9/11-Verschwörungstheorien

World Trade CenterEs gibt noch immer Anhänger der Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001. Und zunächst einmal muss ich feststellen: Ja, es sind wirklich sicher Verschwörungstheorien und das ist keine Polemik, sondern eine Tatsachenbehauptung. Es gibt zwei Gruppierungen, von denen eine meint, die Anschläge wären von den USA eingefädelt worden und eine andere behauptet, die USA habe nur weggesehen, um die Anschläge politisch ausnutzen zu können. Nichts davon ist wahr. Weiterlesen

Klarstellungen

Thomas PaineOffenbar gibt es ein größeres Missverständnis-Potenzial bei meinen Beiträgen. Hier also ein paar aktuelle Klarstellungen:

1. Ich bin nicht der Meinung, dass der Westen die Dritte Welt kolonisieren sollte, in dem Sinne, wie es im Zeitalter des Kolonialismus und Imperialismus betrieben worden ist. Ich denke, ganz im Gegenteil, dass alle Menschen frei sein sollten, dass es überall liberale Rechtsstaaten geben sollte und Wohlstand, welche die Menschenrechte garantieren. Der Westen sollte dabei helfen. Das ist die Idee. Der Begriff „Kolonialisierung“ war nur ein Attention-Catcher. Leider haben meine Ironiesignale (Sklavenmarkt, passender Kolonialherren-Hut) nicht für jeden ausgereicht.

2. Ich denke nicht, dass man Aufklärung mit dem Schwert verbreiten sollte. Ich unterstütze die Afghanistan- und Irakeinsätze als – laut meiner Wahrnehmung – Kriege, die zur Selbstverteidigung und zur Verteidigung der progressiven Kräfte und generell Menschen vor Ort dienen. Vielleicht schätze ich die Lage völlig falsch ein. Vielleicht auch nicht.

3. Man sollte Tyrannen darum ausschalten, weil sie den Westen bedrohen und weil sie schwere Menschenrechtsverstöße zu verantworten haben. Man sollte dies nicht darum tun, um in der Dritten Welt eine ominöse „Aufklärung“ durchzusetzen, die Wälder abzuholzen, Autobahnen zu bauen, um gegen Pocken zu impfen. Dies könnte vielleicht eine Option während des „Wieder“-Aufbaus (oder überhaupt Aufbaus) der betroffenen Länder sein, aber es ist kein Kriegsgrund!

4. Ich bin nicht konservativ, nur weil ich in einzelnen Punkten mit den „Neocons“ übereinstimme – nämlich in den Punkten, in denen auch die „liberalen Falken“ mit ihnen übereinstimmen. Die Neocons glauben zum Beispiel an den Wert der Religion, ich überhaupt nicht. Sie haben innenpolitisch konservative Ideen, zum Beispiel gegen Homo-Ehe und Abtreibung, ich nicht.

5. Ich bin nicht unkritisch gegenüber den USA, ich versuche nur ein Gegengewicht zu einer übertriebenen USA-Kritik anzubieten. Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass man den CIA verbieten sollte und dass die USA ihre Kooperation mit Saudi Arabien einstellen sollte (oder strenge Bedingungen für eine Fortführung durchsetzen).

5. Ich denke nicht, dass man dumme Präsidenten wählen sollte. Optimalerweise sollten intelligente Kandidaten einsehen, dass man mit totalitären Ideologen nicht verhandeln kann. Die sollte man dann wählen. Wenn sie das nicht tun, dann ergibt sich ein Problem.

Ich finde auch nicht Reagan supertoll, wie schon gesagt. Aber: Er hat erfolgreich gegen die Sowjetunion gekämpft. Und er hatte recht mit dem „Reich des Bösen“, ebenso wie Bush recht hat mit seiner „Achse des Bösen“. Die damit gemeinten Länder sind oder waren grausame Tyranneien. Natürlich sind nicht alle Menschen, die zufällig dort leben, „böse“. Aber das behauptet und glaubt auch kein Mensch!

6. Ich glaube, dass ich mich trotz aller Polemik im Kern klar ausdrücke. Man muss nur unvoreingenommen lesen, was ich tatsächlich schreibe. Wenn man es darauf anlegt, mich falsch zu verstehen, wird man es schon irgendwie schaffen.

