteln, der letzte Nagel auf dem Sarg wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit und niemand muss länger darauf hören, was er sagt. Wenn neben christlichen nun auch islamische Theologen an deutschen Universitäten ausgebildet werden, wo ist die Grenze? Warum keinen Lehrstuhl für Homöopathie (ah ja, den gibt es bereits…)? Theologie ist weder Wissenschaft noch Kunst, allenfalls die Kunst, totalen Unfug auf eine Weise zu formulieren, die ihn etwas weniger idiotisch klingen lässt.

Es ist tragisch, wenn man heute auf einen IBKA-Rundbrief zum Thema von 2005 zurückblickt:

Das Bundesverwaltungsgericht hat damit die Ent­scheidung der Universität bestätigt. Die theologische Fakultät der Universität Göttingen sei eine konfes­sionsgebundene Einrichtung, sie diene der Aus­bildung des theologischen Nachwuchses der evange­lischen Kirche wie auch der Vertiefung und Übermittlung von Glaubenssätzen. Die an ihr tätigen Hochschullehrer übten damit ein konfessions­gebundenes Amt aus. Dafür sei nur geeignet, wer ein entsprechendes Bekenntnis hätte. Die Universität sei berechtigt und in Evidenzfällen sogar verpflichtet, ihren Lehrbetrieb so zu organisieren, dass dieser den kirchlichen Eignungsanforderungen genüge. Und da Lüdemann ja weiterhin vom Staat in anderer Position bezahlt werde, sei die Versetzung auch hinnehmbar.

Damit hat, so Gerd Lüdemann, ein höchstes deutsches Gericht festgelegt, dass Theologie keine Wissenschaft und letztlich ein Fremdkörper an der Universität sei.

In diesem Gerichtsurteil wird festgehalten, dass für die Lehre an einer Theologischen Fakultät Glauben vor Wissenschaft geht, die Fakultät der Glaubens­vermittlung, also der Mission dient, und die Universität sich den Anforderungen der Kirche beugen muss.

Doch statt über die Beendigung dieser Zustände zu verhandeln, denken die Bundesländer längst über eine Ausweitung nach: Die ersten muslimischen Lehrstühle sind bereits in Planung.

Tragisch, weil es genau so gekommen ist, wie man es damals befürchtete: Anstelle die theologischen Fremdkörper aus den Universitäten zu entfernen, werden nun weitere feindliche Agenten unsere letzten Zuflüchte der Wissenschaftlichkeit infiltrieren. Das Problem besteht darin:

Glaube basiert auf Tradition, Autorität und Offenbarung.

Wissenschaft basiert auf Prüfung, Erfahrung und Logik.

Vermischt man die beiden, kommt Theologie dabei heraus. Man glaubt, was man glauben muss und überprüft den Rest – manchmal, ein wenig, zum Teil. Dann vergisst man wieder, was man herausgefunden hat, weil es der Kirche nicht gefällt.

Theologie ist nicht nur sinnlos, sondern schädlich. Steuerzahler müssen für Professoren aufkommen, deren Beruf es ist, sie anzulügen und Fakten zu leugnen. Es geht nicht um die Wahrheit, sondern um die „Vertiefung und Vermittlung von Glaubenssätzen“, also darum, falsches Zeug, was man einfach so glaubt, noch stärker zu glauben und es anderen Leuten professionell einzutrichtern.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“, für sie gehöre dieser Schritt „zu einer überzeugenden Integrationspolitik in modernen Gesellschaften“ […] Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, äußerte sich zustimmend: „Der Wissenschaftsrat setzt mit seiner Empfehlung ein richtiges Zeichen für die Integration der etwa vier Millionen Muslime in Deutschland.

Das erfährt man bei Welt Online. Den Politikern gefällts, weil mit diesem Eingriff in die wissenschaftliche Integrität der Universitäten ein politisches Problem gelöst werden soll. Aber die Politik hat nichts verloren in der Wissenschaft! Die Freiheit der Forschung muss gewährleistet sein – nicht die Freiheit, eine religiöse Ideologie auf Staatskosten zu rechtfertigen! Die Politik missbraucht die Universitäten für ihre eigenen Ziele! Genau das hat die Bush-Regierung auch getan, als sie wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch manipuliert hat, zum Beispiel Ergebnisse zum Klimawandel und zum Nutzen von Kondomen.

Nun gießen deutsche Politiker die Forschung in ihr Integrationsförmchen. Von christlichen Theologen weiß man, dass sie bestimmte Dinge nicht herausfinden dürfen, wenn sie nicht, wie Gerd Lüdemann, entlassen werden möchten. Was wird es sein, das islamische Theologen nicht herausfinden dürfen? Dass der Erzengel Gabriel doch nicht dem Propheten die erste Sure des Korans diktiert hat? Dass es im Himmel doch keine 72 Jungfrauen gibt? Dass Frauen gar nicht minderwertig sind?

