Das Spiegelbild des Bösen

Ich spreche schon lange recht unbefangen vom „Bösen“, was die aufgeklärte Intelligenz unserer verwirrten Zeiten  für primitiv und gefährlich hält – wer keine Kriterien für Gut und Böse kennt, der könnte selbst böse sein und fühlt sich daher von moralischen Wertungen bedroht. Aus objektivistischer Sicht wird das „Böse“ so definiert: Menschliche Handlungen, die dem Leben des Menschen dienen, sind gut; die Handlungen, die das menschliche Leben negieren, ihm widersprechen oder es zerstören, sind böse.

Das moderne Verständnis des „Bösen“ sieht anders aus.

Der Artikel Die  Wurzel des Bösen auf ZEIT-Online fasst es zusammen. Demnach entstand das Böse in der frühen Menschheitsgeschichte in Form der Furcht vor und der Aggressivität gegenüber „Outgroups“, gegenüber Fremden aus anderen Gruppen als der eigenen. Nach Innen entwickelte sich in Reaktion darauf das Gute, nämlich (drei Mal dürfen Sie raten) der Altruismus, die Selbstaufopferung für andere. Derweil betrachtet meine Philosophie dieses vermeintlich „Gute“ als das Spiegelbild des „Bösen“. Der Altruismus ist nicht das Gegenteil der Feindlichkeit gegenüber fremden Gruppen, sondern die Aufopferung des Individuums für die Ingroup oder im Kampf gegen die Outgroup sind beide Symptome des Altruismus. Die Selbstaufopferung ist ebenso böse wie die Aufopferung von anderen.

Der Kollektivismus ist die Idee, dass der individuelle Mensch kein Wert an sich sei, sondern dass er nur als Bestandteil einer Gruppe zu werten sei. Das, was wir zu unserem Stamm beitragen, sei das, was uns auszeichne. Individuen können so mit reinem Gewissen im Krieg gegen andere Gruppen aufgeopfert werden – hauptsache, die eigene Gruppe trägt am Ende den Sieg davon, und wenn Millionen individuelle Menschen dabei ihr Leben lassen (und es gibt nur individuelle Menschen; eine Gruppe, insofern damit etwas anderes gemeint ist als eine Summe von Individuen, ist eine fiktive Konstruktion wie der Yeti oder Bigfoot). Diese primitiven Ideen des Kollektivismus und des Altruismus existieren weiter in Form der Wehrpflicht; die ausgesetzt, aber nicht abgeschafft wurde. Sie leben ebenso weiter in den Köpfen von politisch Linken und Rechten.

Und der Kollektivismus nistet auch in den Köpfen jener, die ernsthaft glauben, das Böse sei laut rationaler Definition schlicht die Feindlichkeit gegenüber einer Outgroup – egal, wer die Outgroup ist (ein Haufen Terroristen oder eine Teegesellschaft alter Damen) und daher sei jeder, der an das Böse glaubt, ein „rechter“ Primitivling. Das war natürlich genau das, was linkspazifistische Humanisten von mir behaupteten, als ich mich auf die Seite der Amerikaner im Krieg gegen den Diktator Saddam Hussein schlug.

Mir ging es – und ich schrieb dies explizit und wiederholt – um den Schutz der Menschenrechte, also individueller Rechte. Aber wer erst einmal so aufgelegt ist, in Gruppen zu denken und die „Kooperation“ (Aufopferung des Individuums zum „Wohle“ der Ingroup – auch wenn die Ingroup sich auf die gesamte Menschheit erstreckt, linke Variante) der „Feindlichkeit“ (Aufopferung des Individuums im Angriffskrieg gegen die Outgroup, rechte Variante) vorzuziehen, mit moralisch überlegener Geste, intolerant gegenüber anders Denkenden – der wäre vielleicht besser in einem Zoo bei den Schimpansen aufgehoben, die genauso in Gruppen „denken“, aber sicher nicht in den Nähe von irgendetwas, das sich „Aufklärung“ nennt.