7. Siehe meinen Beitrag: Wo stehe ich politisch?

Neue Debatte von Hitchens

Vor zwei Wochen debattierte der sterbenskranke Christopher Hitchens mit David Berlinski (dem Autor von einem Gotteswahn-Floh namens „The Devil’s Delusion“) über die Frage, ob Atheismus alles vergiftet. Hitchens sieht fit aus, aber es steht wohl fest, dass er bald sterben wird.

Übrigens ist heute „Betet für Hitchens“-Tag, der Tag, an dem Christen für die Genesung (oder den Tod) von Christopher Hitchens beten wollen. Welch großartige Gelegenheit für uns, an ihn zu denken, und für euch, seine Bücher über den Irak-Krieg zu lesen:

A Long Short War

A Matter of Principle (als Beitragender)

Terror, Iraq and the Left (über Hitchens Rolle bei der Argumentation für den Krieg)

Lies für Intoleranz

Aber was, wenn das alles Bullshit ist?

Aber was, wenn das alles Bullshit ist?

„Der Deutsche Vorlesungspreis“ wurde von POM-BÄR, dem Süßigkeitenfabrikanten, ins Leben gerufen. Kontrolliert wird er von Gläubigen. Das zeigt die Antwort des Vorlesepreises an den einflussreichen Literaturwissenschaftler Carl Otto Conrady. In seiner Jury-Austrittserklärung hatte Conrady erklärt, die Interessen von Atheisten seien ihm nicht genügend bei der Aktion „Lies für Toleranz“ vertreten gewesen.Warnung: Polemik! Weiterlesen

Den Titel hatten wir noch nicht

Zur Abwechslung taucht die alterwürdige Presseschau mit bunten Neuigkeiten und Videos aus Wissenschaft und Forschung aus der Versenkung auf. Es kommt auch Sex darin vor und ein erotischer Paarungstanz von Seedrachen. Für die Provokationswütigen, die ohne den täglichen Kick nicht auskommen, gibt es ein Update zur Intelligenzforschung und schändliche Blasphemie.

Weiterlesen im Evo Magazin…

Ansprachen bei Demo gegen Papst

Da haben wir sie versammelt, von Dawkins bis Johann Hari. Die Kritik, der Papst würde keine Frauen als Priester zulassen, finde ich allerdings recht absurd. Warum will Dawkins Frauen als Priester? Warum will irgendjemand Frauen als Priester? Warum will irgendjemand Priester?

Der supernette Beitrag

Die letzten Beiträge sind ein wenig düster geraten, dafür gibt es nun einen Beitrag, der super kuschelig süß ist zum Ausgleich. Ich hatte ja mal die Idee mit dem neuen, versöhnlicheren Blogkonzept, und ich glaube, ich habe es gut umgesetzt. Den Lesern ist der Übergang nicht einmal aufgefallen, so geschickt habe ich ihn eingefädelt. Weiterlesen

Catholics can go and fuck themselves

Having systematically hushed up the rape and torture of thousands of children within its own organisation since the 1950s (and much longer with more success), the Catholic Church now condemns atheists for Nazism. It’s a neat little diversion from the aforementioned child raping business. At least, now there remains no excuse whatsoever to stay a member of this self-serving crime family.

If you don’t leave the Church now, after all these crimes, after all these lies, after all these signs of contempt for human rights and for basic human civility, after this lousy final attempt to blame someone else, to blame the one group that may be openly hated and offended without any repercussions, you’re a bitch, indeed. Go and fawn upon, if you like, your clerical fascist pimp, suck his holy dick and leave the reasonable part of the world live in peace.

You stupid wanker. Weiterlesen

Wo stehe ich politisch?

Cover der Times 7. Januar 1957, Erinnerung an die bürgerliche Revolution in Ungarn

Cover der Times 7. Januar 1957, Erinnerung an die bürgerliche Revolution in Ungarn

Ethische Voraussetzungen

Ich vertrete den objektiven Realismus, laut dem es eine intersubjektiv nachvollziehbare und allgemeingültige Ethik gibt (siehe meine Reihe im Evo-Magazin). Ziel ist das größtmögliche Wohlbefinden aller Menschen.

