Pat Condell: „Sag die Wahrheit über den Islam“

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=INll6Y5iqbM[/tube]

Pat Condells neues Video ist online. Seine Unterscheidung zwischen der islamischen Religion und der Kultur in islamischen Ländern kann ich nicht ganz nachvollziehen. „Religion“ ist ein Sammelsurium kultureller Praktiken, die eine Institution für sich beansprucht. Vielleicht meint Condell, dass die Praktiken, die er kritisiert, im Koran und in den Hadithen angeführt werden. Allerdings variiert die Auslegung des Korans und die Anwendung dieser Praktiken durchaus von Land zu Land.

Man kann viele Aspekte des Islams als Problem ansehen. Was davon nun Kultur ist und was Religion, ist aus meiner Perspektive kaum zu trennen und wenig relevant. Man muss die oftmals angeführte Verteidigung, Ehrenmorde oder Genitalverstümmelung wären keine religiösen, sondern kulturellen Praktiken, gar nicht mit der gegenteiligen Behauptung kontern. Man kann einfach sagen: Das ist mir verdammt egal, es verstößt gegen die Menschenrechte, und wenn es in unserem Rechtsstaat vorkommt, dann können sich die Verantwortlichen auf eine lange Zeit hinter Gittern gefasst machen.

23 Kommentare zu “Pat Condell: „Sag die Wahrheit über den Islam“

  1. Wafthrudnir sagt:

    Nachdem ich die Trennung von Kultur und Religion lange Zeit ebenfalls abgelehnt habe, halte ich sie inzwiscen für recht sinnvoll. Kultur ist schließlich ungleich mehr als Religion, da gehört die Sprache dazu, der vorherrschende Kunststil, die Gesellschaftsform, die guten Sitten – was auch immer. Und es sollte nicht allzu schwer sein, zwischen Religion und Kultur zu differenzieren, außer dort, wo die Verbreitung einer Religion und einer Kultur absolut deckungsgleich sind (etwa das amharische Christentum und die äthiopische Kultur). Aber den Islam gibt es von Bosnien über Nigeria bis Indonesien in vielen Ländern, deren Kulturen sich ansonst drastisch unterscheiden. Ebenso gibt es z.B. im Irak Christen, die sich v.a. in ihrer Religion von ihren Mitbürgern unterscheiden. Der Test ist also ganz einfach: Sprengen sich arabische Christen mit der gleichen Häufigkeit in die Luft wie ihre muslimischen Mitbürger? Nein – dann ist es wohl Religion, und nicht die Kultur als Ganzes. Sind Anschläge ein Spezifikum der arabischen Kultur, aber in Nigeria oder Pakistan völlig unbekannt? Nein, also ist es wieder die Religion und nicht die Kultur.

    • Martin sagt:

      Naja. Andererseits sind m.E. die Tamil Tigers eher hinduistisch als islamisch und die haben sich mit Terroranschlägen doch auch sehr hervorgetan.
      Auch der Vietcong, der mit Anschlägen nicht zimperlich war, war nicht islamisch und bei der ETA paßt die Religion auch nicht.
      Alleine ausreichend ist das also nicht. Vielleicht ist es eher ds Zusammentreffen von Religion oder Ideologie und Kultur, das dann eine oft garstige Mischung gibt.

  2. arprin sagt:

    „Was davon nun Kultur ist und was Religion, ist aus meiner Perspektive kaum zu trennen und wenig relevant.“

    Genauso ist es. “Islamkritik” bedeutet keine theologische Auseinandersetzung mit dem Koran oder der Scharia, sondern lediglich die Kritik an den menschenverachtenden Verhältnissen, die in den muslimischen Staaten oder in den muslimischen Communitys in Europa aktuell vorherrschen.

    Ob die Verbrechen mit dem Islam begründet werden können oder nicht, ist egal. Ich habe den Koran nicht gelesen und habe es auch nicht vor. Es interessiert mich ja auch nicht, ob in der Bibel zu Pädophilie aufgerufen wird. Das Wort „der Islam“ oder die „islamische Welt” werden ja eher als eine geografische Bezeichnung für die Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit benutzt, genauso wie „der Westen“ für die mit christlicher Bevölkerungsmehrheit.

    • Rüdiger sagt:

      Doch, der Koran spielt einer Rolle. Er ist die DNA der Gruppe der Muslime, ihr Skript.

      Seit Marx („das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein“) hat man sich angewöhnt, den theoretischen oder ideologischen „Überbau“ gering zu werten im Vergleich zu der sozialen Realität. Das ist ein Irrtum. Was in diesen Büchern steht, ist eher der *Unterbau*, die Grundlage. Die Beschäftigung mit diesem Skript, dem sie göttliche Autorität beimessen, ist wichtig.

      Vielleicht wäre manches anders gekommen, wenn in der Weimarer Republik mehr Leute „Mein Kampf“ ernstnehmen, das Skript der Nazis, statt es als ein lächerliches Machwerk abzutun.

      Und es ist erschreckend zu lesen, wie genau die Kernthemen, mit denen die Muslime in unserer Kultur anecken, wörtliche Anweisungen aus ihrem Zentraldokument sind:

      1) Ungläubige müssen physisch vernichtet werden. „Tötet sie, wo immer ihr auf sie stosst, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn die Verführung zum Unglauben ist schlimmer als Töten“ (2.191)

      2) Islam muss die ganze Welt beherrschen. „Kämpft gegen sie, damit keine Verführung mehr stattfinden kann, bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.“ (8.39)

      3.) Frauen dürfen geschlagen und jederzeit benutzt werden. „Die Frauen sind euer Saatfeld. Bestellt euer Saatfeld, wie ihr wollt“ (2.223) „Die, deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet (!): ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie“ (4.34) Frauen, die Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann haben, „sollen im Haus eingeschlossen werden, bis der Tod sie ereilt.“ (4.15)

      4.) Abschottung (Parallelgesellschaften). Nehmt nicht die Juden und Christen zu euren Freunden (5.51). Schliesst keine Freundschaft, ausser mit euresgleichen (3.118).

      Sie führen die Befehle aus ihrem Skript aus, und das seit 1400 Jahren ohne wesentliche Änderungen. Sie sind im „Orbit um den Koran“ (Bill Warner).

      • derautor sagt:

        Meine Behauptung ist nun wirklich nicht, dass Ideen keine Rolle spielen würden. Ideen spielen eine gewaltige Rolle. Dass aber Muslime einfach nur ihr Skript ausführen würden, auf irgendeine determinierte Art, ist nicht besser als Marx, sondern nur eine andere Variante des Determinismus. Offensichtlich unterscheiden sich islamische Länder kulturell und nach der Art der Auslegung des Islams. Die Türkei und Saudi Arabien sind doch zwei sehr verschiedene Länder. Und im Westen gibt auch Muslime, die weitgehend aufgeklärt sind (z.B. wollen in Deutschland 50% der Muslime Homosexualität verbieten – was aber auch heißt, dass 50% dies nicht wollen).

