Darf eine Mutter ihr ungeborenes Kind verletzen?

In einem der neuen Beiträge in der Neuauflage von Ist der Wald endlich tot? (das habt ihr euch bestimmt kostenlos besorgt, oder? Die Aktion gilt nur noch heute, 17. Mai!) namens Der wahre Lebensschutz argumentiere ich, dass „Pro Choice“ eigentlich „Pro Life“ ist. Demnach haben ungeborene Kinder keine Rechte und deren rechtlicher Schutz hängt von den Rechten der Mutter ab. Wie Tierrechte mit Menschenrechten logisch unvereinbar sind, so sind auch Rechte von Embryos und Föten mit diesen unvereinbar. Genaueres erfahrt ihr, wie gesagt, im genannten Beitrag.

Nun hat mir ein Leser jedoch eine sehr interessante Frage gestellt: Wenn ein ungeborenes Kind keine Rechte hat, darf eine Mutter dann dieses Kind absichtlich schädigen (etwa durch rücksichtslosen Alkohol- oder anderweitigen Drogenkonsum), um es dann gegebenenfalls behindert auf die Welt zu bringen?

Zuerst wollte ich antworten, dass es sich erneut um einen Sonderfall handelt und man keine allgemeingültigen Normen, schon gar nicht Gesetze, aus Sonderfällen ableiten kann, sondern nur aus dem Normalfall. Vielleicht wäre die Frage also der persönlichen Ethik zuzuordnen. Damit hätte ich es mir allerdings zu einfach gemacht, denn die bleibende Schädigung von Kindern durch bedenkenloses Verhalten seitens der Mütter kommt gar nicht so selten vor. Und wenn meine Philosophie, der Objektivismus, den lebenslang gezeichneten Kindern nichts besseres dazu zu sagen hätte als „Pech gehabt“, wäre dies in der Tat eine unbefriedigende Antwort gewesen.

Der objektivistische Philosoph Andrew Bernstein ist der Meinung, dass eine Mutter, die ihr ungeborenes Kind schädigt, obwohl sie weiß, dass sie es auf die Welt bringen wird, ethisch und auch rechtlich für ihre Misshandlung des ungeborenen Kindes zur Verantwortung zu ziehen sei. Diese Schädigung könnte man später als Körperverletzung des Kindes ansehen, wenn es geboren wurde, und somit als Eingriff in dessen Rechte.

Das ist praktisch so, als würde man dem Kind im Mutterbauch eine Giftspritze verabreichen, die mit einiger Wahrscheinlichkeit dafür sorgen wird, dass es mit einer geistigen Behinderung geboren wird. Oder so, als würde man eine Bombe in einem leeren Gebäude platzieren und den Zünder so einstellen, dass sie explodiert, sobald das Gebäude mit Menschen gefüllt ist. Die Mutter wäre für den Eingriff in die Rechte des ungeborenen Kindes also zur Verantwortung zu ziehen, ethisch wie rechtlich. Eine Mutter könnte für die Misshandlung ihres ungeborenen Kindes nach dessen Geburt bestraft werden.

Der Objektivismus lässt keinen Zweifel daran, dass die Freiheit einen Preis hat: Individuelle Verantwortung. Wer ein Kind in die Welt setzt, der hat als Vormund für es zu sorgen, bis es für sich selbst sorgen kann – auch vor dessen Geburt (es sei denn natürlich, es wird sowieso abgetrieben).

Es gibt keine lebbare Alternative zur Freiheit, weil der Mensch eine Sphäre benötigt, innerhalb derer er seinen Verstand zum eigenen Überleben gebrauchen kann, wenn er nicht sterben möchte. Das ist die Überlebensmethode des Menschen. So kommt es, dass das Leben in sozialistischen und faschistischen Regimen weniger glücklich und weniger lang war, als es das hier in der relativ freien Welt ist.

Es gibt keine Alternative zur Freiheit und daraus folgt: Es gibt keine Alternative zu verantwortungsvollem Handeln. Die Realität ist absolut und ihre Gesetze sind unveränderlich. Wer nicht verantwortungsvoll handelt, der wird auf die eine oder andere Weise die Konsequenzen seiner Entscheidungen ausbaden müssen – und nicht etwa der Staat, wie Kollektivisten es fordern.

