Möller gegen Gott

Eine ZDF-Doku über Philipp Möllers Besuch des Kirchentages:

Der kann echt gut mit Menschen umgehen und öffentlich auftreten. Ich hätte ja schon zwanzig von denen auf dem Weg zum Bus erwürgt.

Schade, dass es keine atheistische Gegendarstellung zu den Kirchenfinanzen gab. Mal wieder.

15 Kommentare zu „Möller gegen Gott

  1. „Für die Kindertagesstätten bekommen die bösen Atheisten viel mehr Geld vom Staat. Total Moppelkotze, sowas! Da müssen wir Kirchen auch noch von unseren ehrlich und hart verdienten Geld aus den Kirchensteuern zuzahlen. Dass der Herr Möller das einfach unter den Tisch kehren wollte, ist ja eine große Sauerei!“

    Dazu fehlen mir einfach die Worte XD

    1. „„Für die Kindertagesstätten bekommen die bösen Atheisten viel mehr Geld vom Staat.“

      Und der Rest wird dann von der pösen Atheistensteuer gegenfinanziert.

  2. Das mit den Kindertagesstätten stimmt nicht! Ich habe jahrelang als Leitung eines kirchlichen Kindergartens gearbeitet mit vollem Einblick in die Finanzen: da kam kein Cent von der Kirche. Selbst der Pfarrer hat sich deshalb bei der Landeskirche beschwert.
    Das einzige, was die Kirche beiträgt, ist, dass sie die Gehaltsabrechnungen erstellt. Die Gehälter selbst kommen aber vollständig von Land und Kommune. Was zur 100%igen Finanzierung fehlt, wird durch Elternbeiträge, Feste, Basare etc. aufgebracht.
    Und der Gehaltsabrechnung mit Weihnachtsgeld legt die Kirchenstelle einen Spendenaufruf mit Überweisungsträger bei und der Pfarrer meint, Überstunden würde man ohne irgendeinen Ausgleich machen, weil er ja auch rund um die Uhr im Dienst wäre. Am liebsten wäre es denen, man würde noch Geld zum arbeiten mitbringen.

  3. Boah, Respekt an Herrn Möller… das is ja schon ne geballte Ladung gewesen 🙂

    „Ich empfinde das jetz schon als Angriff“ 😀 ich werd nimmer

  4. Leider ist Herr Möller etwas unsympathisch rübergekommen. Er hat zwar recht, kommt aber arrogant, nicht einfühlsam und nörglerisch rüber. Er ist zwar mutig und konfrontativ, argumentiert aber unflexibel. Die ganze Zeit über ist er schlecht gelaunt. Das kommt nicht so gut an.
    So hätte er auch einfach mal loben können, dass die Besucher des Kirchentages anscheinend gut miteinander auskommen und nett zu ihm sind.

    Jedesmal wenn jemand erwähnt, das Christentum würde einen zum guten Menschen machen, dann muss gekontert werden.
    Als der Ministerpräsident z.B. erwähnte ohne Glauben würde alles zusammenbrechen, da muss sofort gekontert werden: „Ich finde es ja schon ziemlich erschreckend, dass sie als einzigen Grund für ein menschenfreundliches Verhalten die Angst vor Höllenqualen haben. Sie haben ein ganz schön zynisches Menschenbild.“

    Die geschiedene Katholikin z.B. hat doch durch die Blume gesagt sie wäre nur noch in der Kirche wegen der Gemeinschaft. Da hätte er nachboren sollen. Denn am besten ist es, wenn man den Gegner sich selbst verheddern und so in Erklärungsnot kommen lässt.
    Gut wäre auch gewesen, wenn er die Gläubigen mit Widersprüchen zwischen ihren eigenen Aussagen und dem christlichen Glauben konfrontiert hätte.

