Twilight, Kurzfassung

Edward trägt Bella, weil sie nicht laufen kann und ständig hinfällt
Edward trägt Bella, weil sie nicht laufen kann und ständig hinfällt

Wie meine Leser inzwischen mitbekommen haben dürften, mag ich die Twilight-Filme und -Bücher nicht.

Damit sich niemand dem Twilight-Fieber aussetzen muss, habe ich eine Kurzfassung der Handlung geschrieben:

Twilight – Kurzfassung

Also gestern bin ich beinahe gestorben, aber egal, denn da ich das hier in Vergangenheitsform und in der ersten Person erzähle, kann mir sowieso nichts passiert sein und insofern ist das der langweiligste Anfang überhaupt.

Das war das erste Abenteuer von Bella Swan, die genauso heißt wie ein schöner Schwan. Sie kam aus einer großen Stadt, wo sich kein Mensch für sie interessiert hat, weil sie aussieht, als wäre sie die ganze Zeit auf Drogen. Aber dann ist sie aufs Land gezogen, wo die meisten anderen Mädchen noch hässlicher sind. Und obwohl sie sich immer wieder einredet, dass sie ein unscheinbares Mauerblümchen wäre, überhaupt nichts Besonderes, stehen sofort nach ihrer Ankunft drei Jungs auf Bella – Eric, Mike, und Tyler; Edward und Jacob kommen später noch dazu. Aber Bella hört niemals damit auf, sich für ein unscheinbares Mauerblümchen zu halten. Niemals.

Irgendwann lernt sie Edward kennen, der ist ein Vampir und auch ein Psychopath und ein Stalker. Die Vampire in dieser Geschichte sind eigentlich voll cool, weil sie superstark sind, superschnell, immer wieder neue Supermächte bekommen, weil sie kein Problem mit Sonnenlicht haben, auch nicht mit Holzpfählen, weil sie unsterblich und beinahe unmöglich zu töten sind. Es gibt gar keinen Grund, warum jemand in dieser Welt kein Vampir sein wollen sollte.

Trotzdem sind die guten Vampire diejenigen, die ihre Supermächte für sich behalten und niemanden beißen wollen. Sie schauen auf Menschen herab, wahrscheinlich beißen sie keine, weil sie rassistische Snobs sind, die sich nicht mit Menschenblut beschmutzen wollen. Die bösen Vampire sind diejenigen, die ihre unglaublichen Fähigkeiten auch anderen zur Verfügung stellen.

Auch Edward ist so ein Rassisten-Vampir, darum beißt er seine große Liebe Bella nicht, die er in der Schule kennen lernt – Vampire gehen noch zur Schule, weil sich Bella und Edward sonst nicht kennengelernt hätten. Es muss unglaublich nervig sein, Jahrhundertelang in die selbe Klasse zu gehen, aber so ist das. Die Nicht-Beiß-Sache heißt, dass Bella sterben wird und dann ist es aus mit der unendlichen Liebe zwischen ihr und Edward.

Bella hat keine erkennbare Persönlichkeit, abgesehen von dem Umstand, dass sie sich für ihre erotischen Gefühle schämt, dass sie arrogant ist, unterwürfig, naiv und enorm ungeschickt, so ungeschickt, dass sie keine paar Meter laufen kann, ohne hinzufallen. Das ist einer der Gründe, warum Edward sie immer wieder trägt.

„Unsere Liebe wird unendlich sein und…“ Bella stolperte über eine ebene Fläche, doch Edward fing sie auf. „Du bist ein dummes Stück!“, sagte er. „Du kannst keine zwei Meter gehen, ohne hinzufallen, Schlampe.“ „Oh, du hast mich aufgefangen, das ist ja so romantisch!“ Bella küsste Edward.

Edward wich zurück. Bella schaute zu Boden. „Ging es zu schnell?“, fragte Edward. „Ja, denn laut der mormonischen Glaubenslehre müssen wir erst tausend Jahre verheiratet sein, bevor du mich berühren darfst.“ Edward nickte verständnisvoll. „Wusstest du, dass ich dir seit Monaten heimlich beim Schlafen zusehe? Das mache ich nämlich, weil ich dich liebe. Das ist überhaupt nicht abnormal oder so. Lass uns nochmal küssen.“ Und sie küssten sich nochmal, aber das war so erotisch, dass Bella ohnmächtig wurde. „Gut, Frauen sollen sich auch nicht bewegen beim Sex. Und mach mir danach was zu essen“.