22 Kommentare zu “Spalta, Wissenschaftsrat!

  1. Bruno sagt:

    Die Shavan ist doch selber studierte katholische Theologin. Warum sollte sie die Hand beißen, die sie gefüttert hat?

  2. Malte sagt:

    Während es eher belustigend ist, wie der christliche Betverein um die Evangelisten herumeiert wenn es nur um den Namen Jesus‘ Großvater väterlicherseits geht so fürchte ich, dass schon bei der These, dass Mohammed ein Arianer gewesen sein könnte der weiland eine Zweigstelle dieser Sekte aufgemacht hat das Gelände sofort hermetisch abgeriegelt wird.
    Sie dürfen ohnehin an keiner Zeile ihres Märchenbuches zweifeln, allein eine attestierte Geisteskrankheit kann sie vor der Bestrafung wegen Apostasie bewahren. Ich meine: eigentlich fehlt denen allen nur das Attest.

  3. Bebu sagt:

    Manchmal wäre ich gerne Arzt. Dann könnte ich mir die Mittel verschreiben, die mich diesen Wahnsinn ertragen lassen…

  4. PlainCitizen sagt:

    Religion ist Meinung, beruhend auf Offenbarung, die sich nicht unterscheiden lässt von Halluzination.

    Ein Lehrstuhl für behauptete Halluzinationen also. Wahnsinn, akademisiert.

  5. gingganz sagt:

    Wenn die Buß- und Betvereine aller Couleur Vorbeter brauchen, dann sollen sie die in eigener Verantwortung und auf eigene Kosten ausbilden. An staatlichen Universitäten haben die m.E. nichts zu suchen.

  6. Yasemin sagt:

    Islam und Wissenschaft… Was brauchen die überhaupt Forschen? Steht doch eh alles im Koran bzw. in den Haditen! Wissen die etwa noch nicht alles?

    Andererseits: Wo kommen denn die ganzen Importimame her? Ist es nicht besser, wenn islamische Theologen staatlich kontrolliert werden?

    • Bebu sagt:

      „Ist es nicht besser, wenn islamische Theologen staatlich kontrolliert werden?“
      –> Ein staatliche Kontrolle sollte auch möglich sein, wenn Imame, Priester & Co auf eigene Kosten an eigenen Instituten von den Religionsgemeinschaften ausgebildet werden. Dazu braucht es keinen Lehrstuhl an einer öffentlichen Universität.

      • nichtbriefmarkensammler sagt:

        Meinst Du wirklich, dass in einem eigenen Institut die Kontrolle so gut funktionieren würde wie an einer Hochschule? Alternativ wäre es vielleicht möglich sie zwar an den Unis zu lassen, aber die Kirche viel stärker an den Kosten zu beteiligen. Wobei es bei Imamen da ja nicht wirklich eine Anlaufstelle gibt von der man Geld einfordern könnte? Ich kann aber auch Andreas Argument verstehen, dass Religion eigentlich nichts in wissenschaftlichen Einrichtungen verloren hat.

    • Exo sagt:

      Nein, Yasemin, das ist nicht besser.
      Der Staat mischt sich zwar besserwisserisch überall ein, aber seine Pflichten erfüllt er nicht.
      „Er“ sieht in Christentum und Islam hilfreiche Mittel zum Zwecke der Entmündigung des freien Bürgers. Unfreie Menschen lassen sich leichter regieren, weil manipulieren.
      Konservative und Linke sind in dieser Sache einer Meinung. Die einen werden abhängig gemacht von religiösen Zwängen, die anderen vom Sozialsystem. Fällt beides zusammen, wie bei vielen Moslems, hat man das idiotische Stimmvieh beisammen, welches die Politikerpfründe sichert.
      Dieser Staat steht nicht auf „unserer“ Seite.

  7. gingganz sagt:

    Zitat: Der religionspolitische Sprecher der Linken, Raju Sharma, betonte, „gerade die Einbindung in den vielfältigen Wissenschaftsbetrieb von Universitäten dürfte im Sinne der europäischen Aufklärung Forschung und Lehre befruchten“. Zitat Ende (Quelle: http://WWW.Welt.de).
    Ja ist klar, die Religion hat den Wissenschaftsbetrieb schon immer mächtig vorangebracht. Und ohne Religion gäbe es ja auch keine Aufkläreung. Es gäbe ja gar nichts, worüber man hätte aufklären können. Auf so viel Unverfrorenheit muss man erst mal kommen.