    Herr Möller braucht dringend ein Rethorikseminar und etwas Schauspielunterricht. In der Argumentation erlebe ich ihn oft hölzern und verbissen. Dabei ist das doch idR nicht so schwer. Die Religiösen kommen immer mit den gleichen Angriffen und Ausreden. Die müssen dann einfach ruhig und bestimmt gekontert werden. So dass der Religiöse sich aufregt und so vor dem Publikum blossgestellt wird.
    Natürlich muss man je nach Gegenüber (Theologe, Laie, Politiker) und Thema etwas unterschiedlich argumentieren.

    Möller spielt noch nicht mal ansatzweise in der selben Liga wie MSS.

    1. Nachtrag: Als erzählt wurde, dass die Kirchen mittels Diakonie usw. die größten Arbeitgeber Deutschlands sind, muss viel konkreter reagiert werden.
      1. Die Kirchen werden für die öffentlichen Aufgaben, die sie wahrnehmen vom Staat bezahlt.
      2. Kirchliche Organisationen unterstehen einem anderen Arbeitsrecht, dass keine Betriebsräte, keinen Streik und auch sonst einiges an Nachteilen vorsieht. Dies wird als Wettbewerbsvorteil gegeüber säkularen Trägern auch rigoros ausgenutzt.

      Als Kommentar wäre von Möller besser gewesen: „Ich finde es schade, dass diese Menschen nur fähig sind über eine absurde und grausige Fantasiewelt zusammenzufinden.“ anstatt „Ohne diesen Film wäre ich nicht hier.“
      Ich fühle mich sehr schlecht von ihm vertreten. Er hat es verpasst den Humanismus/Atheismus der Öffentlichkeit als bessere Alternative zu präsentieren.

      1. Also bitte. Warum nicht einfach sachlich auflisten, was man besser tun könnte, ohne in solche absurden Wertungen zu verfallen?

        Wie dass er nicht in der Liga von MSS – der das seit Jahrzehnten macht – mitspielen würde. Natürlich nicht! Das kann ja gar nicht sein, wenn er neu ist im Bereich Religionskritik!

        Außerdem bin ich nicht deiner Meinung. Wäre er einfühlsamer, könnte er die berechtigten Kritikpunkte gar nicht ansprechen. Du hast doch gesehen, dass das eine Christenmädchen sofort eingeschnappt war bei einem simplen, offensichtlich korrekten Argument. Und er hat recht, dass man sich Respekt verdienen muss und was gibt es bei diesen Leuten zu respektieren? Vielleicht wäre es sogar besser, wenn mehr Menschen Christen wie verwirrte Individuen behandeln würden, die ihnen ein totes Huhn für ein Voodoo-Ritual verkaufen wollen.

        Wobei der Hauptfaktor ohnehin darin besteht, dass das ZDF alles so zusammenschneidet, dass es dem Christensender passt. Da könnte ein kaum bezwingbarer Rhetorikgigant wie Christopher Hitchens auftreten und das ZDF würde ihn schlecht aussehen lassen.

      2. Ihr vertretet beide verschiedene Ansichten, wie man mit Gläubigen umgehen sollte. Dawkins hat das hier kurz erklärt:

        Religion is a Load of Bullshit!

        Also man versucht es entweder auf die freundliche oder die konfrontative Art. Nur wird man mit ersterer nicht viel Aufmerksamkeit erregen. Entscheidend sind auf jeden Fall klare Argumente, um zum Nachdenken anzuregen.

      3. Zum einen finde ich es nicht in Ordnung, in dieser Weise über Herrn M. zu sprechen. Er hat sich mutig zur Verfügung gestellt und ausserordentlich engagiert. Zum anderen scheint nicht allen klar zu sein, wie ein Beitrag dieser Art produziert wird. Ich habe inzwischen selbst mehrere Drehs mitgemacht. In der Regel wird für einen Film von wenigen Minuten stundenlang vorbereitet und gedreht. Was am Ende übrigbleibt, kann man kaum beeinflussen. Von daher machen Forderungen nach bestimmten Kommentaren wenig Sinn. Vielleicht wurden diese gegeben, aber nicht von der Redaktion verwendet. Übrigens habe ich zwar ein grundsätzliches Problem mit den Öffentlich-Rechtlichen, das ZDF aber als sehr professionell erlebt.

