Was ich über Ökonomie denke

…ist weitgehend das, was der deutsche Diplom-Volkswirt Roland Baader (österreichische Schule) in diesem Interview erklärt:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=pkbzdUBmIWA[/tube]

Danke an Dennis Leicher für den Link!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Ökonomie.

24 Kommentare zu “Was ich über Ökonomie denke

  1. BunteKuh sagt:

    Achso, DAS also ist Ökonomie?! Nu‘ ist der Groschen gefallen.
    Ein höchst amüsantes Gespräch und sehr modische Ansichten.
    Echte Liberale – ne moment: einfach nur Liberale – wie Rawls würden sich natürlich bei dem ganzen Dampfgeplauder im Grab umdrehen.

    ANbei: ich bin gegen einen Minimalstaat. Sollte ja klar sein. Bin ja nicht dumm. Ich bin für den Ultraminimalstaat. Denn wieso sollte ich dem Staat meinen Schutz überlassen? Wenn ich nen Hausmeister in meinem Gebäude haben will, dann sorge ich schon selbst dafür. Das ist doch wohl meine Sache. Wer rechtlichen oder polizeilichen Schutz möchte, der soll das anmelden und entsprechend dafür zahlen.
    Puh. Immer diese Pseudo-Libis. Zu blöd einen Gedanken folgerichtig zu ende zu denken, aber auf den Sozialstaat schimpfen. Tstss…

    • derautor sagt:

      Allmählich wirst du zum „Robson Bottle“. Baader hat deutlich gesagt, dass er für einen Minimalstaat ist, wie es ihn annäherungsweise in England im 18-19. Jahrhundert gab (und heute z.B. in Hongkong). Also gehören innere und äußere Sicherheit und Recht natürlich zu den unerlässlichen Staatsaufgaben.

      Jetzt stellst du den Strohmann auf, er wäre anderer Meinung und brennst ihn nieder. Vielleichst sagst du mal wieder etwas Vernünftiges oder gehst anderswo rumtrollen.

      • BunteKuh sagt:

        Nein, nein. Natürlich will er einen Minimalstaat und keinen Ultraminimalstaat. Das ist schon klar, Gegenteiliges habe ich nicht behauptet.

        Wohl aber habe ich behauptet, daß er mit dem Rekurs auf einen Minimalstaat und der Ablehnung eines Ultaminimalstaates einer anti-liberalen und nicht konsequent zu Ende gedachten Beschränkung obliegt. Ein bisschen Schwanger geht halt nicht.
        Denn ganz offenbar ist die staatliche Übertragung der Sicherung von Personenrechten wohl noch ein Überbleibsel eines kommunistischen Paternalismus, sprich: einer Entmündigung von der er sich noch nicht lösen konnte. Hat wohl zuviel falsche Literatur gelesen.
        Ich würde mir ja wirklich wünschen, daß die ganzen Sozialdiätetiker mal aufhören würden ihre Freiheitskonzeptionen vor sich herzutragen wie eine Monstranz, nur um bei unliebsamen Konsequenzen den Schwanz einzuziehen.
        Den Minimalstaat fordern sie ja nur, weil sie wissen, daß in einem solchen Staat die verarmte Mehrheit ohne staatlichen Schutz sie früher oder später aus den Häusern zerren und am nächsten Baum aufhängen würden. Und das völlig zurecht 🙂

        • derautor sagt:

          Tja, du bist eben schlauer als der Rest, sogar als die amerikanischen Gründungsväter, die auch solche ganz und gar absurden Ideen von sich gaben und sich auch noch erdreisteten, die freie Welt auf deren Grundlage zu gründen. Wenn du dich darüber nur lustig machen kannst, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegen sollte, bei wem sollte es deiner Meinung nach liegen? Bei dir? Bei Trollen im Allgemeinen?

          • BunteKuh sagt:

            Man ist doch kein Troll, wenn man eine Position karrikiert, d. h. deren Blödsinn durch Überzeichnung herauszustellen. Voltaires Candid war für die Leibnizianer bestimmt auch getrolle 🙂

            Lustig empfinde ich es, wenn man das Gewaltmonopol mit egalitären Argumenten begründet und ansonsten seine libertäre Suppe kocht.
            Immer in Verbindung mit der Vorstellung egalitäre und kollektivistische Modelle würden ja unrechtmässige Einschnitte in die individuelle Freiheit bedeuten. Atlas Schrumpft!

