Counter-Fjordman

Man muss nicht nur differenzieren, wenn es um den Islam geht, sondern man muss auch differenzieren, wenn es um Islamkritik geht.

Es gibt Islamkritiker, die gute Gründe haben für ihre Kritik, darunter Ex-Muslime wie Ayaan Hirsi Ali, Taslima Nasreen, Ibn Warraq, die konkrete Elemente des praktizierten Islams, des Korans und der Hadithe kritisieren, welche Krieg gegen Ungläubige, die Diskriminierung der Frau, die Reduzierung des Mannes auf einen gewalttätigen Macho, Steinigungen, Ehrenmorde, Zwangsheiraten und Antisemitismus umfassen.

Wie weit auch immer diese Dinge verbreitet sein mögen, so sind sie real und gewiss ist es im Interesse der Menschenrechte von Muslimen, sich gegen diese Praktiken und Ideen auszusprechen. Es gibt muslimische und ex-muslimische Organisationen, die genau das tun, die für Freiheit und Menschenrechte eintreten. Hier nur einige davon:

Moderate Muslime und Ex-Muslime

American Islamic Forum for Democracy

Muslime gegen Islamofaschismus

Araber und Muslime, die Israel unterstützen

Ex-Muslime

Demokratische Muslime in Dänemark

Free Muslims Coalition

Die dunkle Seite der Islamkritik 

Zugleich gibt es finstere Gestalten, die mit der Islamkritik als Deckmantel ihre eigene braune Suppe kochen. Anführer der braunen Suppenköche ist meiner Ansicht nach Fjordman, ein norwegischer Blogger und die Hauptinspirationsquelle des Massenmörders Anders Behring Breivik. Sein Blog erzielte von 2005-7 eine Million Zugriffe. Mein eigener Blog, feuerbringer.com, erzielte von 2009-11 ebenfalls über eine Million Zugriffe. Noch herrscht also Gleichstand zwischen dem liberalen Freidenker Feuerbringer und dem reaktionären Nordmenschen Fjordman im Kampf um die Zukunft der westlichen Zivilisation..

 

Dramatisch! Für den Showdown habe ich bereits Blofelds Geheimversteck aus dem James-Bond-Film Diamentenfieber gemietet. Und wer würde jemals bezweifeln, dass das Schicksal der freien Welt von Bloggern bestimmt wird? Sicher nicht Fjordman.

Wie ich in einem Beitrag auf feuerbringer.com (Fjordman und seine Rassisten) dargelegt habe, bemüht sich Fjordman darum, seine rassistischen Wahnvorstellungen möglichst rational aussehen zu lassen. Er gibt sich als Historiker, er zitiert evolutionspsychologische Studien, er versucht, ein bürgerliches Ansehen zu bewahren. Ebenso übernimmt er Elemente der gerechtfertigten Islamkritik und baut sie in sein krudes Weltbild über „rassisch“ zu isolierende Gesellschaften, quasi „national befreite Zonen“ ein, die möglichst unbelästigt durch andere „Rassen“ existieren sollten. Fjordman hätte sich gut gemacht als PR-Manager von Heinrich Himmlers Ahnenerbe-Projekt.

Wer sich für Fjordmans Gedankengut interessiert, der wird im deutschen Blog As der Schwerter bedient. Dort gibt es aktuell eine Reihe über die Riten der germanischen Nordmenschen, eine Vorstellung von Kleinkalibergewehren und Auslassungen über eine „jüdische Mafia“. Ansonsten bereitet man sich dort fleißig auf die „kommende Krise“ vor (der angeblich drohende Krieg zwischen weißen Europäern und Muslimen, über den auch Anders Breivik fantasierte).

Die Tragik besteht nun darin, dass im Grunde rationale Menschen gerade aufgrund dieser argumentativen und rhetorischen Tricks häufig auf Fjordman reinfallen. Da ich hier ein Magazin für Freidenker anbiete, finden sich immer wieder Leute mit ungewöhnlichen Ansichten ein, darunter kürzlich ein Anhänger von Fjordman namens „Richard“, der ihn gegen meine Kritik verteidigte. Ich denke nicht, dass Richard irgendetwas mit diesem As-der-Spinner-Blog zu tun hat und gewiss gehört er zu den moderaten Anhängern Fjordmans.

In der Diskussion habe ich Fjordmans Idee einer erzkonservativen, majoristischen (die Mehrheit bestimmt) Gesellschaftsordnung, in der nur oder fast nur Menschen einer bestimmten „Rasse“ leben dürfen, die Idee einer völlig freien Gesellschaft laut dem liberalen Modell nach John Locke und Ayn Rand entgegengestellt, in der niemand in die individuellen Menschenrechte Freiheit, Leben und Privateigentum eingreifen darf und in der das Konzept der „Rasse“ keine Rolle spielt.

Ich war ein bisschen ungehalten und darum ist meine Position überspitzt formuliert – ob wirklich eine absolut freie Gesellschaft mit einem Minimalstaat, der für Recht und Sicherheit zuständig ist, das beste Modell darstellt und der Staat wirklich nicht weitere Aufgaben (z.B. Kunst- und Kulturförderung) übernehmen sollte, das weiß ich nicht sicher, sondern es ist nur meine „tendenzielle“ Position. Ich vertrete die Position also unter einem gewissen Vorbehalt, aber es sollte zumindest aufschlussreich sein, die Gegenpole einmal so plakativ gegenübergestellt zu sehen.

Unsere Diskussion ist im Folgenden dokumentiert. Die Höflichkeit, die mir leider gelegentlich in der Debatte abhanden gekommen ist, gebietet es, dem Gast das letzte Wort zu lassen. Seine dort formulierten Gedanken habe ich bereits in vorherigen Kommentaren gekontert und die Leser können sich insofern bestimmt denken, wo und inwiefern ich nicht Richards Meinung teile, wie sie im letzten Kommentar formuliert wird.

Richard

Lieber A. Müller

Warum soll Fjordman ein Rassist sein – das habe ich schon bei Deinen anderen Artikeln über ihn nicht verstanden, und nutze nun die Gelegenheit, da die Kommentarfunktion hier wieder aktiviert ist, Dich es endlich mal fragen zu können.

– Fjordman akzeptiert die Existenz von Rassen (interessanter Artikel hier: http://www.wissenbloggt.de/?p=1472).

– er möchte unter seines gleichen leben, macht es ihn zum Rassisten, die europäischstämmige Bevölkerung in Europa erhalten sehen zu wollen?

Feuerbringer

Ja, aber selbstverständlich macht ihn das zu einem Rassisten! Was bitte sonst ist Rassismus? Die Nazis wollten auch unter “ihresgleichen” leben, unter blonden, blauäugigen “Ariern”. Ich finde das alles völlig abwegig und unethisch, Menschen auf eine solche Art zu bewerten und aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit zu entscheiden, wer zu “seinesgleichen” gehört und wer nicht. Ist mir doch völlig egal, zu welcher “Rasse”, ob es das gibt oder nicht, jemand gehört. Ich bewerte Menschen anhand anderer Kriterien, nämlich anhand der Entscheidungen, die sie in ihrem Leben treffen, ob sie ein ethisches Leben führen, ob sie intellektuelle oder sonstige Errungenschaften vorzuweisen haben.

Wie Ayn Rand eben sagte:

Rassismus ist eine Doktrin von und für wilde Tiere. Sie ist die Scheunenhof- oder Tierfarm-Version des Kollektivismus, angemessen für eine Mentalität, die zwischen verschiedenen Tierrassen unterscheidet, nicht zwischen Tieren und Menschen.

[…] Wie jede Form des Determinismus entwertet der Rassismus die spezifische Eigenschaft, die den Menschen von allen anderen lebenden Arten unterscheidet: Seinen rationalen Geist. Der Rassismus negiert zwei Aspekte des Menschen: Vernunft und Wahl oder Geist und Moral und ersetzt sie mit chemischer Vorbestimmung.

