Westen mag Israel noch immer nicht

In seinem Artikel Poll: Israel as Unpopular as Terror States Iran, North Korea stellt Bruce Brawer die Ergebnisse einer neuen internationalen Umfrage von BBC und Globescan vor.

Bei der Befragung von Bürgern der USA, Kanada, Mexico, Chile, Peru, Brazilien, England, Deutschland, Spanien, Frankreich, Russland, China, Japan, Südkorea, Indien, Pakistan, Australien, Indonesien, Kenia und Nigeria stellte sich heraus, dass insgesamt nur 21% der Bürger dieser Staaten ein positives Bild von Israel hatten, während das einzige westliche Land mit einer Mehrheit an Israel-Unterstützern die USA gewesen ist.

Die am wenigsten beliebten Länder waren für die Bevölkerungen der befragten Nationen Pakistan, Iran, Nordkorea und Israel.

Deutschland gehört demnach zu den judenfeindlichsten Ländern der Welt und insbesondere des Westens. Hier haben nur 16% einen überwiegend positiven Eindruck vom Wirken Israels, während 69% einen überwiegend negativen Eindruck haben. Am wenigsten judenfeindlich ist von den westlichen Ländern überraschenderweise Russland, wo 25% einen eher positiven Eindruck des israelischen Wirkens haben, während 26% einen negativen Eindruck haben. Ansonsten sind Nigeria und Kenia besonders pro-israelisch eingestellt mit 54% und 45%, die einen eher positiven Eindruck haben und nur 29% und 31%, die einen eher negativen Eindruck haben. Wir hinken also sogar Teilen der Dritten Welt hinterher, sobald es um Israel geht.

Brawer sieht den hauptsächlichen Grund für diese Abneigung in der israelfeindlichen Darstellung von linken Lehrern, Professoren, Politikern und Journalisten im Westen begründet. Er nennt einige Beispiele in Norwegen, wo zum Beispiel ein jüdischer Schüler in der Zeitung Afterposten einen anonymen Artikel schrieb, wo er darüber berichtete, dass in seiner Schule „du Jude!“ als Beleidigung gilt und ähnlich oft verwendet wird wie das norwegische „Fuck“-Wort. Die Lehrer ermahnen die Schüler aber kaum je dafür.

Søren Espersen von der Dänischen Volkspartei wird häufig in Hochschulen eingeladen, wo er immer wieder feststellen muss, dass die Schüler eine israelfeindliche Version der Geschichte zu lernen hatten, während weder Schüler noch Lehrer mehr als die Lügengeschichte über die Juden, die die Palästinenser aus ihrer Heimat verjagt und in Lager gesteckt hätten, über den Nahostkonflikt wussten.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

6 Kommentare zu “Westen mag Israel noch immer nicht

  1. Karl sagt:

    Danke für die Zahlen.

    Mich würde interessieren wie viel der Ablehnung Israels auf Antisemitismus zurück geht. Ich vermute mal der größte Teil.

    Vieles geht sicher auch auf Neid gegenüber einem erfolgreichen Land zurück. Zum Thema Neid und Ressentiment
    als Ursache für Antisemitismus ist sicher Götz Alys „Warum die Deutschen? Warum die Juden“ zu empfehlen. Das deckt sich auch glaube ich mit Aussagen des Objektivismus.

    Auf einem Blog der Zeit war vor kurzem ein Post in dem, neben sehr vielen fraglichen Aussagen, auch behauptet wurde, dass mit dem stärkeren wirtschaftlichen Gewicht nichtwestlicher Länder (China, Russland, Brasilien) auch der Rückhalt für Israel schwindet.
    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/05/22/der-westen-braucht-mehr-antiwestlertum_5575

    • Martin sagt:

      Nja… ich glaube nicht mal, das der größte Teil direkt auf Antisemitismus zurückzuführen ist.
      Vielmehr dürfte das auf das gebündelte Maß an Desinfirmation zurückzuführen sein, mit dem der Westen seit Jahrzehnten überschüttet wird.