  8. Daniel Annen sagt:

    Immerhin hat gestern die deutsche Tagesschau nach dem Beitrag zu den Imamen mit einem weiteren Beitrag ein bisschen Zweifel gesät…

  9. Jens sagt:

    Übrigens müssen angehende Lehrerinnen und Lehrer an Baden-Württembergs Pädagogischen „Hochschulen“ obligatorisch Theologie-Veranstaltungen besuchen. Siehe z.B. http://www.ph-weingarten.de/de/studium-lehre-weiterbildung/studium-lehre-weiterbildung-allg-studienberatung-faqs.php

    • Andreas P sagt:

      Danke für den Hinweis, das war mir neu! Dem Wahnsinn ist echt keine Grenze gesetzt. 😛

      Aber gut, was will man erwarten, wenn man eine Böckin zur Gartenbauministerin ernennt…

  10. Marcel sagt:

    Ich sehe das eher positiv. Endlich macht man aus dem Islam das, was zum glück schon aus den Kirchen geworden ist: Ein durch staatlich ausgebildete Geistliche schrittweise zerfallender Verein. Mal im ernst: die Wahrscheinlichkeit, dass ein an einer deutschen Hochschule studierter Imam den gleichen menschenfeindlichen Müll predigt wie seine, aus original islamischen Ländern stammenden, Artgenossen halte ich für gering. Die Theologie an Hochschulen ist überflüssig, widersprüchlich aber wenigstens nicht gefährlich.

    • nichtbriefmarkensammler sagt:

      Ich bin bei dem Thema unentschlossen. Dein Argument kann ich aber gut nachvollziehen. Vielleicht ist es einfacher eine fundamentale Religion zunächst in eine Religion Light (wie MSS immer so schön sagt) umzuwandeln und anschließend ganz loszuwerden, als dieses direkt zu versuchen.

    • nichtbriefmarkensammler sagt:

      Wobei die Frage bleibt, ob in Deutschland wirklich das Ausbilden von Religionslehrern an Unis etc. bewirkt hat, dass wir heute eine Religion Light haben, oder ob andere Faktoren dafür verantwortlich sind; Und Theologie an den Unis dabei vielleicht sogar eher hinderlich war.

    • nichtbriefmarkensammler sagt:

      Ich denke mal, dass Religion an den Unis ja primär auf die Ausbildung von Lehrern abzielt. Und ich halte einen gemeinsamen Ethik Unterricht für bedeutend sinnvoller als einzelne Religionsunterrichte. Und dieses ist auch das weitaus bessere Mittel zumindest eine Religion Light zu bewirken. Ich bin doch nicht unentschlossen merke ich gerade: Ethikunterricht für alle an Schulen, dann braucht man auch keine Religion an den Hochschulen!

  11. Weltbürger sagt:

    Bin ernsthaft entsetzt, was der Wissenschaftsrat da verzapft hat – er sollte wegen Unwissenschaftlichkeit aufgelöst werden.
    An der mangelhaften Trennung von Staat und Kirche scheinen sich nur Konfessionslose zu stören.
    Es sollte man klar (von der Wissenschaft!) geklärt werden, ob Theologie eine Pseudowissenschaft ist oder nicht.
    Aber solange studierte Theologen unsere Volksvertreter sind, wird sich an den Missständen nichts ändern.

    Andreas for Bundeskanzler! 😉

  12. yasemin sagt:

    Das dachte ich auch, dass sich die islamischen Theolgen damit ins eigene Fleisch schneiden würden. Sie müssten zumindest pseudowissenschaftlich werden, denn nicht einmal das sind sie bis dato, und dann müssten sie sich gegen echte Wissenschaft stellen. Da kann man nicht einfach leute morden.

    Aber irgendwie verstehe ich die Welt nicht mehr: Der Begründer war angeblich jemand, der weder Lesen noch Schreiben konnte. Jetzt sollen auf einmal Hochgebildete notwendig sein, damit der Koran auch richtig verstanden werde…

    In London kann man übrigens den Erfindergeist des Islams bewundern – nur so nebenbei.

  13. yilo sagt:

    Da muss ich Atatürk ziteiren:

    „Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs (Mohammed) und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Moslems in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet“

  14. Al Maari sagt:

    Sollten deutsche Universität Imane ausbilden, wäre es nur konsequent, wenn Kurse für Geistliche anderer Sekten wie Scientology und Zeugen Jehovas angeboten werden.

  15. kretzer sagt:

    Wie hat einer so schön formuliert: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“.

    Wann hört der Wahnsinn endlich auf?

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