So etwas wie ein kollektiver oder rassischer Geist existiert nicht, also gibt es nichts wie eine kollektive oder rassische Errungenschaft. Es gibt nur individuelle Geister und individuelle Errungenschaften – und eine Kultur ist nicht das anonyme Produkt von unterschiedslosen Massen, sondern die Summe der intellektuellen Leistungen von individuellen Menschen

Richard

“Ja, aber selbstverständlich macht ihn das zu einem Rassisten! Was bitte sonst ist Rassismus?”

Deiner Meinung nach wären also alle Japaner Rassisten, da sie sehr restriktive Zuwanderungsbestimmungen haben, man könnte, mit dem Blick auf die geringe Zahl von eingebürgerten Japanern fast sagen, Zuwanderung fast komplett ablehnen.

Um nichts anderes geht es doch. Fjordman lehnt Zuwanderung ab, will die europäische Bevölkerung erhalten sehen, da er seiner eigenen Rasse kollektiv positivere Gefühle entgegenzubringt, als Angehörigen fremder Rassen. Das soll Rassismus sein und auf einer Stufe mit den Nazis?

Ich meine nicht!

Rassisten erheben die Rasse zum Hauptkriterium der Beurteilung aller wesentlichen Eigenschaften eines Individuums und halten ihre Rasse für den andere überlegen.

Vor dieser konstruierten Überlegenheit und Minderwertigkeit” ist dann der Entzug von Rechten – bis hin zum Recht auf Leben – für die anderen Rassen nicht mehr fern.

Weder Fjordman noch die japanische Regierung teilen diese Überzeugung, sie wollen vielmehr ihr eigenes Volk, ihre eigene Rasse erhalten, indem sie Menschen anderer Rassen das Recht verwehren, sich in ihren Ländern in großer Zahl anzusiedeln und mit der angestammten Bevölkerung zu vermischen. Es ist in meinen Augen kein Rassismus, sondern das Recht eines jeden Volkes zu sagen, welche Menschen man im eigenen Land willkommen heißt und welche nicht. Dafür gibt es Grenzen, dafür gibt es Nationen.

Feuerbringer

Ich bleibe dabei, dass es Rassismus ist. Und ja, natürlich sind diejenigen Japaner, die das so sehen, Rassisten. Ist ja nichts Neues – als sie mit den Nazis kooperierten, waren die Japaner ebenso wie die Nazis der Meinung, ihre Rasse würde von den Göttern abstammen. Ein bisschen was davon ist wohl hängengebliben.

Eines stimmt: Wenn zu schnell zu viele anders aussehende Menschen zuwandern, dann führt dies auf beiden Seiten zu Spannungen. Das kann man für dumm halten, aber so ist es eben. Daraus nun solche extremen Forderungen abzuleiten, halte ich allerdings für absurd. Vielmehr würde daraus folgen, die Zuwanderung eben nur schrittweise zuzulassen.

Außerdem: Was ist denn mit der Tatsache, dass die Deutschen zu wenig Kinder haben und aussterben? Wie kommst du auf die Idee, dies würde sich irgendwie ändern, wenn wir Zuwanderung blockieren würden? Ich jedenfalls kann darauf verzichten, dass unser schönes Land verfällt. Bereits jetzt werden deutsche Schlösser auf eBay verschleudert, weil keiner mehr da ist, der sie finanzieren will. Da nehme ich lieber einige Zuwanderer, die unsere Kultur erhalten können – jedenfalls die erhaltenswerten Elemente.

In Punkto “Dafür gibt es Grenzen, dafür gibt es Nationen”. Das stimmt so nicht. Nationen dienen nicht nur der “Rassenerhaltung”, sondern sie sind eben historisch gewachsene Gebilde (insofern man Eroberungsfeldzüge und Gebietsverteilungen von Herrschern für natürlich hält), wo bestimmte Kollektive ihre Traditionen und ihre Kultur ausleben können. Stellt sich nur die Frage, was man von so einer Kontruktion eigentlich hält und wo man das Erhaltenswerte an Nationen sieht und wo das, worauf man gut verzichten kann.

Einer der größeren Vorteile einer globalisierten, freien Gesellschaft inklusive Freihandel bestünde gerade darin, dass man die Niederlassungsfreiheit wenigstens schrittweise auf alle Nationen ausweiten könnte, ohne dass hieraus wirtschaftliche Probleme erwachsen würden – schließlich würden überall gleiche Bedigungen herrschen. Ich denke nicht, dass Kulturen davon abhängig sind, dass der Staat bestimmt, was Kultur ist und was nicht. Kulturen und ihre Traditionen würde es auch auf einer freien Welt weiterhin geben.

Ideologien wie Rassismus können sich nur dort rechtfertigen, wo die Rechte von individuellen Menschen nicht voll garantiert sind. Wenn bestimmte Staaten ihre Wirtschaft mit Steuergeldern fördern und einigen das Geld abnehmen, um es systematisch an andere umzuverteilen, so ist das ein System, das man gegen Freerider schützen müsste, also gegen “Ausländer, die den Sozialstaat ausnutzen” und dergleichen. Nur: Ohne Sozialstaat keine Ausnutzung des Sozialstaats. Ohne Protektionismus keine Ausbeutung der Dritten Welt und keine Notwendigkeit, die “eigene” Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz zu “schützen”. Im Prinzip teilt der Liberalismus einige linke Ideale wie die Weltgemeinschaft, nur dass er sich knallhart darüber bewusst ist, dass die notwendigen Voraussetzungen bestimmten Interessensgruppen nicht gefallen würden.

Vielleicht ist das Konzept auch unrealistisch (allerdings nicht aus ökonomischen Gründen – könnte jedoch sein, dass die Menschen nicht damit umgehen könnten), aber zumindest gefällt es mir besser als die verschiedenen Formen von Kollektivismus, die letztlich gegen Individuen gerichtet sind. Ich tendiere eher in die liberale Richtung und kann gut verzichten auf “rassisch homogene Gruppen” und andere “bewährte” Ideen.

Richard

Danke für Deine ausführliche Antwort.

Die Zuwanderung rassisch fremder Gruppen in großer Zahl, wie sie heutzutage in Europa stattfindet, stellt mMn ein großes Risiko, ein Bevölkerungsexperiment dar.

Was ist so schlimm daran, wenn in unserem Land statt 80 nur noch 20 Millionen Menschen leben? Sicher, Wirtschaft und Infrastruktur müsste daran angepasst werden, was sicherlich mit einigen Gefahren für unseren Wohlstand verbunden sein könnte.

Die Zuwanderung, die wir gerade erleben, führt aber eventuell dazu, dass die Europäer, auch aufgrund der europäischen Bevölkerungsentwicklung, in einigen Jahrzehnten zur Minderheit im eigenen Land werden könnten.

Was ist, wenn Kultur und Zivilisation doch in einem Zusammenhang mit unseren Genen stehen?

Eine multirassische Gesellschaft erzeugt daneben auch ohne Frage zahlreiche Spannungen, es gibt nicht eine multirassische Gesellschaft auf der Welt, die derlei Bedenken zerstreuen könnte, auch das gelobte Land nicht.

Die Frage ist, warum wollen wir unnötigerweise dieses Risiko eingehen?

Noch dazu ist eine große Mehrheit unseres Volkes gegen diesen schleichenden Bevölkerungsaustausch.

Es gibt doch kein Recht auf Einwanderung! Als Bürger eines souveränen Staates ist es unsere Entscheidung, ob wir bestimmte Menschen in unserem Gemeinwesen aufnehmen oder nicht.