Das ist es, was Abtreibungsgegner – berechtigterweise – so stört an der Pro-Choice-Haltung vieler Linker: Wenn es nach ihnen ginge, dürfte man auf Staatskosten verhüten, auf Staatskosten abtreiben, auf Staatskosten Kinder in Waisenhäusern unterbringen oder sie zur Adoption freigeben, man dürfte sie auf Staatskosten in Kinderkrippen abschieben; man dürfte tun, was immer man beliebt, und andere Menschen müssten dafür zahlen, andere Menschen müssten die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen ausbaden.

Die objektivistische Position ist vollkommen anders als jene der linken Traumtänzer, die den Menschen auf ein Tier reduzieren, dessen spontante Gelüste sein Leben regieren sollten. Wir sagen: Du darfst dich frei entscheiden und gerade darum wirst du allein auch die Verantwortung für deine eigenen Taten tragen müssen.

Im folgenden Video antwortet ein Objektivist auf die Anti-Freiheits-Position derjenigen, die Abtreibung illegal machen wollen (es ist ein Unterschied, nur „gegen Abtreibung“ zu sein in dem Sinne, dass man es für etwas hält, das man vermeiden sollte und „gegen Abtreibung“ zu sein, indem man in die Rechte der Mutter eingreifen möchte). In diesem Fall wird die Anti-Freiheits-Position von einem kleinen Mädchen vertreten – aller Wahrscheinlichkeit nach instrumentalisiert von ihren Eltern (aber sehr redegewandt und unglaublich süß):

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=YsLPZ7L5nrE[/tube]

Ayn Rand selbst über Abtreibung:

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=H0yUjMklVuI[/tube]

17 Kommentare zu “Darf eine Mutter ihr ungeborenes Kind verletzen?

  1. Karl sagt:

    Ich stimme da auch der objektivistischen Position zu. Eine Mutter sollte strafrechtlich belangt werden können wenn sie vor der Geburt das Kind durch Rauchen, Alkohol und Drogen schädigt.

    In unserem System hat jeder, unabhängig von seiner psychischen Verfassung, das Recht Kinder in die Welt zu setzen und gleichzeitig das Recht für diese Kinder Einkommen zu erhalten (ob er das Einkommen nun für sie nutzt oder nicht). Das erzeugt natürlich gefährliche finanzielle Anreize. Vermutlich lässt sich dieses Recht philosophisch nicht beschränken.

  2. Sophian Philon sagt:

    „Diese Schädigung könnte man später als Körperverletzung des Kindes ansehen, wenn es geboren wurde, und somit als Eingriff in dessen Rechte.“

    „Wenn es geboren wurde“ ist entscheidend, denke ich. Denn selbst wenn man der Argumentation folgt, bleibt die Frage, ob der Staat vor der Geburt des Kindes in dessen Namen handeln darf. Doch im Prinzip „aktualisiert“ sich das Verbrechen ja erst, wenn der Mensch geboren ist und körperliche Schäden hat. Zuvor wäre es ein Verbrechen ohne Opfer. Der Staat dürfte also nicht einschreiten. Oder?

    Und wie ist es im Falle von behinderten Menschen, deren Kinder höchst wahrscheinlich auch eine Behinderung bekommen werden. Ist das Kinderbekommen in diesem Falle also Körperverletzung?

  3. sba sagt:

    „Der Objektivismus lässt e i n e n Zweifel daran, dass die Freiheit einen Preis hat: Individuelle Verantwortung. “
    Es soll bestimm „keinen Zweifel“ heißen?

    Kleines Detail zum ersten Video: Lebende menschliche Zellen repräsentieren menschliches Leben. Das gilt für Embryonen genauso, wie für linke Daumen. Dass ein Zellkomplex nicht unabhängig von einem anderen überleben kann, bedeutet den Unterschied zwischen einem Organismus und einem Zellkomplex. Will sagen: Embryonen: menschliches Leben ja; Organismus noch nicht; Person noch nicht.

