Obama: Jemand anderes hat dein Unternehmen aufgebaut

US-Präsident Barack Obamas Ansprache vom 13. Juli 2012 ist kaum zu glauben. Wie konnte dieser Mann jemals amerikanischer Präsident werden? James Taggart aus Atlas Shrugged hätte das Folgende sagen können, aber es war der amerikanische Präsident Barack Obama:

„Schau mal, wenn du erfolgreich bist, dann bist du nicht alleine dorthin gekommen. …Leute, die sagen, es müsse so sein, weil sie gar so schlau waren, überraschen mich immer wieder. Es gibt eine Menge schlaue Leute da draußen. Es musste so sein, weil ich härter arbeitete als alle anderen. Lass mich dir eines sagen – es gibt eine ganze Menge hart arbeitende Leute da draußen. Falls du erfolgreich warst, dann hat dich jemand auf deinem Weg etwas unterstützt. Es gab irgendwo in deinem Leben einen großen Lehrer. Irgendwer hat dabei geholfen, dieses unglaubliche amerikanische System aufzubauen, in dem wir dir erlaubt haben, aufzublühen. Irgendwer hat in Straßen und Brücken investiert. Wenn du ein Unternehmen hast – du hast das nicht aufgebaut. Jemand anderes hat das geschehen lassen.“

Ein linker Erstsemesterstudent hätte das sagen können. Obama hat nicht den allergeringsten Schimmer von Ökonomie. Aber er weiß, wie man auf erfolgreiche Menschen eifersüchtig sein kann. Obama war ja nur „Community Organizer“, also linker Aktivist, bis er in der Politik eine Blitzkarriere machte. Er hatte nie ein Unternehmen aufgebaut. Dass er allerdings gar so wenig von wirtschaftlichen Zusammenhängen verstehen kann, erstaunt dann doch – und von dem, was sich Amerikaner von ihrem Präsidenten anhören werden und was nicht.

Es ist kaum nachzuvollziehen, wie er sich die Wirtschaft eigentlich vorstellt. Offenbar gibt es eine Geheimgesellschaft von genialen, selbstlosen „Lehrern“ da draußen, die insgeheim allen Unternehmern helfen und nur darum ist irgendjemand erfolgreich: Wegen den unsichtbaren, weisen Helferlein. Natürlich gibt es echte Lehrer und manch erfolgreicher Unternehmer ist in seiner Kindheit einem guten davon begegnet. Aber die Art von Lehrer, die für den eigenen Erfolg verantwortlich ist, gibt es nicht.

Neben den unsichtbaren Helfern gibt es eine weitere Macht, die für den Erfolg von Unternehmern „tatsächlich“ verantwortlich ist: Die Regierung. Oder zumindest der Verkehrsminister, der Straßen und Brücken baut oder dessen unsichtbare Helfer – schließlich kann der Verkehrsminister das ja nicht selbst geschafft haben. Auf jeden Fall ist man nie selbst für seinen Erfolg verantwortlich, sondern „jemand anderes hat das geschehen lassen“. Wie es geschehen ist, weiß Obama nicht. Jemand hat es „geschehen lassen“ wie Moses die Teilung des roten Meeres „geschehen“ ließ. Allerdings konnte es nur geschehen, weil die Regierung so großzügig war, den Helfern zu erlauben, dir dabei zu helfen, aufzublühen. Danke.

Es gibt eine Menge schlaue, hart arbeitende Leute da draußen. Es ist also vollkommen unverständlich, warum einer von ihnen erfolgreicher sein sollte als ein anderer. Schließlich sind sie alle schlau und hart arbeitend. Also müssen magische Kräfte im Spiel sein, geheimnisvolle Helfer und staatliche Planer. Die sind die wahren Unternehmer.

Da bleibt mir einfach nur noch die Spucke weg. So etwas kann wirklich nur jemand sagen, der sich selbst nie einen Erfolg verdient hat und daher nicht versteht, welche enorme Kraft und welches Durchhaltevermögen, wie viel Zeit nötig sind, um in irgendeinem Bereich wirklich erfolgreich zu sein. So etwas „geschieht“ eben nicht einfach. Es gibt keine Geheimgesellschaft, die einem hilft und der Staat mag in der Tat gelegentlich jemandem zu unverdientem Erfolg verhelfen, aber das ist nicht die Art, wie das normalerweise in der freien Marktwirtschaft funktioniert, sondern in der sozialistischen Planwirtschaft (oder einfach Vetternwirtschaft).