Feuerbringer

Die Mehrheit unseres Volkes teilt antisemitische Vorurteile, also kann die Mehrheit keine Richtlinie in allen Fragen sein. Für mich als philosophisch denkenden Menschen ist die Mehrheit keine Richtlinie für irgendetwas. Vor 70 Jahren wollte das Volk die Juden vernichten, vor 400 Jahren hat das Volk Hexen und Ketzer verbrannt. “Das Volk” oder “die Mehrheit” einer bestimmten geografischen Region ist irrelevant, wenn es darum geht, rationale Abwägungen zu treffen. Nur Logik und Empirie zählen. Ein einzelner Mensch kann ebenso Recht haben, ein ganzes “Volks” kann sich irren.

Es gibt die Menschenrechte – Leben, Freiheit, Eigentum – und in die darf niemand eingreifen, auch nicht “das Volk”. Wenn jemand, der in einem “souveränen Staat” ein Grundstück besitzt, dieses Grundstück an einen Ausländer verkaufen möchte, so sollte er das unter den Bedingungen einer wirklichen freien Gesellschaft tun dürfen (es sei denn, der Ausländer ist ein Krimineller oder dergleichen). Hinderst du ihn daran, so greifst du in die Menschenrechte beider Vertragspartner ein, indem du ihnen sagst, was sie mit ihrem Eigentum anfangen dürfen und was nicht, obwohl sie niemandem schaden mit ihrem Handel. Da stellt man sich die Frage, wie es dein Volk eigentlich begründen will, in die Rechte von Individuen einzugreifen, die andere rein gar nichts angehen?

Immerhin illustriert die Diskussion eindringlich, wohin die kollektivistische Denkweise letzten Endes führt, nämlich zur Missachtung elementarer Menschenrechte. Nicht das Individuum bestimmt, mit wem es zusammenleben möchte, sondern “das Volk”. Nicht das Individuum bestimmt, wer seine Freunde und Nachbarn zu sein haben, sondern “das Volk”. Nicht ich bestimme, dass ich mit Ahmed oder Sheela Salsa tanzen lernen möchte, sondern das Volk bestimmt, dass ich dies nur mit Franz und Adolf tun darf.

Fjordmans große Pläne, die du hier 1:1 darstellst und offenbar vertrittst, sind ebenfalls ein Bevölkerungsexperiment. Und Fjordman hat einiges erreicht, wenn es ihm gelungen ist, vielen Menschen einzureden, Rassismus wäre kein Rassismus und Sozialismus wäre kein Sozialismus, solange er von einer konservativen Elite, vermutlich mit ihm selbst an der Spitze, kontrolliert wird. “Rassische Homogenität” herzustellen ist ein Bevölkerungsexperiment, das mit massiven Eingriffen in Individualrechte verbunden ist.

Dies hat Anders Breivik, Fjordmans größter Fan, ganz logisch geschlussfolgert: Um die Europäer “ethnisch rein” zu halten, wäre es letztlich nötig, diejenigen, die nicht die “rassischen Kriterien” erfüllen, sowie die Opposition, die eben nicht in einem weißen Rassenzoo leben will, loszuwerden. Da individuelle Rechte keine Rolle spielen für Kollektivisten wie Fjordman, warum sollte man demnach nicht einfach die Opposition ermorden, wie Breivik es getan hat und es in größerem Maße noch plante?

Wenn “das Volk” letztlich der Entscheidungsträger ist, so können jene nur irren, die dem “Volkswillen” entgegenstehen. Das Problem gibt es schon seit der Französischen Revolution und dem Terreur. Wer gerne mit seinem türkischen Nachbarn Sonntags die Enten füttert, müsste demnach deportiert werden, weil er es wagte, dem Souverän, dem Volk, zu widersprechen. Das ganze Land würde Fjordmans Vorstellung nach in den Händen der Mehrheit oder ihrer gewählten Vertreter liegen und sie können willkürlich mit ihm und der Bevölkerung verfahren. Für mich dagegen ist das Individuum der Souverän und nicht das Volk.

Wenn der größte Anhänger meines Idols ein wahnsinniger Massenmörder wäre, dann würde ich mir vielleicht einmal ein paar Fragen stellen, anstatt weiterhin seinen Irrsinn zu predigen.

Richard

Dann hoffe ich mal, dass niemand Ayn Rand missversteht und ein Blutbad unter Sozialisten anrichtet.

Sonst könnte man sie noch für eine Rassistin halten…

Außerdem predige ich hier nichts, ich möchte lediglich offen – ohne Denkverbote – über das Thema sprechen.

Es ist mir klar, dass das Thema aufwühlt, woraus wahrscheinlich auch Deine Anklagen mir gegenüber resultieren.

Deine Liberalen Ansichten seien Dir ferner unbenommen; ich teile sie sogar!

Ich sprach nie von

“Rassischer Homogenität” und will auch keinen “weißen Rassenzoo” einrichten!

Meinetwegen können in unserem Land beliebig viele Menschen aus allen Teilen der Welt studieren oder ihren Urlaub hier verbringen.

Es können sich sogar einige unserem Volk anschließen, wenn sie unsere Werte teilen – das gab es schon immer und wird es auch immer geben!

Dass Ausländer sich unserem Volk anschließen, sollte also im Einzelfall kein Problem sein. Ein Problem ist es aber, wenn nicht sie sich uns anschließen sollen, sondern wir uns ihnen. Und erst recht ist ein Problem, wenn es so etwas wie ein Wir nicht gibt. Erzwungene Assimilation ist jedoch, wie der türkische Premier es ausdrückte, Völkermord. Wir sollten niemanden dazu zwingen, deutsch zu sein, erst recht keine Menschen, die im Gegensatz zu uns stolz, auf ihre Nation und Religion sind. Allerdings können wir von diesen Menschen, die nicht zu uns gehören wollen, erwarten, dass sie wieder in ihr eigenes Land zurückgehen. Alles andere ist eine Kriegserklärung, eine versuchte Landnahme.

Durch die gezielte Massenimmigration wird ein Druck erzeugt, der zur fast schlagartigen Dehomogenisierung vieler historisch gewachsener Gesellschaften in ganz Europa führen wird.

Ich lehne daher jegliche Bevölkerungsexperimente ab – je fremdrassiger die Immigranten sind, desto mehr! Wenn einige Fremdrassige immigrieren und unsere Kultur annehmen, halte ich das für kein Problem; und ich glaube fest daran, dass Individuen sich assimilieren können: Rasse ist kein Schicksal. Eine gemeinsame Kultur wäre dann auch die Basis für ein konfliktfreies Miteinander genfremder Personen. Dies gesetzt, ist für mich die Kultur das Primäre (was nicht heißt, dass es unabhängig von Rasse wäre, aber das eine ist eben auch nicht das andere).

14 Kommentare zu “Counter-Fjordman

  1. Wb sagt:

    Nicht alles gelesen, aber ich unterscheide zwischen Rechts und Zuwanderungseinflüssen unhold, ich bin das nicht, aus verschiedenen Gründen, lol, und Nazis.

    Dieser Unterschied ist ausgesprochen wichtig, den muss man offen kommunizieren, man darf hier nicht vorschnell mit „braun“ kommen.

    Ohne jetzt Richard näher beurteilen zu wollen und können, der ist ja rechts, aber man muss schon ordentlich auflösen.

    MFG
    Wb

  2. Richard sagt:

    Lieber A. Müller, ich fühle mich geschmeichelt, dass Du unser Gespräch zum Anlass genommen hast, dem Thema einen eigenen Artikel zu widmen.

    Ich glaube, meine Position hinreichend dargelegt zu haben und würde mich freuen, wenn sich noch andere Kommentatoren am Gespräch beteiligen würden.