    2. @ orkork,

      also im Gegensatz zu Dir, finde ich Herrn Moeller in dem Video sympatisch, vor allem da er dabei ja von der Offensive kommt.

      Mir ist er auch deswegen sympatisch, weil er NICHT schauspielt, obwohl das von Dir vorgeschlagen wurde. Meiner Meinung nach waere das „unehrlich“ und das macht mich ueber Deine eigene Wahrheit etwas nachdenklich.

      Zur Aussage: „dass sie als einzigen Grund für ein menschenfreundliches Verhalten die Angst vor Höllenqualen haben“; das ist ueberhaupt nicht christlich. Ein echter Christ tut nichts aus Angst sondern aus Liebe und wahre Liebe kennt keine Furcht.

      1. Also, da stimme ich zu. Man kann ja von Herrn Möller halten, was man will. Aber, wenn ich hier und bei der „Buskampagne“ die Einträge vieler Atheisten lese, die sind teilweise so heftig, unseriös, bösartig und vor allem immer beleidigend – da ist Philipp Möller doch eher sanft. Obwohl er nun gar nicht meine Meinung vertritt. Er ist eben Atheist. Und da regt er sich – das gehört sich so – über den Gekreuzigten auf. Ehrlich – Kinder sehen heute so viele Grausamkeiten, auch im Fernsehen. Und viele drehen nur aus Spaß mit dem Handy Filme, wie sie einen anderen Menschen fast zu Tode prügeln. Ich habe mich als Kind nie über den Gekreuzigten aufgeregt. Habe immer Gottes Liebe darin gesehen. Nun ja.
        War P.M. wirklich der einzige Ungläubige auf dem Kirchentag? Nicht jeder, der zu einer Kirche gehört, ist auch gläubig.
        „dass sie als einzigen Grund für ein menschenfreundliches Verhalten die Angst vor Höllenqualen haben“; diese Aussage wird oft gemacht. Ist aber deswegen nicht wahr. Gott hat mir so viel Gutes getan, da möchte ich anderen etwas abgeben. Vielleicht war das in früheren Jahrhunderten bei dem ein oder andern ein Grund – weiß ich nicht. Aber, lieber Herr Möller, ich kenne keinen einzigen Christen, der aus Angst vor der Hölle Gutes tut. Ganz ehrlich! Natürlich können auch Atheisten Gutes tun. Keine Frage.
        Gott beweisen zu wollen – das geht logischerweise nicht. Wenn es den Gott gibt, an den wir Christen (und Juden) glauben, dann kann Ihn niemand beweisen. Sonst wäre er nicht Gott, sondern ein Geschöpf unserer Phantasie. Wie es Atheisten behaupten. Jeder Mensch muss entscheiden, ob er an Gott glaubt oder nicht. Dabei hat Gott sich selbst oft bewiesen, durch seine Taten und seine Liebe. Auch das muss man allerdings annehmen und darauf vertrauen. Er beweist sich auch im Leben von Menschen. Wer nur glaubt aus Angst vor Strafe, glaubt an einen selbstgemachten Gott. Da ist leider auch in den Kirchen so manches schief gelaufen.
        Also, ich fand Philipp Möller als Atheisten nicht schlecht. War ja auch nicht einfach unter all den anderen. Ich bin sicher, er ist ein denkender Mensch und geht allem auf den Grund und lässt sich nicht abhalten von all dem Negativen, dass es eben im Laufe der Kirchengeschichte gab.

      2. „Wenn es den Gott gibt, an den wir Christen (und Juden) glauben, dann kann Ihn niemand beweisen. Sonst wäre er nicht Gott, sondern ein Geschöpf unserer Phantasie.“
        Das ist ein logischer Fehler, auch Zirkelschluss genannt.