        • Rüdiger sagt:

          „Dass aber Muslime einfach nur ihr Skript ausführen würden, auf irgendeine determinierte Art, ist nicht besser als Marx, sondern nur eine andere Variante des Determinismus.“

          Es geht aber nicht darum, wie Du dies findest, sondern darum, ob sie es faktisch tun.

          Das ist nicht die Grundsatzfrage Determinismus / Voluntarismus (und ich finde übrigens Deine Blogs zum Thema Willensfreiheit sehr erfrischend und kann ihnen weitgehend zustimmen!), sondern die konkrete Frage, inwieweit Menschen sich anhand ihrer Gruppenzugehörigkeit einem Zwangssystem unterwerfen (Islam heisst nicht von ungefähr „Sich-Unterwerfen“).

          Die Geschichte zeigt, dass sie das verdammt ernst nehmen. Überall wo der Islam eine gewisse Mehrheit erreicht hat, ist es vorbei mit Freiheits- und Gleichbehandlungsrechten, und alle Muslime unterwerfen sich ihrer Gruppendisziplin.

          Dass es im Westen, wo diese Mehrheit noch nicht erreicht ist, auch Muslime gibt, die das alles ganz anders sehen und sich dabei _scheinbar_ auch ganz frei über ihre eigenen Schriften hinwegsetzen, ändert leider nichts am Problem. Wer will denn verhindern, dass die Muslime bei zunehmendem Bevölkerungsanteil wieder zu ihrer ursprünglichen Interpretation des Islam „zurückfinden“? Wie es bisher noch immer der Fall war.

          • derautor sagt:

            Ich finde etwas so oder so, weil ich es für objektiv so oder so gegeben halte. Wer bitte sagt denn: „Ich denke, etwas ist x, weil sich x gut anfühlt, egal, ob es der objektiven Realität entspricht“? Ich jedenfalls nicht.

            Es ist ja nun offenkundig so, dass das, was Muslime unter „Islam“ verstehen, variiert. Es ist anders in der Westtürkei als in Ostanatolien, anders in Saudi Arabien als in den USA. Menschen, die sich für Muslime halten, befolgen diese Ideologie mal so und mal so. Dass der Islam insgesamt viel einheitlicher als das Christentum ist, das ist geschenkt. Aber wenn jemand sagt „alle Muslime“ und „ihre DNA“, dann ist das nicht wahr und Muslime werden als etwas angesehen, was grundsätzlich anders ist als das, was wir gemeinhin unter „Mensch“ verstehen.

            In diesem Bild drückt sich die Meinung aus, dass Muslime nicht in der Lage wären, zu denken und nicht nur, dass es viele von ihnen unterlassen. Es wirkt so, als würden Muslime ausschließlich durch den Koran und die Hadithe beeinflusst und überhaupt nicht durch ihr soziales Umfeld. Jeder, der schon mit Muslimen gearbeitet hat oder mit ihnen befreundet war, weiß, wie abwegig das ist. Es gibt selbstverständlich formelle Muslime, die sich nicht die Bohne für „ihre“ Religion interessieren und solche, die etwas davon aufgreifen, womit sie übereinstimmen, und etwas anderes nicht.

        • Martin sagt:

          „heißt, dass 50% dies nicht wollen“

          oder sich der Äußerung enthalten….

  3. foundnoreligion sagt:

    @ Wafthrudnir
    Sprache ist im Gegnsatz zu der landläufigen Behauptung kein Teil der Kultur, sondern der Sozialisation. Erst wenn diese Sprache schriftlich wiedergegeben wird, kann sowas wie Kultur entstehen. Neben der Schrift benötigt es auch ein Rechenwesen, mit denen die Wirtschaft angetrieben wird. Deswegen waren die ersten Kulturen jene, die Schrift kannten und die anfingen, auch die Mathematik einzuführen wie die Ägypter, Sumerer oder Babylonier.

    • Wafthrudnir sagt:

      Mein Fehler. Was ich jedoch vor allem sagen wollte war, dass Religion gewiss ein Teil der Kultur ist, dass aber jede Kultur eine Unzahl von Phänomenen aufweist, die nur lose oder gar nicht mit der Religion zusammenhängen.
      @ Martin: Es war nie meine Absicht, Terror als ausschließlich islamisches Phänomen darzustellen, die Gegenbeispiele sprechen ja für sich. Es ging mir vielmehr darum zu argumentieren, dass eine spezifische Form des Terrors, nämlich der islamische, vermutlich besser durch die Religion erklärt werden kann, deren Grundlage für alle Moslems per definitionem recht einheitlich ist, und weniger durch die „restliche“ Kultur, die in der islamischen Welt sehr deutliche Unterschiede aufweist.

  4. Rüdiger sagt:

    derautor sagt: 22. März 2012 um 17:05

    „Ich finde etwas so oder so, weil ich es für objektiv so oder so gegeben halte.“

    ??? Erst stellst Du doch etwas fest, und dann urteilst Du in einem zweiten Schritt darüber. Unterscheidest Du das nicht?

    Es gibt doch einen Unterschied zwischen Wertung und Fakten. Wenn ich feststelle, dass die Muslime in den letzten 1400 Jahren die Befehle ihres Skripts ausgeführt haben, so kann man diese Dumpfheit schlimm finden – das tue ich auch – diese „Automatenhaftigkeit“ ist „nicht besser als Marx“, wie Du sagst. Aber das ist nicht die Schuld dessen, der diese Dumpfheit nur beobachtet.

    Es steckt in der Beobachtung der historischen Gestalt des Islam vielleicht eine Generalisierung, über die man streiten kann. Um ein Phänomen zu beurteilen, muss es aber erlaubt sein, Beobachtungen zu verallgemeinern. Wenn jemand sagt: „Der Wald stirbt“, kann man vieles sachlich darauf erwidern. Was ich aber nicht gelten lasse, ist: „Du sprichst immer nur von DEM Wald. Das ist total pauschal und spiessig. DEN Wald gibt es überhaupt nicht. Wenn Du wirklich mal differenziert hinschaust, siehst du: Es gibt Schwarzbuchen, Fichten, Kiefern (und wie das ganze Zeug heisst). Ich kenne einige Eichen, die sind ganz klasse – und auch überhaupt nicht krank.“

    So gab es vielleicht mal in Persien einen Sufi, der das alles ganz anders gesehen hat und für den nicht alle Nichtmuslime Untermenschen, verachtenswerte Kuffar waren – aber das spielt keine Rolle, wenn die grosse Linie eine andere ist. Die grosse Linie wird ausnahmslos in allen Ländern sofort sichtbar, in denen Muslime einen hinreichend hohen Bevölkerungsanteil stellen.

