Vegetarismus ist Heuchelei

Der Psychologe Rolf Degen hat mir ergänzend zu meinem Beitrag Es gibt fast keine Vegetarier folgenden Kommentar über den Vegetarismus geschickt:

In einem früheren Beitrag hat Hal Herzog bereits nachgewiesen, dass 70% aller Vegetarier nach einer Weile wieder zum Fleischkonsum zurückkehren – und das sind nur die, die es auch zugeben. Währenddessen sitzen sie dafür aber auf einem verdammt hohen Ross! (Update!)

Und dann kenne ich privat Leute, die in der Öffentlichkeit strunzen, wie sehr ihnen das Leid der Tiere am Herzen liegt und dann gedankenlos zur nächsten Currywurstbude pilgern. Diese Form der Heuchelei ist endemisch, besonders bei Grünen.

Vegetarier argumentieren nicht nur mit der moralischen Keule, sondern auch mit der Ernährungsökologie: Statt Getreide an Tiere zu verfüttern, wäre es viel ertragreicher für den Menschen, diese Nährstoffe selbst zu vertilgen. Schwachsinn: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein. Eine Getreide-reiche Ernährung ist für Menschen sogar sehr ungesund. Für hochwertige Eiweisse in Form von Fleisch und Milchprodukten gibt es keine Alternative. Wenn es doch je welche geben wird, dann nur in Form von Gentechnik.

Singer ist bekloppt, allein weil er seine Katze vegetarisch ernährt. Das ist Tierquälerei.

Sogar die Deutsche Gesellschaft für Ernährung missioniert auf ihrer Webseite:

„ein- bis zweimal in der Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen.“

http://www.dge.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=15

Dass ich nicht lache, als wenn jemand, der Fleisch und Wurst genießt, das nur ein- bis zweimal die Woche essen würde, wofür es wissenschaftlich eh keinen Anlaß gibt. Aber ich fände es toll, wenn die Medien die Professoren aus dem Beirat der DGE mal eine Woche heimlich mit der Kamera verfolgen würde. Wetten, dass die sich schon am morgen eine Stulle mit Leberwurst reinziehen?

Vegetarismus, besonders das öffentliche Sympathisieren damit, ist eine Form der Heuchelei!

Update: Eine weitere Ergänzung von Rolf Degen:

Das einzige, das man wirklich weiß: Vegetarier sind häufiger Frauen, haben häufiger Depressionen, schlechte Laune und Essstörungen und begehen häufíger Selbstmord. Tatsache!

http://www.dnews.de/wissenschaft/602840/studie-gefalscht-vegetarier-doch-keine-besseren-menschen.html

http://www.psychologytoday.com/blog/naturally-selected/201109/what-do-about-scientific-fraud-in-psychology

Studie gefälscht: Vegetarier doch keine besseren Menschen

Veröffentlicht: 8 September 2011 13:34

Verändert : 8 September 2011 13:34

ALLES ZUM THEMA: Forschung

NIMWEGEN/TILBURG – Nach einer Studie haben Wissenschaftler der Universitäten Nimwegen und Tilburg vor kurzem behauptet, dass Vegetarier die besseren Menschen sind.

Jetzt stellte sich heraus, dass es sich dabei um Betrug handelt.

[…]

Die Studie hat international in der Welt der Wissenschaft Aufsehen erregt (Dnews berichtete).

Update 2 – wieder von Rolf Degen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Orphiker

In Euripides‘ Tragödie Der bekränzte Hippolytos, die 428 v. Chr. aufgeführt wurde, wirft Theseus seinem Sohn Hippolytos vor, ein Heuchler zu sein, der sich etwas auf seinen Vegetarismus einbilde:

„Nun brüste dich nur auf Grund deiner blutlosen Kost (unbeseelte, d.h. vegetarische Nahrung) und erschachere dir die Heiligkeit“

Über die Orphiker:

They fled the world in theory alone, and were consequently called hypocrites by some

Hinweis: Rolf Degens Bücher

4 Kommentare zu „Vegetarismus ist Heuchelei

  1. Das überzeugt mich nicht.

    Auch wenn es wirklich der Fall sein sollte, dass viele Vegetarier zum Fleischkonsum zurückkehhren, ändert das an der Sache an sich nichts.