Meine politischen Positionen

Ich bin für gleiche Rechte von allen Menschen und demnach gegen Sonderrechte von Individuen oder Gruppen. Ich bin dafür, dass jeder, der nicht arbeiten kann, vom Staat ein Grundeinkommen erhält. Ökonomisch trete ich für eine moderate Form des klassischen Liberalismus ein. „Moderat“ heißt, dass ich mich stets durch überlegene Belege und Argumente überzeugen lasse, dass bestimmte Teilbereiche effektiver vom Staat finanziert werden können (was z.B. sicherlich zutrifft für Militär und Straßenbau). Tendenziell halte ich die private Organisation von gesellschaftlichen Aufgaben für effektiver.

Ich bin für den liberalen Rechtsstaat, für eine parlamentarische Demokratie, für Aufklärung und Individualismus. Ebenso für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Forschungsfreiheit, und für alles, was eine freie Gesellschaft ausmacht. Ich glaube an den Wert von Bildung und Philosophie.

Ich stimme weitgehend dem zu, was Tilman Tarach unter „links“ versteht:

Ausgangspunkt der Linken wäre demnach der Kampf für Republikanismus, bürgerliche Freiheitsrechte, Rechtsstaatlichkeit statt Willkürherrschaft, Gleichheit vor dem Gesetz, Säkularismus und Aufklärung, davon abgeleitet auch die Wertschätzung der Wissenschaften und möglichst weitgehende Emanzipation des Individuuums von Natur und Gesellschaft, kurzum: „Fortschritt“ (Der ewige Sündenbock, S. 283)

Condoleeza Rice erinnert an die ungarische Revolution

Condoleeza Rice erinnert an die ungarische Revolution (Foto: Amerikanisch-ungarische Föderation)

Einzelne „konservative“ Positionen teile ich auch. Ich bin gegen eine Legalisierung von Polygamie und für monogame Partnerschaften. Ich glaube nämlich, dass Polygamie zu einer Unterdrückung von Frauen führen würde (siehe meine Ausführungen im Evo-Magazin). Aber das heißt natürlich nicht, dass ich gegen „erotische Abenteuer“ etwas einzuwenden hätte, solange sie nicht dauerhaft sind.

Zudem teile ich konservative Besorgnisse im Bereich der Immigration, die sich vornehmlich auf die Ablehnung von Fanatikern und Ideologen beziehen – davon haben wir hier schon genug. Die Zustimmung zur freiheitlichen Grundordnung sollte eine Bedingung für die Zuwanderung sein.

Ich möchte, dass sie gesamte Welt frei ist und dass überall liberale Rechtsstaaten, Gewaltenteilung, repräsentative Demokratien und Marktwirtschaft vorherrschen.

Ich glaube nicht, dass man Kriege führen sollte, nur um „die Aufklärung“ einzuführen, sondern dass ausschließlich Selbstverteidigung und Nothilfe hinreichende Kriegsgründe sind. Die allerdings sind hinreichende Kriegsgründe und darum unterstütze ich zum Beispiel die Einsätze im Irak und in Afghanistan, wie auch die Militäreinsätze Israels gegen seine Feinde.

Man sollte Länder demokratisieren, insofern man sie aus den genannten Gründen bekämpft und besiegt hat, wie es mit Nazi-Deutschland, Italien und Japan gemacht wurde.

Ich glaube, dass es eine menschliche Natur gibt, dass sich Frauen und Männer in ihren Anlagen voneinander unterscheiden.

Ich glaube an den Wert von Arbeit für eine freie Entfaltung und für ein selbstbestimmtes Leben.

Fazit?

Ich stehe dem irischen Atheisten Mark Humphrys politisch relativ nahe und er nennt sich „rechtsliberal“, weil er davon ausgeht, dass der Kulturrelativismus die Linke beherrscht und er damit nichts zu tun haben will. Humphrys schreibt:

I believe in western civilization, free speech, free press, rational enquiry, academic freedom, human rights, civil liberties, liberal democracy, minority rights, and a secular state. I believe these are universal values that should spread to the entire world. I want to see all dictatorships and tyrannies in the world ended, by force if necessary.