    In der NSDAP gab es auch eine Strasser-Linie, die im Gegensatz zu den Mainstream-Nazis den Bonzen an den Kragen wollte. Es spielte aber keine Rolle.

    Alles weitere zu dem Argument “Mein Freund ist ein Muslim und er ist sehr nett” hat das „Schwert der Aufklärung“ hier notiert, und es muss hier nicht wiederholt werden [er sollte zwar mal die Rechtschreibprüfung über den Text jagen, aber das ist irrelevant]:

    http://schda.wordpress.com/2010/11/27/mein-freund-ist-ein-muslim-und-er-ist-sehr-nett/

    • derautor sagt:

      Natürlich darf man den Islam generell kritisieren und darunter alles, was die größeren Strömungen gemein haben, aber was du gemacht hast, ist von Muslimen generell zu sagen, dass sie wie Automaten nur ihr Programm ausführen würden, und genau das ist eben nicht wahr, insofern man ihnen unterstellt, dass sie Menschen sind.

      Wenn Muslime nur Automaten wären, die ihre Software ausführen, dann können sie ihre Programmierung auch nicht ändern (was Automaten ja auch nicht können). Damit negierst du den Nutzen jeglicher Aufklärung. Dann wären Muslime einfach nur unsere Feinde, die man töten darf und muss, um zu überleben. Sie wären keine Menschen, deren Ideen veränderbar sind. Und das ist es, was mir nicht passt, und mit Islamkritik hat das alles nichts zu tun.

      Und selbstverständlich gilt das auch für Nazis! Das waren und sind ebenso keine Automaten, die nur ihr Programm ausführen, sondern Menschen mit furchtbaren Ideen, aber mit dem Potenzial, ihre Meinung zu ändern.

      „Sie führen die Befehle aus ihrem Skript aus“, hast du geschrieben und vom Koran als „ihre DNA“ gesprochen. Daran reibt sich meine Kritik. Und, dass sich manche, “ _scheinbar_ auch ganz frei über ihre eigenen Schriften hinwegsetzen“ – mit anderen Worten, das sie das tatsächlich offenbar nicht tun. Warum? Weil sie keinen freien Willen haben, sondern Maschinen sind?

      Das Menschenbild, das du hier durchblicken lässt, gefällt mir nicht und darauf mache ich dich aufmerksam. Vielleicht ist es auch nur eine fragwürdige Wahl von Bildern und Metaphern. So oder so sollte dir klar sein, was die Worte eigentlich bedeuten und implizieren, die du gebrauchst.

      Und das ist es übrigens, was eine aufklärerische Islamkritik von einer kollektivistischen, menschenverachtenden Islamkritik unterscheidet. Dass man anerkennt, dass Muslime Menschen sind, auch wenn, und das habe ich wohl kaum missverständlich zum Ausdruck gebracht, einige davon, etwa die Taliban, durchaus gewaltsam bekämpft werden dürfen und sollten.

  5. Karl sagt:

    Sicher die Muslime absolvieren kein völlig deterministisches Skript aber wenn ich mir die Situation in den muslimischen Ländern ansehe dann spielt der Islam eine zentrale Rolle, wie man auch gerade bei den letzten Protesten gesehen hat.

    Verharmlosen sollte man hier gar nichts. Die Geschichte des 20. Jhds. ist reich an Beispielen zu was Fanatiker in der Lage sind.

  6. Rüdiger sagt:

    derautor sagt: 23. März 2012 um 12:46

    „Natürlich darf man den Islam generell kritisieren und darunter alles, was die größeren Strömungen gemein haben,“

    denn diese „grösseren Strömungen“ prägen die Umma, die länderübergreifende Solidargemeinschaft der Muslime,

    „aber was du gemacht hast, ist von Muslimen generell zu sagen, dass sie wie Automaten nur ihr Programm ausführen würden, und genau das ist eben nicht wahr, insofern man ihnen unterstellt, dass sie Menschen sind. Wenn Muslime nur Automaten wären, die ihre Software ausführen, dann können sie ihre Programmierung auch nicht ändern (was Automaten ja auch nicht können).“

    Ich habe den Begriff Skript im Sinne eines Drehbuchs gemeint, nicht im Sinne eines Programms. Selbstverständlich sind Muslime Menschen, keine Maschinen. Wie soll denn auch einer, der durch das Dahermurmeln der Schahada zum Muslim wird, plötzlich vom Menschen zum Roboter mutieren. Und selbstverständlich kann der Schauspieler, der eine bestimmte Rolle spielen soll, plötzlich den Bettel hinwerfen und sagen: „Ich mach den Mist nicht mehr mit“. Selbstverständlich gibt es auch in vorherrschend von Muslimen bewohnten Länden Menschen, die sich in ihrem Durst nach Freiheit über die Normen ihrer Gruppe hinwegsetzen. Aber lies mal das Buch von Ayaan Hirsi Ali „Ich bin eine Nomadin“ oder die Autobiographie von Sabatina James „Nur die Wahrheit macht uns frei“, um zu erfahren, wie unglaublich schwer es ein freiheitsdurstiger Mensch in einem solchen Milieu hat, das ihm zugedachte Sklavendasein abzuschütteln. Nur sehr, sehr starke Menschen können es schaffen, sich diesem Gruppendruck zu widersetzen.

    Und diesen Druck gibt es nicht erst seit gestern.

    „Damit negierst du den Nutzen jeglicher Aufklärung.“

    Wenn ich den irrsinnigen Glauben hätte, den Du mir unterstellst, dass alle Muslime Automaten wären, hättest Du recht. Wohl aber gibt es leider eine grosse Anzahl von Muslimen, die sich freiwillig zu Sklaven machen, zu Ausführenden des durch den Islam vorgegebenen Skripts. Da dieses Skript gegenüber der Aussengruppe der Nichtmuslime, die als „Kuffar“ eigentlich lebensunwertes Leben darstellen und für alles Unglück der Muslime die Verantwortung tragen, sehr aggressive Züge trägt, ist es ein Problem für den Rest der Menschheit.

    Ausserdem hat die Aufklärung ihre praktischen Grenzen. Es hat z.B. keinen Sinn, jemanden aufzuklären, der sich nicht aufklären lassen will. Hättest Du wohl einen Mohammed Meras vom Wert der Meinungsfreiheit überzeugen können? Auch die freundliche Beamtin vom Deeskalationsteam der Polizei würde bei dem Versuch, einen Mudschahedin von seinem freiwillig gewählten Sklavenprogramm abzubringen, vermutlich erschossen werden.

