Die (anti-)humanistische Inquisition schlägt wieder zu

Dezidiert linke Humanisten beschäftigen sich mal wieder mit ihrem liebsten Hobby, dem Ausschluss von Häretikern aus dem, was sie als ihre persönliche Privatsekte ansehen. Diesmal haben sie die frühzeitige Demolierung einer ganzen Organisation zu verantworten, der Generation Giordano – das säkulare Gegenstück der Generation Benedikt. Die hatte immerhin rund 1000 Mitglieder. Ein paar Tage lang.

Frank Navissi, der regelmäßig gegen Kapitalismus und USA anschreibt, hat sich bereits für den Ausschluss von Felix Thiessen aus den Jungen Atheisten eingesetzt, unter anderem, indem er auf seinem Blog einen Kommentar geschrieben hat, den ich wohl niemals vergessen werde, ein Auszug:

Die Partei “Die Freiheit” ist eine rechts­po­pu­lis­ti­sche Partei, deren Gründer René Stadtkewitz aus der CDU (Berlin) raus­ge­schmis­sen wurde, nach­dem er Geerd Wilders nach Berlin ein­lud. Auch mein ganz spe­zi­el­ler Freund Aaron König ist Mitglied die­ser halb­rech­ten Truppe.

Und die­sen Haufen sup­por­tet Jemand, der sich als Humanist bezeich­net? Es darf bezwei­felt wer­den, dass huma­nis­ti­sche Werte und Rassismus in Überein­stim­mung zu brin­gen sind.

Es ist Schade um Felix Thiessen; der junge Mann kann eini­ges – und es ist bedau­er­lich, dass er uns ver­lo­ren geht. Aber das ist er defi­ni­tiv.

Zugegeben scheinen sich im Umfeld von Die Freiheit, ist dem Bericht von Felix Thiessen nach seinem Austritt zu glauben (und das tue ich), tatsächlich Homophobe und weitere verirrte Schäflein herumzutreiben. Parteien sind ja stets das, was man daraus macht und in diesem Fall wurde den Mächten der Finsternis offenbar zu viel Platz eingeräumt und es gab mal wieder nicht genügend Gegenwehr von anständigen Leuten. „F.N.“ kann sich rühmen, durch einen bloßen Blick auf die Wikipedia-Definition von „Rechtspopulismus“ die Machenschaften der Freiheit aufgedeckt zu haben – realistisch betrachtet hätte die Partei sich auch ganz anders entwickeln können. Dazu kommt, dass Felix Thiessen das ebenso wenig hat wissen können (zu wenig Vertrauen in Wikipedia?) wie sonstwer.

Und trotz der bedauerlichen Erfahrung mit der Freiheit muss man gerade im Bereich der Islamkritik sehr viel differenzieren. Es gibt zahlreiche aufrechte Islamkritiker wie Ayaan Hirsi Ali und Henryk Broder, die gute Gründe haben für ihre Kritik. Bei Politically Incorrect scheinen leider zunehmend die Sektierer – laut Frank Berghaus extrem rechte Katholiken – das Ruder zu übernehmen. Nicht, dass P.I. jemals die Zentrale der akademischen Islamanalyse gewesen wäre – wobei die real existierende akademische Islamanalyse ihre eigenen Probleme hat, namentlich eine Tendenz in Richtung Verharmlosung.

Der Satz, der mir im Gedächtnis festklebt, ist jene Äußerung: „Es ist Schade um Felix Thiessen; der junge Mann kann eini­ges – und es ist bedau­er­lich, dass er uns ver­lo­ren geht. Aber das ist er defi­ni­tiv.“ Der Großinquisitor hat gesprochen! Im Grunde ist Frank Navissi ja nur irgendein Typ, ein Blogger und hpd-Redakteur, der ausschließlich linkes Standardzeug schreibt und niemals irgendwelche neuen Ideen und Perspektiven anbietet.

Auf jeden Fall hat „F.N.“ eine weitere „Verschwörung“ aufgedeckt, diesmal ist es die Unterwanderung der Generation Giordano durch „Sozialdarwinisten“. Ich hatte die Rosenkreuzer und die Illuminaten verdächtigt – so kann man sich irren. Nachdem Frank so nett war, die hpd-Leser auf die Überlegungen des Verfassungsschutzes hinzuweisen, P.I. zu beobachten, weist er darauf hin, dass Mitglieder der Generation Giordano irgendetwas mit P.I. zu tun haben sollen:

Nicht nur der Initiator der Gruppe ist ein ehemaliger PI-Autor; es gibt auch einige Kommentatoren (des Blogs) und Mitglieder der Facebookgruppe, die PI nahe stehen. Im Blog des Gruppeninitiators steht noch immer der Aufruf, dass sich doch bitte PI-Kommentatoren beim Bloginhaber melden mögen. Auf diverse Artikel des Blogs, in dem zum Beispiel sozialdarwinistische Thesen vertreten werden, mag ich nicht einmal genauer eingehen.

Da es bei P.I. ein Konglomerat der verschiedensten Islamkritiker gibt, heißt es rein gar nichts, dass jemand schon einmal dort einen Kommentar geschrieben hat (z.B. „Ihr seid scheiße, P.I.!“). Da müsste man sich schon ansehen, was genau er dort geschrieben hat, und das gilt auch für diesen Beitrag mit angeblich sozialdarwinistischen Thesen, von denen Frank spricht. Wenn er das nicht im Detail erklärt, was ihm nicht passt, dann wirft er nur mit Schmutz.

