„Aufklärung wurde getrieben“

…doch eigentlich war es nicht Aufklärung, was da getrieben wurde. Bei wissenrockt.de gibt es nun von mir eine kommentierte Zusammenfassung der hartaberfair-Sendung über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Viel Spaß:

Zum Artikel

7 Kommentare zu „„Aufklärung wurde getrieben“

  1. @verlinkter Artikel: Wunderprächtige, treffende Polemik – chapeau! 🙂

    – Nur am Rande, für Faule: Spräche was dagegen, die hier auch noch mal direkt einzustellen?

  2. „Stattdessen haben wir eine katholische Betroffenheitsveranstaltung bekommen.“
    –> Für deutsche Fernsehverhältnisse war das doch sogar eine recht kritische Runde zu dem Thema. Gab da schon ganz andere Paptsknutscherrunden. Erst letzte Woche bin ich beim Zappen kurz bei einer Phoenixrunde mit

    Matthias Drobinski (Süddeutsche Zeitung),
    Ursula Raue (Beauftragte des Jesuitenordens für Missbrauchsfälle) und
    Annegret Laakmann (Reformbewegung „Wir sind Kirche“)

    (http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/phoenix_runde/288953?datum=2010-02-19)

    hängen geblieben. Da gab es gar keine kritische Stimme von außerhalb.

    Aber natürlich hast du damit recht, dass diese Runde ein Witz war und es eines kompetenten, eloquenten Religionskritikers bedurft hätte.

  3. Mal ganz ehrlich, die Studie, auf die im Text angesprochen wurde, die darauf hinweisen soll, „dass es einen Zusammenhang zwischen starker Religiosität und sexuellem Missbrauch zu geben scheint“ ist doch ein Witz. Würde mir ein Homöopathieanhänger eine solche „Studie“ als Wirkungsnachweis präsentieren, würde ich ihn auslachen…

    Nicht das ich falsch verstanden werde, mir geht es darum, daß man bei einem solchen Thema seine Argumentation nicht auf so tönerne Füße stellen sollte. Da gibt es bessere Quellen, bei denen sich die Kirchen wunderbar selbst entlarven.

    1. Da ich nicht auf eine, sondern auf mehrere Studien verweise, ist mir nicht klar, wovon du überhaupt sprichst.

  4. So ziemlich alle, die auf dieser verlinkten Seite aufgeführt werden: http://epiphenom.fieldofscience.com/2010/02/should-we-entrust-children-to-care-of.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+BhaScienceGroup+%28Epiphenom%29

    Die erste Studie (die zurecht als Unwissenschaftlich bezeichnet wird), die die Anzahl der Straftäter nicht in den Kontext der gesamtgesellschaftlichen Verteilung stellt.

    Die zweite „Studie“ mit gerade mal 111 „Teilnehmern“. Ich denke, dazu braucht man nicht viel zu sagen..

    Und die Dritte Studie, die festgestellt haben will, daß orthodoxe Juden häufiger wegen sexueller Verbrechen im Gefängnis sitzen. Zwar wird hier darauf hingewiesen, daß diese Gruppe zwar deutlich weniger Straffällig wird, als ihre Verbreitung in der Gesellschaft Israels erwarten ließe, aber dafür wird nicht differenziert für welche Sexualdelikte diese Personen einsaßen. Man darf nicht vergessen, daß bis 1994 homosexuelle Handlungen zwischen Männern offiziell noch gemäß §175 StGB strafbar waren. Und die in Deutschland legalen sexuellen Handlungen zwischen über 14- Jährigen (von Ausnahmen abgesehen) stellen in den meisten amerikanischen Staaten Kindesmißbrauch dar. In Frankreich gibt es dafür kein Inzestverbot. Also, ohne darzustellen, was hier alles unter den Begriff „Sexualverbrechen“ fällt, wenig aussagekräftig. Zudem ist die Studie mit ebenfalls gerade mal 197 Befragten auch nicht besonders überzeugend.

    Und zur letzten dort genannten Studie: Wie wie wahrscheinlich es ist, daß an einer Universität in einer Hochburg des evangelikalen Protestantimus (Nicht ohne Grund wird Tenessee, von woher die Studie stammt auch „The Buckle of the Bible Belt“ genannt), die Angehörigen eines Mißbrauchsopfers dem evangelikalem Protestantismus angehören, kann man sich auch irgendwie denken..

    1. Ich kann mich ja irren, aber werden nicht sehr viele Studien nur mit einer so „geringen“ Zahl an Beteiligten durchgeführt?

      1. Ja, es gibt mehrere „Studien“ dieser Art. Wobei man sich aber oftmals fragen muss, warum solche Studien überhaupt gemacht werden. War da jemandem langweilig? Musste schnell Geld verbrannt werden, damit keine Zuschüße gekürzt werden, oder ist das ein metaphysisches Lebenszeichen ans Dekanat? Die wissenschaftliche Aussagekraft solcher Studien ist aber eher begrenzt. Ungefähr vergleichbar mit den Telefonteds im Videotext der Privatsender..

        Mal andersrum: Wie glaubwürdig würden die Studien hier eingeschätzt werden, wenn das Ergebnis lauten „Mißbrauchsgefahr unter Atheisten größer als bei religiösen Menschen“?

Kommentare sind geschlossen.