    Ausserdem gibt es zeitliche Grenzen: Die den Menschenrechten und der Aufklärung zugetanen Geister können es schon zeitlich gar nicht schaffen, den ganzen Rest der Welt aufzuklären. Und sie haben vielleicht auch noch Besseres zu tun, was man ihnen nicht übel nehmen sollte. Nicht alle widmen ihr ganzes Leben ihren Mitmenschen (in höchst fragwürdigem Altruismus). Leben ist nicht nur die reine Vegetation der Organe, sondern muss auch eine Qualität haben. Da gibt es einen gesunden Egoismus, der bei den eigenen Bedürfnissen und denen der Gruppen beginnt, denen man selbst angehört. Allerhöchstens wer Gesundheit, Lebensfreude, Glück ausstrahlt, kann das Recht haben, andere in Diskussionen von den eigenen Werten zu überzeugen (wenn überhaupt jemand).

    Will sagen: Ich fühle mich nicht berufen, andere Kulturen von meinen Werten zu überzeugen. Mir reicht es, dass diese Werte in den Gebieten, in denen ich lebe, erhalten und verteidigt werden. Ich bange und schwitze auch nicht mit den Muslimen des Orients, ob sie es nun wohl schaffen, ihre Religion zu reformieren oder nicht. Es freute mich für sie, wenn sie diese Quadratur des Kreises schaffen würden – mehr nicht. Im übrigen reicht es mir, wenn meine eigene Gesellschaft nicht mit totalitärem Mist behelligt wird.

    Und da gilt wie gegegenüber den Nazis: Wehret den Anfängen. Zuerst schweigt man höflich über den Islam, weil es ja peinlich ist und man anwesende Muslime verletzen könnte. Dann will man es nicht mehr aus Angst vor Anschlägen. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis man es nicht mehr KANN.

    „Dann wären Muslime einfach nur unsere Feinde, die man töten darf und muss, um zu überleben.“

    *Dann* ja. Die Annahme, die Du mir unterstellst, weise ich zwar von mir. Was Du mit diesem Satz beschreibst, ist im übrigen nur die Situation des Krieges. Dort heisst es: Töte, um selbst nicht getötet zu werden. Über diejenigen Muslime, die dem Westen den Krieg erklärt haben – und diese Kriegserklärung wurde schon von vielen Muslimen ausgesprochen – kann ich nicht anders als diese Kriegserklärung anzunehmen. Gegenüber diesen Menschen gilt in der Tat: Sich verteidigen, um nicht getötet zu werden, und in letzter Konsequenz auch: Töten, um nicht getötet zu werden.

    Was für Israelis seit dem Tag ihrer Gründung selbstverständliche Überlegungen sind, da sie ihren (und unseren) Todfeinden so nah auf der Pelle hocken, kann auch für die restliche demokratische Welt eine Existenzfrage werden.

    „Sie wären keine Menschen, deren Ideen veränderbar sind.“

    Ich bezweifle das nicht, fühle mich aber, wie gesagt, nicht als ihr Erzieher.

    „Und das ist es, was mir nicht passt, und mit Islamkritik hat das alles nichts zu tun.“

    Stimmt. Mit mir allerdings auch nicht. Es ist Deine fixe Idee zu glauben, ich würde die Entwicklungsfähigkeit und letztlich die Freiheit des Menschen leugnen, ja sogar glauben, Muslime wären keine Menschen. Strohmännerbekämpfung macht’s halt einfacher.

    Dass die Islamkritik nicht so akademisch a la David Friedrich Strauss oder Feuerbach daherkommt, wie bei der Kritik des Christentums, ist, dass wir uns hier – notgedrungen, nicht aus freiwilliger Hinwendung – als Aussenstehende an die Analyse eines totalitären Gedankensystems machen. Um zu verstehen, was auf uns zukommt und wie wir uns wirksam dagegen schützen können. Das ist eine andere Lage als eine historische Bibelkritik, die in der wohligen Wärme des theologischen Seminars stattfinden kann: Denn Proponent und Opponent kommen dort aus der eigenen Kultur, aus der eigenen Tradition.

    „Und, dass sich manche, ” _scheinbar_ auch ganz frei über ihre eigenen Schriften hinwegsetzen” – mit anderen Worten, das sie das tatsächlich offenbar nicht tun. Warum? Weil sie keinen freien Willen haben, sondern Maschinen sind?“

    Zum Beispiel, weil sie ihren Glauben ernstnehmen – dann wissen sie sich dem „Taqiyyah“-Prinzip verpflichtet: den Ungläubigen zu belügen, um der Ausbreitung ihres totalitären Systems einen Vorteil zu verschaffen. Das ist nicht irgendeine Absurdität, sondern eine zentrale Lehre des Islam, die von vielen ernstgenommen wird. Eine sachgemässe Einführung in das Thema findet man hier:

    http://www.citizenwarrior.com/2007/10/taqiyya-religious-deception.html

    Ich sage nicht, dass alle Muslime das machen. Aber je ernster sie ihren Glauben nehmen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Gebote ihres Glaubens beachten und damit auch bereit sind, Taqiyya zu praktizieren.

    „Das Menschenbild, das du hier durchblicken lässt, gefällt mir nicht und darauf mache ich dich aufmerksam.“

    Ich hoffe, mein Menschenbild etwas klarer gemacht zu haben.

    Ich liebe die Freiheit über alles – und alle Versuche von Menschen, die Freiheit ihrer Mitmenschen einzuzwängen, einzukasteln, zu verleugnen, sind mir zutiefst zuwider. Und immer werde ich Menschen bekämpfen, die das Geschenk ihrer Freiheit wegwerfen und sich selbstgewählt in ein Zwangssystem begeben, unter dem schliesslich viele andere zu leiden haben.

    Hoffentlich schaust Du mit der gleichen Strenge auf das Menschenbild des Islam, mit der Du auf meine Versuche, mich gegen dieses zu wehren, schaust.

    „Vielleicht ist es auch nur eine fragwürdige Wahl von Bildern und Metaphern. So oder so sollte dir klar sein, was die Worte eigentlich bedeuten und implizieren, die du gebrauchst.“

    Wenn die Bilder von der DNA (bestimmen uns die Gene?) und dem Skript so missverständliche Implikationen haben, sollte ich sie wirklich vermeiden. Ich hätte gedacht, es wäre klar, dass ich hier nur von einer grossen Gruppe spreche, die den Charakter der Umma bestimmt.

    Totalitarismus kann übrigens sehr stabil existieren, wenn nur eine Minderheit verbissen und radikal die Herrschaftsideologie vertreten, während eine grosse Masse indifferent ist und ein kleiner Prozentsatz von Unzufriedenen mit dem Machtapparat (Militär, Polizei, Geheimdienst) in Schach gehalten wird. Von der grossen indifferenten Gruppe wird nur erwartet, dass sie der radikalen Gruppe kein Kontra gibt. Und auch das kann mit Gewalt sichergestellt werden.