Tatsächlich hat sich die Generation Giordano als Aussteigerprogramm für humanistische Islamkritiker bei P.I. angeboten:

Vor allem unser Aufruf an PI-Kommentatoren wird (gewollt oder ungewollt) in einer völlig grotesken Weise missverstanden. Der allen wohlbekannte Tom Buchholz hat wohl am besten von allen in einem einzigen Wort richtig gedeutet: „Aussteigerprogramm“. Genau dies ist es! Wir hatten zu Beginn sogar noch eine weitergehende Kategorie, die sich „Asyl“ nannte und allen, die wegen ihrer atheistischen oder humanistischen Auffassungen auf PI gemobbt wurden, eine neue Heimstatt anzubieten.

Wer also ein Aussteigerprogramm anbietet, der gehört selber zu der Gruppe, deren Mitglieder er zum Aussteigen motivieren will. Exit Deutschland wäre der Logik zufolge selbst eine Gruppe von Nazis.

Was den Sozialdarwinismus-Vorwurf angeht, ging es um einen Artikel über Thilo Sarrazins Darstellung der Intelligenzunterschiede zwischen Ethnien. Dass Intelligenzforschung und Sozialdarwinismus nicht dasselbe sind, ist wohl eine zu subtile Differenzierung für Navissi. Dazu kommt, dass Frank Berghaus, einer der Gründer der Generation Giordano, in diesem Artikel – er ist selber formell Muslim, weil er eine Muslima geheiratet hat! – kulturelle Probleme kritisiert, nämlich die Fortschrittsfeindlichkeit und Bildungsfeindlichkeit in islamischen Ländern, von denen er befürchtet, dass sie sich auf die Intelligenz von reaktionären Muslimen auswirken könnten. Das hätte zwar die Beschwichtigungsbeauftragte der Grünen nicht geschrieben, aber so schlimm ist es nun auch nicht.

So fragwürdig das alles ist, aber den Linkshumanisten ist es trotzdem gelungen, die Generation Giordano gegen die Wand zu fahren.

Am Ende bleibt also alles beim Alten: Viele organisierte Humanisten aus der linken bis linksradikalen Ecke spielen sich wie Sektierer auf und beweisen damit, dass sie sich wohltuend von der weltanschaulichen Konkurrenz abheben. Ich denke, es würde diesen Leuten einmal gut tun, wenn sie erfahren, wie ihre Methoden eigentlich auf andere wirken und darum stelle ich hiermit fest:

Intolerante Politideologen wie euch wollen wir echten Freidenker eigentlich gar nicht bei uns haben! Ihr könnt euch gerne in eurem Ökohaus, in eurer Kollektivkneipe oder in eurem örtlichen Umerziehungslager oder Gruppensexverein engagieren – unsere Geduld neigt sich dem Ende zu.

Wir sind rationale Denker, die in der Tradition der Aufklärung stehen. Wir haben nichts zu tun mit fanatisierten Weltverbesserern und Utopisten. Wir stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität. Wir diskutieren über abweichende Meinungen in aller Ruhe mit Hilfe eines Austauschs von Argumenten bei einem Café oder bei einem kühlen Bier. An die Adresse der sich wie Auserwählte gebärdenden, ewig intoleranten, ewig argumentresistenten Genossen, die den Humanismus mit einer weiteren Sekte verwechseln, schicken wir folgende Nachricht: Noli turbare circulos meos – störe meine Kreise nicht.

29 Kommentare zu „Die (anti-)humanistische Inquisition schlägt wieder zu

  1. Das Grundproblem ist halt, das es diesen Leutchen gar nicht um links oder Humanismus geht. Oder um rechts oder Liberalismus oder überhaupt irgendetwas.
    Das ist völlig austauschbar und liefert nur den Rahmen, die Formulierungen und die Floskeln für die Tabus, Regeln und Formeln, mit der sie die Grenzen ihres Grüppchens definieren und die Macht darüber zu behalten trachten.Wären sie mutiger oder kräftiger,sie wären vermutlich Mitglied einer Rockerbande oder eines ähnlichen Grüppchens.
    Es geht nicht um Ideen, Inhalte oder ähnliches. Es geht um die ganz primitive Frage, wer Mitglied ihrer Bande sein darf und wer nicht. Wer versucht, sie argumentativ zu konfrontieren kann deswegen auch keine Einsicht, Wandlung oder zumindest ehrliche Diskussion erwarten. Denn es geht ja eigentlich gar nicht um Sachfragen oder ideelle Differenzen, sondern nur um die Abgrenzung des Grüppchens.

    1. Finde ich auch. Die kollektivistische Denkweise ist das gemeinsame Element all dieser Ideologien. Im Bereich des Humanismus ist zufällig die linke Variante beliebt.

  2. Oh, der kleine Terry Pratchett – Missbraucher spielt mal wieder den Hengst, obgleich er gar nicht weiß, worüber er da eigentlich schreibt. Ein Fanatiker schimpft über Fanatiker, das ist aber kreativ und so unglaublich cool.

    Die Freiheit ist nun einmal eine rechte Partei, so sehr sie das Wort Freiheit auch missbraucht, schändet und misshandelt, daran ändern auch die hiesigen Tiraden nichts. Mit Freiheit hat die Freiheit nichts am Hut, selbst wenn sie rechtsliberal wäre, lehrt uns die Geschichte, daß Rechtsliberale für eine kleine Kolonie, ein wenig Fahnenschwenken und eine kleine Steuersenkung jedes liberale Ideal opfern.

