Salman Rushdie über Amnesty

Salman Rushdie, Foto: Brett Weinstein (CC Attribution Sharealike 2.5)
Salman Rushdie bei einer Diskussion in der Emory-Universität, Foto: Brett Weinstein, CC Attribution Sharealike 2.5, http://en.wikipedia.org/wiki/File:Sir_Ahmed_Salman_Rushdie.jpg

Amnesty International hat sich mit dem Taliban-Befürworter Moazzam Begg verbrüdert und Gita Sahgal, welche dies kritisierte, entlassen. Im Folgenden die Stellungnahme des Schriftstellers (Die satanischen Verse) und säkularen Humanisten Salman Rushdie zur Amnesty-Affäre aus der Sunday Times:

Amnesty International hat seinem Ruf unermesslichen Schaden zugefügt, indem sie sich mit Moazzam Begg und seiner Gruppierung Cageprisoners verbrüdert und diese als Streiter für Menschenrechte hochgehalten hat. Es sieht stark danach aus, als leide die Führung von Amnesty an einer Art moralischem Bankrott und als habe sie ihre Fähigkeit verloren, Richtig von Falsch zu unterscheiden.

Die Organisation hat ihren Fehler erheblich vergrößert, indem sie die gefürchtete Gita Sahgal für das Verbrechen, ihr Anliegen öffentlich vorgetragen zu haben, entlassen hat. Gita Sahgal ist eine Frau von gewaltiger Integrität und Distinktion und ich bin ihr persönlich dankbar für die mutigen Positionen, die sie zur Zeit der Khomeini-Fatwa gegen Die satanischen Verse als führendes Mitglied der Gruppen Southall Black Sisters und Women Against Fundamentalism, vertreten hat.

Menschen wie Gita Sahgal sind die wahren Stimmen der Menschenrechtsbewegung; Amnesty und Begg haben mit ihren Stellungnahmen und Taten gezeigt, dass sie unsere Verachtung verdienen.

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4 Kommentare zu „Salman Rushdie über Amnesty

  1. Entropie: Selbst Vereine, die von den moralisch anständigsten und hellsichtigsten Menschen zur Verfolgung eines klar definierten, konsensfähigen und löblichen Ansinnens gegründet werden, mutieren anscheinend irgendwann zu Ansammlungen wichtigtuerischer Arschlöcher.

    Dazu die von derAutor genannten Probleme: Man überkompensiert auch den eigenen Kolonialzeit-Snobismus… indem man jetzt völlig leugnet, dass es so etwas wie Zivilisation gibt. Das Ermorden von Karikaturisten und Schriftstellern, das Vergasen von Juden und das Verbrennen von Witwen sind das Gegenteil davon.

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