    Tiere zu töten und zu essen zeugt nicht gerade von einer aufgeklärten Geisteshaltung. Es ist doch irrelevant, wie intelligent ein Tier ist. Fakt ist, es leidet. Es empfindet Angst und Schmerz spätestens kurz vor und während seiner Tötung (von der Tierhaltung mal gar nicht zu sprechen) – und das alles nur, damit wir Menschen sie essen können.

    „Schwachsinn: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein. Eine Getreide-reiche Ernährung ist für Menschen sogar sehr ungesund. Für hochwertige Eiweisse in Form von Fleisch und Milchprodukten gibt es keine Alternative. Wenn es doch je welche geben wird, dann nur in Form von Gentechnik.“

    Es gibt Getreide, Gemüse, Nüße und Hülsenfrüchte, die über sehr viel hochwertiges Protein verfügen. So besitzt Soja sogar mehr und höherwertiges Protein als Rindfleisch.

    Eine vegetarische Ernährung ist ohne Gesundheitsrisiken möglich.
    Sogar eine vegane (wenn man Vitamin B12 supplementiert – aber dies ist sogar Cornflakes beigemischt…).
    http://www.umweltjournal.de/AfA_naturkost/8149.php

    Natürlich nicht in der Steinzeit oder in Teilen des subsaharischen Afrikas, aber in unserer westlichen modernen Gesellschaft ist dies ohne Probleme möglich.

  2. Hi,

    nette Artikel, aber auch recht dünn.

    Ein Grund warum „Es gibt fast keine Vegetarier“ gibt ist das die meisten einfach so weiter Käse essen, also mit dem tierischen Lab drin.

    Warum Vegetarismus Heuchelei ist: Durch die Standard Milch- und Eiproduktion leben die Tiere wesentlich kürzer als sie es ohne die Einwirkungen durch den Menschen täten.

    Jeder sollte für sich entscheiden ob er vegan oder vegetarische ißt. Vermutlich tun es viele um als Philantroph dazustehen. Aber das sollten diese Leute mit ihrem Ego ausmachen.

    Ich bin vegan weil das normale Fleisch meist mit genverändertem Zeug verseucht ist und ich keine Appetit auf den Einheitsbrei hatte. Über Mangel und ähnliche Vorurteile kann ich mich nicht beklagen.

    Grüße,
    Lars

  3. Meine Erfahrung in Bezug auf Vegetarier sieht ganz ander aus. Meistens ist es so: Man sitzt mit einer Gruppe von Leuten zu Tisch (Restaurant, privat o. ä.). Und den Fleischessern fällt irgendwann auf, dass einer oder mehrere aus der Gruppe, fleischloses Essen bestellen oder sich dem vegetarischen Teil der Speisekarte widmen. Woraufhin die Fleischesser anfangen, den Fleischverzehr zum Thema zu machen. Meistens werden dann die Vegetarier darüber ausgequetscht, warum sie kein Fleisch essen, wieso, weshalb und überhaupt. Es folgen sodann noch ein paar Witzchen und dann geben die Fleischesser noch (ungefragt) diverse Begründungen zum besten, warum es gut ist Fleisch zu essen. (Müssen die vielleicht ihr Gewissen beruhigen?)
    Die Vegetarier selbst haben eigentlich überhaupt kein Bock auf dieses Thema, würden gerne einfach ihre Pizza und den Abend genießen und über Interessanteres reden. Denn: ob man Fleisch ist oder nicht – das muss jeder selbst entscheiden. Die sogenannte „Moralische Keule“ der Vegetarier entspringt der Fantasie der Fleischverzehrer, sie ist eine Halluzinationt. Es ist die intellektuelle Umkehrung eines Sachverhalts.

  4. Die Vegetarier kenne ich entweder als Leute, die Fleisch nicht mögen (gibt’s) oder als solche, die daraus eine Moralgeschichte machen. Die frage ich dann, ob sie die Verantwortung darüber übernehmen würden, dass Kuh, Schwein und Huhn aussterben würden, denn die gäb’s ja nur weil sie gehegt und gepflegt und eben gegessen würden.

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