    Latein ist in atheistischen Kreisen Menschen mit Verstand, Vernunft und der Fähigkeit mit Quellen umzugehen vorbehalten, daran sollte sich auch der kleine Mann, der anderer Krankheiten ausnutzt, um über andere zu schimpfen, halten. Zudem ist das kleine Latinum an einem humanistischen Gymnasium Pflicht. Ich würde ja eine Ausnahme machen, aber die widerliche Art mit Quellen umzugehen, welche derautor pflegt, macht das nicht möglich. LATEIN ist dem derautor verboten, außer er legt die passenden Bescheinigungen und Zeugnisse vor.

    Zudem gehört das Zitat auf griechisch dargelegt, Archimedes sprach nun einmal griechisch. Aber wenn man sich vor dem humanistischen Gymnasium und Altgriechisch gedrückt hat, wundert mich dieser Akt politischer Inkorrektheit nicht.

    Wozu brauchen Laizisten einen Pendant zur kleingeistigen, gehirngewaschenen Zombies mit einem Stock im Arsch und einer Sonderausbildung in „Wie verberge ich mein Barbarentum und andere Abscheulichkeiten hinter schönen Schein und einem schleimigen Auftreten.“. Daß ein Mensch wie derautor sich solch eine gleichgeschaltete, gesalbte und geschniekelte Truppe wünscht,

    Autorlein, leg erst einmal dein Sektierertum ab bzw. erkenne es an, wäre der erste Schritt, ehe du es anderen vorwirfst, nicsbloghaus ist gegen dein Gulag hier der reinse Biobauernhof, ein Biobauernhof mit Wachtürmen, Selbstschußanlagen und Biogasvergasungsanlagen, aber eben noch ein Biobauernhof. Zudem kann sich dort bedeutend ruhiger und weniger aggressiv die Zeit mit dem Zerlegen der verschiedensten sonderbaren Ansichten vertreiben und den Schreiberlingen vehement zu widersprechen.

    Autorlein, du bist lediglich das selbstverliebte Spiegel deiner Feindbilder, daß sich jemand wie deine Wenigkeit mit Vernunft, Humanismus und andere positiven Begriffen in Verbindung bringt, ist einfach widerlich.

    pugio in averso belli

    1. Seltsam. Irgendwie erinnert mich der Stil des Kommentars, diese Mischung aus Minderbemittelheit, Selbstgerechtigkeit, Größenwahn und Onanie in dem Kommentar von „gottmagus, paxaurea, vindexsinenomine“ schwer an Georg Todoroff.

      Kann es sein, das der Mann ein Doppelleben führt?

    2. Auch wenn es wahrscheinlich zwecklos ist, hier ein letzter Versuch, vernünftig mit Ihnen zu reden.

      1. Ich habe Terry Pratchett nicht missbraucht. Es ist eine leicht nachprüfbare Tatsache, dass er sich für die Sterbehilfeorganisation Dignitas engagiert. Er hat sogar eine Dokumentation gedreht, die in England eine große Diskussion augelöst hat:
      http://en.wikipedia.org/wiki/Terry_Pratchett:_Choosing_to_Die

      Sie können das einfach auf Wikipedia nachlesen, oder sich die Doku ansehen. Warum tun Sie das nicht?

      2. Ihre Sprache ist unter jedem Niveau. Dass Sie mich über Altgriechisch belehren möchten, ist Realsatire.

      3. Sie bieten keine Argumente, keine Belege, rein gar nichts an, und betreiben dennoch massive persönliche Angriffe auf mich. Wie kommen Sie eigentlich dazu? Könnten Sie nicht jemand anderen im Internet verfolgen?

      4. Ich bin liberal. Und Liberale sind nicht für „Gulags“. Ich habe niemals auch nur entfernt etwas in der Richtung geschrieben, dass ich für Gleichschaltung oder Gulags wäre, sondern ich habe mich immer wieder deutlich gegen kollektivistische Ideologien und für die Menschenrechte ausgesprochen, siehe z.B. hier:
      http://feuerbringer.com/2011/10/13/woher-kommen-die-menschenrechte/

      Sie sind offenbar der Meinung, ich hätte insgeheim eine Agenda, welche meinen öffentlichen zugänglichen Schriften widerspricht. Ich möchte nun gerne wissen, wie Sie eigentlich darauf kommen? Sie kennen mich nicht, Sie können keine Gedanken lesen. Sie hätten überhaupt keine Möglichkeit, von einer geheimen Agenda zu erfahren, würde es eine geben. Sie behaupten also einfach, ich wäre ein „Barbar“, ohne dies in der geringsten Weise zu begründen oder auch nur den mindesten Beleg anzuführen. Mit anderen Worten ist dies eine Fantasie, die sich ausschließlich in Ihrem Kopf befindet.

      5. Ihre irrationalen Ressentiments gegen meine Person scheinen mit meiner einstigen Teil-Verteidigung von Peter Singer gegen unfaire Angriffe von gewissen Behindertenverbänden zusammenzuhängen – seitdem, wie Sie wissen, verfolgen Sie mich im Internet.

      Zwar gab es falsche Darstellungen seiner Position von bestimmten Interessensgruppen, die fairerweise korrigiert werden mussten, jedoch bin ich selber nicht einer Meinung mit Peter Singer und erst recht nicht mit den Fantasien, die über ihn zusammengesponnen wurden.

