Wir waren besser als sie

Mir wird ja gerne vorgeworfen, dass ich zu unkritisch wäre gegenüber Israel. Jeder hat eben seine kleinen Schwächen. Manche geben immer einen Löffel Zucker zu viel in ihren Tee, andere waschen ihr Auto Monate lang nicht. Und ich verzichte auf irrationalen Hass auf Juden.

Ein bisschen israelkritisch muss ich heute aber doch einmal werden. Kürzlich hat es diesen Gefangenenaustausch gegeben. Im Gegenzug für die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalit hat Israel über 1000 Gefangene freigelassen, 447 davon verurteilte Terroristen.

Premierminister Netanyahu hat damit seine Bürger behandelt, als wären sie entbehrlich. Zugegeben haben ihn die Obama-Regierung und Europa zu dieser suizidalen Aktion angestiftet. Wir sollen damit irgendwie beweisen, dass wir den Terroristen moralisch überlegen sind. Das soll sie enorm beeindrucken. Dann sind sie nicht mehr böse und kommen auf unsere Seite rüber. Wurde schon tausend Mal probiert und bislang freuten sich die Terroristen immer über die Schwäche ihres Feindes. Aber vielleicht sehen sie es ja diesmal ein?

In der Tat sollten wir besser sein als die palästinensische Märtyrerfraktion und unsere Soldaten nicht zurücklassen. Das bedeutet aber keineswegs, dass wir 447 Terroristen freilassen sollten, die uns wieder angreifen wollen. Wir lassen unsere Jungs nicht zurück. Und wir verhandeln nicht mit Terroristen. Wie geht das zusammen? Indem wir Gilad Shalit freigepresst oder ihn freigekämpft hätten.

Ein weiteres Element des Deals war die Zusicherung von einer sicheren Überfahrt der Hamas nach Ägypten seitens Israel. Nun darf die Hamas also in Ägypten eine neue Filiale aufmachen. Und dort wird es nicht einmal Big Macs geben. Andererseits ist es jetzt auch egal, die Muslimbruderschaft hat ja schon quasi das Sagen in Ägypten.

Die Hamas hat derweil bekanntgegeben, wie gut ihr der Deal gefällt:

Auf Wiedersehen, Shalit, und willkommen neuer Gefangener, der dich ersetzen wird und mit dem wir deine Armee und deine Führung erniedrigen werden.

Ja, die haben das tatsächlich geschrieben. Natürlich kümmert es wieder einmal niemanden. Der Westen hat schon verloren.

Quellen:

Andrew McCarthy: The „Moderates“ celebrate the Shalit swap

Bosch Fawstin: We were better than them

Aus aktuellem Anlass

Auf der TR-Website gibts jetzt eine kleine Aphorismensammlung von mir:

Bill Türs fröhliche Weisheiten:

http://terryrotter.de/ruckblick/bill-turs-frohliche-weisheiten

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

5 Kommentare zu “Wir waren besser als sie

  1. Wb sagt:

    Tja, man ahnt auch für Nordafrika bald einen dunklen Himmel voller Drohnen…

  2. Uriel Sakarhim sagt:

    komisch, ich muß gerade an Willi Brandt denken und wie der „Kaufwsedrt“ eines Lebens seitdem gestiegen ist…

  3. Richard sagt:

    Wie steht es doch so schön in der Toa:

    „Wer auch nur ein einziges Menschenleben von Israel (sic!) rettet, rettet die ganze Welt“

    • Stefan sagt:

      Im Rückblick wird sich bei diesem Tausch wohl eher herausstellen, dass man ein paar hundert jüdische Menschen indirekt ins Jenseits befördert hat.

      • Ulrich Elkmann sagt:

        Im Gegenzug könnte ein Zyniker einwerfen, daß der IDF jetzt nicht mehr die Hände gebunden sind, um die Terroristen auszuschalten. Und da die Bedrohung durch die Palistenser so oder so besteht, könnte es sein, dass der Preis nicht so hoch ist wie befürchtet.

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