        • Martin sagt:

          Woher kommt eigentlich die grausam dumme Vorstellung, man müsse Ideen und Konzepte zwangsweise bis zu ihrer äußersten Ausprägung treiben?

          • Das ist irgendwie typisch deutsch. Ganz oder gar nicht. Keine halben Sachen. Wenn Krieg, dann bitteschön den totalen Krieg. Wenn Rassismus, dann bis zum Holocaust!

            Jetzt mal ohne Polemik: An meinem Vorurteil ist schon was dran. Man muss nur mal beobachten wie viele politische und ethische Diskussionen in Deutschland typischerweise geführt werden. Beim der PID hat man das zum Beispiel schön gesehen: Augenfarbe heraussuchen wie in Amerika? Das geht doch nicht! Das ist doch Autobahn. Das ist doch Eugenik. Noch einen Millimeter weiter und wir sind wieder beim Holocaust! Gerne argumentiert man mit schiefen Ebenen, angeblichen Dammbrüchen und letztendlich landen die Deutschen irgendwie immer bei Hitler. Todesstrafe? Ganz schrecklich. Das machen nur Barbaren. Patriotismus und Nationalismus? Das ist Nazi. Bücher verbrennen? Niemals! Wo Bücher brennen, brennen am Ende immer (!) Menschen, das weiß in Deutschland jedes kleine Kind.

            Gerne argumentiert man auch vom Extremfall aus. Mehrmals im Interview führen Hörer Kriminalität gegen Baaders Marktwirtschaft an. Baader erklärt das ganz richtig: Man nimmt seine böse Marktwirtschaft und dann stellt man ihm eine perfekt, liebenswerte Paradieswelt entgegen.

        • Martin sagt:

          Na, da ist’s doch besser, wenn die bunten Kuhmunisten gut für alle sorgen und vor allem für sich selbst. Natürlich nur, um die sonst furchtbar verarmende Bevölkerung vor den bösen Unternehmern zu schützen und natürlich auch zu deren Besten.
          Denn sonst müssten die Kuhmunisten den grausam verarmten Erfolglosen einreden, sie seien gar nicht selbst schuld an ihrer Erfolglosigkeit, sondern natürlich „die Anderen“. Und dann wär was los.
          Hach, wie gut, das es die altruistischen Kuhmunisten gibt! Was sollte sonst aus der Menschheit werden.

          • BunteKuh sagt:

            Lieber Martin, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ein herzliches Muh von der Bunten Kuh hierfür 🙂

            Der Leistungsgedanke – eine sehr liberale Idee – ist ja genau das, worauf sich lustigerweise auch Egalitaristen berufen würden: Die ungerechte Relation von Leistung und Output.

            Das mögen Dampfplauderer mit ihren Minimalstaat-Träumen natürlich nicht hören. Ihre eigenen Argumente werden gegen sie gewandt. Autsch. Sowas nannte Adorno immanente Kritik.

            Aber das war ja eh ne rote Socke. Bääh.

            Ein fröhliches Muh von der Bunten (nicht roten!) Kuh

  2. Sehr geniales Video. Danke.

  3. Helios sagt:

    Ich hab dazu eine Frage:

    Irgendwie glaube ich nicht so recht daran, dass die Arbeiter gerecht bezahlt werden, wenn so ein Markt entsteht. Ich meine, könnten Unternehmen daran gehindert werden, Kartelle aufzubauen? Es heißt ja, dass Monopole entstehen würden, diese aber aufgrund ihrer Unflexibilität schnell wieder zugrunde gehen. Wie genau soll das funktionieren? Wenn ich als Unternehmer die Kontrolle über einen Wirtschaftszweig habe, werde ich doch alles tun, um neue Unternehmer, die auftauchen, entweder zu kaufen oder zumindest nicht Fuß fassen zu lassen. Also meine Frage ist, wieso so etwas nicht passieren sollte.