      Peter Singer ist Utilitarist und ich bin Kontraktualist. Singer ist links und ich bin klassisch liberal. Ich bin mit den aktuellen Regelungen in Punkto Abtreibung weitgehend einverstanden und Singer möchte Abtreibung bis zur Geburt erlauben. Singer ist der Meinung, wir wären ethisch verpflichtet, für die Dritte Welt zu spenden und nicht zwischen Bedürftigen nach ihrem Aufenthaltsort zu differenzieren (man müsste einem ertrinkenden Kind vor unserer Haustür ebenso helfen wie einem verhungernden Kind in Afrika) und ich finde das absurd.

      Ich habe so gut wie nichts gemeinsam mit Peter Singer. Und Peter Singer hat so gut wie nichts gemein mit den paranoiden Verschwörungstheorien, die ihn in eine extrem rechte Ecke stellen wollen. Und selbst wenn Ihre irrigen Vorstellungen über meine Person korrekt wären, so gäbe es noch immer weitaus schlimmere Ideologen da draußen als mich. Was also ist es, das Sie geradezu magisch zu meiner Person hinzieht? Vielleicht könnten Sie das einmal für sich selbst herausfinden und mich lassen Sie bitte endlich in Ruhe. Sie wissen genau, dass einige Ihrer Kommentare (die ich gesammelt habe) schon lange justiziabel sind und ewig werde ich hier nicht zusehen.

      1. „Was also ist es, das Sie geradezu magisch zu meiner Person hinzieht?“

        Ist eigentlich einfach und wird in der Form der Kommentare wie auch in der Wortwahl recht deutlich. Es ist das übersteigerte Ego des Narzissten, das da deutlich wird. Er wär halt gerne auch ein Authorlein, kanns aber nicht.

  3. Der Stalinismus ist wieder da!

    Schön, daß du das hier thematisierst. Ich habe den hpd in meinem Feedreader, deshalb habe ich das mitbekommen. Das erstemal schwante mir nichts Gutes, als ein reumütiger junger Mann öffentlich »Kritik und Selbstkritik« übte. Und dann kam diese Woche der Artikel „Eine Klarstellung“ . Spontan schrie ich meinen Monitor an: „E I N E F A R C E !“

    Ausgerechnet der hpd, der keinerlei Problem mit dem Verlinken von „junge welt“ und „neues deutschland“ und auch sonst kein Problem mit der Partei „die linke“ hat, veröffentlicht einen Artikel, indem vor Leuten gewarnt wird, die eventuell in einem Blog schrieben, das vielleicht mal vom Verfassungsschutz begutachtet werden soll/wird. (Im Gegensatz zur „die linke“, die bereits beobachtet wird) .
    Und das ganze ist auch noch in einer derart niederträchtigen Art und Weise geschrieben, das mir kurzzeitig der Mund offen blieb. Wie in der schlechten alten Zeit. Mal sehen, wann die selbsternannten Mielkes aktiv werden.

    Daß die Linken sich auf alles stürzen, was auch nur nach Humanistenverein riecht, kann ich mir nicht wirklich erklären. Es scheint ein Naturgesetz zu sein – so wie sich die Wespen auf dem frischen Pflaumenkuchen einfinden oder die Fliegen auf den Pferdeäpfeln.

  4. Im Grunde ist Frank Navissi ja nur irgendein Typ, ein Blogger und hpd-Redakteur, der ausschließlich linkes Standardzeug schreibt und niemals irgendwelche neuen Ideen und Perspektiven anbietet.

    Ein Standard-Joe also, tja, aus diesem Grund habe ich immer die Finger vom Humanismus gelassen. Der ist personell schlecht besetzt. Zurzeit fallen mir dort, wenn ich doch gelegentlich noch mal in jene Texte hineingerate, eigentlich nur Kritik am Christentum und die (meist indirekte) Verteidigung des Islam auf. – Irgendwie verteidigt Navissi hier wohl auch den Islam.

    Warum tun Sie sich diese Szene noch an? Einfach Liberalismus ankreuzen und die Humanisten links liegen lassen?

    MFG
    Wb

  5. Als langjähriger PI-Beobachter hierzu fragend:

    Bei Politically Incorrect scheinen leider zunehmend die Sektierer – laut Frank Berghaus extrem rechte Katholiken – das Ruder zu übernehmen.

    PI ist offensichtlich rechts, aber rechtsextreme Katholiken gibt es dort, zumindest an den Texten gemessen, nicht. Oder hat sich da was geändert?, Berghaus hat jedenfalls mehr Meinungen als Belege. Dass die Unfähigkeit und Gefährlichkeit einer Religion auch an deren Trägern zu bemessen ist, lässt womöglich den Eindruck von Rassismus entstehen, belegt den Rassismus aber nicht. – Zum Vergleich: Volksgenossen haben typischerweise gar nichts gegen den Islam, bewundern ihn sogar teilweise, wollen aber Ausländer, bspw. Araber und andere, nicht in D sehen; und zwar aus einer offensichtlich rassistischen Sicht heraus.

    Es macht ja auch keinen Sinn bspw. islamophile Beiträge der TAZ und vergleichbarer Medien als linksextrem zu verorten. – BTW, wir unterscheiden zwischen x, x-radikal und x-extrem, wobei x für die Richtung der normalen Meinungsäußerung steht, x-radikal für die Ablehnung der demokratischen Gegebenheiten, ohne eben x-extremistisch, also aktiv gegen die Systeme kämpfend zu sein. – So wird’s wohl auch in deutschen Polizeikreisen definiert und gehandhabt.