    Sophian Philon sagt:
    18. Mai 2012 um 09:38
    „“Wenn es geboren wurde” ist entscheidend, denke ich. Denn selbst wenn man der Argumentation folgt, bleibt die Frage, ob der Staat vor der Geburt des Kindes in dessen Namen handeln darf. Doch im Prinzip “aktualisiert” sich das Verbrechen ja erst, wenn der Mensch geboren ist und körperliche Schäden hat. Zuvor wäre es ein Verbrechen ohne Opfer. Der Staat dürfte also nicht einschreiten. Oder?“
    Nun ja, ich würde sagen, durch die definitive Entscheidung gegen Abtreibun, bzw. dafür, das Kind zu bekommen, hat die Mutter auch entschieden, die zukünftige Person schon jetzt als tatsächliche Person zu behandeln (Zuschreibung). Andernfalls gäbe es keinen Zusammenhang zwischen der Behandlung des ungeborenen und der Behandlung des geborenen Kindes. Die Entscheidung für die Geurt bedeutet die volle Übernahme der Fürsorgepflicht und dem Kind keine Drogen einzuflößen ist eigentlich eine Sache des gesunden Menschenverstandes. Wenn es die Aufgabe des Staates ist, Personen vor Gewalt zu schützen, dann muss er die Zeuschreibung durch die Mutter eigentlich mitmachen und die zukünftige Person vor Gewalt schützen (in der Regel geschieht dies, indem die Mutter vor Gewalt geschützt wird; in dem Fall, um den es hier geht, heißt dies allerdings, die zukünftige Person im potenziellen Stadium vor Gewalt seitens der Mutter zu schützen, deren „Körperteil“ sie noch ist. Lässt sich das praktisch umsetzen? – ja. Drgentests bei den Schwangerschaftsuntersuchungen sind denkbar (und geeignete Zwangsmaßnahmen zur Verhinderung weiteren Konsums bei positivem Befund). Dass das so kompliziert zu machen ist, hängt damit zusammen, dass es dem Kind nichts mehr nützt, wenn der Staat erst dann zugreifen darf, wenn es bereits geschädigt zur Welt gekommen ist.

    • Sophian Philon sagt:

      Ich kann die Argumentation nachvollziehen. Aber was ist dann mit meinem angeführten Fall der behinderten Eltern? Ist das Körperverletzung und müsste der Staat also den behinderten Eltern das Kinderbekommen verbieten, sprich sie notfalls kastrieren? Mir widerstrebt der Gedanke sehr, aber müsste man dem nicht konsequenterweise zustimmen, wenn man das Eingreifen des Staates für eine (noch) nicht existente Person im Falle der absichtlichen Schädigung während der Schwangerschaft befürwortet?

      • arprin sagt:

        Wieso ist eine Behinderung Körperverletzung? Die Eltern vererben ihre Gene doch nicht absichtlich.

        • Ano Nym sagt:

          Auch wenn sie absichtlich ein behindertes Kind zeugen, liegt keine KV vor. IIRC können an einem Fötus im Mutterleib nach deutschem Strafrecht überhaupt keine Körperverletzungen begangen werden.

      • sba sagt:

        Sophian Philon sagt:
        18. Mai 2012 um 13:49
        „Ich kann die Argumentation nachvollziehen.“
        Freut mich. Mehr oder weniger (ich lasse mir lieber eigene Fehler aufzeigen als Recht zu haben).

        „Aber was ist dann mit meinem angeführten Fall der behinderten Eltern?“
        Habe mir gedacht, dass Du darauf bestehen würdest. Aber man kann ja nicht über alles gleichzeitig nachdenken. Der Zwischenstand:
        1. Zwangskastration wäre auch dann ein zu tiefer Eingriff, wenn man der These zustimmt, dass Vererbung von Behinderung Körperverletzung sei, da wir in der Lage sind, Sexualität von Fortpflanzung zu trennen.