Hört es euch von ihm selbst an (das ist Obamas eigene Version, die unveränderte Ansprache – nicht der Werbeclip von Mitt Romney, der allerdings keineswegs Obamas Ansprache verfälscht):

Obama meinte genau das, was er sagte. Der Kontext ändert daran überhaupt nichts – eher im Gegenteil. Er klingt noch mehr wie ein ahnungsloser, linker Erstsemesterstudent (von welchem Fach ist noch so eine Frage. Philosophie ist es nicht, Ökonomie auch nicht).

Er ergänzt, dass wir einige Dinge „zusammen machen“. So habe nicht jeder seine eigene Feuerwehr. Also sollten die Reichen etwas mehr bezahlen für das staatliche Schulsystem, für die Infrastruktur und so weiter. Allerdings hat auch nicht jeder seine eigene Autofabrik. Es hat nicht jeder seinen eigenen Eisstand. Und doch entstehen auch ohne staatliche Organisation Eisstände und Autofabriken – wie durch Magie! Es ist verrückt, dieses „unglaubliche“ amerikanische System! Wie funktioniert das bloß! Unfassbar!

Und der Mann ist der amerikanische Präsident. Während einer Wirtschaftskrise.

Hier die unvermeidliche Musikclip-Version, die dieses unglaubliche YouTube-System stets bei solchen Anlässen irgendwie geschehen lässt, aber nur, weil es von unsichtbaren Helferlein und vom Verkehrsminister dabei unterstützt wird:

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

21 Kommentare zu “Obama: Jemand anderes hat dein Unternehmen aufgebaut

  1. Andreas D. sagt:

    „Falls du erfolgreich warst, dann hat dich jemand auf deinem Weg etwas unterstützt. Es gab irgendwo in deinem Leben einen großen Lehrer.“ (Obama)

    Nun. Es ist ja wirklich nicht ungewöhnlich, auf dem Weg durchs Leben von anderen zu lernen. Ich glaube, fast jeder von uns kann rückblickend auf ein paar Freunde verweisen oder auf einen Mentor, der an entscheidenden Wegmarken wichtige Unterstützung gab und nachhaltig Einfluss ausgeübt hat. Ich hatte solche Menschen auf meinem Weg und ich bin ihnen dankbar. Trotzdem bleiben meine Erfolge immer noch meine Erfolge. Ja, und nun bin ich für andere der Mentor.

    (Übrigens verwende ich für meine Tätigkeit – seit ich im Internat gearbeitet habe – viel lieber den Begriff des Mentors als den des Lehrers. Es fehlt ihm das Oberlehrerhafte, das Belehrende. Ein Mentor ist ein Ratgeber und Begleiter. Wenn Obama von „großen Lehrern“ spricht, spricht das für seine Haltung: Der Lehrer ist groß, der Mensch ist klein.)

    Und natürlich sind die vorhandene Infrastruktur und das Bildungsniveau der Menschen wichtige Größen für einen Unternehmer, der sein Unternehmen aufbaut. Allerdings könnten Straßen und Brücken auch privat organisiert werden. Und sie würden, wenn die Nachfrage danach vorhanden ist, entsprechend den Prinzipien des Marktes automatisch entstehen. Beim Bildungswesen teile ich diese Ansicht nur eingeschränkt (siehe mein Kommentar dazu an anderer Stelle).

    Wenn sich nun aber ein Staat als selbstermächtigter Monopolist z.B. für Verkehrswege aufmacht und Straßen baut, ist es eine Unverschämtheit zu verlangen, dass alle ihm nun dankbar und mit geöffneten Geldbeuteln zu Füßen liegen sollen: dem fürsorglichen Staat, dem großen Lehrer, dem lieben Führer.

    • Milfweed sagt:

      Auch wenn mir ein Lehrer geholfen hat. Er hat bereits sein festes Gehalt erhalten dafür und hat mir gegenüber keine weiteren Forderungen.

      • Andreas D. sagt:

        Milfweed, Verzeihung. Aber hatte ich irgendwo erwähnt, dass Lehrer außer der Bezahlung für ihre Leistungen irgendwelche Forderungen erheben sollten? Selbstverständlich würde ich den Job nicht machen, bekäme ich von meinem staatlichen oder privaten Arbeitgeber oder als vertraglich vereinbarte Gegenleistung direkt vom Schüler oder seinen Eltern kein Geld. Aber wie bei so vielen anderen Berufen auch gibt es doch mehr Motive als die bloße Entlohnung. So finde ich es schön, wenn gelegentlich mal ein Schüler mir seine Dankbarkeit zeigt. Aber deshalb fordere ich sie doch nicht ein. Es sind primär seine Leistungen und nicht meine. Wenn ich beispielsweise – weil es gerade aktuell ist – die Seminarfacharbeit eines Schülers beim Herausgeber einer Zeitschrift zur Veröffentlichung vorschlage, biete ich ihm eine Chance, die er ohne meine Idee und Vermittlung vermutlich nicht bekäme. Und wer weiß, welche zukünftigen Möglichkeiten ihm damit eröffnet werden? Trotzdem ist und und bleibt die akademische Leistung des Schülers ausschließlich seine Leistung. Wenn er sich für die Vermittlung später bedankt, ist das nett, aber nicht notwendig. Ich verstehe das als Bestandteil meines Jobs (auch wenn ich für derlei zusätzliche Dinge – hier das Lektorat – vom Staat nicht bezahlt werde).

