Opferbereitschaft

Besonders unzufrieden sind deutsche Befragte mit der Entscheidung des Präsidenten, Terroristen gezielt durch Drohnenangriffe zu töten. Gegen diese umstrittene Maßnahme sprechen sich 59 Prozent der Deutschen aus. Unter weiblichen Befragten liegt der Wert noch weit höher. Obama hat den Drohnenkrieg seit seinem Amtsantritt massiv ausgebaut. Von den bisher insgesamt 300 Attacken auf pakistanischem Gebiet entfallen laut dem US-Blog The Long War Journal gut 250 auf Obamas Amtszeit. Knapp 2300 Qaida-Kämpfer sollen durch Drohnen getötet worden sein. Erst vor zwei Wochen wurde Qaida-Vize Abu Jahja al-Libi durch einen Angriff mit einem unbemannten Flugkörper getötet.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/popularitaet-von-us-praesident-barack-obama-sinkt-laut-pew-studie-weltweit-a-838400.html#ref=rss

Gerade bei der Achse des Guten gefunden – unter der Überschrift: „Es wird Zeit, Obama zu mögen!“

Soweit würde ich zwar nicht gehen, aber zumindest kann ich über meinen Schatten springen und dem progressiven Friedenspräsidenten ein fröhliches „Waidmanns Heil!“ wünschen. Töte sie alle, Obama!

Besonders Frauen haben ein Problem mit Obamas Drohnenkrieg. Warum? Vielleicht befürchten sie, dass keine männlich uniformierten Soldaten mehr gebraucht werden, die sie anhimmeln können. Aber da denke ich mal wieder zu konservativ. Es sind ja deutsche Frauen. Wahrscheinlich fallen sie in meine BDM-Kategorie. Die neue Elite der jungen, gebildeten, ökologisch bewussten, pazifistischen, aufgeklärt-feministischen, quotenfordernden Succubi. Der Bund Deutscher Mädel, vereint für den Feind trauern sie um jeden toten Terroristen.

Andererseits sind generell 59% der Deutschen schrecklich empört, dass der scheinbar so progressive Obama – ohne das Leben amerikanischer Soldaten unnötig aufs Spiel zu setzen – unsere Feinde ausschalten sollte, die in jeder Botschaft erklären, dass sie uns ganz doll in tausend Stücke sprengen wollen, weil wir keine solchen barbarischen Wilden sind wie sie. Es ist schrecklich traurig, unmenschlich, so anti-humanistisch, ausgerechnet, von allen armen Menschen da draußen, die unsere Hilfe brauchen, ausgerechnet islamistische Gotteskrieger zu töten.

Vielleicht ist diese groteske Naivität und Selbstzerstörung auf unser bequemes, vom Bösen scheinbar unbeflecktes Leben in Deutschland zurückzuführen. Wer das Böse nie erlebt, der kann damit offenbar nicht umgehen. Die Weltkriege sind ja schon lange her und da waren wir nicht die Opfer des Bösen, sondern selber die Bösen. Vielleicht sollte man die Emanzipation weiter voranbringen und diese BDMs an die Front nach Afghanistan schicken. Mal sehen, ob sie dann immer noch der Meinung sind, dass wir unsere Feinde nicht mit Drohnen töten sollten.

Wäre es möglich, würde ich allzu gerne sehen, ob sie es ernst meinen mit ihrem Pazifismus. Dann bräuchten wir den Feind gar nicht mehr zu bekämpfen, bis die Dschihadisten hier in Deutschland einfallen, um es in ihr Weltkalifat zu integrieren. Spätestens bei ihrer Steinigung werden die BDMs auf Knien um Drohnen flehen. Ich werfe den ersten Stein.

Opferbereitschaft im Krieg. Hieß das nicht irgendwann einmal, dass man Opfer bringt, um den Krieg zu gewinnen und den Feind zu besiegen? Seit wann bedeutet Opferbereitschaft, sich selbst aufzuopfern, damit der Feind gewinnt?

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

6 Kommentare zu “Opferbereitschaft

  1. Wolfgang T. sagt:

    Für die Frauen gibts einen Ausdruck:
    FAMEs (Female, Affluent, Middle-Aged, Educated)
    , solche Frauen sind für allen blödsinn zu haben.

    Prof. Ernst hat es bei der Homöopathie so ausgedrückt
    http://findarticles.com/p/articles/mi_m0689/is_8_52/ai_106471672/
    „Virtually all survey data agree that those most fascinated with complementary medicine are predominantly female, affluent, middle-aged, and well-educated. Seventy-eight percent of all Medicaid programs provide coverage of at least 1 form of complementary medicine.“

    Den Begriff „complementary medicine“ kann man durch anderen Unsinn ersetzen, den Fames anhängen

  2. sba sagt:

    Waren die Bomberpiloten Anfangs nicht mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert?
    Leider wird in der SpOL-Darstellung der Grund für die Ablehnung nicht deutlich. Der Text suggeriert, dass das problem bei „gezielt“ und „unbemannt“ liege – wenn schon problematisch, dann ist daran aber m.E. höchstens die Luftraumverletzung — die sich mindestens strategisch und unter best. Bedingungen auch politisch-ethisch rechtfertigen lässt (was letztlich davon abhängt, wie Pakistan sich im War on Terrorism gegenüber den Terroristen und gegenüber den USA verhält).

