Dänische Zeitung entschuldigt sich für Karikaturen

Mohammed T-Shirt, MetroSpy (http://www.shopmetrospy.com)

Die linksliberale dänische Zeitung „Politiken“ hat sich bei 94.923 Nachkommen des „Propheten“ Mohammed für den Abdruck einer der umstrittenen Karikaturen entschuldigt. Das an sich ist ja bereits geistesgestört.

Aber es ist wirklich kein Scherz. Und es wird verrückter, so heißt es bei der Taz:

Verhandelt hatte „Politiken“ mit dem saudi-arabischen Rechtsanwalt Faisal Yamani. Der gibt an, acht muslimische Organisationen mit 94.923 Nachkommen des Propheten Mohammed zu vertreten und fordert unter Androhung rechtlicher Schritte von elf dänischen Zeitungen eine Entschuldigung für die Veröffentlichung von Kurt Westergaards Karikatur.

Kein Gericht der westlichen Welt würde jemals eine Mohammed-Karikatur verbieten, weil sich dessen 94.923 angebliche Nachkommen in ihren Persönlichkeitsrechten beeinträchtigt fühlen. Da könnten ja auch die Nachkommen von Dschinghis Khan vor Gericht Karikaturen untersagen lassen.

Die Zeitung bezeichnete ihren Abdruck einer der Karikaturen als „Fehler“ und „beklagt, dass unser Wiederabdruck der Karikaturzeichnung des Propheten Mohammed Muslime in Dänemark und in anderen Ländern weltweit gekränkt hat”.

Die Vorsitzende der linksliberalen „Radikalen“ Margrethe Vestager und Ex-Außenminister Uffe Ellemann-Jensen begrüßen beide die Entschuldigung. Und 84% der Dänen begrüßten die Entscheidung der Presse, die Karikatur nach einem Anschlag auf Westergaard 2010 nicht noch einmal abzudrucken.

Immerhin kritisieren die Mehrzahl der Medien und auch Reporter ohne Grenzen die Entschuldigung. Ich finde, die westliche Welt hätte den Islamisten gleich eindeutig zeigen müssen, dass sie kein Recht haben, ihre Wut auf Karikaturen in Form von Mord und Totschlag auszudrücken.

Der Urheber des T-Shirts oben erhielt übrigens auch Todesdrohungen. Als er die Mails inklusive Absender auf seiner Website veröffentlichte, nahmen die Drohungen stark ab und der Ton wurde freundlicher. Ich überlege auch selbst, was ich in diesem Fall tun würde. Ich denke, ich würde Absender, Mailadresse und IP-Adresse der Drohenden auf meinem Blog veröffentlichen und außerdem eine Kopie an die Staatsanwaltschaft schicken. Wahrscheinlich würde ich ihn obendrein noch anzeigen. Vielleicht verinnerlichen die Spinner dann ein paar Benimmregeln. Auf jeden Fall muss sich niemand Todesdrohungen bieten lassen.

8 Kommentare zu „Dänische Zeitung entschuldigt sich für Karikaturen

  1. Zum Glück gibt es keine Nachkommen von Hitler. Da müsste man dann ja eine Entschuldigungsorgie nach der anderen starten.

    1. Keine direkten Nachkommen. Aber er ist nicht aus dem Nichts aufgetaucht, sondern hat durchaus Verwandte. (Nicht nur die im Geiste.)

  2. Mehr ist zu diesem Einknicken vor Dummheit auch nicht zu sagen. Ich frage mich immer, wo die vielen angeblichen Nachfahren Muhammads herkommen, gleich ob Herrscher des marokkanischen oder haschemitischen Königshauses, wo das „Siegel der Propheten“ nur weibliche überlebende Kinder hatte. Egal, im Falle von Bedrohungen hilft nur: Öffentlichkeit herstellen!

  3. ich hätte die Verhandlung nach 10 Minuten vertagt und den Klägern die Beibringung eines Abstammungsnachweises auferlegt. Da frage ich mich doch gleich, ob Mohammeds Abstammung vom Affen auch bestritten wird. Fragen über Fragen!

  4. Ja das ist wirklich Gehirnkrank. Solltest Du einmal Drohungen erhalten, werde ich sie Dir auch veröffentlichen. Eine Drohung an mich gerichtet würde mein verhalten nicht ändern

  5. Realsatire, die eines zeigt: Wer eine Drohkulisse aufbauen kann, der geglaubt wird, kann auch Forderungen stellen, die sonst höchstens belächelt würden.
    Vorauseilender Gehorsam ist auch was Interessantes. Die Demographie wird zeigen, ob Europa eine moderate oder eine eher strenge muslimische Region wird. 😉

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