Ein Wort für die Kirchen

Jetzt muss ich doch einmal ein Wort für die evangelische und für die katholische Kirche einlegen. Premiere! Es ist kein allzu großes Wort, aber vielleicht ein Wörtchen.

Anlass ist die Kündigung des Chefarztes einer katholischen Klinik in Erfurt, weil er nach seiner Scheidung wieder geheiratet hatte. Sollte die Kirche das Recht haben, ihm zu kündigen, selbst wenn er in einer nicht verkündigungsnahen Tätigkeit für die Kirche arbeitet?

Ich würde die Frage wie folgt beantworten:

1. Unter den gegebenen Umständen – die Kirchen haben Vorrechte gegenüber anderen Unternehmen und sie werden zu großen Teilen vom Staat finanziert: Nein.

2. Wären die Kirchen anderen Unternehmen gleichgestellt: Ja.

Unter liberalen Bedingungen (2) würde ich die Lage so beurteilen:

Ich sehe nicht, warum ein Unternehmer keine wieder verheirateten Angestellten rauswerfen sollte. Es erscheint mir sogar empfehlenswert für die Kirchen, Wiederverheiratete zu entlassen, weil sie dann viele gute Angestellte verlieren würden und weniger wettbewerbsfähig wären als andere Dienstleister. Und das wäre ja umso besser für die anderen Dienstleister.

Wenn ein Unternehmer Lust hat, alle Angestellten, die am ersten Dienstag nach Ostern eine rote Mütze tragen, rauszuwerfen, so möge er es doch einfach tun. Dies wäre ein derart irrationales Verhalten, dass er unter freien Wettbewerbsbedingungen nicht lange bestehen könnte.

In der Tat: Nachdem die Kirchen gleichgestellt wurden, sollten sie sich so idiotisch verhalten, wie es nur möglich ist. In ein paar Monaten sind sie vom Markt verschwunden.

2 Kommentare zu „Ein Wort für die Kirchen

  1. Da die Spitäler grösstenteils durch den Staat finanziert werden, könnte sich die Kirche ein derart irrationales Geschäftsgebaren durchaus leisten.

  2. Aus liberaler Sicht entsteht ja das Perverse dadurch, dass staatlich mitfinanzierte Kirchen die Gleichstellungsgesetze brechend rauswerfen dürfen wen sie wollen, was aus liberaler Sicht natürlich OK wäre, andere aber nicht.

    Das ganz Üble droht, wenn islamische Einheiten staatsfinanziert diskriminieren, bspw. wg. Verzehrs von Bratwurst, und das dann von der christlichen Kirche unterstützt wird.

    Korrekt wäre es gewesen die staatliche Unterstützung der christlichen Kirche beizubehalten und keine positive oder negative Diskriminierung zu implementieren. – Zurzeit ist es ja der Staat der zunehmend verbrecherische Ungleichbehandlung promotet, als Affirmative Action.

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