    • derautor sagt:

      Weil der Staat das Gewaltmonopol hat. Unternehmen können niemanden zwingen, die Konkurrenz einzustellen, zu fusionieren oder keine Konkurrenz zu etablieren. Nur der Staat kann (und hat und tut) Unternehmensmonopole manifestieren.

    • Martin sagt:

      Wenn man als Unternehmer in einem derartigen Wirtschaftssystem ein Monopol aufbaut, bedeutet das, das dort entsprechend Geld zu verdienen ist. Das wird andere Unternehmer dazu bringen, einen Teil vom Kuchen haben zu wollen und mit entsprechend guten Konditionen Arbeitnehmer abzuwerben.

      • BunteKuh sagt:

        Du hast noch etwas wichtiges in dieser messerscharfen Analyse (i. S. v. einer Geschichtsteleologie) übersehen: die gebende Hand. Nein, nicht die unsichtbare, sondern die gebende Hand.

        Die erfolgreichen Unternehmer werden dann endlich wieder mit Spaß, Freude die Minderbegüteten unterstützen – und diese nehmen die Gabe mit Spaß und Hochachtung an. Einzig das Ressentiment steht dem momentan noch entgegen.
        Wer freut sich schon an seinem neuen Gebiss, wenn er dafür Zwangsabgaben leiten muss? Genau: Niemand.

        Alles also noch viel besser als Du denkst. Sagt auch der Schlotter-Dyke. Und der wird’s ja wohl wissen.

        • Martin sagt:

          Nein, viel besser funktioniert das alles natürlich mit einer steuernden Hand. Die wohlwollend allen das Ihre zugedenkt. Dann haben nicht mitmachen wollende zwar auch schnell gar keine Zähne mehr und für den Rest gibts Wartezeiten von 27 Jahren für die Protese aus Holz- und Ersatzstoffen, aber dafür nuscheln auch garantiert alle gleich.
          Naja. Ausser den Leutchen mit der steuernden Hand zum Wohle der armen Minderbegüterten natürlich. Die brauchen um ihre anspruchsvollen Aufgaben wahrnehmen zu können, natürlich besseres. Alles im Dienste der Allgemeinheit. Ihr edlen, edlen Gemüter. Wie können wir Euch nur danken?

    • Die Frage ist schon berechtigt. Baader argumentiert in dieser Hinsicht schon einseitig. Das ist allerdings auch sein gutes Recht. Der Mainstream besetzt nämlich schon die komplette andere Seite der Medaille.

      Was auch schön bei Baader anklingt. Monopole sind nicht immer schlecht. Das Ölmonopol zum Beispiel wird immer nur negativ betrachtet, dabei ist Öl das Fundament unserer Industrie bis heute. So schlimm kann das Monopol bzw. Kartell also gar nicht sein. Ölfelder erschließen, erfordert immense Investitionen. Das lohnt sich erst, wenn die Firmen Planungssicherheit haben. Das hat man in einem Monopol. Ähnlich verhält es sich bei der Atomkraft. Die Franzosen bezahlen deutlich weniger für ihren Strom als Deutsche. Amerika ist noch mal deutlich billiger.

      Diese Hysterie um einen angeblichen „Peak Oil“ ist auch Volksverdummung pur. Die Politik pumpt Milliarden in irgendwelche angeblichen „Alternativen“. Reine Geldverschwendung. Ich weiß gar nicht was diese Torheit soll. Wenn das Öl irgendwann einmal wirklich zu Ende geht bzw. immer teuerer wird, dann wird es ganz schnell echte Alternativen geben. Da muss die Politik gar nichts machen. Sie müsste im Gegenteil ihre kontraproduktiven Subventionen sofort komplett einstellen. Aufgrund dieser Milliarden setzt sich nicht die beste Alternative durch, sondern die, die von der Politik am meisten subventioniert wird. Wie kann man nur so dumm sein?

      Das Einzige was ein Staat vielleicht unterstützen kann, ist die Grundlagenforschung. Das vernachlässigt ein freier Markt vielleicht eher, das mag sein.

      • BunteKuh sagt:

        Ahwas?! Die freien Unternehmer pumpen doch soviel Kohle in die Erforschung alternativer Energien. Wieviel sollen sie denn noch leisten?
        Und das obwohl der Strom immer noch aus der Steckdose kommt. Oder war das bei Dir mal anders? Siehste.