  3. Sophian Philon sagt:

    Dem Aufruf komme ich gerne nach, denn ich finde eure Diskussion ist nicht wirklich ergiebig. Sie ist geprägt von gegenseitigem Missverstehen und von voreiliger Abwehrhaltung. Richard scheint mir z.B. keine festgefügte Meinung zu haben, sondern nach Argumenten zu suchen. Und mich wundert es nicht unbedingt, wenn er in Andreas‘ Antworten keine Gegenargumente finden kann. Denn Andreas wirft ihm ständig Dinge vor, die er so gar nicht gesagt hat − jedenfalls empfinde ich das so. So hat Richard ja nie ein „rassisches Bevölkerungsexperiment“ samt Deportation der ausländischen Entenfütterer gefordert, sondern die Frage gestellt, ob es nicht Gründe gibt, Masseneinwanderung zu begrenzen. Es geht ihm offensichtlich nicht um ein „Zurück zur reinen Rasse“ (was immer das sein soll), sondern um eine rationale Einwanderungspolitik.

    Mich interessiert in dieser Diskussion − und das möchte ich klarstellen − weniger das Rassenthema, sondern vielmehr die Problematik der Masseneinwanderung aus Ländern, die unserer westlichen Kultur reserviert bis feindlich gegenüberstehen. Und in dieser Hinsicht sind Richards Fragen nicht befriedigend beantwortet.

    Andreas schreibt:
    „Es gibt die Menschenrechte – Leben, Freiheit, Eigentum – und in die darf niemand eingreifen, auch nicht “das Volk”. Wenn jemand, der in einem “souveränen Staat” ein Grundstück besitzt, dieses Grundstück an einen Ausländer verkaufen möchte, so sollte er das unter den Bedingungen einer wirklichen freien Gesellschaft tun dürfen (es sei denn, der Ausländer ist ein Krimineller oder dergleichen). Hinderst du ihn daran, so greifst du in die Menschenrechte beider Vertragspartner ein, indem du ihnen sagst, was sie mit ihrem Eigentum anfangen dürfen und was nicht, obwohl sie niemandem schaden mit ihrem Handel. Da stellt man sich die Frage, wie es dein Volk eigentlich begründen will, in die Rechte von Individuen einzugreifen, die andere rein gar nichts angehen?“

    Aber genau das trifft ja nicht den Punkt. Die Einwanderung findet ja nicht statt, weil irgendein freier Bürger einem Ausländer ein Grundstück verkaufen möchte! Einwanderung wird in der Politik verhandelt, und wenn Politiker Einwanderung zulassen oder begrenzen, werden ja nicht „Leben, Freiheit und Eigentum“ der Bürger verletzt. Natürlich darf „das Volk“, selbst wenn es eine Mehrheit darstellt, nicht in diese fundamentalen Menschenrechte eingreifen, aber wenn diese Rechte gar nicht berührt werden, muss es doch wohl möglich sein, Einwanderung politisch zu begrenzen.

    Natürlich klingt Andreas‘ liberale Weltgesellschaft toll, aber unter den heutigen Voraussetzungen kann eine gänzliche Öffnung der „liberalen“ Länder nur zu Vernichtung der liberalen Kultur selbst führen, mag dies nun an sozialistischen Elementen liegen oder nicht.

    Ein Aspekt, der damit zusammenhängt und zu dem ich gerne eure Meinung hören möchte ist folgender: Als Liberale gehen wir vom Individuum aus. So weit so gut, aber wie muss man sich dann die Vereinigung von freien Bürgern vorstellen. Das Individuum ist ja nicht atomisiert. Gibt es nicht auch Vereinigungen von freien Bürgern, also Kollektive, die ein Liberaler anerkennen kann? Und wie müssten sie dann aussehen?

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Alles, was hier den Eindruck macht, meine Meinung zu sein, bin ich sofort bereit zu ändern, wenn ich gute Argumente bekomme. Setzt meinetwegen hinter jeden Satz ein Fragezeichen und fühlt euch bitte nicht persönlich angegriffen.

    • derautor sagt:

      Es geht Richard eben schon um „Rasse“ – schau dir alleine mal an, wie oft er das Wort gebraucht. Fast alles dreht sich um „Rasse“ in seiner Argumentation. Und er sagt eben schon, dass von dem gelegentlichen Zuwanderer, der toleriert werden kann, abgesehen von Touristen, keiner mit unserer „Rasse“ zusammenleben dürfen sollte. Die Deportation von Andersdenkenden und „Rassenfremden“ ist die logische Konsequenz einer derartigen, kollektivistischen Weltanschauung. Zuwanderung hin oder her, mir gefällt die ganze Denkweise, das „Rassen-Wir“, das in Richards Argumentation im Zentrum steht, das gefällt mir nicht.

      „Einwanderung wird in der Politik verhandelt, und wenn Politiker Einwanderung zulassen oder begrenzen, werden ja nicht „Leben, Freiheit und Eigentum“ der Bürger verletzt.“

      Angenommen, jemand möchte sein Haus einem Türken verkaufen, der Türke darf aber gar nicht einwandern, um es zu kaufen, inwiefern greift der Staat dann nicht in das Menschenrecht auf Privateigentum ein? Ist natürlich möglich, dass es trotzdem gute Argumente gibt, dies so zu regeln (!), aber ein Eingriff ist es natürlich schon!

      „über unter den heutigen Voraussetzungen kann eine gänzliche Öffnung der „liberalen“ Länder nur zu Vernichtung der liberalen Kultur selbst führen“

      Ja, aber das ist eine pragmatische Frage. Und dazu habe ich gesagt, dass man die Einwanderung nur schrittweise zulassen darf, wobei man natürlich die anderen liberalen Änderungen auch vornehmen müsste. Verändert man gar nichts, dann ist es ja klar, dass zu viel Einwanderung von Unqualifizierten zu ökonomischen Problemen führen könnte – insofern der Staat trotzdem für sie zahlen würde. Ein anderer Faktor sind die Überzeugungen der Einwanderer. Natürlich müssen wir niemanden aufnehmen, der die freie Welt zerstören will. Wir müssen hier keine Dschihadisten aufnehmen. Aber das liegt im rationalen, individuellen Eigentinteresse von allen hier.

      „So weit so gut, aber wie muss man sich dann die Vereinigung von freien Bürgern vorstellen. Das Individuum ist ja nicht atomisiert.“

      Klar nicht. Jedes Individuum kann in einer freien Gesellschaft einer Gemeinschaft beitreten, z.B. einer Kirche oder einem Verein. Und frei wieder austreten. Gemeinschaften werden durch frei unterzeichnete Verträge geregelt. Etwa die Vereinssatzung oder die Gemeindeordnung. Man kann auch in eine andere Gemeinde umziehen.

      • Sophian Philon sagt:

        Danke für die Antwort.

        1. Die Sache mit der Rasse lassen wir jetzt einfach mal beiseite.

        2. Du schreibst:

        „Angenommen, jemand möchte sein Haus einem Türken verkaufen, der Türke darf aber gar nicht einwandern, um es zu kaufen, inwiefern greift der Staat dann nicht in das Menschenrecht auf Privateigentum ein? Ist natürlich möglich, dass es trotzdem gute Argumente gibt, dies so zu regeln (!), aber ein Eingriff ist es natürlich schon!“

        Ja, natürlich wäre das ein Eingriff, aber das ist einfach nicht das Problem beim Thema Einwanderung. Und deshalb finde ich es ein bisschen zu dick aufgetragen, gleich mit den Menschenrechten zu kommen. Klar, es muss gelten: Jeder Eingriff ist rechtfertigungsbedürftig! Aber hierbei sehe ich wirklich nicht das Problem, gute Gründe anzuführen.