Eine wirklich aufgeklärte Weltsicht ignoriert das Böse nicht, sie identifiziert es rational und bekämpft es. Das folgende Zitat von Ayn Rand beschreibt die Denkweise jener Humanisten, die der Verantwortung entkommen möchten, das Böse zu identifizieren und es zu bekämpfen. Stattdessen fordern sie Allvergebung, Toleranz für Terroristen, Verständnis – die Aufopferung von uns allen für die Ingroup. Die Ingroup umfasst aus Sicht dieser Humanisten die gesamte Menschheit. Also fordern sie die Aufopferung von uns allen – für uns alle. Soweit die Perfektion, das konsequente Endergebnis der kollektivistischen Denkweise des Wilden, der entweder sich selbst für den eigenen Stamm oder einen anderen Stamm für seinen eigenen aufopferte. Nein, seien wir nicht so primitiv, sagen die friedliebenden, toleranten Humanisten – opfern wir lieber gleich alle zum Wohle aller auf.

„Denken ist die einzige grundlegende Tugend des Menschen, aus der alle anderen folgen. Und sein grundlegendes Laster, die Wurzel all seines Bösen, ist der namenlose Akt, den ihr alle praktiziert, aber ihr bemüht euch, es euch niemals einzugestehen: Der Akt des Ausblendens, die absichtliche Aufhebung des eigenen Bewusstseins, die Weigerung zu denken – nicht die Blindheit, sondern die Weigerung zu sehen; nicht Ignoranz, sondern die Weigerung zu wissen. Es ist der Akt der Entspannung eures Geistes und die Erzeugung eines inneren Nebels, um der Verantwortung des Urteilens zu entkommen – auf Grundlage der unausgesprochenen Annahme, dass ein Ding nicht existieren wird, falls ihr euch nur weigert, es zu identifizieren, dass A nicht A sein wird, solange ihr das Urteil nicht aussprecht: „Es ist“.

35 Kommentare zu “Das Spiegelbild des Bösen

  1. Exatesla sagt:

    Äußerst interessanter Artikel. Zu deiner Meinung zur Wehrpflicht habe ich noch eine Frage: Denkst du nicht, dass es wichtig wäre, für die Verteidigung vorbereitet zu sein, indem man (möglichst allen) Bürgern ein Grundverständnis militärischer Taktiken und Waffen gibt? Ich meine, damit wäre es einfacher, genügend Menschen zu finden, die ein Land nicht nur verteidigen wollen, sondern auch können.

    Falls du schonmal einen Artikel dazu geschrieben hast, reicht auch ein Link 😉

    • Sophian Philon sagt:

      Wenn man für allgemeine Verteidigungsfähigkeit sorgen wollte, müsste man nur die Waffengesetze aufheben!

      • derautor sagt:

        So einfach ist es nicht. Die Haupaufgabe des Staates ist ja die Unterbindung privater Gewaltanwendung. Eine Pistole könnte sich meinetwegen jeder mündige Erwachsene kaufen, eine Atombombe im Garten muss nicht sein.

        • Sophian Philon sagt:

          Stimmt, aber in den Waffengesetzen, wie sie in aller Munde sind, geht es wohl weniger um Atombomben! Ich meinte natürlich in erster Linie Waffen zur Selbstverteidigung und nicht zum Massenmord…