        • Milfweed sagt:

          Andreas, ich hätte nicht den Reply Button bei deinem Kommentar klicken sollen. Mein Comment war generell zum Thema.. Ich wollte deine Gedanken gar nicht kritisieren.

    • derautor sagt:

      Ich hatte solche Menschen auf meinem Weg und ich bin ihnen dankbar.

      Ich hatte niemanden. Außer selbst gewählten Mentoren, die ich nicht persönlich kennenlernte, wie Ayn Rand. Klar gab es Lehrer und vor allem Professoren mit einem gewissen Einfluss, aber niemand war auch nur annähernd mein Mentor.

      Aber das ist nicht der Punkt. Essenziell geht es darum: Selbst wenn man gute Lehrer und Mentoren kennenlernt, so ist es immer noch die eigene Entscheidung, sich an ihren Ratschlägen zu orientieren oder nicht. Alle möglichen Kinder haben dieselben Lehrer und sie gelangen doch zu ganz verschiedenen Ergebnissen.

      Wir schulden unseren Mentoren also insoweit Dank, wie sie uns geholfen haben. Hier würde ich Milfweed widersprechen – eine rein monetäre Angelegenheit ist das nicht. Obama geht aber so weit, dass er sagt, dass diese nützlichen Orientierungen die eigene Leistung überwiegen, dass man sein eigenes Unternehmen nicht aufgebaut habe. Vielmehr stellt er den Staat als den Faktor dar, der Unternehmen großzügigerweise „erlaubt“ zu erblühen, als könnten sie es nicht ohne Vater Staat. Zwar mag der Staat gelegentlich hilfreich sein, meistens eher im Gegenteil, aber wir würden auch ohne staatliche Intervention Unternehmen aufbauen können.

  2. vulki sagt:

    Der Autor pickt sich die linken „wir sind doch alle gleich“ Stellen heraus, ignoriert aber den sinnvolleren Rest. Etwa 3:04
    „When we succeed, we succeed because of our individual initiative, but also because we do things together.“
    Ich verstehe ihn so, dass Obama bestimmte Aufgaben schlicht in Staatshand sehen will – so wie das auch in jedem anderen Staat ist. So wie Bildung, z.B. Lehrer in der Schule- das ist vermutlich einfach wörtlich gemeint. Ein Unternehmer hätte nicht ohne Bildung Unternehmer werden können, und deshalb ist es sinnvoll, wenn jemand dafür bezahlt. Oder Infrastruktur, selbst wenn ihr meint, Infrastruktur könne man auch auch privat regeln. Zeig mir ein Beispiel, wo das funktioniert. (Und komm mir nicht mit „private roads“. Die werden privat unterhalten, aber vom Staat gebaut, finanziert und reguliert.)
    „So we say to ourselves, ever since the founding of this country, there are some things we better do together.“
    Das gilt für so ziemlich jeden Staat, der diesen Namen verdient.

    • derautor sagt:

      Ein Unternehmer hätte nicht ohne Bildung Unternehmer werden können, und deshalb ist es sinnvoll, wenn jemand dafür bezahlt.

      Ja. Er selbst.

      Zeig mir ein Beispiel, wo das funktioniert.

      Schon ein bisschen witzig. Da es kaum vollkommen private Straßen gibt, gehen die Leute davon aus, dass es sie unmöglich geben könnte. Ähnlich wie im feudalistischen Mittelalter, als es fast nichts privat Organisiertes gab und die Leute davon ausgingen, dass man unmöglich irgendetwas privat organisieren könnte.

      “So we say to ourselves, ever since the founding of this country, there are some things we better do together.”
      Das gilt für so ziemlich jeden Staat, der diesen Namen verdient.

      Das Zitat beweist nur Obamas mangelndes Verständnis liberaler Grundprinzipien. Natürlich tun wir manche Dinge zusammen – natürlich können wir sogar sehr viele Dinge nur zusammen erreichen. Das ist überhaupt nicht die Frage. Die Frage lautet: Unter welchen Bedingungen sollen wir kooperieren? Freiwillig oder mit vorgehaltener Waffe?

