Forschung vs. Politik

Die Wirklichkeit menschlicher Unterschiede

Der Blogger Vonhaeften, ebenfalls ein skeptischer Polemiker, hat sich unsere politische Elite vorgenommen und aufgezeigt, welchen Unsinn sie glaubt über Genetik und Intelligenzforschung:

Sigmar Gabriels Kernthese: Es ist alles kulturell vererbt, irgendwie

Er zitiert Steven Pinker mit einer trefflichen Bemerkung:

Menschen, die sagen, der IQ sei bedeutungslos, beschwören ihn sofort, wenn es darum geht, einen Mörder mit einem IQ von 64 hinzurichten, Bleifarbe zu entfernen, die den IQ eines Kindes um 5 Punkte senkt, oder festzustellen, ob George W. Bush für sein Amt geeignet ist.

Stimmt, unsere planlosen Lefties gebrauchen die Intelligenz immer dann, wann sie ihnen gerade in den Kram passt. Wenn es keine Intelligenz gibt oder diese unwichtig ist, wie kann George W. Bush dann dumm sein und warum ist das wichtig?

Nur in einem Punkt muss ich widersprechen:

Es gibt niemanden außer Jörg Blech vielleicht, der behauptet, daß die genetischen Unterschiede von ethnischen Gruppen der Grund für deren unterschiedliche Intelligenz sind.

Oh doch, und dazu gehört Thilo Sarrazin – wobei sie nicht sagen, der genetische Faktor wäre der einzige Grund. Es wird von mehreren Forschern ein genetischer Anteil für die durchschnittlichen Intelligenzunterschiede zwischen den Ethnien angenommen, auch wenn dies umstritten ist. Im amerikanischen „Skeptic“-Magazin gibt es einen Beitrag von 2005, wo sich Forscher darüber streiten:

http://www.skeptic.com/eskeptic/05-02-18

Fazit der Pro-Fraktion:

The best summary of its conclusions is like the one quoted above: Human subpopulations are “races”; they exist. They are familial subdivisions of the one species, Homo sapiens, to which we all belong. General readers who wish to be informed on the biology of race, in preparation for the next official hyperventilation on the subject, will do well to start with this book.

In den USA heißen diese Forscher „Rasse-Realisten“. Sie gehen von der realen Existenz von „Menschenrassen“ aus und auch von relevanten Unterschieden zwischen diesen. Aber das heißt nicht, dass sie daraus eine Forderung nach Diskriminierung für irgendwen ableiten würden.

In meinem Beitrag im Evo Magazin habe ich diese Forschung näher vorgestellt:

Die Unterdrückung der Intelligenzforschung

Aber bitte, ich sage ja nicht, dass man diese Position vertreten muss, denn wie erwähnt, ist sie umstritten (allerdings fachlich umstritten, was bedeutet, dass beide Seite gute Argumente haben). Selbst ich hätte mich besser als Versuchskaninchen für Bio-Kampfstoffe zur Verfügung gestellt, anstatt die Haltung der „Race Realists“ zu vertreten, insofern empfiehlt es sich wohl nicht für Politiker, dies zu tun (aber es ist meiner Einschätzung nach die überzeugenste Position, also vertrete ich sie allen Widerständen zum Trotz. Ein Hoch auf mich!).

Allerdings empfiehlt es sich auch nicht, sie in die Rassisten-Ecke zu stecken – die nicht nur von der realen Existenz von „Rassen“ (besser: genetisch leicht unterschiedlichen Ethnien oder Völker) ausgehen, sondern die manche als minderwertig bewerten und gegen sie diskriminieren wollen. Das ist etwas ganz anderes.

Vonhaeften schreibt über eine notwendige Auseinandersetzung mit der Forschung:

Doch setzt das voraus, daß man dazu bereit ist, sich nach Sätzen wie „die verhaltensgenetische Literatur über den IQ stellt eindeutig die Vererbung intellektueller Begabung in Familien fest“ nicht über „biologistischen Reduktionismus“ aufzuregen, sondern die Beweise in dieser Literatur anzuerkennen – oder zu versuchen, sie zu widerlegen. Für Linkspopulisten wie Gabriel, Künast et.al. dürfte das schwierig werden: sie haben sich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Es droht ein herber Gesichtsverlust…

Ich befürchte, dass hier kein Gesichtsverlust droht, da Fakten in der Politik überhaupt nichts zählen. Politiker können problemlos die ignoranten Thesen von Kirchenmännern und Marxisten über Vererbung und Intelligenz vertreten, ohne dass es irgendwelche Folgen hätte.

Wenn Wissenschaft und Politik sich streiten, dann gewinnt die Politik. Und wenn Wissenschaft und Politik sich streiten, dann weiß ich, auf welcher Seite ich stehe. Loser-Team, forever! Genau wie früher im Mannschaftssport.

Auf dem Blog „Herbstgedicht“ hat Vonhaeften einen schönen Kommentar in Bezug auf den Biologen Jörg Blech, der im SPIEGEL seinen Forschungsbereich verleugnen darf, gefunden:

Offenkundig hat dieser Autor nicht die allergeringste Ahnung von den Ergebnissen der Intelligenzforschung. Intelligenz gehört seit mehr als hundert Jahren zu den am intensivsten erforschten Konzepten der Psychologie und anderer Wissenschaften und sämtliche ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Befunde belegen eindeutig, dass die Intelligenz eine ganz substanzielle biologische Basis hat. Die empirischen Belege sind zahllos. Es gibt kaum einen Befund aus der psychologischen Forschung, der in vergleichbarer Weise durch empirische Daten gestützt wird. – Da hilft es auch nichts, dass Journalisten, Politiker und andere gebetsmühlenartig immer und immer wieder das Gegenteil behaupten.

6 Kommentare zu „Forschung vs. Politik

  1. Ronald Henss? Genialer Künstlername! Wenn nicht, auch nicht schlecht, die Eltern besaßen einen wirklich bösartigen Humor!

    1. Das ist nichts gegen einen mir bekannten Prof an einer FH, welcher auf den Namen „Rainer Bastard“ hört. 🙂

      1. Oder erst diese Dame:
        Gisela von Hinten, Psychologin

        Grüner-Turm-Str. 7, 88212 Ravensburg, Baden-Württemberg

  2. „Sigmar Gabriels Kernthese: Es ist alles kulturell vererbt, irgendwie“

    Damit ist Herr Gabriel ja in guter Gesellschaft, wenn man sich den überwiegenden Teil der universitären Kulturwissenschaftler so anschaut… ich bin schon immer kurz vorm Schreikrampf wenn wieder einer mit „nature vs nurture“ bzw „nature vs culture“ ankommt…

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