    Distanzierungen, die PI pauschal Systemfeindlichkeit unterstellen, finde ich nicht angebracht. Man muss schon, wie bspw. bei Raddatz, sehr zwischen den Zeilen lesen, um diesbezügliche Hinweise zu finden.

    MFG
    Wb

  6. Du schreibst zur Partei DIE FREIHEIT:

    „Zugegeben scheinen sich im Umfeld von Die Freiheit, ist dem Bericht von Felix Thiessen nach seinem Austritt zu glauben (und das tue ich), tatsächlich Homophobe und weitere verirrte Schäflein herumzutreiben. Parteien sind ja stets das, was man daraus macht und in diesem Fall wurde den Mächten der Finsternis offenbar zu viel Platz eingeräumt und es gab mal wieder nicht genügend Gegenwehr von anständigen Leuten. „F.N.“ kann sich rühmen, durch einen bloßen Blick auf die Wikipedia-Definition von „Rechtspopulismus“ die Machenschaften der Freiheit aufgedeckt zu haben – realistisch betrachtet hätte die Partei sich auch ganz anders entwickeln können“

    Ich finde es etwas verfrüht, DIE FREIHEIT nach einem Jahr abzuschreiben. Diese Partei steckt noch in den Kinderschuhen; was aus ihr wird, ist noch längst nicht entschieden. Zudem sind die persönlichen Erfahrungen einer Person sind nicht gerade aussagekräftig. Ich kann nur das Gegenteil davon bestätigen: Es gibt ganze Ortsgruppen, die aus Atheisten/Agnostikern bestehen und längst aus der Kirche ausgetreten sind, und es gibt sehr viele klassisch Liberale. Da eine Alternative dringend nötig ist, wäre es weitaus konstruktiver, sich für den richtigen Kurs einzusetzen, statt gleich wieder auszutreten. Und solange es keine homophoben etc. Verlaubarungen der Partei gibt, sollte man sie auch nicht voreilig abschreiben. Wie es um die Partei bestellt ist, sieht man z.B. an der „Agenda“ des neu gegründeten Landesverbandes NRW:

    http://www.diefreiheit.org/eine-agenda-der-hoffnung-und-der-zuversicht/

    Wo sind denn bitte dort „Mächte der Finsternis“ am Werk? Wo in irgendeiner anderen offiziellen Erklärung?

    Und zu PI:

    Ich muss dem „webbaer“ rechtgeben, auch die Ausführungen hierzu verraten einen sehr selektiven Blick. Man mag über PI denken was man will, aber solange Artikel wie der folgende dort erscheinen und sehr große Zustimmung erhalten (der Agnostiker Frank Furter gilt als einer beliebtesten Autoren), kann die These von den „extrem rechten Katholiken“ irgendwie nicht stimmen:

    http://www.pi-news.net/2011/10/mit-niveaulosen-grusen/

    Vielleicht wäre es angebracht, ein wenig mehr zu differenzieren…

    1. Was meint diese Partei eigentlich mit „Freiheit“? Ist das die Freiheit eines Kollektivs, oder ist das individuelle Freiheit? Damit scheint mal dies und mal jenes gemeint zu sein.

      Ich finde die Programme (Berliner Programm und Grundsatzprogramm) völlig unzusammenhängend und mit Gewissheit nicht klassisch liberal!

      Teilweise ist die Partei liberaler als manch andere. So will sie Schulen in freier Trägerschaft fördern. Zugleich fordert sie bundesweit einheitliche Regelungen für alle Schulen, die ordentlich ins Detail gehen. Man fragt sich, um was genau die verschiedenen Privatschulen überhaupt noch konkurrieren sollen, wenn ihnen die Partei alles vorgibt?

      Außerdem fordert die Partei ein soziales Pflichtjahr für Schulabgänger, die keinen Studien- oder Ausbildungsplatz vorweisen können. Ein Objektivist würde das als „Sklaverei“ bezeichnen – das Individuum muss für den Stamm Zwangsarbeit leisten und wird nicht einmal nach den Regeln des freien Marktes dafür bezahlt.

      Die „Freiheit“ ist für die Aufklärung, aber auch fürs Christentum, für Marktwirtschaft, aber auch für die „Solidargemeinschaft“ (der Staat entscheidet, gegenüber wem ich wohltätig sein muss), sie ist gegen Bürokratie, aber für eine Steuerfinanzierung anstelle der GEZ, sie ist für individuelle Freiheit, aber für Vorrechte von Familien. Was soll es denn nun werden?

      Aus dem Grundsatzprogramm:

      „Wie jeder Mensch eine persönliche Identität hat und benötigt, so trifft dies auch auf
      ein Volk zu. Die aus der Lebensgeschichte erwachsenen Traditionen und Werte sind
      es, die jedem darin lebenden Individuum Orientierung und Halt geben und der
      Gemeinschaft die nötige Kohäsion. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Identität
      gestärkt wird.“

      Eine Partei hat sich nicht zu scheren um die Identität eines „Volkes“! Das geht den Staat nichts an.

      „Wir wollen einen Werktag der Woche zum Familientag erklären, an dem Familien mit
      Kindern bei Behördengängen, Arztbesuchen usw. vorrangig behandelt werden“

      Und schon wieder greift „Die Freiheit“ in das Privatleben der Bürger ein! Was geht es den Staat an, wen Ärzte zuerst behandeln?