      So wie Bildung, z.B. Lehrer in der Schule- das ist vermutlich einfach wörtlich gemeint.

      Das amerikanische Bildungssystem befindet sich dank der Demokraten in einem katastrophalen Zustand, der insbesondere die Armen trifft. Unter den Demokraten erhielten Lehrkräfte paradiesische Gehälter und endlosen Urlaub, während man immer weniger Leistung einforderte.

    • Milfweed sagt:

      Die Nachbarin meiner Eltern hat sich diesen Sommer erst eine 80 m !! lange gepflasterte Einfahrt gebaut. So viel zu privaten Straßen. Vorher war da nur Sand. Die leben auch in einer Region mit hohem Grundwasserspiegel, wo Sandwege ständig wecksickern bei Regen. Mautstraßen, privates Toll Collect, Gemeinschaftsvereinbarungen von Unternehmen mit Tolerierung von Trittbrettfahrer … mir fällt so viel ein

      • vulki sagt:

        Eine Straße, die nur sie verwendet und auch nur sie braucht, auf Land, dass ihr oder zumindest nur einer Person gehört. Und die anderen Beispiele sind auch Nischenfälle, die auf eine nationale Infrastruktur nicht übertragbar sind.

  3. sba sagt:

    “When we succeed, we succeed because of our individual initiative, but also because we do things together.”
    Das ist vermutlich wirklich die Kernstelle. Die Frage ist, was man daraus macht.
    Wenn ich daraus ableite, dass ich die Leute dazu zwingen kann, darf und sollte, zusammenzuarbeiten, dann kommte ich automatisch zu dem Schluss, dass welcher Erfolg auch immer jemandem beschieden war, durch fremde Hand realisiert wurde.
    Wenn ich die Menschen sich aber freiwillig für oder gegen in jedem einzelnen Punkt, Projekt etc. Zusammenarbeit entscheiden lasse, dann hängt alles davon ab, ob ich andere überzeugen kann, für mich oder mit mir zu arbeiten.

    Ansonsten frage ich mich gerade, ob Don Rosa es gerade nicht insgeheim ein bisschen bedauert, Entenhausen an die Westküste der USA gelegt zu haben. Seine Dagobert-Duck-Comics sind ziemlich empfehlenswert, vor allem „Sein Leben, Seine Milliarden“, in der er Dagoberts Weg zum reichsten Mann der Welt portraitiert, „härter als die Härtesten, schlauer als die Schlauesten… und auf ehrliche Weise“. Habe ich mehr von gelernt, als in der Schule.

  4. Karl sagt:

    Hier habe ich mal einen Link zu der ideologischen Vorprägung von Obama: http://obamaism.blogspot.de/

    Da ich die Quelle nicht gehen muss man das sicher kritisch betrachten.

    • foundnoreligion sagt:

      Ich glaube dass Obama nur ein Populist ist, der nur dass redet was der Großteil von ihm hören will, ein Demagoge, aber sicher kein Kommunist.

      • vulki sagt:

        Die Republikaner haben da eindeutig den Anfang gemacht. Wenn nach acht Jahren Bush auf einmal Obama Schuld an der Wirtschaftslage sein soll, wenn eine allgemeine Krankenversicherung fast schon Kommunismus ist, dann kann man den Demokraten kaum einen Vorwurf machen, wenn sie irgendwann mit gleichen Waffen zurückschlagen.

  5. Martin sagt:

    Interessant wird das Ganze bei der Umkehrung.
    Drehen wir das Ganze doch einfach mal um, betrachten wir uns die „großartige“ wissenschaftliche und wirtschaftliche (von anderen Bereichen ganz zu schweigen)Performance der islamischen und insbesondere arabischen Welt.

    Wenn wir also davon ausgehen, das Muslime nicht generell deutlich fauler und dümmer sind, dann bleibt ja doch nur noch die Aussage: Eure Lehrer sind die letzte Kacke und Eure Lehren sind schlecht.

    Ich würde jetzt eigentlich gerne mal sowohl von Obama, als auch den Vertretern seiner Meinung diese Seite der Medaille geäußert hören.

    • Martin sagt:

      Oder um’s noch einfacher zusagen: Wenn es der Verdienst „der Gessellschaft und des Staats (der herausragenden Lehrer)“ ist, wenn es herausragende Leistungen gibt(bzw. es recht viele davon gibt) dann ist es ebenso das Versagen der Gesellschaft und des Staats, wenn es keine oder wenig herausragende Leistungen gibt.