    „Und das ist es übrigens, was eine aufklärerische Islamkritik von einer kollektivistischen, menschenverachtenden Islamkritik unterscheidet.“

    Du meinst hier ja glücklicherweise auch nicht etwa mich, sondern nur den Strohmann, der Muslimen das Menschsein abspricht. Ich verachte zwar einige Menschen, das gebe ich gerne zu. Aber ich spreche ihnen nicht das Menschsein ab.

    Klar sollte aber auch sein: Stuhlkreise und Dialogveranstaltungen helfen jedenfalls nur begrenzt gegen die „Creeping Sharia“.

    Aufklärerische Islamkritik sollte also auch wehrhaft sein, und voller Stolz auf die eigenen Werte. Mit Vergnügen las ich gerade das jüngste Buch von Ibn Warraq, einem aufklärerischen Islamkritiker par excellence, mit dem schönen Titel „Why the West is Best“.

    • arprin sagt:

      Rüdiger,
      das was du machst ist keine objekive Islamkritik, überhaupt nicht. Es ist eine teils paranoide Sicht auf ein komplexes Thema.

      Den Islam, den Mohamed predigte, kann man als eine totalitäre Ideologie bezeichnen die sich von der Politik fernhalten sollte. Soweit so gut. Aber es ist töricht zu glauben das die Muslime seit 1400 Jahren „dasselbe“ machen und das sie einem Skript folgen würden.

      Die Muslime haben den Islam in den Jahrhunderten natürlich verändert. Was die Muslime glauben, ist sehr unterschiedlich. Es gibt viele praktizierende Muslime die in die Moschee gehen, die Almosen geben, den Koran gelesen haben und trotzdem völlig friedlich sind und nichts vom Dschihad halten.

      Du dagegen hast offenbar die Devise „Wer ein Muslim ist, entscheide ich“- ähnlich wie die Nazis „Wer ein Jude ist, entscheide ich“.

      Wenn „echte“ Muslime allesamt den Dschiahd planen, müssten sie ein Haufen Muslime, die sich selbst als solche bezeichnen und die auch die religiösen Rituale beachten, pauschal vorwerfen, keine „echten“ Muslime zu sein oder ihre wahren Absichten zu verschweigen („Taquiyya“). Die Wahrheit ist: Sie haben halt ihren eigenen Islam. Das ist doch bei Christen, Juden und Hindus nicht anders!!

      Komisch auch, dass die Theologie-Experten Selbstmordattentate, Ehrenmorde und Zwangsheirat als „Teil des Islams“ betrachten: Selbstmord gilt im Islam als Sünde und für Ehrenmorde und Zwangsheirat gibt es keine Begründungen in den heiligen Schriften.

      Ich hoffe, du verstehst mich: Es spielt keine Rolle, wie etwas in der Theorie ist, sondern was man daraus macht. Der islamische Kulturkreis ist aktuell extrem intolerant, rassistisch und expansionistisch. Das ist das einzige, was uns kümmern sollte. Was im Koran steht oder nicht ist doch scheiss-egal.

      Wenn du glaubst das alles schon seit 1400 Jahren so ist wie heute dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass die islamische Kultur unveränderlich ist und der einzige Ausweg die Vernichtung des Islams wäre. Bei PI gab es ja neulich ein „Thesenpapier gegen die Islamisierung“ in denen sowas ähnliches gefordert wurde.

      Das stimmt einfach nicht. Die einzige Lösung ist die Trennung von Staat und Religion und liberale Demokratien, genauso wie im Westen.

      Zu der Behauptung, der Islam sei seit 1400 Jahren gleich und unveränderlich: Es gab Zeiten in denen die Religion in den muslimischen Ländern keine so große Rolle spielte wie heute. Der Islamismus ist ein modernes Phänomen, die Taliban haben die strengste Interpretation der Scharia eingeführt, die die Welt je gesehen hat. Die muslimischen Staaten waren vor 3-4 Jahrzehnten säkularer als heute.

      Im Westen gab es Zeiten in denen im Namen des Christentums schlimmste Verbrechen begangen wurden. Ob sie nun mit der Bibel begründbar waren oder nicht, spielt keine Rolle. Sie SIND geschehen, das ist das einzig wichtige.

      Man kann nicht sagen, dass „echte“ Christen keine Verbrechen begehen können, „echte“ Muslime aber schon und aus dieser naiven Sicht heraus dann alle Christen, die Verbrechen begangen haben und allen Muslimen, die sich friedlich verhalten, vorwerfen, sie seien keine „echten“ Christen oder Muslime. Das einzige, was mich interessiert ist: Egal welche Religion, jeder ist grundsätzlich zu Schandtaten fähig.

    • derautor sagt:

      bestimmen uns die Gene?

      Nein. Wir folgen eben keinen Instinkten, die durch unsere Gene festgelegt wären, sondern wir denken bewusst als Resultat einer freien Entscheidung nach, informieren uns, wägen ab. Manche tun das rationaler, manche weniger rational. Man kann sich auch dazu entscheiden, mit dem Denken aufzuhören, dann stirbt man („Es wäre in meinem Interesse, ein Glas Wasser zu trinken, wenn ich durstig bin“ ist bereits eine logische Schlussfolgerung aus empirischen Beobachtungen). Menschen können sagen „Wir lieben den Tod mehr als das Leben“, Tiere sind dazu nicht in der Lage. Sie funktionieren automatisch und handeln automatisch so, wie von ihrer Programmierung vorgesehen, um ihr Leben zu erhalten und um fortpflanzungsfähige Nachkommen zu erzeugen. Wir müssen uns für all dies bewusst entscheiden, oder dagegen.

      Gut, wir haben keine Verpflichtung, Muslime aufzuklären und wenn sie Gewalt gegen uns einsetzen, dürfen wir uns gewaltsam verteidigen, wie das eben generell bei allen Menschen der Fall ist. Es ging mir allerdings um die Frage, ob Aufklärung überhaupt möglich ist bei Muslimen, wobei ich eben den Eindruck hatte, dass du hier anderer Meinung bist. Wobei man erwähnen sollte, dass der von dir gelobte Ibn Warraq ja genau das tut, Aufklärung betreiben. Und insofern er davon profitiert und sich nicht dafür aufopfert, ist das eine gute Sache. Er tritt für seine und auch für meine Werte ein. Das ist besser, als wenn jemand Bücher schreiben würde, wo er sich gegen die freie Welt ausspricht. Aufklärung ist also ein lobenswerter Beruf, der nützlich für die Menschen ist, während zum Beispiel Mullah dies nicht notwendigerweise ist.