Ich habe mich zeitweise einen „Neocon“ genannt, was leider zu großen Missverständnissen und Anfeindungen führte. Inzwischen habe ich keine politische Selbstbezeichnung mehr. Ich interessiere mich nur für überlegene Logik und Belege. Ich werde auf jeden hören, der sie auf seiner Seite hat, auf Linke, Liberale und Konservative gleichermaßen. Bereits jetzt ist, wie man sehen kann, meine politische Haltung eine Mixtur aus Positionen verschiedener Lager, mit einem deutlichen klassisch-liberalen Schwerpunkt.

Wir brauchen neue Kolonien

Imperien sind eigentlich super20 000 Frauen sind laut Schätzung von Frauengruppen aus dem Mittleren Osten und Südwest-Asien jedes Jahr Opfer von Ehrenmorden. Darüber berichtet der Journalist Robert Fisk.  Angesichts der barbarischen Praktiken insbesondere (aber nicht nur) der islamischen Welt und der Unterstützung des internationalen Terrorismus seitens Saudi Arabien, aus mysteriösen Gründen unser Verbündeter, und anderer Länder, wird unsere Abhängigkeit von Erdöl und somit die Kompromisse, die wir mit Terrorunterstützern eingehen müssen, immer problematischer. Weiterlesen

Pseudo-Intellektuelle

Der Theologe John Haught ist ein anschauliches Exemplar der pseudo-intellektuellen Spezies. Er sieht schlau aus. Er ist alt, hat graue Haare und er trägt eine Brille. Er spricht flüssig, mit komplizierten Begriffen, ruhig. Doch wer ein echter Intellektueller ist (Hut ab vor meiner Erlesenheit) merkt schnell, dass das, was er über angebliche Szientisten sagt, die er mit Fundamentalisten vergleicht, eigentlich Rotz ist. Und kein Beleg für große Weisheit. Was Daniel Dennett dann näher erläutert in diesem Video.

Hier haben wir ein weitere Exemplare: Weiterlesen

The Magic Of Reality

Richard Dawkins

So lautet der Titel von Richard Dawkins neuestem Buch, einem Kinder- oder Jugendbuch über Wissenschaft allgemein. Auf Freitag.de verrät er in einem Gespräch mit David Attenborough mehr darüber:

Es geht eher allgemeiner um Wissenschaft. Jedes Kapitel beginnt mit Mythen. Im Kapitel über die Sonne stehen ein aztekischer, ein alter ägyptischer und ein Mythos der Aborigines. Das Buch heißt The Magic Of Reality und eines der Probleme, mit denen ich konfrontiert bin, ist die Unterscheidung zwischen der Verwendung des Wortes magisch, im Sinne eines Zaubertricks und der Magie des Universums, des Lebens auf der Erde, wo das Wort eher eine poetische Verwendung findet.

Attenborough findet den Titel unpassend, da nicht wirklich „Magie“ gemeint ist.

Hier gibts das Original und die Audiodatei. Außerdem Dawkins Kritik an dem Gesprächsleiter und der Bildredaktion.

Don’t fuck with the Jews

Der ewige SündenbockDieses Zitat aus Spielbergs München gefällt mir besser als der defensive Titel von Tilman Tarachs Der ewige Sündenbock. Allerdings versucht Spielberg die palästinensische Seite zu „verstehen“ und tut dies über das Hauptmotiv „Heimat“, denn angeblich sind die Palästinenser so wütend auf Israel, weil sie keine Heimat haben. Die Armen.

Dabei sind eher die umliegenden islamischen Länder, welche die palästinensischen „Flüchtlinge“ (Nachkommen von Flüchtlingen, die wegen einem Krieg der umliegenden islamischen Länder gegen Israel geflohen sind – nicht aufgrund israelischer Aggressionen!) problemlos aufnehmen könnten, daran schuld, dass sie keine Heimat haben. Das gehört zu den Dingen, die offenbar niemand hören will. Weiterlesen