        3. Du schreibst:
        „Jedes Individuum kann in einer freien Gesellschaft einer Gemeinschaft beitreten, z.B. einer Kirche oder einem Verein. Und frei wieder austreten. Gemeinschaften werden durch frei unterzeichnete Verträge geregelt. Etwa die Vereinssatzung oder die Gemeindeordnung. Man kann auch in eine andere Gemeinde umziehen.“

        Damit ist für mich das Verhältnis Individuum – Gemeinschaft noch nicht geklärt. Die Vereinigungen, die du anführst, sind ja ganz anderer Art als der „Staat“ oder die „Nation“. Aus dem Staat tritt man ja nicht so einfach aus (könnte man natürlich!)…

  4. Erz Engel sagt:

    Jeder der nicht blind und deppert ist müßte eigentlich bemerken was für ein Kaliber Fjordman ist. Mir ist der Blog beim ersten Mal lesen schon sauer aufgestoßen. Abgesehen von Biologismus/Sexismus wird dort ein Antisemitismus zelebriert und mit pseudowissenschaftlichen „Argumenten“ (angebliche genetische Ursachen für die abgrundtiefe Bösartigkeit und Verdorbenheit des „Jodn“) „untermauert“ daß man sich fragt warum ständig der nichtrassistische lustische Pöbelblog PI vor der Sperrung steht aber dieser gequirlte Kackmist unter dem Radar fliegt.
    Bei Fjordman gibt es Artikel wie „Die Psychopathologie des Judentums“ und weitere Auswürfe eines Hervé Ryssen (der offensichtlich paranoid ist und selbst unter seinem Bett pöse Jodn vermutet).

    Eigentlich ist Fjordmans Blog nicht „richtig“ islamkritisch; einige Beiträge scheinen sogar Achtung vor diesem rigorosen „moralischen“ System mit klaren Ordnungen und Rollenverteilungen zu haben (und sie als vorbildhaft zu empfinden) welches nur durch gezielte Hetze und Unterwanderungen durch fiese Zionisten und deren programmierter Androiden (z.B. ein gewisser Holländer mit einer Ein-Mann-Partei) leider im Clinch mit dem Westen liegt. Also die „Jodn“ sind schuld (die wollen die Welt halt „Teilen und Herrschen“). OSÄ. Ach was weiß ich … Dieser Bockmist macht mein armes Hirn noch madiger als es eh schon ist ..

    • Anonymous sagt:

      daß man sich fragt warum ständig der nichtrassistische lustische Pöbelblog PI vor der Sperrung steht aber dieser gequirlte Kackmist unter dem Radar fliegt.

      Ich habe auch bei verschiedenen Blogs etc. mal auf As der Schwerter aufmerksam gemacht, aber richtig interessant fanden die meißten ihn nicht. Vielleicht sehen die Leute diesen Blog als zu sehr im „lunatic fringe“ desInternets verhaftet an, als das er wirklich gefährlich werden könnte. Aber diese Meinung teile ich nicht.
      Allerdings ist es auch so, daß das, was jetzt in As der Schwerter läuft, Fjordman selbst nicht wirklich anzulasten ist. Der Blog wurde früher von Manfred (korrektheiten.com), der irgendwie zur „Rechtsboheme“ um die Sezession und Kubitscheck gehört, gegründet, um Fjordmans Texte ins deutsche zu übersetzen. Damals hieß der Blog auch noch „Counterjihad.“
      Das Übersetzungsteam, „Kairos“, „Deep Roots“ uvm fingen dann mit „Judaismuskritik“, „Rassenrealismus“ etc. an, worauf sich dann auch Manfred distanzierte.
      http://jungle-world.com/artikel/2011/31/43717.html

  5. Ruediger sagt:

    Der Unterschied von liberaler und konservativer Islamkritik ist bereits von Manfred Kleine-Hartlage auf http://www.pi-news.net/2011/09/liberale-und-konservative-islamkritik/ diskutiert worden, der sich selbst als Repräsentant der konservativen Islamkritik sieht. Ein bemerkenswerter Artikel, zu dem auch eine hohe Anzahl von befürwortenden wie ablehnenden Kommentaren erfasst wurden. Obwohl ich mich nach dieser Kategorisierung eher – wie wohl auch der Feuerbringer – auf der liberalen Seite der Islamkritik sehe, muss ich zugeben, dass es auch für den von Manfred Kleine-Hartlage vertretenen Standpunkt gute Gründe gibt. Ich finde es nicht so einfach, hier einen klaren Standpunkt zu beziehen.

    Wie immer, ist es einfacher, über das Klarheit herzustellen, wovon wir uns gemeinsam abgrenzen: Von totalitärem Mist aller Art, vom „Du bist nichts, das Kollektiv ist alles“, überhaupt von allen staatlichen Versuchen, Dinge zu kontrollieren, die sie nichts angehen, da sie in der Entscheidung des Einzelnen liegen. Da gibt es ganz klar dunkle Wolken am Horizont – den totalitären Islam, der damit droht, unsere sogenannten „bürgerlichen Freiheitsrechte“ auszulöschen. Friheitsrechte, an die wir uns so gewöhnt hatten, dass wir es geradezu langweilig fanden, uns überhaupt mit ihnen zu beschäftigen: Meinungsfreiheit, aktives und passives Wahlrecht, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Gleichstellung von Mann und Frau, all diese Dinge werden in den westlichen Gesellschaften durch den Islam in der Gegenwart in Frage gestellt und in der Zukunft vernichtet werden. Es ist, wie Wafa Sultan es so einfach formuliert, die Frage „Zivilisation oder Barbarei“.

    Für eine konsequent liberale Islamkritik stehen Personen wie Ayaan Hirsi Ali oder Henryk M. Broder. Es war Henryk M. Broder, der anlässlich Sarrazins Buch kommentierte (sinngemäss zitiert), ob die Deutschen ausstürben oder nicht, sei ihm herzlich egal: Wer auch immer aber in diesem Land in fünfzig Jahren lebe, solle die oben aufgeführten Freiheitsrechte geniessen dürfen, wofür es bereits heute zu kämpfen gelte.

    Und hier zeigt sich m.E. ein Problem dieses konsequent liberalen Standpunktes. Er ignoriert in einer ähnlich naiven Gutmütigkeit, die er bei den Linken stets problemlos diagnostizieren kann, das Faktum, dass die Erde kein buntgeschecktes, globales System von 7 Milliarden frei beweglichen Menschen ist, sondern dass sie bis heute von Territorien und Grenzen bestimmt ist – und dies sicher noch auf absehbare Zeit bleiben wird. Auch der einzelne Mensch schwebt nicht frei im Raum, sondern ist in kleineren und grösseren sozialen Systemen verankert – in Systemen, die ihre räumliche Ausdehnung und ihre Grenzen haben. So schwierig der Begriff trennscharf zu definieren sein mag, es gibt ihn. Es gibt Völker – es gibt Menschen, die dadurch miteinander verbunden sind, dass sie eine gemeinsame Geschichte und ein gemeinsames, historisch gewachsenes Normensystem teilen. Menschen, denen dieser Punkt wichtig ist, bezeichne ich als konservativ. Was ist so falsch daran, einem solchen sozialen System das Recht darüber zuzuerkennen, seine eigenen Geschicke zu bestimmen? Muss man es, um der Freiheitsrechte willen, zulassen, dass andere Völker die Herrschaft übernehmen? Anders gefragt: Ist das Recht auf Migration ein ebenso universelles Freiheitsrecht wie die anderen, oben aufgeführten Rechte? Die Metapher, dass ich ja schliesslich auch gerne bestimmen möchte, wer sich in meinem Wohnzimmer herumlümmelt, hat etwas für sich – so wie mich auch der folgende Ausruf von Martin Lichtmesz (in sezession.de) nicht unbeeindruckt lässt:

    „Und dann die auf den brodelnden Kochtopf gepreßten Deckel: die Integrationslügen, der „Vielfalts“-Kitsch, der unaufhörliche öffentliche Druck und die öffentlichen Ermahnungen und Appelle und Ukas der Bundestanten und -onkels: Toleriert den Islam! Respektiert den Islam! Anerkennt den Islam! Akzeptiert den Islam! Versteht den Islam! Betrachtet differenziert den Islam! Fürchtet nicht den Islam! Willkommenskulturt den Islam! Umarmt den Islam! Integriert den Islam! Öffnet euch dem Islam! Macht Platz für den Islam! Liebt den Islam!