      „Ich bange und schwitze auch nicht mit den Muslimen des Orients, ob sie es nun wohl schaffen, ihre Religion zu reformieren oder nicht.“

      Wobei dies ja durchaus in unserem Interesse wäre, also könnte man schon mitschwitzen. Meine Philosophie geht vom „rationalen Eigeninteresse“ aus und nicht vom kurzsichtigen Eigeninteresse. In diesem Fall würde es die Bedrohung der freien Welt reduzieren, wenn Muslime ihre Religion reformieren würden.

      „Da gibt es einen gesunden Egoismus, der bei den eigenen Bedürfnissen und denen der Gruppen beginnt, denen man selbst angehört.“

      Da könnte ich jetzt wieder etwas in dein Weltbild hineinfantasieren. Wenn es um einen „gesunden Egoismus“ geht, der bei den eigenen Bedürfnissen und denen der Gruppe beginnt, denen man selbst angehört – was ist dann dein Problem mit Muslimen? Ist es nicht zum Vorteil ihrer Gruppe, die Welt zu erobern, ihre Frauen zu unterdrücken und uns zu versklaven? Und wenn es um einen gesunden Egoismus geht, der bei den eigenen Bedürfnissen und denen der Gruppe beginnt, der man selbst angehört – wie sollte sich dann jemand verhalten, der in die Gruppe der Taliban hineingeboren wird?

      Laut meiner Philosophie sind die eigenen Werte zentral und ein Austausch mit anderen ist nur fair, freiwillig und friedlich zulässig. Die selbst erwählten Freunde und Partner wären demnach im eigenen Interesse, da sie für uns rationale Werte darstellen, nicht unbedingt die „Gruppe, der man selbst angehört“ (die Deutschen, die Umma, etc.).

      „Hoffentlich schaust Du mit der gleichen Strenge auf das Menschenbild des Islam, mit der Du auf meine Versuche, mich gegen dieses zu wehren, schaust.“

      Dein Drang zur Selbstheroisierung ist etwas nervig. Es sollte dir klar sein, dass wirklich jeder Dorftrottel heute zum Islamkritiker mutiert ist. Darum finde ich das Thema inzwischen auch so langweilig. Ich denke nicht, dass der Islam überhaupt unser großes Problem ist. Hätte der Westen noch eine starke Selbstidentität (bzw. die Individuen, die darin leben, eine rationale, selbstbewusste Philosophie), so könnten uns radikale Muslime rein gar nichts anhaben. Im Gegenteil würden sie sich stärker zum Westen hingezogen fühlen, als über unsere Schwäche zu lachen und unser Appeasement für sich zu nutzen.

      • Rüdiger sagt:

        Feuerbringer,

        „Ist es nicht zum Vorteil ihrer Gruppe, die Welt zu erobern, ihre Frauen zu unterdrücken und uns zu versklaven?“

        Aber in der Art, wie Du die Frage zuspitzst, beantwortest Du sie natürlich! 🙂 Würde ich in einer Diktatur leben, so wären Werte wie Freiheit und Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt, und ich wäre moralisch zum Widerstand verpflichtet. Die Menschenrechte sind also ein noch höherer Wert als die Gruppenzugehörigkeit. Und sie können manchmal mit ihr in Konflikt geraten.

        „Und wenn es um einen gesunden Egoismus geht, der bei den eigenen Bedürfnissen und denen der Gruppe beginnt, der man selbst angehört – wie sollte sich dann jemand verhalten, der in die Gruppe der Taliban hineingeboren wird?“

        Argument akzeptiert. Wer in die Gruppe der Taliban hineingeboren wird, dürfte als Mensch trotz seiner Sozialisation eine Ahnung von den universellen Menschenrechten in sich tragen (der Hauch von Fragen wie dieser könnte in ihm aufsteigen: „Eigentlich ist der Kafir, dem ich da die Kehle durchschneide, ein Mensch wie du und ich. Auch wenn der Koran es mir erlaubt: Habe ich *wirklich* ein Recht, ihn zu messern? Darf der Koran mir das überhaupt erlauben?“). Das ist ein Grund, auch in anderen Gruppen für die Menschenrechte zu werben und diese Sicht auf die Rechte aller Menschen zu fördern.

        Danke für die Stilkritik („Drang zur Selbstheroisierung“), ein allfälliges Pathos war nicht beabsichtigt. Ich werde versuchen, mehr darauf zu achten.

        „Jeder Dorftrottel ist heute Islamkritiker.“

        Das ist natürlich eine reine Geschmacksfrage: Lehne ich Überzeugungen ab, nur weil sie der spiessige, blöde Dorftrottel von nebenan auch hat? Und wann erscheint eigentlich Dein Buch „Keine Macht den Dorftrotteln“? 🙂

        Mein Eindruck ist seltsamerweise, dass die islamkritischen Dorftrottel im Vergleich zur Vielzahl der Dorftrottel, die z.B. auf Palästinasolidarität machen oder für noch mehr Toleranz für Muslime werben, kaum ins Gewicht fällt. Aber ich kann mich täuschen.

        „Hätte der Westen noch eine starke Selbstidentität (bzw. die Individuen, die darin leben, eine rationale, selbstbewusste Philosophie), so könnten uns radikale Muslime rein gar nichts anhaben. Im Gegenteil würden sie sich stärker zum Westen hingezogen fühlen, als über unsere Schwäche zu lachen und unser Appeasement für sich zu nutzen.“

        Stimme zu! Und das ist ein Grund, warum ich gerade Ibn Warraqs Buch lese. „Der Erfolg des Westens basiert nicht auf der Ausbeutung der Kolonien der Dritten Welt, sondern auf seiner Kultur – zu dieser Kultur gehören: geistige Offenheit, die Bereitschaft, von anderen zu lernen, die Bereitschaft zur Selbstkritik und die Bereitschaft selbst die am höchsten geschätzten Glaubensvorstellungen rationaler Kritik zu unterziehen. Der Erfolg des Westens basiert auf seiner unbezähmbaren Neugierde, der wir zahllose Versuche und Innovationen verdanken. Das ist etwas, worauf man stolz sein kann.“ [Sinngemäss übersetzt aus Why the West is Best, S. 218]

  7. Rüdiger sagt:

    arprin,

    so, Du findest meine Überlegungen zum Islam also „paranoid“.

    Mir reicht es schon, nicht mehr und nicht weniger „paranoid“ zu sein als z.B. Ayaan Hirsi Ali oder Sabatina James: deren authentische Innenansichten des Islam machen deutlich, dass die Lehre des Islam sehr wohl noch heute so wie vor 1400 Jahren gelehrt und gelebt wird.

