Hasswoche: Pornos

Da hat er auch wieder recht, sowieso. In letzter Zeit habe ich viel über Pornos philosophiert (erspart euch eure Kommentare) und bin zu einer gespaltenen Beurteilung gekommen:

1. Pornographie schadet den Nutzern in der Regel nicht; eine Ausnahme besteht darin, dass sie jungen Männern (und es gibt kaum weibliche Pornokonsumentinnen) ein unrealistisches Bild über Sexualität vermitteln (wobei andererseits, nachdem was man so hört, einige Frauen und Männer ein richtiges Pornoleben führen – aber die Regel dürfte das kaum sein).

2. Pornographie schadet auch der Gesellschaft in der Regel nicht.

3. Pornographie schadet allerdings vielen Porno-Darstellern. Abgesehen von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, sich sexuell übertragene Krankheiten zuzuziehen, gibt es ein noch größeres Problem: Pornodarsteller ist keine richtige Karriere. Man kann das nur machen, so lange man jung ist, sportlich und gut aussieht. Wenn man älter wird und eine andere Laufbahn einschlagen muss, bekommt man Probleme, weil viele Unternehmen um ihren guten Ruf fürchten, wenn Pornodarsteller für sie arbeiten. Man wird sich sein Leben lang lästige Kommentare über sein früheres Dasein als Pornodarsteller anhören müssen. Auch ist die Zeit als Pornodarsteller für die hauptsächliche Karriere bestenfalls verschwendete Zeit.

Dies führt mich zu der Schlussfolgerung, dass man nur als Nebentätigkeit (wenn man will) in Pornos mitspielen sollte und nur dann, wenn man keine Karriereprobleme deswegen zu fürchten hat und kein Problem mit Kommentaren über das Leben als Pornodarsteller. Man sollte sich vor Augen halten, dass später die Mitarbeiter im Büro die alten Videos mit der Sekretärin vom Chef als „Luder vom Rhein“ ansehen werden. Im Prinzip sollte niemand Pornodarsteller werden, der ein Problem mit sexueller Belästigung hat.

Aber: Es gibt ja Leute, die haben wirklich kein Problem damit und können eine informierte Entscheidung dafür treffen, Pornodarsteller zu werden. Sicher ist es in einigen wenigen Fällen kein Fehler, Pornodarsteller zu werden; insbesondere, wenn man wirklich sein ganzes Leben in irgendeiner Position in der Pornoindustrie verbringen möchte.

Der Durchschnittsmensch, das Durchschnittsmädchen, sollte auf jeden Fall aus den genannten Gründen davon absehen, in Pornos oder entsprechenden Heimvideos mitzuwirken. In der Tat gibt es gute Gründe dafür, warum Pornographie einen zwiespältigen Ruf im Bürgertum genießen sollte. Wir sollten nicht vergessen, dass die Mädels in Pornos die Töchter von jemandem sind, vielleicht einmal die Mütter von jemandem werden möchten, Menschen eben.