    Nebenbei: Auch Drohnenlenker sind Militärangehörige und als solche natürlich uniformiert.

  3. DeeTee sagt:

    Die Drohnen sind ein Versuch, den Status Quo zwischen Terroristen und Militär wieder herzustellen. Mit den herkömmlichen schweren Waffen war den Brüdern schwer beizukommen, und oft verschanzten sie sich in Wohngebieten, wo die „Kollateralschäden“ bei einem Angriff enorm waren. Nun sehen zumindest deren Anführer, dass man sie gezielt und präzise überall auf dem Planeten aufspüren und vernichten kann. Das ist sehr ermutigend; interessant wird es dann ethisch, wenn diese Drohnen irgendwann völlig autonom agieren und die Entscheidung über Ziele und Angriff selber fällen. Wer tägt dann die Verantwortung?

  4. Zodac sagt:

    Möglich das dahinter auch die Fiktion steht, dass es sich um einen völlig ungerechten weil ungleichen Kampf handeln würde. Die hochmoderne high-tech Armee tötet aus sicherer Entfernung ihre unterlegenen Gegner, ohne dass Selbige eine ähnlich gute Chance haben.
    Und Menschen Neigen dazu den Underdog zu unterstützen und das umso mehr, je weniger man von den jeweiligen Akteuren weiß. Von der Grausamkeit und Barbarei der Al Qaida machen sich die meisten Bürger auch keine Vorstellung.

    Und was die Frauen betrifft: Männer sind von Natur aus aufgeschlossener gegenüber der Gewalt. Der Geschlechtsunterschied ist hier nur ein weiterer Beleg für die Wirksamkeit der Evolution.

  5. Carsten sagt:

    Warum sind wohl Drohnen nicht so beliebt … naja, selbst mit der geringen Vorstellungskraft die hier einige zu haben scheinen, sollte es möglich sein Google zu befragen.
    Da findet man im Nu viele gute Gründe – z.B.: http://www.spiegel.de/politik/ausland/drohnenangriffe-in-pakistan-lautlose-killer-toeten-hunderte-zivilisten-a-779596.html

    Das die Hemmschwellen vermutlich noch niedriger liegen, wenn man im Bequemen Gamersessel nur noch per Videospiel real killt sollte wohl auch selbstverständlich sein – von der Fehlrrate bei „Lags“ von bis zu 1.2sek. ganz zu schweigen.

    Wenn die Berufskiller schon von der Leine gelassen werden sollten sie wenigstens genug Mumm und „Ehre“ haben den Fein 1on1 zu begegnen – Drohnenflieger sind *Cheater* und Cheater haben einen kleinen … naja Sie wissen schon.

    • derautor sagt:

      Das ist ein wirklich parteiischer, anti-amerikanischer Artikel, den „Hasnain Kazim, Islamabad“ hier fabrizierte.

      „Seit 2004 lässt Washington den Geheimdienst CIA Drohnen über Gebiete entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze fliegen und Raketen auf Häuser, Autos und Stellungen abfeuern, in denen sich angeblich Islamisten befinden. Es ist ein Krieg, den die pakistanische Regierung öffentlich als Verletzung der staatlichen Souveränität verurteilt, insgeheim aber billigt.“

      Was ist Pakistan?

      Ein islamistischer Staat mit Scharia-Gesetzgebung.

      78 Prozent der Pakistaner befürworten die Todesstrafe für Apostaten.
      83 Prozent befürworten die Steinigung von Ehebrecherinnen.
      64 Prozent sehen die US-Regierung als Feind an.

      1000 Frauen werden in Pakistan jährlich Opfer von Ehrenmorden.
      Christen werden in Pakistan systematisch verfolgt, z.B.
      Juni 2009: Taliban erschießen elfjährigen Christen mit Kopfschuss
      August 2009: Siebenjähriger Christ wird von einem pakistanischen Mob lebendig verbrannt.
      März 2010: Pakistanischer Christ wird lebendig verbrannt, seine Frau wird von der Polizei vergewaltigt, weil sie nicht zum Islam übertreten will, ihre drei Kinder müssen zusehen
      2011: Die pakistanische Polizei entführt, vergewaltigt und erschießt jungen Christen

      Etc., etc., etc.
      Quellen: http://markhumphrys.com/pakistan.html

      Aber hey: Die USA sind hier die Bösen, weil sie das Leben ihrer Soldaten nicht für solche Leute aufs Spiel setzen wollen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.