        Ich stimme Dir anbei auch zu, daß es ganz schnell echte Alternativen geben wird, sobald das Öl ausgeht bzw. zu teuer wird. Zum Beispiel die Alternative die restlichen Vorkommen mit einer flotten Armee zu besetzen. Ist zwar nicht ganz billig, aber alles ne Frage der Kosten/Nutzen-Relation.
        Leute wie Du oder ich können sich eigentlich ganz lässig zurücklehnen: das reguliert sich alles von selbst. Depperte Angstmacher sollten uns nicht regieren.

        • Martin sagt:

          Schade, das sie es tun. Aber daran verdient die Angstmach- und Weltrett-Lobby ja auch ganz gut.
          Aber natürlich nur aus den edelsten Motiven.

  4. Martin sagt:

    „Die ungerechte Relation von Leistung und Output.“

    Welche Relation von Leistung und Output sollte das sein? Eine ungerechte Relation von Leistung und Einkommen würde ich ja noch verstehen, aber das gibt gar keinen Sinn.

    • BunteKuh sagt:

      Mit Output meinte ich auch primär das Einkommen.
      Beliebig anderes wäre auch möglich. Zum Beispiel Schulerfolg. Wobei ich die Befürchtung hege, daß Schulversagen aufgrund der mangelnden Privatisierung erfolgt – oder ähnlich träumerischen Vorstellungen.
      Nur als Beispiel: wenn etwa zu lesen ist, die allg. Schulpflicht müsse ja auch aufgehoben werden (und ja: sowas wird behauptet von eingen „Minimalstaatlern“. Nein: man muss es sogar behaupten, wenn man sich nicht in die Tasche lügen will), dann zeigt sich nur, wie derart verrückt – wirklich verrückt – diese Menschen sind; einer jeden Realität enthoben. Ohne die eigentliche Grundidee hinter der Schulpflicht überhaupt redlich nachvollziehen zu können. Während der echte Diskurs die Frage behandelt, ob wir nicht endlich eine Kindergartenpflicht einführen sollten, um wenigstens noch zu retten, was zu retten ist, schwadronieren sie in ihren Seifenblasen wie Wahnsinnige.

      Für die meisten Leser und den Autor dieses Bloggs (oder vieler anderer entsprechender Vereine) sind das halt coole theoretische Vorstellungen mit denen man sich abheben kann. Konservatismus ist auch wieder cool. Religiosität wird wieder cool. Es werden griffige Distinktionsstrategien.
      Eben der Zynismus der Jugend, der Freiheit mit Selbstentgrenzung verwechselt und auf die postmoderne Entgrenzung schimpft. Sie laufen dann Meisterlehren wie dem Objektivismus nach, der banaler nicht sein kann. Sie halten Rand für eine große Denkerin ohne ihren strengen anti-Intellektualismus zu bemerken. Im Herzen – ohne es zu wissen – sind sie in ihrer kulturfeindlichkeit Neu-Rousseauianer und schimpfen auf die Naivität der ökonomischen Linken, so wie ihnen alles grob verkürzte „Linke“ verhasst ist.
      Sie verwechseln auch liberale Strukturen mit einem Quasi-Anarchismus und schimpfen auf den Anarchismus und auf den Kollektivismus. Dann laufen sie Leuten wie Sloderdjik nach. Wie befreiend: endlich sagt’s mal einer!

      All das erfreut mich nicht. Ich empfinde ob all dem keine intellektuelle Überlegenheit meinerseits oder Freude. Ich verstehe es als einem Ausdruck tiefer Verzweiflung und einem Wunsch nach Veränderung. Machtlose Würstchen wie wir alle, wünschen uns Kontrolle zurück. Und diesem Wunsch opfern wir auch nur zu gerne unsere intellektuelle Redlichkeit.

      Nun, wo die immerhin die Universitäten endlich ihre Autonomie besitzen kann man die verstärkte Exklusion von Abiturienten einkommensschwacher Familien dort zumindest nicht mehr auf diese banale Art begründen.