  2. Bernd sagt:

    Oha, nun schon der zweite Artikel, den ich „verschuldet“ habe. 🙂 Langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen.
    Da der Autor wiederum teilweise mit hochemotionalen „Schwarz-Weiß-Argumenten“ arbeitet, hier von mir ein paar Sätze.
    Zitat Autor:
    „Aus objektivistischer Sicht wird das “Böse” so definiert: Das, was dem Leben eines rationalen Wesens (des Menschen) dient, ist gut; das, was es negiert, ihm widerspricht oder es zerstört, ist böse.“
    Damit wäre der Lebensschutz eines Appalikers unnötig, da er kein rationales Wesen mehr ist. Dies zeigt die Unsinnigkeit der Aufteilung des „Lebens“ (Leben rationaler und nichtrationaler Wesen).
    Das „Böse“ aber allein am „Lebensschutz“ und „Lebensnutz“ festzumachen, führt unweigerlich zur heute üblichen „Vergötzung“ des Lebens, die man ja absurderweise sogar bei den Vertretern der christlichen Religionen feststellen kann. In letzter Konsequenz kommen dann die Tierrechte und der Fleischverzicht.
    Dabei war eine gigantische Lebenszerstörung Voraussetzung für die Evolution und kann damit a priori nicht „böse“ sein.
    Zitat Autor:
    „Die Selbstaufopferung ist ebenso böse wie die Aufopferung von anderen.“
    Damit wäre also die Lebendspende von Organen böse, eine absurde Vorstellung. Nein, die Selbstaufopferung ist z.B. gängiges Naturprinzip, um nachwachsendes Leben zu ermöglichen.
    Zitat Autor:
    „Mir ging es – und ich schrieb dies explizit und wiederholt – um den Schutz der Menschenrechte, also individueller Rechte.“
    Dieser Satz entspricht so ganz dem heutigen Mainstream in Politik und Medien , dafür sollte sich der Autor eigentlich zu schade sein. Unter Menschenrechten kann man sehr viel verstehen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte
    Wenn der Autor die UN-Menschenrechte meint, gerät er schnell ins „Unterholz“ und landet unversehens dort, wo er gar nicht hin will, z. B. bei Dag Hammarskjöld und der Uppsala-Schule.

    • derautor sagt:

      Den Artikel hast du nicht verschuldet, sondern eine ganze Armee aus antiintellektuellen Humanisten. Nun der Objektivismus hat natürlich Antworten auf diese naheliegenden Einwände. Da empfehle ich jetzt einfach, sich selbst zu informieren. Stichpunktartig: Dem Objektivismus geht es um die ursprünglichen Menschenrechte Leben, Freiheit, Eigentum. Er lehnt Wohlfahrtsrechte und Tierrechte ab. Die Abtreibung sollte bis zur Geburt legal sein, Behinderte haben auch Rechte.

      • Bernd sagt:

        „….eine ganze Armee aus antiintellektuellen Humanisten.“
        Aha, da bleibt den Objektivisten wohl nur die Emigration in die „Colonia Dignidad“.
        “ Nun der Objektivismus hat natürlich Antworten auf diese naheliegenden Einwände.“
        Das beruhigt ja ungemein. Die ultimative Begründung ist wohl immer der „Objektivismus“, der große Guru, der die Wahrheit verkündet.
        „Dem Objektivismus geht es um die ursprünglichen Menschenrechte Leben, Freiheit, Eigentum. Er lehnt Wohlfahrtsrechte und Tierrechte ab. Die Abtreibung sollte bis zur Geburt legal sein, Behinderte haben auch Rechte.“
        Das ist nichts weiter als ein Sammelsurium von Glaubenssätzen, die eine gewisse Ayn Rand aufgestellt hat. Künstler (Schriftsteller, Musiker (wie Greenspan), Schauspieler) scheinen für sowas besonders empfänglich zu sein. Mich erinnert das alles an Michael Ende, der zeitlebens von Rudolf Steiner fasziniert war (Steiner war bestimmt auch so ein Genie wie Rand…tja, Genie und Wahnsinn) 😉

        • derautor sagt:

          Das sind keine Glaubenssätze, bitte einfach mal informieren, denn aktuell argumentierst du auf dem Niveau eines Schamanen, der ein Chemiebuch entdeckt hat. Alles nur Glaubenssätze vom Autor. Das ist nichts als Trollerei.

          • derautor sagt:

            Der Objektivismus macht konsistente Aussagen über die Realität. Rand hat ihre eigene Philosophie in einige Fällen nicht konsequent angewandt, aber meistens sind ihre Texte ein guter Ausgangspunkt. Es geht ja darum, ein wahres, in sich logisches Weltbild zu entwickeln. Das geht nicht mit Willkür.

    • sba sagt:

      es kribbelt…es kribbelt in den Fingern…aber um nicht unnötig querzuschießen, belasse ich es bei einer Verständnisfrage an Bernd: Was meinen Sie mit „Vergötzung des Lebens“?