      D.h. eigentlich hat Obama damit zum Ausdruck gebracht, das man die Qualität einer Gesellschaft/eines Staats daran erkennen kann, wievielen Personen er es ermöglicht, herausragende Leistungen zu erbringen.

  6. foundnoreligion sagt:

    Man sollte niemanden dazu zwingen, etwas zu tun was er nicht will. Man kann nur an ihn als guten Mensch appellieren oder es zumindest versuchen. Ich für meinen Teil helfe anderen Menschen, wenn ich dazu in der Lage bin. Bin ich nicht in der Lage, dann tue ich es eben nicht. Dies ist ein Beispiel für meine Situationsethik. Zuerst kommt ein Problem. Aus den Möglichkeiten dieses Problem zu lösen, überlege ich mittels meines Verstandes, was die wohl beste Entscheidung ist. Anschliessend versuche ich meine Entscheidung in die Tat umzusetzen. Die Folgen die dabei kommen, muss ich selbst in Kauf nehmen. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass niemand ein Arsch sein will, aber es leider einen Haufen an Arschlöchern gibt. Und im klassischen Liberalismus wird diese Tatsache geflissentlich übersehen, solange diese Ärsche nicht Gleichmacher der übelsten Sorte sind.

  7. Carsten sagt:

    na klar – alle Unternehmer strengen sich so unglaublich an, dass jeder mindestens das 100fache eines seines Arbeiters verdient hat … und dessen Kinder dann, die als Millionär auf die Welt kommen werden sich dann sogar 1000mal mehr anstrengen als der ach so simple Pöbel der dann noch für sie arbeiten darf und dessen Kindern dann … usw. und so fort.

    Wer glaubt das die Gehälter unserer Manager-Eliten irgendwas mit deren Leistungen zu tun hätten, hat wohl die letzten Jahre im Erdloch verbracht.

    • Andreas D. sagt:

      Und wer glaubt, dass die Regeln unserer Sprache beliebig variiert werden können, muss seine gesamte Schulzeit in diesem Loch gewesen sein.

    • derautor sagt:

      @Carsten: Jetzt mal ernsthaft: Wie, glaubst du, funktioniert die Wirtschaft? Wie wird Wohlstand erzeugt? Wer erzeugt Wohlstand und warum? Sind es Maschinen, die Wohlstand erzeugen (und wer entwickelt die und warum?), sind es einfache Arbeiter (und wer gibt ihnen Arbeit und sagt ihnen, was sie tun sollen und warum?).

      Mit „anstrengen“ hat das zwar einiges zu tun, aber Unternehmer müssen auch sehr intelligent sein und das sind eben nicht alle. Sie müssen die Konkurrenz im Blick haben und sie brauchen ein Gespür dafür, was die Leute haben wollen und was nicht. Unternehmer arbeiten allerdings auch sehr viel länger als Angestellte, das ist eine Tatsache.

    • Andreas D. sagt:

      Man darf auch nicht vergessen, mit welch hoher Verantwortung die Tätigkeit eines Managers verbunden ist, einer Tätigkeit, die letztendlich am Ergebnis (richtige Entscheidungen) gemessen werden muss und nicht an der „Anstrengung“ (Kalorienverbrauch?). Um für diese Aufgabe die möglichst kompetentesten Leute zu bekommen, zahlt ein Unternehmen natürlich entsprechende Gehälter. Die oft beklagten Managergehälter sind simple Marktpreise, die durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage entstehen. Sie gehen keinen etwas an, der nicht am konkreten vertraglichen Arbeitsverhältnis beteiligt ist. Auch den Staat nicht. Das einzige, was ich in solchen Statements erkenne, ist der neidvolle Blick auf fremdes Eigentum, verbunden mit ungerechtfertigter Empörung.

      Häufig wird dann noch das Argument vorgetragen, dass die Bezieher hoher Managergehälter schließlich so viel Geld gar nicht ausgeben könnten, ja dass sie soviel Geld gar nicht bräuchten, womit dann der Enteignung zwecks Umverteilung moralisch der Boden bereitet werden soll. Die Entscheidung über die persönlichen Bedürfnisse, Konsumwünsche und die letztendlichen Ausgaben trifft aber der Eigentümer selbst und nicht etwa der Staat oder irgendein Stammtischsozialist, der meint, die Bedürfnisstruktur fremder Leute berechnen zu können.

      Natürlich machen Manager auch Fehler. Und wie wir sehen, haben diese mitunter weitreichende Konsequenzen. Das ist dann aber allein die Angelegenheit des betreffenden Unternehmens, das – wenn es solche Fehler überlebt – aus ihnen im eigenen Interesse lernt.

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