      • derautor sagt:

        Zuerst dachte ich, dass hinter all dem überheblichen Gelaber von dir zumindest etwas stecken wird, doch auffälligerweise vermeidest du es, deine eigene Position jemals auch nur zu erwähnen – die wäre nämlich kritisierbar und wahrscheinlich sehr einfach kritisierbar – und beweist zunehmend, dass du grundlegende Elemente der Position anderer überhaupt nicht verstehst und nicht richtig einordnen kannst. Also mal wieder ein Fall von: Große Klappe, nichts dahinter.

        • BunteKuh sagt:

          Ne, tut mir leid. Wenn ich eine Idee kritisiere, muss ich keine bessere Idee haben. Es reicht aus, auf innere Widersprüche oder auf – offenbar unliebsame – Konsequenzen hinzuweisen. Beides habe ich getan. Wenn ich darauf hinweise, daß etwas stinkt, kann ich das auch als Stinker ohne Idee, was man dagegen unternehmen könnte tun – und Recht haben. Das ist doch nun so klar formuliert, daß es auch ein Objektivist verstehen kann 🙂

          Wie klar ich mich noch positionieren sollte, ist mir anbei völlig unklar. Daß ich die Idee eines Minimalstaates ablehne, war unklar?

          Auch lehne ich all das anti-intellektuelle Geschwätz ab, wodurch sich arme Würstchen zu Wasserträgern für jene machen, die nur über sie nur lachen. Solche Hohelieder sangen stets die Hofmusikanten, ohne an die Tafel gelassen zu werden.

          Auch kritisierte ich sehr konkret die Idee, Bildung sei zu privatisieren. Niemand der hier schreibt, hat doch das Geld sich überhaupt eine ordentliche Ausbildung für sein Kind zu leisten, wenn nicht staatlicherseits enorme Mengen an Kohle dafür aufgebracht worden wäre. Was soll man denn auf diese geistige Hartleibigkeit bitteschön antworten?

          Es gibt einen sicheren Weg die Schere zwischen Arm und Reich in einem post-indistriellen Land zu vergrößern. Dieser Weg lautet: Privatisierung und Deregulation von Bildungsinstitutionen.
          Und nein, keine Angst in Deinem Wahn: das bedeutet nicht, daß alle in blauer Kluft auf dem Hof die Maobibel retitieren müssen.

          Welchen Grad an Realitätsverleugnung man besitzen muss, dies nicht anzuerkennen, lässt sich nur noch mit einem Quatch-O-Meter messen.
          Lieber bezeichnet man alles dem entgegenwirkende als Kollektivismus oder besetzt es mit sonst einer Wahn-Semantik. Früher riefen die Leute Hexe und heute eben De-regulierung. An der Klatschte hatten sie damals was wie heute.

          Während Erziehungswissenschaftler und ernsthaft besorgte Bildungspolitiker nur noch am Abkotzen sind, wenn sie die empirisch erhobenen Transferprobleme zwischen Elementar- und Primarbereich anschauen, kommen irgendwelche Einfaltspinsel daher und Rufen nach einer Deregulierung.

          Wieso Leuten wie Dir nicht klar ist, weshalb man etwa staatliche Bildungsmonopole fordert – entlang mit anderen Demarkationslinien wie der Ablehnung einer Einheitsschule oder der allg. Kindergartenpflicht – ist mir schon klar.
          Du lässt Dich schlichtweg für blöd verkaufen und gibst diesen Blödsinn auch noch als offene Geisteshaltung aus. Es ist jene Geisteshaltung, aus der Heraus man jede Ungerechtigkeit noch zu legitimieren wusste, da man sie als Freiheit ausgab. Das ist keine Freiheit, mein Lieber. Du verwechselst Freiheit mit Verantwortungslosigkeit – in bester Tradition wie die Objektivisten und (das wird dich freuen) die radikalisierte 68er. Freiheit wird hier zu einem Fetisch, zum Selbstzweck. Und das ist nie gut.
          Es ist am Ende praktisch ganz einfach: Du forderst etwas, was Du nicht leisten kannst. Verwechsle Dich nicht mit jenen Menschen, die es sich leisten können und es deshalb fordern.
          Wer für einen vollständigen digitalen Artikel paar Euro einfordern muss, sollte nicht erst zur Orakel von Delphi gehen müssen um zu erkennen, zu welcher Gruppe er gehört.

