Ist Skeptizismus angemessen?

Skeptizismus in Bezug auf was?

Genau!

Der objektivistische Philosoph Alexander R. Cohen argumentiert in dem Vortrag, der am Ende dieses Beitrags eingebaut ist, gegen den radikalen und gegen den allgemeinen Skeptizismus. Wir sollten demnach skeptisch sein, wenn wir gute Gründe dafür haben, skeptisch zu sein, was vom konkreten Fall abhängt. Es gibt keinen Grund, generell skeptisch zu sein, etwa über die Existenz der Realität als solche oder über alles. Weiterlesen

Die Realität ist geschmacklos

Wenig überraschend fanden einige Leser die beiden Beiträge über die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Anders Breivik als zu provokativ oder als geschmacklos. Auch konnten manche Satire und Realität schwer voneinander unterscheiden. Angesichts der Irrationalität des Breivik-Diskurses ist das auch schwierig – und genau das ist der Punkt. Weiterlesen

Breiviks Toupé

Wie einst Gerhard Schröder muss sich nun der norwegische Attentäter Anders Breivik den Vorwurf gefallen lassen, seine wenigen Haare wären nicht echt. „Skandal: Breivik trägt Toupé!“ titelte am Sonntag die Bild-Zeitung. Der Massenmörder, der bei der jüngsten Gerichtsanhörung gefühlskalt über die Exekution von Jugendlichen in einem Zeltlager sprach, wollte sich nicht zu diesem sensiblen Thema äußern.

Derweil reißt die Debatte über die Frage nicht ab, warum er es getan hat? War es die Schuld von Computerspielen oder die von deutschen Schützenvereinen?  Und wie kann man solche Attentate verhindern? Sind pazifistische Volkslieder eine effektive Strategie? Oder wird moderne Kunst helfen?

Vielleicht führten auch pazifistische Volkslieder und moderne Kunst zum Attentat, während Computerspiele und privater Schusswaffenbesitz es hätten verhindern können? Weiterlesen

Darf eine Mutter ihr ungeborenes Kind verletzen?

In einem der neuen Beiträge in der Neuauflage von Ist der Wald endlich tot? namens Der wahre Lebensschutz argumentiere ich, dass „Pro Choice“ eigentlich „Pro Life“ ist. Demnach haben ungeborene Kinder keine Rechte und deren rechtlicher Schutz hängt von den Rechten der Mutter ab. Wie Tierrechte mit Menschenrechten logisch unvereinbar sind, so sind auch Rechte von Embryos und Föten mit diesen unvereinbar. Genaueres erfahrt ihr, wie gesagt, im genannten Beitrag.

Nun hat mir ein Leser jedoch eine sehr interessante Frage gestellt: Wenn ein ungeborenes Kind keine Rechte hat, darf eine Mutter dann dieses Kind absichtlich schädigen (etwa durch rücksichtslosen Alkohol- oder anderweitigen Drogenkonsum), um es dann gegebenenfalls behindert auf die Welt zu bringen? Weiterlesen

Abstimmung: Coverentwurf für Der Westen. Ein Nachruf?

Für mein nächstes Buch, das monumentale (bislang 350 Seiten) Der Westen. Ein Nachruf wird diesmal ein anderer Designer das Cover übernehmen, nämlich Daniel Focke – und danke an Arik Platzek für die Vermittlung! Er hat eine ganze Reihe von großartigen Entwürfen (Entwürfe sind noch nicht die fertigen Cover, sondern Richtlinien zur Ausgestaltung) im Angebot und ihr dürft rechts auf dem Blog (auf dem Poll-Widget, rechte Spalte) abstimmen, welches euch am besten gefällt! Die Bezeichnungen sind von mir, darum erscheinen sie manchmal so unpassend:

1. Düster

2. Blauer Stern 

3. Höllisch

4. Grabstein

5. Aufgeklebt

6. Griechisch

Atombefürworter leben gefährlich

Eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen plant das italienische Innenministerium, nachdem die Untergrundorganisation „Informelle Anarchistische Föderation“ (FAI) sich zum Attentat auf den Geschäftsführer der Atomfirma Ansaldo Nucleare, Roberto Adinolfi, bekannt hat. Dieser war am Montag in Genua auf offener Straße angeschossen worden.

[…]

Im Flugblatt wurde Adinolfi beschuldigt, in Interviews die umweltbelastenden Auswirkungen der Atomenergie und das Ausmaß der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima heruntergespielt zu haben. Der Manager wurde als „Atomhexer“ angeprangert.

Es war natürlich nur Spaß, als ich mich für die Atomkraft ausgesprochen habe. So ähnlich wie das, was ich über den Islam gesagt habe. Ha, ha! Wir sind doch alle Freunde, oder? Kein Grund für überbordende Aggressionen. Nicht, dass ich jemandem Aggressionen vorwerfen würde, oh nein! Schon gar nicht überbordende.

Die Sache mit den physikalischen Fakten über Atomenergie – das mit der Realität ist eben so eine Sache. Man wird jenen ein Mitspracherecht einräumen müssen, die ihre Meinungen mit Schusswaffen erläutern. Das sind gewichtige, manchmal tödliche Argumente.

Und Fukushima, das war die totale Vollkatastrophe, da habe ich stets nur ironisch von Panikmache gesprochen. In Wirklichkeit ist das alles ein richtig ernstes, brutal aufrichtiges und aufrichtig brutales Anliegen, was die Atomgegner da haben. Mea culpa.

Quelle: Wiener Zeitung

Das Paradoxon des linken Aufklärers

Einerseits will ich hier nicht den Eindruck erwecken, nun ebenfalls rumzusektierern, andererseits erscheint mir das linke Aufklärertum aus philosophisch-ideenhistorischer Sicht eine Obskurität zu sein. Werfen wir mal einen Blick auf die weithin akzeptierte Definition von „Aufklärung“, die Immanuel Kant einst in seiner berühmten Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung niederschrieb: Weiterlesen