        2. Für die These selbst kommt es, denke ich, darauf an, ob man das Leben generell für Lebenswert hält, oder nur unter bestimmten Umständen. Bzw. ob man das Sein für Besser hält als das Nichtsein, oder (ggf. unter best. Umständen) umgekehrt.
        Grund: Eltern und Erbgut gehören immer zu dem Zeug, das man unabweisbar in Kauf nehmen muss, wenn man am Leben ist.
        Im Gegenzug müssen Eltern immer mit dem Risiko leben, dass ihre Kinder den Lebenswert von Leben anders einschätzen, als sie selber, und dass es neben Erbdefekten zu störenden Mutationen kommt. Solcherlei Risiken einzugehen oder zu meiden ist m.E. Sache der Eltern un gehört nicht in die Hand des Staates (warum, werde ich weiter unten proponieren).
        Außerdem besteht ein Unterschied zwischen der absichtlichen Handlung Drogenkonsum während der Schwangerschaft und einer Schwangerschaft unter den Bedingungen vererbbarer Krankheit/ Behinderung. Erstere ist ein Akt der Verantwortungslosigkeit, letzteres eine (hoffentlich) verantwortlich getroffene Entscheidung. Aus Sicht des Kindes ist der Unterschied: Das drogengeschädigte Kind könnte unbeschädigt sein, wenn jemand auf andere Weise gehandelt hätte. Ein Kind mit einer ererbten oder mutierten Krankheit/ Behinderung könnte diese Krankheit/ Behinderung nur um den Preis der eigenen Existenz nicht haben. Es ist entweder „so“ oder gar nicht.
        Daher: Entweder ist das Leben generell lebenswert (ob mit ererbter Störung oder nicht), oder nur unter bestimmten Umständen.

        3.: Den Staat hat die Risikoabwägung m.E. nichts anzugehen, weil er kein konsistentes Interesse am Leben seiner Bürger hat – er hat ein Interesse daran, das „gesunde“, leistungsstarke Bürger das Leben lieben und sich vermehren wie die Kaninchen; andererseits hat er ein Interesse am möglichst raschen Tod der Leistungsunfähigen. Der Sozialstaat, weil jeder „Sozialfall“ ihn direkt Geld kostet; jeder andere Staat, weil die private Versorgung durch „Gesunde“ diese davon abhält, auf für ihn verwertbare Weise produktiv oder konsumptiv zu sein (also Einkommens- und/ oder Konsumsteuern zu zahlen, weil das Geld und/ oder Zeit durch die Pflege gebunden wird).

        so long
        sba

        • Ano Nym sagt:

          andererseits hat er ein Interesse am möglichst raschen Tod der Leistungsunfähigen.

          Das ist kein schmeichelhaftes Urteil über den Staat.

          • sba sagt:

            Ist es ein schmeichelhaftes Urteil über Wölfe, das sie Rehe fressen, wenn sie können?

            Es genügt, denke ich, dass es auch nicht böse gemeint ist, sondern schlicht mein persönlicher Grund dafür, dass den Staat die Entscheidung von Personen über ihr Leben nichts angeht.

          • DeeTee sagt:

            Solange der Staat nicht dafür zahlen muss.

        • Sophian Philon sagt:

          „1. Zwangskastration wäre auch dann ein zu tiefer Eingriff, wenn man der These zustimmt, dass Vererbung von Behinderung Körperverletzung sei, da wir in der Lage sind, Sexualität von Fortpflanzung zu trennen.“

          Es ist kein Problem das beim Eingriff zu beachten! Zeugungfähigkeit ist etwas anderes als die Fähigkeit zur Sexualität. „Kastration“ ist da vielleicht der falsche Begriff

          „2. … Ein Kind mit einer ererbten oder mutierten Krankheit/ Behinderung könnte diese Krankheit/ Behinderung nur um den Preis der eigenen Existenz nicht haben. Es ist entweder “so” oder gar nicht.“

          … Und es liegt dann in der Entscheidung des behinderten Kindes/Menschen, wie es mit der eigenen Existenz umgeht, ob es also den „Fehler“ der Elter rückgängig macht (sich tötet) oder damit lebt.

          „3. Den Staat hat die Risikoabwägung m.E. nichts anzugehen, weil er kein konsistentes Interesse am Leben seiner Bürger hat …“

          Die Verbindung von „Staat“ und „Interesse“ kann ich nicht nachvollziehen, der Staat ist kein Mensch. Es hat ihn etwas anzugehen, wenn Menschen geschädigt werden (wenn Rechte verletzt werden), und da dies nach der bisherigen Argumentation im Falle der behinderten Eltern nicht der Fall ist, darf er nicht handeln.

          • sba sagt:

            na schön, da die Formulierung offenbar mehrfach missverständlich ist: mit „Lebensentscheidung“ meinte ich Entscheidungen für oder gegen das eigene Leben.