Bella kann ihren Vater überhaupt nicht leiden. Er ist supernett, aber das Problem ist, dass er sich immer in Bellas Leben einmischt, anstatt dass ihm seine Tochter egal ist, wie allen anständigen Vätern. „Bella, du siehst verkokst aus, du machst dich noch kaputt mit den ganzen Drogen!“ „Lass mich in Ruhe, Vorname meines Vaters, Friedmann tuts auch!“

Eines Tages lernt Bella Jessica kennen, aber die lebt in einer Kleinstadt, darum spricht sie nicht mit ihr. Irgendwann entscheidet sich Bella, eine verruchte Hintergasse aufzusuchen, wo sie Edward vor potenziellen Vergewaltigern retten kann. „Eigentlich gibt es keinen Grund, warum ich dich so liebe, weil du völlig naiv, dumm und unreif bist“, sagte Edward mit seiner typischen Empathie. „Es spricht lediglich für dich, dass du relativ heiß bist im Vergleich zu den anderen Kleinstadtmädchen hier“.

Dann passieren noch ein paar Dinge, die Vampire spielen Baseball und so. Ende.

Wie zu erwarten steht auch al-Qaida auf Twilight:

13 Kommentare zu „Twilight, Kurzfassung

  1. True Blood ist eine Vampir-Serie für Erwachsene!
    Hat unter anderem den Emmy und Golden Globe gewonnen.

  2. Hi,

    ich kann da nur zustimmen: ich mag „die Twilight-Filme und -Bücher“ natürlich auch nicht, aber was ist denn wirklich besser an den Dämonen von Buffy? Alles unsäglicher Dämonenquatsch, den sich auch das öffentlich-rechtliche auf Kosten der uns zwangsweise ausgesogenen GEZ-Gebühren nicht entblödet, in’s Programm aufzunehmen.

    Chr!s

    1. Buffy hat sehr intelligente Drehbücher, die Serie gilt zusammen mit Angel als eine der bestgeschriebenen überhaupt und die beiden Serien vermitteln säkular-humanistische Werte. Und wenn du meinst, solche Serien würden zu Dämonenglauben anstiften, dann ist da einfach nichts mehr zu retten. Das könnte man ja über Fantasy generell sagen, wie es christliche Fundamentalisten auch tun.

      1. Bei diesem Kommentar von Dir fühle ich mich irgendwie genötigt, noch einmal zu erwähnen, dass Avatar eigendlich ein echt guter Film war….
        „Solche Serien stiften nicht zum Dämonenglauben an…“
        -> Solche Filme stiften nicht zum pantheistischen oder Gaiagötterglauben an 😉

  3. Again .. you made my day!

    Immer wieder schön, solch wunderbare Beiträge über .. öh .. über was eigentlich (die weibliche Begeisterung über primitive romantische Heilsbringergeschichten? die allgemeine Blödheit der Menschen? die Korrelation von Religion und prosaischer Uninspiriertheit?) .. na ja .. was auch immer – trotzdem schön, sowas hier immer mal wieder vorgesetzt zu bekommen!

    Danke!

  4. Die Handlung ist doch witzig und die Protagonisten haben Weltansichten, die spannend originiell sind.

    Schwächen, die niemand zugeben mag, werden gelebt, wie Narzissmus, Unempathie etc. Das finde ich gut.

    Nervig ist nur, dass nun viele Jungautoren nur noch Vampirromane schreiben… z.B. bei Bookrix

  5. Sehr schöne Satire, hat mir gut gefallen!

    Allein: In der zweiten Zeile vom letzten größeren Absatz sollte es wohl „darum sprichT sie nicht mit ihr“ heißen.

  6. Du hast dir wirklich den ganzen Film angetan? Aber gut, das du’s gemacht hast. Einfach grossartig, deine Zusammenfassung. Habe beinahe mein Getränk über mein Notebook verschüttet vor Lachen.

  7. ich freue mich immer sehr, wenn jemand in der lage ist, kunst von kitsch zu unterscheiden. was wäre das leben ohne oberflächlichkeit, aber ihrer profitorientierten vermehrung mit gekonntem humor zu begegnen, ist bestimmt eine gute tat!
    h.g.

  8. „Auch Edward ist so ein Rassisten-Vampir, darum beißt er seine große Liebe Bella nicht,“

    Hier meine ich aber, dass Du ungerecht bist: Edward braucht gar kein Rassist zu sein, sondern hat vielleicht einfach die Einsicht, die Ewigkeit mit Bella wäre einige Monate Spass mit einem leicht zu beinflüssenden Spielzeug—gefolgt von einer nie endenden Frustration und Langweile.

  9. Vampire – eh? Habt Ihr mal andere Probleme. Also bei uns gibt es keine Vampire. Da sind mir doch die netten Drachen lieber – schön kuschlig warm. Oder sind die dann an der Klimaerwärmung schuld? Wer mit kalten Füßen lange auf den Bus wartet, dem ist so ein Feuerdrachen ehrlich lieber. :-))

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