Der Kindle Touch

Vom 99-Euro-Kindle habe ich in einem Beitrag auf feuerbringer.com abgeraten und stattdessen den Klassiker, Kindle Keyboard, empfohlen. Nun wurde ich um meine Meinung über den Kindle Touch gebeten, ein ebenso neues Modell, das aber bislang nur in den USA erhältlich ist. Mal sehen, was dieses Modell zu bieten hat.

Zunächst: Es ist aktuell noch nicht bekannt, ob der Kindle Touch – den man nur über Umwege aus den USA bestellen kann – überhaupt mit einem deutschen Kindle-Konto und dem deutschen Kindle-Shop kompatibel ist oder nicht. Auch ist nicht bekannt, ob er hierzulande veröffentlicht werden wird. Ich habe ihn mir nicht zugelegt, aber mich genau mit den Features befasst und Beiträge darüber gelesen. Ich besitze die Keyboard-Variante.

Sieht man sich die Features an, so stellt man fest, dass der Kindle Keyboard und der Kindle Touch weitgehend identisch sind. Der Akku hält ebenso lang, der Speicher ist jeweils 4GB (trotzdem passen auf den Keyboard 500 Bücher mehr) und bis auf den Touchscreen sind die Bildschirme von einer identischen Qualität (selbe Auflösung, keine Farbe, etc.).

Der Kindle Touch ist etwas kleiner (weil das Keyboard wegfällt) und leichter als der Kindle Keyboard. Und beim Touch fallen neben dem Keyboard auch die Umschalttasten an den Seiten des Geräts zum Umblättern weg. Die übrige Ausstattung ist identisch.

Ich bin ein großer Technologie-Freak und ich habe mir einen MP3-Player mit Touchpad zugelegt, weil das eben neu war, trotzdem oder gerade deshalb muss ich direkt heraus sagen, dass ich den Kindle Touch für eine sinnlose und überflüssige Erfindung halte. Ebenso übrigens das Touchpad an meinem MP3-Player. Inzwischen habe ich mir einen ohne Touchpad zugelegt. Das Problem: Man möchte nicht erst das Ding aus der Jackentasche kramen, um die Songs umzuschalten.

Mit dem Touchpad des Kindle Touch sind ähnliche Probleme zu erwarten. Das Umschalten mit dem Keyboard ist sehr simpel: Man klickt auf eine der Tasten links oder rechts neben dem Bildschirm. Beim Touch muss man den Bildschirm berühren. Das gibt Abdrücke und wie gut das funktioniert, ist die Frage. Es ist mit ziemlicher Sicherheit weniger bequem als ein bloßer Knopfdruck.

Am ärgerlichsten ist die virtuelle Tastatur. Mit dem Kindle Keyboard lassen sich erstaunlich bequem Notizen machen (was ich sehr oft tue) und mit einem Touchpad muss das fast zwangsweise weniger angenehm sein – obendrein, wo das Touchpad eingeblendet werden muss, wodurch sich der Bildausschnitt des Buches erheblich verkleinert. Beim Keyboard wird bei Notizeneingabe nur eine Zeile eingefügt.

Hätte der Touch einen Farbbildschirm oder einen Bildschirm mit höherer Auflösung, könnte das diese Problem ausgleichen. Aber dem ist eben nicht so. Der einzig verbliebene Vorteil des Touch ist sein eleganteres Aussehen. Allerdings gibt es inzwischen viele Hüllen und Cover für den Keyboard, wodurch sich das Problem erledigt.

Fazit

Der Kindle Touch ist eine sinnlose Erfindung, die den Vorgänger Keyboard lediglich in einer Hinsicht verbessert: Man kann nun im Kindle-Shop mit dem Touchpad wahrscheinlich bequemer navigieren. Ansonsten – man muss ja bedenken, dass man den Kindle vornehmlich zum Lesen verwendet und vielleicht zum gelegentlichen Notizen-Schreiben – hat der Touch einfach keinen Vorteil gegenüber dem Vorgänger, dafür eine Reihe Nachteile, die oben genannt wurden.