      „Wir setzen uns dafür ein, dass die Betreuung und Erziehung der Kinder als Beruf
      anerkannt wird. Wir stehen für eine Neuordnung der finanziellen Unterstützung und
      fordern die Einführung eines angemessenen Erziehungsgehaltes.“

      Die „Freiheit“ fordert also (aus liberaler Sicht) den Diebstahl des Geldes von Kinderlosen, welches dann Familien als Gehalt ausgezahlt wird für eine Leistung, von denen die Kinderlosen überhaupt nicht profitieren!

      Und so weiter, und so weiter, und so weiter! Die „Freiheit“ ist keine liberale Partei.

      1. Ich gebe dir in allen Punkten Recht. Doch zeigen die Zitate nicht, dass hier „Mächte der Finsternis“ am Werk sind und schon gar nicht Rechte.
        Das Parteiprogramm ist innerhalb von wenigen Wochen zusammengeschmissen worden und es ist in der Tat widersprüchlich (was selbst der Vorstand bestätigt). Und genau daran wird zur Zeit gearbeitet, demnächst soll das Programm 2.0 kommen und auch danach soll immer weiter daran gearbeitet werden. Ich habe nur gesagt, dass es etwas verfrüht ist, diese Partei abzuschreiben. Denn es ist noch alles offen!
        Welche Freiheit gemeint ist, das ist genau die Frage, die jetzt entschieden wird, und wenn sich immer die Liberalen aus dem Staub machen, bevor eine Entscheidung gefallen ist, dann werden wir nie den Liberalismus in Deutschland stärken!
        Man muss sich zudem fragen, was in Deutschland mit seinen (links- oder rechts-)kollektivistischen Traditionen überhaupt möglich ist. Wir müssen langsam wieder an die liberalen Traditionen anknüpfen, die es einmal gab, und an die Ideen, die in Vergessenheit geraten sind. Wer sich in die Politik begibt, der tut gut daran, pragmatisch vorzugehen. Natürlich wäre eine PPA, eine „Partei der philosophischen Aufklärung“, eine tolle Sache, aber über das Hinterstübchen eines Salons wird sie nicht hinauskommen. Wer seine liberalen Prinzipien nicht mit praktischer Parteiarbeit beschmutzen will, der sollte nicht in die Politik gehen; wer aber möchte, dass zumindest einiges von seinen Ideen umgesetzt wird, der kann weiterhin seine Hoffnung in DIE FREIHEIT setzen. Ich jedenfalls würde mich über jedwede kleine Libealisierung freuen, auch wenn es nicht die ganze Freiheit ist!
        Deshalb sollte man die Freiheit nicht abschreiben!

        1. Mit den Mächten der Finsternis meine ich die Genossen aus dem Bericht von Felix Thiessen:

          Ich bin in der Zeit Menschen begegnet, die mir erklärten, Homosexuelle seien krank und ein schwerer Schaden für die Gesellschaft, da sie ja noch nicht mal Kinder bekommen könnten. Auf meine Einwände, sie könnten ja welche adoptieren, schaute man mich schockiert an und entgegnete mir „Toll, damit die auch noch krank werden“.
          Aber ich dachte, vielleicht ist das so in einer neuen Partei, egal welcher Richtung oder Strömung, dass man auch einige arme Verirrte am Anfang dabei hat, sich dann aber rasch von ihnen befreien kann. Als dann aber in verschiedenen Sitzungen, an denen ich teilnahm, in ähnlicher Weise völlig unqualifiziert pauschal über andere Bevölkerungsgruppen hergezogen wurde und diese Meinung auch noch bis in den Vorstand befördert wurde, war ich erschrocken und verließ diese Partei.

          Das ist ja wohl eindeutig rechts von der üblen Kategorie, was diese offenbar zahl- und einflussreichen Leute von sich geben, oder nicht? Was geht es die eigentlich an, was Homosexuelle mit ihrem Leben anfangen? Unterirdischstes Dummbauern-Niveau ist das. Ein gutes Stück zu weit von meinem Salon entfernt.

          Wer seine liberalen Prinzipien nicht mit praktischer Parteiarbeit beschmutzen will, der sollte nicht in die Politik gehen; wer aber möchte, dass zumindest einiges von seinen Ideen umgesetzt wird, der kann weiterhin seine Hoffnung in DIE FREIHEIT setzen.

          Ich bin durchaus kein unrealistischer Salon-Typ. Ich weiß, dass man Kompromisse schließen muss. Aber wenn man zu viele davon schließt, dann ändert sich die Ausrichtung von individueller zu kollektiver „Freiheit“, also Unfreiheit. Aktuell jedenfalls ist das Programm in zu vielen Punkten nicht liberal. Ich hoffe natürlich schon, dass die Liberalen in der „Freiheit“ etwas daran schrauben können, aber aktuell ist das eine eher konservative Partei rechts von der CDU. Und ich hoffe auch, dass sich Schwulenhasser und co. am Ende nicht mehr so angezogen fühlen werden von der „Freiheit“. Aktuell bin ich etwas desillusioniert.

      2. Das geht den Staat bei den Arztberufen -soweit die nicht z.B. in einer Ärztegemeinschaft arbeiten, die irgendwie unter der Trägerschaft einer staatlichen Organisation arbeitet- wenig an. Bei den Behörden kann man aber schon so argumentieren, das, da der Staat den Menschen mit Kindern mehr Behördengänge zumutet, als Menschen ohne Kindern, er da auch einen Ausgleich schaffen kann.