      • Bernd sagt:

        z.B. Verhinderung von Sterbehilfe, Fleischverzicht aus Tierrechtsgründen, extrem aufwendige therapeutische Maßnahmen, die nur einer kurzfristigen Lebensverlängerung dienen, die Lebensqualität aber nicht verbessern, die massenhafte Existenz militanter
        „Lebensschützer“ und nicht zuletzt die Prediger von der Kanzel, die sich nur noch mit dem Diesseits beschäftigen statt mit der Erlösung von der irdischen Mühsal.

        • derautor sagt:

          Und warum unterstellst du mir diese Dinge? Oder war das ein Missverständnis?

          • Bernd sagt:

            „Und warum unterstellst du mir diese Dinge? Oder war das ein Missverständnis?“
            Weder-noch, du solltest nicht nur gut schreiben, sondern endlich auch genau lesen.

        • sba sagt:

          „Verhinderung von Sterbehilfe“
          naja, man würde auch keinen Affen in ein Auto setzen. Es gibt Dinge (auch wenn ich jetzt Minuspunbkte beim Autor sammle), die m.E. nur unter aufgeklärten Bedingungen ohne allzu großen Schaden möglich sind. Solange ich nicht von einer halbwegs konsistenten Medizinethik bei Medizinern ausgehen kann, würde ich eher ohne fremde Hilfe Hand an mich legen.

          „Fleischverzicht aus Tierrechtsgründen“
          ist Privatsache, solange man nicht damit missionieren geht. Streng genommen räumt man bestimmten Tieren schon Rechte ein, wenn man sich als Haustiere hält (nämlich auf Verpflegung, Unterkunft, medizin. Versorgung): feiwillige Selbstverpflichtung gegenüber einem bestimmten Individuum, ohne dass eine positive gesetzliche Pflicht entsteht.

          „extrem aufwendige therapeutische Maßnahmen, die nur einer kurzfristigen Lebensverlängerung dienen, die Lebensqualität aber nicht verbessern“
          ist Sache des Patienten.

          „die massenhafte Existenz militanter “Lebensschützer”“
          die sich allesamt nicht auf den Objektivism berufen können.

          „und nicht zuletzt die Prediger von der Kanzel, die sich nur noch mit dem Diesseits beschäftigen statt mit der Erlösung von der irdischen Mühsal.“
          Weil der Glaube ohne Werke tot ist (Jakobusbrief)?
          Nein, die Erlösung ist ja schon geschehen. Predigt verdeutlicht dies und zeigt auf, was daraus folgt. Sage ich.
          Schleiermacher hat gesagt, Predigt als Religiöse Rede teile die Religion des Predigers mit, sei also der Versuch, seine „Anschauung des Universums“, seinen „Geschmack fürs Unendliche“ zu kommunizieren. Geht das von außerhalb der Welt?

          • sba sagt:

            PS: Lassen sich diese Beispiele auch unter die allgemeine Formel einer Begriffsfassung bringen?

          • sba sagt:

            Oder anders gefragt: Welche Sätze, in denen „Vergötzung des Lebens“ vorkommt, müssen wahr sein, damit ich ein Ereignis, Phänomen oder Ding mit dieser Vergötzung identifizieren kann?

          • DeeTee sagt:

            „“extrem aufwendige therapeutische Maßnahmen, die nur einer kurzfristigen Lebensverlängerung dienen, die Lebensqualität aber nicht verbessern”
            ist Sache des Patienten.“
            Theoretisch. Tatsächlich haben die wenigsten eine Patientenverfügung, medizinische Kenntnisse um die Konsequenzen zu erahnen und Angehörige, die im Zweifelsfall immer den bequemen Weg gehen, der da lautet: tut alles was möglich ist. Die Gesellschaft zahlt für eine extrem teure Leistung, die in der Regel in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen steht, und eine Debatte darüber wird gescheut. Das Geld fehlt an anderen Stellen. Die jeweiligen Mediziner und ihre Institute verdienen gehörig daran.
            Vergötzung des Lebens? Negierung des Todes?

    • Sophian Philon sagt:

      Hast du eigentlich nichts besseres zu tun? Wenn es dir ernsthaft um Erkenntnis ginge und nicht darum, anderen ans Bein zu pinkeln, dann würdest du dich einfach mal informieren.