    Islam, Islam, Islam, Islam, so geht es am laufenden Band, bis man anfängt, Hautkrankheiten zu bekommen und Suren in Regenbogenfarben zu kotzen. Und dann ist sie größer denn je, die Sehnsucht nach einem europäischen Europa, einem christlichen Europa, einem abendländischen Europa, einem deutschen Deutschland, einem englischen England, einem französischen Frankreich, einem italienischen Italien, einem schwedischen Schweden, anstelle eines von Norden bis Süden heranwachsenden, zunehmend ubiquitären, dysfunktionalen Eurabiens, das ohne Charme und ohne Anmut ist und eher einem entorteten und herabgekommenen Orient gleicht, Symptom und Vorbote einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.“

    • derautor sagt:

      So beeindruckend finde ich das nicht gerade, das sind eher Emotionen als Argumente in diesem Zitat.

      Muss man denn aus liberaler Sicht es zulassen, dass „andere Völker die Herrschaft übernehmen“? Ich sehe nicht einmal den Sinn dieser Aussage. Welche Herrschaft? Herrschaft über was? Im Liberalismus sorgt der Staat für Recht und Sicherheit und darf nicht eingreifen in die individuellen Rechte Leben, Freiheit, Eigentum. Die Macht des Staates ist so stark eingegrenzt, dass es fast schon egal ist, wer herrscht und wer nicht, so lange er in der Lage ist, Militär, Polizei, Gesetzgebung innerhalb des strengen liberalen Rahmens zu organisieren. Ein Islamist, der die Macht in einem klassisch liberalen Staat erringen würde, könnte die Polizei nicht dazu einsetzen, Menschen willkürlich zu verhaften und der könnte die Scharia nicht zur Gesetzgebung erklären. Er könnte so gut wie gar nichts mit dieser Macht anfangen. Und ansatzweise ist das heute schon so. Die Bundeskanzlerin hat nicht die Befugnis, die Regierungsparteien auch nicht, in die Grundrechte einzugreifen – außer Eigentum, dass fast willkürlich eingezogen und umverteilt werden darf.

      „Und hier zeigt sich m.E. ein Problem dieses konsequent liberalen Standpunktes. Er ignoriert in einer ähnlich naiven Gutmütigkeit, die er bei den Linken stets problemlos diagnostizieren kann, das Faktum, dass die Erde kein buntgeschecktes, globales System von 7 Milliarden frei beweglichen Menschen ist“

      Das ignoriere ich keineswegs. Ich habe erklärt, dass bestimmte Bedingungen an die Niederlassungsfreiheit geknüpft sind.

      „Was ist so falsch daran, einem solchen sozialen System das Recht darüber zuzuerkennen, seine eigenen Geschicke zu bestimmen?“

      Ein soziales System ist keine Person mit Rechten. Nur Individuen haben Rechte.

      „Ist das Recht auf Migration ein ebenso universelles Freiheitsrecht wie die anderen, oben aufgeführten Rechte?“

      Theoretisch gehört Migration zum Freiheitsrecht, zum Recht, ungehindert zu tun, was man möchte, so lange man keine freiwillig eingegangenen Verträge bricht und anderen nicht schadet. Natürlich haben einige Migranten, etwa Dschihadisten, durchaus vor, uns zu schaden, also müssen wir sie nicht ins Land lassen. Dazu kommt natürlich, dass die nötigen Bedigungen nicht erfüllt sind, die zur globalen Umsetzung des Freiheitsrechts erfüllt werden müssten. Das fängt damit an, dass individuelle Rechte nicht überall anerkannt werden und nirgendwo vollständig.

  6. stoerzi sagt:

    Zunächst finde ich, der Gegensatz Individuum – Kollektiv, so wie ihn Ayn Rand in dem Zitatschnippsel aufspannt, verdächtig – sowohl sachlich als auch psychologisch. Auch der individuelle, „rationale Geist“ ist nicht unabhängig von Kultur, Sprache, und Co. tätig. Ein chinesischer Kant war damals nicht denkbar, nur ein preußischer Kant. Wenn man nun sagt, dass die Preußen Kant hervorgebracht haben, bezieht man sich nicht auf einen kollektiven Geist – auch wenn das sprachliche Gewand das vielleicht nahe legt. Das ist nur eine Verlegenheitsformulierung, weil die Welt zu komplex ist, um die diversen Einflussfaktoren, die auf Kant gewirkt haben, genau zu beschreiben. Hätte Kant nicht diese speziellen Lehrer gehabt, die ihm genau das beigebracht hätten, wären ihm nicht diese spezielle Bücher und Zeitschriften empfohlen worden, usw. – dann hätte er nie die „Kritik der reinen Vernunft“ geschrieben.

    Auch dürften sich die Menschen in den seltensten Fällen als „rationale Geister“ ansehen. Sie definieren sich immer als Teil einer Gruppe: Als Frauen, als Aufklärer, als Kommunisten, usw. Die Zugehörigkeit zu einem Kollektiv sehen sie als Teil ihrer Individualität an.
    Manche Kollektive kann man sich aussuchen: Man kann vom Kommunist zum Nationalsozialist werden oder umgekehrt, vom Bayern-Fan zum Schalke-Fan, usw.
    Ethnie und Geschlecht lassen sich nicht vernünftig ändern, daher werden sie vermutlich immer als Grundlage für Konflikte dienen. Bei Religionen ist es ähnlich. Theoretisch kann man sie zwar ablegen, in der Praxis jedoch ist die Indoktrination in der Kindheit und die spätere Abschottung häufig so stark, dass man sie nicht wechseln kann wie die Unterhose (zumindest in vielen nicht-westlichen Kulturen).

    Kommen wir zurück auf Rasse: Das Problem mit Rasse besteht als erstes einmal darin, dass Menschen unterschiedlicher Rasse in der Regel auch unterschiedliche Kulturen haben. Selbst Afro-Amerikaner und europäisch-stämmige Amerikaner leben im Durchschnitt in ganz anderen Welten, obwohl sie beide stark christlich geprägt sind bzw. waren und in Amerika leben.

    Wenn nun die eine Kultur die andere verdrängt, ist das häufig auch mit großen materiellen Veränderungen verbunden: Als Weiße in Rhodesien oder Südafrika noch die Macht hatten, gab es immerhin noch so etwas wie eine funktionierende Infrastruktur; kaum hatten die „Einheimischen“ das Ruder übernommen, reihten sie sich ein in die lange Liste der „failed states“ innerhalb Afrikas.
    Kalifornien war einst der Wirtschaftsmotor der USA – damals nahezu ausschließlich weiß. Jetzt übernehmen allmählich die Hispanics das Ruder und in ein paar Jahren wird es dort vermutlich eher aussehen wie in Mexiko als in einem weißen Staat; und Detroit hat schon jetzt etwas von Haiti.

    Ohne Einwanderung zerfallen bei der gegenwärtige Geburtenrate vielleicht Teile der Infrastruktur. Na und? Wirtschaftlich natürlich keine gute Idee, aber eigentlich sind Teile Europas schon jetzt eher überbevölkert. Der wesentliche Vorteil ist, dass die Mehrheitsverhältnisse gleich bleiben: Ich kann mir sicher sein, dass meine Kinder- und Kindeskinder noch in einer europäisch-geprägten Zivilisation leben werden. ( Vielleicht ist dir dieser Wunsch, was das Leben meiner Kindeskinder angeht, bereits zu kollektivistisch, aber ich stehe dazu) Bei der gegenwärtigen Fertilitätsrate von Moslems kann ich mir da nicht mehr so sicher sein. Einwanderung von Moslems ist ein Risikofaktor. Ich nehme gerne ein paar wirtschaftliche Nachteile in Kauf, wenn diese Gefahr gebannt wird.