    2. Was sind denn „homophobe Verlautbarungen“? Die Ablehnung der Homoehe mit allen Vorteilen, die Alleinstehende nicht genießen? Der Hinweis darauf, dass die Gleichstellung der „Homoehe“ mit der Ehe der Verfassung widerspricht, die den besonderen Schutz von Ehe und Familie feststellt (und nicht die „Homo-„, Viel- oder „Inzestehe“ gemeint hat, als sie erstellt worden ist)?

      Zur FREIHEIT ist ansonsten weiter unten das Wesentliche vermerkt worden. Nur eine streng liberale Partei kann im doitschen Parteiensumpf Fuß fassen, wenn überhaupt…

      BTW: Können Rechte eigentlich Humanisten sein oder ist das den Liberalen und Linken überlassen? Es gibt doch aufgeklärte Rechte, vermutlich deutlich mehr als Rechtsradikale und Rechtsextreme? Beim hpd wohl eher nicht, gell?, muss man dort links bis linksradikal sein?

      1. Nein, es ist nicht bereits homophob, wenn man die Ehe für besonders schützenswert hält. Wie zumeist bin ich der Meinung, dass sich der Staat hier heraushalten sollte, also geht ihm auch die Ehe im Grunde nichts an.

        Moderat Rechte können schon auch Humanisten sein, aber das wird der Mainstream nicht anerkennen.

  7. Du schreibst:

    „Das ist ja wohl eindeutig rechts von der üblen Kategorie, was diese offenbar zahl- und einflussreichen Leute von sich geben, oder nicht? Was geht es die eigentlich an, was Homosexuelle mit ihrem Leben anfangen? Unterirdischstes Dummbauern-Niveau ist das. Ein gutes Stück zu weit von meinem Salon entfernt.“

    Auch da gebe ich dir vollkommen Recht. Nur, wie ich schrieb, ist es die Erfahrung einer Person; ich habe andere Erfahrungen gemacht. Es ist natürlich für Felix Thiesessen unter diesen Umständen schwer, sich dort weiter einzubringen, aber es ist eben auch schade, dass man dann gleich ganz von Bord geht und die Partei diesen Idioten überlässt. Und so ist es leider meistens: Die Leute mit liberalen Prinzipien sehen gleich ihre Prinzipien verletzt und treten ab; die Illiberallen sind standhaft und kommen deshalb weiter…

    Und noch etwas: Ich hatte geschrieben:

    „Und solange es keine homophoben etc. Verlaubarungen der Partei gibt, sollte man sie auch nicht voreilig abschreiben. Wie es um die Partei bestellt ist, sieht man z.B. an der „Agenda“ des neu gegründeten Landesverbandes NRW…“

    Solange es in der Anfangszeit einige (meinetwegen auch mehrere) Idioten gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Partei als ganze bereits diesen Kurs fährt. Ich frage deshalb noch einmal, wo im Programm derart Unterirdisches steht. Und ich bleibe dabei: Solange es das nicht der Fall ist, habe ich Hoffnung, dass aus dieser Partei etwas werden kann! Und im Übrigen: Wer bitte hat gedacht, dass dies bei einer neuen Partei anders aussehen würde?

    Du schreibst:

    „Ich bin durchaus kein unrealistischer Salon-Typ. Ich weiß, dass man Kompromisse schließen muss. Aber wenn man zu viele davon schließt, dann ändert sich die Ausrichtung von individueller zu kollektiver „Freiheit“, also Unfreiheit.“

    Das sehe ich auch so, aber: es ist noch lange nicht so weit! Sobald die erste offizielle Verlautbarung in diese Richtung geht, ist die Partei mit einem Schlag zu Ende.

    Du schreibst:

    „Aktuell jedenfalls ist das Programm in zu vielen Punkten nicht liberal. Ich hoffe natürlich schon, dass die Liberalen in der „Freiheit“ etwas daran schrauben können, aber aktuell ist das eine eher konservative Partei rechts von der CDU. Und ich hoffe auch, dass sich Schwulenhasser und co. am Ende nicht mehr so angezogen fühlen werden von der „Freiheit“. Aktuell bin ich etwas desillusioniert.“

    Das kann ich nachvollziehen – erst recht, wenn man keinen Einblick in die Partei hat. Aber wie gesagt: Das Parteiprogramm wird als ungenügend angesehen, man ist dabei, ein neues zu erarbeiten. Auch ist endlich die Wirtschaftspolitik angesprochen worden, wo es intern auch viele sozialistische Ansichten gibt und wo nach einer liberalen Position gerungen wird.

    Und deshalb: Es ist zu früh, DIE FREIHEIT abzuschreiben!

    1. Ich frage deshalb noch einmal, wo im Programm derart Unterirdisches steht.

      Ist die hiesige Kritik so hart ausgefallen? – Wurde doch eher das Parteiprogramm ernstgenommen und dieses wirkt nicht sonderlich liberal, von den heute üblichen liberalen Standards mal abgesehen. Aus meiner Sicht ist die Partei, im Gegensatz zu „Pro“, völlig OK, aber nicht so super-interessant. Aaron König fehlt dort auch. – Dasselbe gilt auch für die PIRATen, derem Programm Mängel aufweist und König fehlt auch dort, lol.

      Das Verdammen dieser Parteien und von PI finde ich nicht gut, hat aber auch nicht stattgefunden, wenn ich aufgepasst habe. Würde ja auch keiner die GRÜNEn oder die SPD richtig verdammen wollen…
      Die Humanisten scheint man aber in Mainstream-Form härter rannehmen zu dürfen.

  8. @derautor

    Wie zumeist bin ich der Meinung, dass sich der Staat hier heraushalten sollte, also geht ihm auch die Ehe im Grunde nichts an.