      3. @Bärli: Nachtrag zu deinem Zirkelschluss:
        Deine „Argumentation“ lässt sich auf jedes beiliebige Beispiel erweitern:
        „Wenn es den Kobold gibt, an den ich glaube, dann kann den Kobold niemand beweisen. Sonst wäre er nicht der Kobold, sondern ein Geschöpf meiner Phantasie.“

        „Und viele drehen nur aus Spaß mit dem Handy Filme, wie sie einen anderen Menschen fast zu Tode prügeln. Ich habe mich als Kind nie über den Gekreuzigten aufgeregt. Habe immer Gottes Liebe darin gesehen. Nun ja.“

        Ich kenne niemanden, der es als Liebe irgendeines imaginären Gottes deutet, wenn Kinder diese Art von Filmen drehen. Aber eine zu Tode gefolterte Leiche als „Liebe“ eines Geistes zu empfinden, dazu gehört schon eine Menge an klerikaler Gehirnwäsche.

        „…Einträge vieler Atheisten lese, die sind teilweise so heftig, unseriös, bösartig und vor allem immer beleidigend…“

        Wenn du mal wirklich beleidigende Beiträge lesen willst, empfehle ich kreuz.net und Consorten. Ich würde dort niemals posten, dass es Gott nicht gibt; du aber kannst es nicht lassen, auf Seiten, die ein naturalistisches Weltbild vertreten (wie auch die Seiten der Buskampane), deine Missionsversuche zu starten. Und dieses seltsame Verhalten legen viele Christen an den Tag. Meint ihr wirklich, ihr könnt hier jemanden von euren Wahnideen überzeugen oder interessiert euch eine rationale Sicht der Welt? Im ersten Fall seid ihr an der falschen Adresse, im zweiten besteht noch Hoffnung.

  5. Was mich immer wieder wurmt ist diese Aussage: „Du kannst nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt!“

    Diese Leute scheinen auf die Nichtfalsifizierbarkeit ihrer Aussage auch noch mächtig stolz zu sein. Denn man kann Nichtexistenz nicht beweisen, es sei denn es handelt sich um ein paradoxes Gebilde. Witziger Weise schließt das den christlichen Gott mit seinen paradoxen Eigenschaften wie Allmacht, Allwissenheit und Allgüte schon im Ansatz aus.

    Aber die Unmöglichkeit Nichtexistenz zu beweisen, zwingt uns dazu, Indizien FÜR die behauptete Existenz aufzuzeigen. Deswegen sollte die erste Annahme zu einer Existenz-Behauptung sein, dass sie falsch ist. Denn diese Annahme kann man immer noch zum Widerspruch führen, umgekehrt funktioniert das in der Regel nicht.

    Würden wir also annehmen, dass jede behauptete Existenz wahr ist, dann wären wir hier schon fertig es gäbe keine Möglichkeit diese Annahmen zu korrigieren. Wissenszuwachs = 0.

    Andersrum: Wenn wir annehmen, dass jede behauptete Existenz falsch ist. Lässt sich durch bloßes Aufzeigen der Existenz der Wahrheitsgehalt der Aussage schnell korrigieren. Das so zu Stande kommende Aussagesystem hat eine wesentlich höhere Chance korrekte Aussagen zu enthalten. Jede Aussage die richtigerweise als falsch angenommen wurde, bleibt falsch und von den Aussagen die fälschlicherweise als falsch angenommen wurden, lassen sich die offensichtlichsten und relevantesten schnell wiederlegen und was dann noch übrig bleibt an falschen falsch-angenommenen Aussagen muss eben noch ein Weilchen auf seine Widerlegung warten, bis dahin sollte die falsche Annahme nicht so sehr ins Gewicht fallen, würde sie es tun, könnte man sie wohl leichter widerlegen. (Aufgepasst: es ging in dem Absatz um die Widerlegung von Nichtexistenzen. Doppelte Verneinung beachten)

    1. @Sim, „Was mich immer wieder wurmt ist diese Aussage: „Du kannst nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt!““

      Mancher Atheist hat auf der Suche nach Beweisen dass es Gott nicht gibt, genau das Gegenteil entdeckt.

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