    Der Versuch, mich hintenrum zu einem Nazi zu machen („Wer Muslim ist, bestimme ich“, hat Adolf über Juden genauso gesagt => Nazi), prallt daher an mir ab. Nicht bestimme ich, „wer Muslim ist“, sondern: „Ich lasse mir nicht verbieten, einen Zusammenhang zwischen den befremdendenden Verhaltensweisen vieler Muslime und den Lehren aus ihren Glaubensdokumenten festzustellen“.

    Und, sorry, Ähnlichkeiten mit dem Nationalsozialismus sehe ich eher beim Islam selbst als bei dessen schärfsten Kritikern.

    Und wenn Du sagst, Ehrenmord, Genitalverstümmelungen usw. haben nichts mit dem Islam zu tun, sind wir wieder bei Pat Condells Video. Wo Prozesse wegen Ehrenmorden stattfinden, argumentieren laut Necla Kelek die Verteidiger mit Koran-Zitaten und Fatwen:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ehrenmorde-in-der-tuerkei-die-ehre-ist-immer-gefaehrdet-1699501.html

    Was können sie denn noch mehr machen, um zu beweisen, dass ihre Taten direkt vom Koran inspiriert sind? Etwa Zettel mit den betreffenden Suren auf ihre Opfer heften?

    Ach, stimmt ja, das haben sie ja auch schon gemacht: Der Mörder Theo van Goghs hatte seinen göttlichen Tötungsauftrag an seinem Opfer festgepinnt: Auf dem Zettel stand Sure 5, Vers 33:

    „Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und (überall) im Land eifrig auf Unheil bedacht sind, soll darin bestehen, daß sie umgebracht oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen wechselweise (rechts und links) Hand und Fuß abgehauen wird, oder daß sie des Landes verwiesen werden. Das kommt ihnen als Schande im Diesseits zu. Und im Jenseits haben sie (überdies) eine gewaltige Strafe zu erwarten.“

    Natürlich „gibt es überall solche und solche“. Das sind Allgemeinplätze, allgemeine Aussagen über die Natur des Menschen. Sie helfen daher leider nicht, die aktuelle Lage realistisch zu analysieren. Da kommt es eben auch darauf an, die Unterschiede klar zu sehen. Und was die Gewalttätigkeit angeht, gibt es einen klar feststellbaren Unterschied zwischen dem Islam und allen anderen Religionen.

    Dass vor langer Zeit Angehörige anderer Religionen im Namen ihrer Religion Kriege führten, mag sein. Im 21. Jahrhundert gibt es aber nur noch eine, für die das so ist – und die hat es auf die Unterwerfung aller Ungläubigen und auf die Weltherrschaft abgesehen.

    So, und nun lasse ich mit meinem „paranoiden“ (warum nicht gleich: unreinen) Hirn von Dir ab, um Dich nicht noch anzustecken.

    • arprin sagt:

      Wer von einer DNA der Muslime spricht, sollte sich nicht wundern, „paranoid“ genannt zu werden. Sprechen Ali und James von sowas?

      Auf meine Argumente bist du kein Stück eingegangen. Wer entscheidet, wer Muslim ist? Du oder die, die sich Muslime nennen? Ist Mesut Özil für dich kein „echter“ Muslim, wenn er nicht den Dschihad plant?

      Wenn man lange genug sucht, findet man Suren für alles mögliche, das ist Kaffeesatzleserei (so ähnlich wie bei Nostradamus). Das sieht man ja daran, dass einige Selbstmordattentate als gerechtfertigt ansehen, obwohl Selbstmord als Sünde gilt. Im Alten Testament steht, wenn deine Tochter dir nicht gehorcht, stelle sie vor ein Gericht und lasse sie steinigen. Der Unterschied ist: Bei uns wird das nicht mehr wörtlich ausgelegt, in vielen muslimischen Staaten aber schon.

      „Dass vor langer Zeit Angehörige anderer Religionen im Namen ihrer Religion Kriege führten, mag sein. Im 21. Jahrhundert gibt es aber nur noch eine, für die das so ist – und die hat es auf die Unterwerfung aller Ungläubigen und auf die Weltherrschaft abgesehen.“

      Da gehe ich d’accord. Die Welt wäre ohne Islam UND Christentum eine bessere gewesen, dann wäre es uns viel Leid erspart gewesen.

      Wie die Geschichte gezeigt hat, ist die Lösung nicht die Vernichtung einer Religion, sondern ihre Entmachtung in der Politik und Gesellschaft. Wenn man dich anhört, kommt man dagegen auf die Idee, es hilft nur Koran und Moschee-Verbot.

      • Rüdiger sagt:

        arprin:

        „Wer von einer DNA der Muslime spricht, sollte sich nicht wundern, “paranoid” genannt zu werden.“

        Jaja, das Bild war schlecht gewählt, das hatte ich bereits eingeräumt. Die Assoziationswolke („genetisch determiniert“, „Muslimgen“, …), die mit dem Begriff verknüpft ist, war mir präsent genug gewesen.

        Aber dass die einfache und fast banale Aussage, die ich damit verbildlichen wollte,

        „Muslime führen Handlungsanweisungen aus dem Koran aus“

        zu so starkem Widerspruch führt, zeigt, wie verpönt es ist, überhaupt nur einen Zusammenhang von den befremdlichen Verhaltensweisen von Muslimen mit den Normen ihrer Religion zu konstatieren. Erstmal wurde die Aussage aufgebauscht zu: „Alle Muslime führen wie Automaten das Programm im Koran aus“, um ordentlich losschlagen zu können.

        Dann kamst Du mit dem Nazi-Strick, den Du mir nur daraus drehen wolltest, dass ich überhaupt über Muslime rede – wobei ich zwangsläufig den Begriff „Muslim“ verwenden muss. Das läuft auf ein Denkverbot für Nichtmuslime hinaus. Das ist natürlich konsequent, und viele Muslime würden Dir zustimmen, dass ich als Nichtmuslim kein Recht habe, mich über Muslime zu äussern. In Malaysia zum Beispiel kommt ein Ungläubiger, der Koransuren zitiert, hinter Schloss und Riegel, ausser wenn er mit den Zitaten für den Islam wirbt ( http://thestar.com.my/news/story.asp?file=/2011/4/7/parliament/8428397&sec=parliament ). Das ist altes Schariarecht. Schon der Dhimmi-Vertrag von Kalif Umar verbot es Nichtmuslimen, ihren Kindern den Koran zu lehren ( http://www.fordham.edu/halsall/source/pact-umar.asp ).