          In meinen schwarzen Momenten wünsche ich mir wirklich, daß diese Wahnideen (die gar nichts mit dem Liberalismus zu tun haben) in Erfüllung gehen. Jene die es heute fordern wären später die ersten Jakobiner.
          Dann würden sie nämlich erkennen, daß sie nie privilegiert waren.
          Schlimm dabei nur, daß man bereits mit solchen Hinweisen als Linker Quatschkopf verschrieben wird. Ich kann Dir jedoch eines versichern: so liberal und konservativ wie ich, wirst Du selbst dann nicht werden, wenn Du Dir einen Wilhelmzwo-Schnurrbart stehen, ein Monokel ins Auge und einen Stock in den Arsch schieben würdest 🙂

          • freeman sagt:

            Hmm.
            Es „wird staatlicherseits eine Menge Kohle“ für Bildung aufgebracht.
            Aha.
            Wie bringt man „Kohle“ auf?

            Mit der Antwort auf diese Frage wird auch klarer, warum diese Dinge für den Durchschnittsbürger unleistbar scheinen.

            Wenn jede Transaktion derartig belastet ist, wundert es nicht, wenn dem Wirtschaftskreislauf immer mehr Kapital entzogen wird, das dann andernorts fehlt.

            Ich halte es für unredlich, den Bürger zuerst in ein Hamsterrad zu setzen, und dann zu konstatieren, daß der arme Tropf ja nichts anderes als auf der Stelle treten kann, und deswegen die starke Hand des Staates braucht.

            Es gäbe übrigens – gerade im Bildungsbereich – genug Modelle, die dem Einzelnen mehr Wahl und Entscheidungsmöglichkeiten ließen, aber gleichzeitig auch Bildung für jedermann verfügbar hielten. Sicher nicht immer die „reine Lehre“ des Liberalismus, aber zumindest wäre sichergestellt, daß Eltern die das staatliche Regelschulwesen ablehnen, nicht doppelt (über Steuern UND Gebühren) für die Bildung ihrer Kinder zahlen.

          • derautor sagt:

            Deine Kommentare bleiben konsequent argumentfrei. Jetzt sagst du mir, dass ich mich als Opfer sehen soll und alle Opfer sollen deine Umverteilungsmeinung teilen. Ich hätte natürlich noch mehr für meine Ausbildung gearbeitet, vielleicht eine private Förderung erhalten, vielleicht einen Kredit aufgenommen; der Unterschied besteht nur darin, dass viele meine Ausbildung nicht gemacht hätten und ich nun weniger Konkurrenz hätte.

            Ferner behauptest du einfach ebenso, wie praktisch jeder, dass es schlecht wäre, wenn die „Schere“ zwischen Arm und Reich größer würde. Aber warum sollte das schlecht sein, solange der allgemeine Wohlstand ansteigt (also auch Arme sich immer mehr leisten können – wer hat heute keine Wohnung mit Heizung, Waschmaschine, Kaffeemaschine und allem? Wer hatte diese Dinge vor der Etablierung des Kapitalismus)?

            Was die „inneren Widersprüche“ angeht, die angeblich auftreten würden, weil individuelle Freiheit nicht mit einem Minimalstaat vereinbar sei: Unsere Gesellschaft funktioniert prinzipiell auf genau diese Weise. Wie bitte haben wir dein Dilemma eigentlich gelöst; ja, warum scheint es kaum jemand außer dir für ein Dilemma zu halten? Natürlich muss der Staat das Gewaltmonopol haben. Es geht im Liberalismus gerade um einen fairen, freien und somit auch gewaltfreien Umgang miteinander. Und darum muss es Wächter geben, die über die Einhaltung dieses fairen Umgangs wachen. Und die werden von den Profiteuren ihrer Tätigkeit bezahlt.

            Anstelle richtige Argumente zu bringen, drückst du lediglich deine Empörung auf beleidigende Art aus. Zudem sind dir offenkundig die Gegenargumente aus meinem Lager nicht einmal oberflächlich bekannt. Das ist keine Philosophie, was immer es sein mag.

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