    Man könnte Einwanderung natürlich selektiv gestalten: Nur diejenigen Nicht-Europäer ins Land lassen, die in Europa nicht nur ökonomische Vorteile sehen, sondern etwas zur europäischen Zivilisation beitragen wollen und können.
    Doch wo sollten die alle herkommen? Du legst ja so großen Wert auf den Individualismus, aber dieser Individualismus ist ein Produkt europäischer Aufklärung, man findet ihn nicht außerhalb Europas. Die Leute in anderen Teilen der Erde denken viel kollektivistischer als wir. Sie denken viel stärker in den Kategorien der Familie, der Sippe, der Rasse und Nation. Selbst die wirtschaftlich erfolgreichen Asiaten ticken da ganz anders.
    Dein Individualismus ist selbst-zerstörend: Die Leute, die du jetzt zu deinem finanziellen Vorteil als Ersatz für die nicht-geborenen Weißen ins Land holen willst, halten herzlich wenig von deinen Individualismus-Vorstellungen. Mit ihren Stimmen werden ihre Nachkommen bei Wahlen dafür sorgen, dass deine Kinder einer kollektivistischeren Politik ausgesetzt sind.
    Du machst den Individualismus nur an den punktuellen Beschränkungen eines Vertragsabschlusses fest (Hausverkauf nur an Inländer oder auch beliebige, finanziell starke Ausländer, die dann irgendwann die Staatsbürgerschaft bekommen), anstatt dich wie Fjordman darauf zu konzentrieren, wie man nachhaltig sicherstellen kann, dass ein Individuum sich zwischen möglichst erträglichen Optionen frei entscheiden kann.

    Einen ähnlichen Trend kann man schon jetzt per Zeitlupe in den USA beobachten: Schwarze und Hispanier lieben kollektivistische Umverteilungspoltik und Verantwortungsabtretung; eine halbwegs – zumindest wirtschaftlich – liberale Politik, wie sie für die USA typisch war, wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben. Ein Staat ist nur so lange liberal wie er von liberalen Menschen bewohnt wird. Solange keine Militärdiktatur das sagen hat, wird kein Staat auf Dauer gegen den Wunsch der Bevölkerungsmehrheit liberal bleiben. ( Etwas ähnliches konnte man gerade in der Türkei beobachten: Demographische Faktoren – geburtenreicher, rückständiger Osten vs. fortschrittlichere, geburtenschwache Westen – zusammen mit Demokratie-Reformen und einer Schwächung des Militärs spielten den Islamisten um Erdogan in die Hände, nicht den eher westlich-orientierten Reformern. Da hätten die vorher eine noch so geschickte Verfassung schreiben können. Ohne Rückhalt in der Bevölkerung sind Gesetze und Verfassungen nichts wert, sie sind jederzeit aufkündigbar.)

    Auflösung der Beschränkung der Niederlassungsfreiheit ist ebenfalls eine hübsche, herrlich naive Idee. Multikulturalismus, das friedliche Nebeneinander-Herleben verschiedener Kulturen, ist eine Vorstellung, die man nur in westlichen Ländern antrifft. Überall sonst auf der Welt wirst du wegen deiner Rasse oder Religion diskriminiert oder gar verachtet. Natürlich akzeptieren sie dich – als Tourist oder Geschäftspartner – vordergründig so lange, wie sie dich finanziell melken können, aber wehe die Machtverhältnisse ändern sich. Die Japaner legen zwar Wert auf Freihandel und Austausch von Ideen, aber sie verzichten gerne auf andere Kulturen und Ethnien im eigenen Land. Bei den Han-Chinesen ist gleiches beobachtbar (aber vielleicht werden die aufgrund des Frauenmangels bald ein wenig toleranter 😉 )
    Wie soll das in der Praxis funktionieren, wenn nur die Europäer davon träumen, während alle andere nichts davon halten?

    Und zuletzt muss man auch noch den heikleren Punkt ansprechen, wie das Verhältnis zwischen Rasse und Kultur genau ist. Kultur ist natürlich veränderbar. Die europäische Geschichte beweist, dass Europäer auf verschiedenste Weise leben können. Aber damit ist noch lange nicht gesagt, dass alle existierenden Rassen und Kulturen miteinander kompatibel sind.
    Die gegenwärtige Einwanderungs-Debatte ist leider zutiefst kreationistisch geprägt: Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Evolution vor 75.000 Jahren auf wundersame Weise aufgehört hat und dass daher alle Rassen – von „nebensächlichen“ Faktoren wie Hautfarbe abgesehen – im wesentlichen gleich sind. Leider gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass das Dogma stimmt. Wo immer unterschiedliche Rassen zusammenleben, kann man sehen, dass sie sich im Durchschnitt ganz unterschiedlich verhalten.
    Schwarze fehlt es, nach allem, was wir bisher beobachten konnten, beispielsweise an Intelligenz. Der Anteil der Hoch-Intelligenten in der schwarzen Bevölkerung ist dermaßen niedrig, dass es zweifelhaft ist, wie man mit diesem Schnitt eine europäisch geprägte, industrielle Zivilisation aufrecht erhalten will. Irgend woher müssen ja die ganzen Chemiker, Physiker, Ingenieure und Co. herkommen, die die technische Infrastruktur aufrecht erhalten und weiterentwickeln können. (Und Intelligenz ist nur ein Faktor von vielen. Zeitpräferenz und viele andere psychologischen Faktoren werden ebenfalls genetisch beeinflusst )

    Auch in dieser Hinsicht ist Masseneinwanderung ein unglaublich naives Bevölkerungsexperiment: Als erstes müsste der Nachweis kommen, dass etwa Schwarze im Grunde genauso intelligent sind und nur aufgrund unglücklicher Faktoren bisher so schlecht abschneiden, und dann könnte die Massen-Einwanderung beginnen. Momentan läuft es aber gerade anders herum: Wir wünschen uns alle ganz kräftig, dass alle Menschen gleich sind, verleumden gleichzeitig jeden, der Zweifel anmeldet, importieren fleißig Menschen andere Ethnien und hoffen, dass es irgendwie gut geht.

    Als Realist sehe ich darin eher die Gefahr von zukünftigen Gewalt-Exzessen, von Bürgerkrieg. Multi-Kulti ist langfristig häufig nicht gut gegangen: Eritrea trennte sich von Äthopien, die Tschechoslowakei zerbrach genauso wie die Sowjetunion, Jugoslawien, Zypern, Malaysia/Singapur, usw. (Einige Konflikte sind natürlich noch nicht gelöst: Die Kurden in Türkei/Irak/Iran, in Belgien die Flamen gegen die Wallonen, in Indien die Sikhs und Kaschmiris, etc. Aber diese Konflikte machen keine Lust darauf, analoge Zustände in Deutschland per Massen-Einwanderung herbeizuführen.)

    • derautor sagt:

      Die Gesellschaft hat überhaupt nichts hervorgebracht. Ich entscheide mich entweder dazu, mich zu informieren, zu denken und zu formulieren, oder dagegen. Beim Zerfall des römischen Weltreiches waren Roms Bibliotheken voll, aber die Köpfe leer, weil niemand sie mehr gelesen hat. Stattdessen sind sie der neuen Religion gefolgt, die ihnen sagte, dass ihre Wünsche und die Realität eines und dasselbe wären und dass diese Welt ihnen nichts bieten würde, denn diese Welt basiert auf Regeln, welche die christlichen Schamanen nicht verstanden haben und nicht verstehen wollten.