            Wird es ansonsten nachvollziehbarer, wenn ich statt von Interesse von Staatsräson rede? — Mich umzubringen oder zu leben ist der Staatsräson gegenüber erst unter Berücksichtigung meiner Position (gesund oder leistungsunfähig) von Bedeutung, aber nicht an sich.

            ad 2: wenn man die eigene Existenz insgesamt als Fehler ansieht, ist Suizid ein Option, ja. (Hoffentlich nicht weiter erwähnenswert, dass es eine von mehreren Optionen ist.)

  4. Carsten sagt:

    ich habe meine Schwierigkeiten damit zu sehen, wie die Schädigung des Kindes durch Alkohol während der Schwangerschaft ein Problem ist, während das töten eben jenes Fötus gleichzeitig „ok“ ist – aber lassen wir das.

    Was mich mehr stört ist die Art und Weise, wie man sich hier alles schön zurechtlegt – da wird die Schädigung auf den Zeitpunkt der Geburt umdatiert um sich nicht moralisch bloßstellen zu müssen. Da kommen Rufe nach Zwangssterilisation auf, etc.
    Ich dachte solcher Müll währe seit nunmehr fast einem Jahrhundert endlich begraben ….

    • sba sagt:

      Räsonieren darf man über alles, rufen tun wir hier nach gar nichts. 18. Mai, 12:28h habe ich das erste Problem hergelitten. Wenn da irgendwo eine Lücke ist, immer her damit.

      Ansonsten: Hat mich sehr gefreut, mit Sophian Philon auf Sachebene zu diskutieren (Du hast Deinem Nickname Ehre gemacht); sollte das hier jetzt durch Drittparteieinwirkung kaputt gehen, tut mir das leid.

      • sba sagt:

        PS: Die Antwort von eben beinhaltet einen Apell an guten Willen. tolle, lege, intellege. Niemand hat sich für Zwangskastrierung ausgesprochen. Wir haben nur festgestellt, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen die lotische Folge wäre (und um die Sache gleich klarzustellen: Ich gehe nicht davon aus, dass diese Vorraussetzungen gegeben sind). Abregen und Tee trinken.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Sine_ira_et_studio

      • Sophian Philon sagt:

        Es hat mich auch gefreut. Für mich sind wichtige Fragen geklärt worden, sowohl durch den Blogbeitrag als auch durch die Diskussion!

    • derautor sagt:

      Die Schädigung des ungeborenen Kindes im Mutterleib ist dann ein Problem, wenn es auf die Welt gebracht wird und nicht im Falle einer Abtreibung, wenn es nicht auf die Welt gebracht wird. Scheinwiderspruch aufgelöst.

      Was die anderen hier von sich geben, ist ihr Problem (und die Besprechung von Extremfällen gehört unlängst zu modernen philosophischen Diskussionen, daran sollte man sich eigentlich gewöhnt haben, wenn man mit solchen vertraut ist), ich sage: Der Embryo und Fötus sind keine biologisch unabhängigen Lebensformen, sondern sie sind von der Mutter abhängig, also werden ungeborene Kinder einzig durch die Rechte der Mutter geschützt. Würde der Staat die Rechte der Mutter entgegen meinen Forderungen nicht schützen, so gäbe es die Möglichkeit einer Zwangssterilisation und tausend andere Möglichkeiten. Da ich aber den Schutz der Rechte der Menschen als elementare und in der Tat einzige Staatsaufgabe ansehe, erübrigen sich derartige Befürchtungen.

      Übrigens werden Inzestpaare ins Gefängnis gesteckt, weil der Staat bestimmt hat, dass sie keine Kinder zeugen dürfen, da eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Kinder behindert sein werden. Es besteht offenbar kein prinzipieller Unterschied zwischen Zwangssterilisation von Behinderten, deren Kinder unerwünscht sind, und der Inhaftierung oder Zwangstrennung von Geschwistern, weil deren Kinder staatlich unerwünscht sind – beides ist ein staatlicher Eingriff in individuelle Rechte mittels Gewalt. So viel zu „seit nunmehr fast einem Jahrhundert endlich begraben“. Bitte um Auflösung dieses Widerspruchs.

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