        „Wer entscheidet, wer Muslim ist? Du oder die, die sich Muslime nennen?“

        OK – ich soll also genau sagen, was ich unter einem Muslim verstehe. Meine vorsichtige Arbeitsdefinition wäre: „Ein Muslim ist einer, der an Allah und seinen Propheten Mohammed glaubt.“ Das weitere folgt: Er ist demnach umso mehr Muslim, je mehr er das perfekte, von Allah offenbarte Wort, den Koran, in seinem Leben beachtet und in seinen Taten dem Leben des Propheten Mohammed nacheifert, wie es in der heiligen Überlieferung beschrieben ist. Muslim ist er dadurch, dass er die durch Koran und Überlieferung gegebenen Handlungsanweisungen anerkennt, auch wenn er diese nicht oder nur teilweise wirklich ausführt.

        „Ist Mesut Özil für dich kein “echter” Muslim, wenn er nicht den Dschihad plant?“

        Dazu kenne ich Mesut Özil zu wenig. Ich würde sagen: Allah weiss es 🙂

        „Sprechen Ali und James von sowas?“

        Sie verwenden natürlich nicht mein schlechtes Bild von der DNA. Aber die Aussage, die ich mit dem Bild meinte, treffen sie auch. Alle Zitate aus „Ich bin eine Nomadin“ von Ayaan Hirsi Ali, Piper, München 2010.

        Auf S. 45 beschreibt sie, dass für Menschen, die in einem islamischen Land aufwachsen, der Einfluss des Islam auf das Denken so gross ist, dass sie sich manchmal fragte, „ob man sich einer so umfassenden geistigen Programmierung überhaupt entziehen kann.“

        Hamed Abdel-Samad nannte es einmal flapsig den „Chip im Kopf“ (in der „Entweder-Broder“-Safari, die Nummer der Folge habe ich vergessen).

        Beide sind aber lebende Beispiele dafür, dass es möglich *ist*, sich dieser Sozialisation zu entziehen, wenn auch unter enormen Anstrengungen.

        S. 250: „Wer sich als Muslim bezeichnet, glaubt, dass der Koran das wahre, unveränderliche Wort Allahs ist, das man wortwörtlich befolgen muss. In Wirklichkeit halten viele Muslime nicht jedes einzelne Gebot des Koran ein, aber sie glauben, dass sie es eigentlich tun sollten.“ – „Sowohl die Fundamentalisten als auch die Gemässigkeiten sind sich im Hinblick auf die Authentizität, Wahrhaftigkeit und den Rang der muslimischen Schrift einig.“

        Wenn das stimmt – und ich glaube ihr das – ist das ein wesentlicher Unterschied zu Juden und Christen. Moderate Juden und Christen glauben keineswegs, dass die gesamte Bibel Wort für Wort von Gott kommt. Sie halten grosse Teile für rein Anekdotisches, Biographisches, Liedgut, obsolete Gesetzestexte – kurz: für Menschenwerk. Oder kennst du noch einen Juden, der mit Hinweis auf Lev 20.13 fordert, Schwule zu töten? Wer in islamischen Ländern wie Iran zu sagen wagt: „Ich bin schwul, und das ist gut so“, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am Baukran baumeln.

        Auf S.191 wundert sie sich, dass man für Straftaten, die Muslime als Dschihad verüben, „sämtliche Erklärungsversuche als plausibel genannt werden können, bis auf den einen, den die Mörder selbst genannt hatten: die Religion.“

        Die Kultur von Ehre und Schande sind „in der islamischen Religion kodifiziert“ (S.294). Der Islam goss diese an sich vor-islamischen Einstellungen „in ein Regelwerk, das bis heute Bestand hat, und brachte seine Sexualgesetze im Zuge seiner Ausbreitung in andere Länder, von Mali bis Indonesien.“ (S. 203) „Zu behaupten, dass die Unterdrückung der Frau nichts mit dem Islam zu tun habe und ’nur‘ eine traditionelle Sache sei, ist intellektuell unredlich – ein Köder. Beides hängt eng zusammen. Der Ehrenkodex mag in seinen Ursprüngen vorislamisch sein und auf die Stammeskultur zurückgehen, aber er ist ein integraler Bestandteil der muslimischen Religion und Kultur.“ (S. 214).

        Du fragst nach den Konsequenzen aus der Analyse. Sicher sind Koran- und Moscheen-Verbot nicht die richtigen Massnahmen. (Der Text auf Politically Incorrect, den Du erwähnst, fordert das übrigens auch nur, wenn die Muslimverbände nicht bereit sein sollten, sich von Dschihad und Scharia loszusagen.)

        Also welche Massnahmen?

        Abgrenzungs- und Abwehrmassnahmen zur Verhinderung der Islamisierung, Förderung von Personen und Vereinen wie Sabatina e.V., die sich für Opfer des Islam einsetzen, und die ohne propagandistische Verfälschungen über den Inhalt des Koran aufklären, sind sicher wichtig. Besonders wichtig erscheint mir aber, und darin stimme ich mit dem Feuerbringer überein, eine Besinnung auf die Werte unserer eigenen Kultur.

        • derautor sagt:

          Ich habe gar kein Problem damit, wenn du von Muslimen begangenes Unrecht auf Inhalte des Korans und der Hadithe zurückführst, wann immer sich das belegen lässt. Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass es „Islamkritiker“ gibt, die tatsächlich glauben, alle Muslime wären potenzielle Bombenleger und Muslime wären eine Art durch den Koran gesteuerte Klonarmee. Dass der Koran und die Hadithe an sich eine große Rolle spielen in der islamischen Welt, ist klar.

          Es gibt eben wirklich Rassisten da draußen, die mit der Islamkritik ihr eigenes Süppchen kochen und insofern sollte man darauf achten, nicht eine ähnliche Sprache zu verwenden.

  8. sba sagt:

    „Im Alten Testament steht, wenn deine Tochter dir nicht gehorcht, stelle sie vor ein Gericht und lasse sie steinigen.“
    Der Unterschied ist: Das Judentum hat seine Gesetzauslegung ständig aktualisiert. Nehmen wir mal an, es gebe Muslime, die das auch mit dem Koran tun (und da ich weiß, dass einige eine historisch-kritische Koranexegese anstrengen wollen, ist das sogar mehr als eine Annahme). Was fällt auf? Ihre Stimme scheint kaum hörbar zu sein. Will man die islamische Welt ändern, müsste man hier ansetzen.

    „Die Welt wäre ohne Islam UND Christentum eine bessere gewesen, dann wäre es uns viel Leid erspart gewesen.“
    nicht ganz so sicher. 1. weil ziemlich sicher, dass ohne Christentum kein Islam (ich halte ihn für eine christliche Häresie); 2.: Was wäre ohne die Kirche nach der Völkerwanderung von Rom übrig geblieben?

  9. pinetop sagt:

    Über die verschiedenen Abhängigkeiten zwischen Religion, Staat und Kultur immer noch lesenswert: Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, zuerst erschienen 1905.

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