So lange ihr ihn noch kaufen könnt, empfehle ich euch also den Kindle Keyboard und folgendes Zubehör (das ich selber habe, nur nicht in dieser Farbe):

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=feuerbringer-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B003DZ1Y8Q&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

Update: Tja, so ein Blech: Amazon scheint den normalen Keyboard nicht mehr regulär anzubieten, es gibt aber noch die 3G-Version (nein, sie bringen mich nicht so einfach dazu, den 99-Euro-Kindle zu empfehlen):

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=feuerbringer-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B003DZ1Y7M&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=feuerbringer-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B0046HCQX2&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=feuerbringer-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B004MZST2K&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

Insbesondere für meine Leser könnte sich das lohnen, denn wie schon gesagt, werden alle meine zukünftigen Bücher in absehbarer Zukunft ausschließlich als eBooks erscheinen und dies zunächst nur im Kindle-Shop.

Allerdings könnt ihr euch einiges ersparen: Eine Leseleuchte verwendet man in der Regel sowieso nicht (es sei denn, man ist regelmäßig irgendwo ohne Tageslicht und Lampen unterwegs), Sleeves sind nutzlos, weil man das Gerät erst herausnehmen muss, anstatt nur den Deckel der Hülle zuzuklappen und die Cover werden von den Hüllen weitgehend verdeckt, also braucht man die auch nicht. Mit den drei Empfehlungen oben habt ihr alles, was ihr braucht, ohne unnötig viel Geld ausgegeben zu haben. Jedenfalls aktuell und in voraussehbarer Zukunft dürfte dies die beste Wahl sein für Kindle-Interessenten.

Es gibt wirklich nur zwei Features, die einen neuen eReader für mich attraktiv machen könnten: 1. Höhere Auflösung und 2. Farbe.

Übrigens, falls ihr einen wirklich guten MP3-Player (ohne Touchpad, Gott sei Dank) sucht, der mit wenig überflüssigem Schnickschnak und dafür mit großartigen Kopfhörern und geradezu unendlicher Laufzeit aufwartet – ich bin nach Jahren des mühseligen Durchprobierens verschiedener Player und Kopfhörer endlich bei diesem brandneuen Meisterwerk gelandet:

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=feuerbringer-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B005AWY4DC&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

8 Kommentare zu „Der Kindle Touch

  1. Im Wesentlichen trifft das wohl alles zu… der Hauptvorteil des Touch dürfte für Amazon der niedrigere Herstellungsaufwand und Rücklauf sein, gegenüber den Varianten mit vielen beweglichen Teilen.
    Ein (geringer) Vorteil für den Benutzer ist die prinzipiell bessere Geschützheit des Geräts gegen Schmutz und Feuchtigkeit.

    Was die Leseleuchte angeht: Die (Kandle II) verwende ich inzwischen dauernd … inzwischen ist es nämlich morgens und abends an den Haltestellen wo ich rumstehe recht dunkel 😉

  2. Ich habe auch einen Mp3-Player mit Touch-Bedienung (Cowon D2, schon etwas älter). Der hat einen Lock-Schalter, mit dem man das Display reaktionsunempfindlich machen kann. Hat nicht mittlerweile beinahe jedes Touchscrren-Gerät so eine Funktion?

    1. Ja, dafür ist er schon gut. Allerdings musste ich mir eben überlegen, ob die Halbierung von Features bei nur 20 Euro weniger gegenüber der Keyboard-Variante gerechtfertigt ist und da musste ich eben sagen, dass dem nicht so ist. Natürlich kann es jeder am Ende selber entscheiden und der neue Kindle sieht ja auch besser aus und ist kleiner.

  3. Ich hatte um eine Empfehlung gebeten, weil ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich auf den Touch warte oder beim Keyboard zuschlage. Ich habe mal auf die Erfahrungen des viellesenden Autors vertraut und bin nicht enttäuscht worden. Nachdem die Entscheidung für das Keyboard-Modell gefallen war, hat Amazon mir die Frage abgenommen, ob mit 3G oder ohne, es gibt den Keyboard nur noch mit. Da ich nicht am Hungertuch nage, war das finanziell kein Problem. Rückblicken möchte ich weder die Tasten noch die mobile Verbindung missen. Ist beides sehr angenehm, auch wenn ich nur wenige Anmerkungen schreibe oder mal nach dem einen oder anderen Wort suchen lasse. Auch die empfohlene Hülle liegt angenehm in der Hand, lässt sich sicher aufstellen und gibt dem sehr flachen Gerät ein buchähnliches Format und Schutz. Danke noch mal für die Empfehlungen. Amazon sollte Dich am Gewinn beteiligen 😉

    1. Das freut mich! – Übrigens: Wenn die Leser die Sachen über meinen Amazon-Shop kaufen, dann beteiligt mich Amazon tatsächlich ein wenig am Gewinn.

Kommentare sind geschlossen.