Moderne Künstler: „Wir wollen euch verarschen“

Man muss moderne Kunst verstehen, um sie kritisieren zu können, teilte man mir mit. Aber was ist, wenn man sie versteht und sie gerade darum nicht für Kunst hält? Ist das überhaupt möglich? Ist es erlaubt?

Die Gründer und maßgeblichen Vertreter moderner Kunstströmungen machten jedenfalls nicht immer einen Hehl daraus, dass sie keine Kunst erschaffen, sondern Kunst zerstören wollten. Andererseits machen Islamisten auch keinen Hehl daraus, dass sie uns töten wollen, weil sie den Tod lieben wie wir das Leben. Vielen Menschen ist das auch gleichgültig, wenn sie deren Motive bei Armut, bei den Verbrechen des Westens und anderswo sehen wollen. Ebenso lässt es sich offenbar gut ignorieren, wenn Künstler offen zugeben, dass sie keine Kunst erschaffen, sondern Müll.

Expressionismus

Oskar Kokoschka (1886-1980)

„Die Kunst ist tot, die bildende Kunst ist völlig tot.“

Futurismus

Filippo Tommaso Marinetti: Futuristisches Manifest (1909)

„Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckmäßigkeit und Eigennutz beruht.“

Neodadaismus

Marcel Duchamp (1887-1968):

„Ich schleudere den Schöngeistern meine Flaschenständer und meinen Nachttopf ins Gesicht, um sie zu ärgern und zu provozieren, und sie – sie bewundern meine Kreationen wegen ihrer ästhetischen Schönheit.“

Op Art

Victor Vasarely (1908-97):

„Diese Kunst ist zum Niemandsland geworden. Jeder kann sich zum Künstler oder gar zum Genie ernennen. Jeder Farbenfleck, jeder Kritz und jeder Kratz kann zum Kunstwerk im Namen des heiligen Subjektivismus erklärt werden.“

Moderne Malerei 

Friedensreich Hundertwasser (1928-2000)

„Die moderne Kunst ist ein Horror-Panoptikum geworden. […] Die Kunstmacher sind schon lange nicht mehr die Künstler selber, sondern eine kleine internationale Mafia von frustrierten Intellektuellen.“

Moderne Mode

Die Urheber des spanischen Modeprojekts namens “FUCKYOUVERYMUCH” sind absolut offen über ihre Intentionen und ihre Herangehensweise. Auf ihrer Website heißt es (meine Übersetzung aus dem Englischen):

FUCKYOUVERYMUCH wurde ins Leben gerufen, um all die Taschen, Kleider, etc. die spontan aus unseren Händen kommen, zu organisieren.

Die FUCKYOUVERYMUCH-Nähmethode ist sehr spontan, reine Kreativität, ohne große Beachtung von Regeln oder dem Verbessern von Fehlern. Jede kleine Unvollkommenheit wird zu einem wichtigen Teil des Schöpfungsprozesses selbst, wie jeder kleine Defekt Teil der Persönlichkeit von jedem Menschen ist.

Das Konzept, das alle Stücke vereint, ist:

Die Regeln brechen!

Literatur

Den Hinweis, bitte die Hausaufgaben zu machen, bevor man etwas kritisiert, gebe ich an meine Kritiker zurück, welche sich mit der objektivistischen Kunstheorie und deren begründeter tendenzieller Ablehnung moderner (und postmoderner, zeitgenössischer) Kunst offensichtlich nicht befasst haben:

Stephen Hicks (Philosoph): Why Art Became Ugly

William R. Thomas: What Does Objectivism Consider to be Art?

David Kelley (Kognitionswissenschaftler, Philosoph): Art and Ideas

Aristos (Objektivistisches Kunstmagazin von Kunstlehrer Louis Torres und von der Kunsthistorikerin Michelle Marder Kamhi)

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Die obigen Zitate stammen überwiegend aus diesem Buch:

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=terrrott-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3784424538&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

5 Kommentare zu “Moderne Künstler: „Wir wollen euch verarschen“

  1. Wafthrudnir sagt:

    Gilt auch in der Literatur. Der hochgelobt Thomas Bernhard: „Ich bin ein Geschichtenzerstörer“

  2. Robson Bottle sagt:

    Ach ja, „Entartete Kunst“, ich weiß. Hatten wir das nicht schon einmal? Was erwarten Sie denn, von Kunst? Ich frage nur, damit ich mich in meinem künstlerischen Schaffen in Zukunft danach richten kann und keinen „Müll“ mehr produziere.

    • derautor sagt:

      Ich habe nicht geschrieben, dass die Kunst „entartet“ wäre und verboten werden sollte. Solange sie privat finanziert wird, kann jeder fabrizieren und sich andrehen lassen, was er möchte. Aber: Ich muss es nicht mögen und ich muss es auch nicht für Kunst halten. Ich habe also lediglich Gebrauch gemacht von meiner kritischen Urteilskraft und von meinem Recht auf freie Rede, die Sie mit Rekurs auf einen Begriff der Nazis scheinbar in Frage stellen? Wie ich Kunst definiere, steht hier: http://www.terryrotter.de/feuerbringer/2012/02/was-ist-kunst

  3. M.Rauters sagt:

    mehr über die Kunstbetrüger

  4. Negation der Negativität | Netzwerkmärchen sagt:

    […] eher nicht. Letzteres aber aus dem Schiefgang eines anderen Experimentes abgeleitet (Beschreibung hier zu finden, Augenmerk auf dem Duchamp-Zitat). Im Gegensatz zu Duchamp halte ich in meinem Falle aber […]

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