      Das hat Ausmaße angenommen, das es nicht mal mehr bizarr zu nennen ist.
      Das fängt damit an, das in Artikeln israelische Politiker (so sie nicht sozialistisch sind) grundsätzlich rechtskonservativ, rechtsaußen oder ultrarechts sind, die schwulenmordenden, Abweichler schlachtenden Hamas-Politiker aber entweder keinerlei derogative Attribute bekommen oder ein „moderat“ vorgesetzt bekommen.
      Es werden entweder komplett falsche Meldungen und Bilder lanciert (ein Soldat, der einen amerikanischen, jüdischen Studenten rettet wird zum Schläger, der blutüberströmte Student zum Palästinenser), ein über 5 Jahre altes Bild eines toten palästinensischen Kindes (m.W. nicht mal von den Israelis getötet) wird mit großer Empörung von einer UN-beschäftigten als aktuelle israelische „Schandtat“ propagiert, der Abschuß von aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen durch das „Iron Dome“ Abwehrsystem wird mit „Israelis feuern Raketen in den Gazastreifen“ untertitelt.

      Und die Schlagzeile im Spiegel, nachdem die Mörder der Familie Fogel gefaßt waren, lautete nicht etwa: „Fanatisierte Palästinenser metzeln Säugling, zwei Kinder und ihre Eltern im Schlaf“, sondern (man höre und staune:) „Israel beschuldigt palästinensische Jugendliche“.

      Man stelle sich die Entrüstung vor, hätte es nach der Aufdeckung der widerlichen „NSU“-Mordserie die Schlagzeile gegeben: „Türken beschuldigen deutsche Jugendliche“

      Undenkbar, gell?

      Nur gegen Israel, da geht irgendwie alles, was sonst nicht geht, an Verdrehung, Lüge, Unehrlichkeit.

  2. Dnreb sagt:

    Danke für die Zahlen.

    Mich würde interessieren wie viel der Ablehnung Israels auf begründete Ablehnung eines Staates welcher Ausgrenzung und Unterdrückung gegen eine ganze Volksgruppe die leider nicht der richtigen Religion angehört zurück geht. Ich vermute mal der größte Teil.

    Vieles geht sicher auch auf Zweifel gegenüber der Rechtmäßigkeit eines Landes, welches immer wieder bestehende internationale Reglements bricht, zurück.

    • Martin sagt:

      @Dnreb: Ihr Post macht zumindest klar, daß ein großer Teil der Ablehnung auf Ignoranz und medial stark beförderte Fehlinformation zurückgeht.

      Legt man Ihr Kriterium an, müssten nämlich die Palästinenser um ein x-faches mehr Ablehnung erfahren.

      Ach…. und erklären Sie doch mal, welche „Reglements“ Israel nun genau bricht?

    • Karl sagt:

      Lieber Dnreb du meinst vermutlich im Vergleich zu den vielen Abmachungen an die sich die Palästinenser und die arabischen Nachbarn Israels mit Hilfe von Selbstmordanschlägen, Raketenangriffen und zahlreichen vom Zaun gebrochenen Kriegen gehalten haben.

      Ich weiß auch nicht was du mit Unterdrückung meinst. In Israel lebende Muslime haben bei weiten mehr Rechte als in arabischen Staaten.

      Vielleicht solltest du auch noch einmal Geschichte außerhalb deiner antiimperialistischen Weltanschaung studieren.

  3. Martin sagt:

    Und das dollste ist ja eigentlich: Und je dicker sie genau im Mainstream stecken, je laute in ihren Köpfen genau dieselben hohlen Phrasen und blöden Floskeln und die debilen Anti-Imperallalla Parolen dröhnen, wie in den anderen 69% auch, desto mehr halten sie sich für rebellische Avantgarde.

    Sagt und denkt ja sonst keiner was gegen Israel. Außer den anderen 70% wackerer Nonkonformisten und Querdenkerlein.
    tapfer, tapfer und so aufgeklärt….

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