    Man darf als Liberaler auch Fördermaßnahmen aus besonderen Grund gutheißen, bspw. die Kinderförderung (vs. „Immigrationslösung“), das bedingungslose Grundeinkommen (vs. Sozialapparat) und Handreichungen für Dazugekommene (standardisiert, mit möglichst wenig Apparat). Selbst in Wirtschaftskrisen kann der staatliche „keynesianische“ Eingriff hilfreich sein oder bei Unternehmenspleiten, in der Praxis ist er es oft nicht, deshalb wäre hier die Absens des Staates als pflichtig gut, aber eben nicht aus liberaler Sicht zwingend.
    Gehe aber mal davon aus, dass hier kein Dissens vorliegt und das Thema geht auch ein wenig verloren…

    MFG
    Wb

    1. Ähm… Nein, wenn man für das Gegenteil des Liberalismus eintritt, dann wäre es nicht zielführend, dies „Liberalismus“ zu nennen.

  9. „Wie zumeist bin ich der Meinung, dass sich der Staat hier heraushalten sollte, also geht ihm auch die Ehe im Grunde nichts an.“

    Generell ja,dann allerdings auch in beide Richtungen. So dürfte dann der Staat z.B. auch nicht mehr in die Tasche des Ehepartners greifen, wenn denn ein „Fürsorgefall“ eintreten würde. D.h. wird jemand zum Dauerpflegefall, müsste der Staat auch dabei Alleinstehende und Ehepartner völlig gleich behandeln

    1. Anders formuliert:
      Man kann auch liberal sein, wenn man zwischen dem real existierenden doitschen Parteiliberalismus und dem „Idealliberalismus“ irgendwo dazwischen steht – wobei die relative Ferne zum o.g. Parteiliberalismus natürlich pflichtig ist, korrekt!

      MFG
      Wb (der schon lange nicht mehr so en passant abgefrüstückt worden ist, lol)

      1. Es ist ein bisschen verwirrend, mit dir zu reden, weil du von dir selber in der dritten Person sprichst und dergleichen Merkwürdigkeiten. Nichts für ungut. Diese sozial-liberalen Konzepte haben einfach nichts zu tun mit dem Liberalismus. Wenn der Staat das Geld umverteilt, ist das nicht liberal.

        1. Für Dich ist das nicht liberal – zur Erinnerung: für den Systematiker sind Aussagen zu einer Sache oder diesbezüglichen Verhalt immer zuerst als Aussagen einer Person(enmenge) zu einer Sache oder diesbezüglichen Verhalt zu verstehen -, Du kannst ja mal ein paar Gedankenexperimente machen und Du wirst feststellen, dass unter Umständen die allgemeine Bedürftigkeit zwingend staatlicherseits zu bearbeiten ist, und zwar ganz im liberalen Sinne.

          Dasselbe gilt für sozusagen chirurgische Markteingriffe und allgemein für Hilfen aus besonderem Grund.

          Warum sich die Legende hält, dass diese Sichten nicht liberal sind? A: Weil in der Praxis in fast allen Fällen, die weiter oben aus liberaler Sicht nicht ausgeschlossen worden sind, staatliches Versagen oder besser Politikerversagen („Politikerversagen“, die Politiker handeln schon ihren eigenen Präferenzen entsprechend) klar erkennbar war, wenn staatsaktiv vorgegangen worden ist.

          Sozialliberalismus wäre gegeben, wenn linkes Umverteilungsgedankengut generell begrüsst und implementiert wird, und zwar den obigen Vorgaben explizit nicht entsprechend.

          HTH
          Wb (der zudem auch keinen Liberalismus sieht, der mit Staat und ohne irgendwie geartete Umverteilung auskommen kann)

          1. Das verstehe ich leider überhaupt nicht. Der Liberalismus erkennt die individuellen Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum an. Man kann nicht in diese Rechte eingreifen und das dann „Liberalismus“ nennen, was eigentlich Sozialismus ist.

  10. @derautor
    Das würde aus meiner Sicht bedeuten, dass der „korrekte“ Liberalismus in bestimmten Problemlagen ohne Mittel dasteht. – Sind diese bestimmten Problemlagen näher zu erörtern? Sind ausgegebene Steuern nicht immer auch in Teilen Umverteilung?

    MFG + bis bald
    Wb (der das Problemchen im Hinterköpfchen behalten wird)

  11. Ich war die letzten Tage draußen, daher schreibe ich erst jetzt wieder.

    Ich habe mich gar nicht angegriffen gefühlt, ich wollte nur klarstellen, dass DIE FREIHEIT solche (homophobe etc.) Positionen offiziell nicht vertritt.

    Ich finde es sehr relevant, ob sich in Deutschland eine halbwegs liberale Partei wieder formiert oder nicht. Die Politik wird von Parteien gemacht, also brauchen wir eine Partei. Daran mitzuarbeiten, möchte ich allen Liberalen ans Herz legen – dass das Unternehmen scheitern kann, ist natürlich möglích, aber unsere Gesellschaft scheitert ansonsten sowieso.

    Oder wie siehst du das, Andreas? (Ich erlaube mir, dich zu duzen; ich hoffe, das ist kein Problem.)

    Die verworrene Diskussion der letzten Tage hier zeigt, dass keiner so richtig mehr weiß, was Liberalismus eigentlich ist. Willst du nicht mal ein „Liberales Manifest“ schreiben, so als Korrektiv zum Manifest von MSS?

Kommentare sind geschlossen.