      Ein denkender Mensch könnte ebenso Robinson Crusoe sein und auf einer einsamen Insel eine kleine Zivilisation nur für sich aufbauen. Derweil würde der Mann der Gewalt sterben, da er selbst nichts hervorbringen, sondern nur plündern kann und der Mystiker würde zugrundegehen, weil er ohne den Mann der Gewalt nicht existieren könnte, da seine Gefühlswelt keine Gedankenwelt ist und mit der Realität nichts zu tun hat.

      Dass Menschen ähnlicher Ethnie häufig ähnliche Ansichten teilen, ist ein Übel und veranwortlich sind jene, die ihnen einreden, ihre Hautfarbe würde sie zu einer Gruppe machen, die zusammenhalten und gleich denken, also nicht denken muss.

      „Als Weiße in Rhodesien oder Südafrika noch die Macht hatten, gab es immerhin noch so etwas wie eine funktionierende Infrastruktur; kaum hatten die “Einheimischen” das Ruder übernommen, reihten sie sich ein in die lange Liste der “failed states” innerhalb Afrikas.“

      Der Kolonialherr hatte die Einheimischen zu Sklaven degradiert und von sich abhängig gemacht, anstatt sie zu emanzipieren, also kein Wunder, dass sie nach dieser Gehirnwäsche nicht mehr für sich selbst sorgen konnten. Dass sie dies nie konnten, wird durch ihre Existenz vor Ankunft des Kolonialherrn widerlegt.

      „Schwarze und Hispanier lieben kollektivistische Umverteilungspoltik und Verantwortungsabtretung;“

      Statistisch ja, aber wer ist daran schuld? Die Linken, die Demokratische Partei, die Schwarzen und Hispaniern eingeredet hat, sie würden diskriminiert werden, die Republikaner würden sie verachten, sie hätten ein Recht auf die Reparation des Unrechts, nicht als Weiße geboren worden zu sein, sie wären abhängig von den Demokraten, die einzigen, die es gut mit ihnen meinten. Eine selbsterfüllende Prophezeiung. Sagen übrigens konservative Autoren wie David Horowitz.

      „Multikulturalismus, das friedliche Nebeneinander-Herleben verschiedener Kulturen, ist eine Vorstellung, die man nur in westlichen Ländern antrifft. Überall sonst auf der Welt wirst du wegen deiner Rasse oder Religion diskriminiert oder gar verachtet.“

      Und daraus folgt was? Dass wir uns auf deren Niveau begeben sollen?

      Die evolutionäre These, die unterschiedliche Durchschnittsintelligenz, die bei verschiedenen Ethnien gemessen wird, wäre genetisch festgelegt, hängt davon ab, dass Gehirn und Geist identisch wären und dass das menschliche Gehirn eigentlich das Gehirn eines Tieres ist, das auf instinktiver Basis funktioniert und letztlich nur einem evolutionären Programm folgt. Folgt unser Gehirn nur einem evolutionären Programm und hat das eine Ziel, dass wir fruchtbare Nachkommen erzeugen, die wiederum Nachkommen erzeugen, so ist die Erkenntnis der Realität etwas, das dem Gehirn unmöglich wäre und wir hätten keinen Grund anzunehmen, dass deine Rassentheorien mehr wären als von einem evolutionären Programm herbeifantasierter Bullshit, der nichts mit der Wahrheit zu tun hat, aber alles mit dem Reproduktionswillen deiner egoistischen Gene.

  7. Richard sagt:

    Wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit nur ein paar Anmerkungen:

    Mir ging es nie darum, Fjordman als Person zu verteidigen, sondern um grundlegene Aussagen, wie etwa dass der Wunsch, darüber zu bestimmen, wer in das eigene Land einwandert und die Staatsbürgerschaft erhält, kein Rassismus ist, auch wenn einige hier das anders sehen.

    Fjordman wird auf dem AdS-Blog übersetzt, er hat ansonsten nichts mit der Seite, insbesondere mit den antisemitischen Artikeln dort zu tun. Ganz im Gegenteil! Fjordmans Vater ist Jude, weshalb er von einigen in dieser Szene (AdS und andere) auch angegriffen wird. Er hat nie etwas auch nur ansatzweise Juden- oder Israelfeindliches geschrieben. (Wobei mir dieser Punkt relativ egal ist, Israel geht schon seinen Weg, ob jetzt ein Blogger mehr gegen es hetzt oder nicht…).

    @Rüdiger
    Du meinst bestimmt dieses Zitat von Broder:

    „[HaGalil:]Sie betrachten ja aber die Einwanderung in Europa als Regeneration. Ist das die Chance?

    [Broder]: Ja. Europa wird anders werden, und das ist die einzige Chance, die es überhaupt noch hat: sich mit den Leuten, die es eigentlich gar nicht haben will, zu revitalisieren. Die Frage ist nur, ob es sein politisches System aufgeben will. Ich würde gerne das weisse Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben.“

    http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/europa.htm

    Ihr könnt euch ja denken, was ich von Broders Einschätzung halte…

    • derautor sagt:

      Es ist ein Wettstreit der Ideen, kein Kampf der „Rassen“. Wer das nicht anerkennt, reduziert den Menschen auf ein Tier, vornehmlich sich selbst.

  8. Ruediger sagt:

    @Feuerbringer:

    1.) Du hast recht, das Lichtmesz-Zitat ist emotional. Es drückt aber auch eine Wahrheit aus, die nur noch nicht zu einem fertigen, diskutierbaren System auskristallisiert ist. Solange ich mir über eine Sache noch nicht klar bin, brauche ich emotionale Statements solcher Art als Hinweis, in welche Richtung zu fragen und zu suchen ist.

    2.) Auch einverstanden: ein Wald ist zu unterscheiden vom einzelnen Baum. Es gibt ihn, den Wald, aber ich gestehe zu, dass der Wald nicht dieselben Attribute wie ein Baum hat, ein Volk also insbesondere keine Rechte hat. Aber ein Mensch kann auch kraft seines Mitgliedschaft in einem Volk bestimmte Rechte haben. Ersetze also einfach in meinem Text das vereinfacht formulierte „Recht des Volkes“ durch das eigentlich gemeinte „Recht der Mitglieder eines Volkes (kraft ihrer blossen Zugehörigkeit zu diesem Volk)“.

    @Richard: Nein, ich meinte das Broder-Interview auf der Buchmesse

    Hier nur der Vollständigkeit der von mir zugegebenermassen etwas sehr frei zusammengefassten Aussage:

    „Deutschland schafft sich ab“: Ich halte diesen Titel für extrem verunglückt. Wohin denn, oder wovon nach wo? Es gibt ja kein Land in Europa – vermutlich – ausser Belgien, das schon immer eine Katastrophe war – das sich noch nicht abgeschafft hätte. Frankreich schafft sich ab, und England hat sich schon längst abgeschafft, die skandinavischen Länder sehen heute ganz anders aus. Und deswegen ist die Tatsache, dass ein Land sich abschafft, eigentlich vollkommen wertneutral. Es kann etwas Gutes daraus werden oder etwas Mieses, es ist ein Segen oder ein Fluch – der Titel ist in der Tat eine gute Pointe, aber er ist irreführend, er ist verkehrt. Und er hat auch, finde ich, mit dem Inhalt des Buches nichts zu tun: Wenn sich Deutschland abschafft, entsteht daraus vielleicht ein anderes Deutschland. Ich kam Mitte der Fünfziger Jahre nach Deutschland, und dass das Deutschland der Fünfziger Jahre nicht mehr existiert, dafür können wir alle nur dankbar sein.

    Den Rest hatte ich nur aus dem Gedächtnis hinzugefügt. Er hat es nicht gesagt. Es kam mir auch nicht so sehr auf die wortgetreue Wiedergabe, sondern auf den liberalen Standpunkt selbst an.

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