      „Wenn der Autor die UN-Menschenrechte meint, gerät er schnell ins „Unterholz“ und landet unversehens dort, wo er gar nicht hin will, z. B. bei Dag Hammarskjöld und der Uppsala-Schule.“

      Du ahnst nicht, wie ahnungslos du bist!

      • Bernd sagt:

        „Du ahnst nicht, wie ahnungslos du bist!“
        Ist doch logisch, daß ich als Ahnungsloser nichts ahnen kann, steht bestimmt auch schon bei Ayn Rand.
        „Wenn es dir ernsthaft um Erkenntnis ginge …“
        Eben, du weißt ja, was Adam und Eva davon gehabt haben. 🙂

        • derautor sagt:

          Allmählich glaube ich, du bist wirklich nur ein Troll. Das mit den Opfern, die es immer schon in der Evolution gegeben hätte, war so daneben, dass man es als normaler Mensch nach 45 nicht mehr sagen kann. Aber wahrscheinlich lese ich nur wieder nicht richtig und es ging dir um etwas anderes als die Rechtfertigung von Menschenopfern.

          • Bernd sagt:

            Eigentlich hätte ich dir ja mehr Sprachverständnis zugetraut. Steinmeier hat sich mit seiner Nierenspende für seine Frau „aufgeopfert“, viele Mütter kümmern sich „aufopferungsvoll“ um ihre Kinder. Von „Menschenopfern“ habe ich nie gesprochen.
            Allerdings kann es durchaus sein, daß jemand in einer Notwehrsituation zum Schutz seiner Familie sein Leben verliert. Aber das sind ja alles banale Selbstverständlichkeiten.
            In der Natur kann man häufig beobachten, daß das männliche Tier nach dem Begattungsakt stirbt oder vom weiblichen Tier gefressen wird. Manche sterben auch nach der Eiablage (z.B. Lachse). „Aufopferung bis zum Tod“ ist also nichts Unnatürliches oder spezifisch Menschliches. Leider wurde diese Opferbereitschaft in der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder mißbraucht, aber sie ist a priori nicht böse, wie du behauptest.
            Z. Z. wird ja wieder mißbräuchlich an die Opferbereitschaft der Menschen appelliert zu Gunsten einer betrügerischen EU und deren betrügerische Politikern.
            Also, bitte etwas „dickere Bretter“ bohren.

          • derautor sagt:

            Das ist ein Missverständnis. Es ist böse, seine höheren Werte geringeren Werten aufzuopfern. Sich für seine Lieben aufzuopfern, wenn man das denn muss, zählt nicht als echtes Opfer. Ich sehe nicht die Relevanz von tierischem Verhalten für den Menschen. Deine Aussagen vermischen willkürlich die deskriptive und die normative Ebene ohne dass du den Zusammenhang aufzeigen würdest.

  3. Bernd sagt:

    „Ich sehe nicht die Relevanz von tierischem Verhalten für den Menschen.“
    Nochmals, die Relevanz besteht darin, daß das tierische Verhalten im Menschen angelegt ist, zum Teil offen (Aggression, Sexualtrieb), zum Teil latent, ähnlich der Anatomie, Physiologie oder Biochemie.
    Das Einzigartige beim Menschen besteht darin, daß er das Verhalten reflektieren, kontrollieren und manipulieren kann, aber immer in Abhängigkeit von seiner individuellen Einsichtsfähigkeit, seiner Prägung, seinem Gewissen und der STÄRKE seines freien Willens (Antriebsstärke) (bekanntlich extrem unterschiedlich) und natürlich abhängig von äußeren Umständen (Belohnung, Bestrafung u.s.w.).

    • sba sagt:

      Also „Alle Menschen sind frei.
      Aber manche Menschen sind freier als andere“?

      Ansonsten ist das mit der Reflexion, Kontrolle und Manipulation kein Pappensti sondern damit als der Bedingung der Möglicheit, geht Ethik erst richtig los.

      Und wenn den Mescnhen tierisches Verhalten angelegt ist, sollten sie umso mehr auf ihr menschliches Handeln achten, um nicht ausversehen eine Rolle rückwärts zu machen.

      • Bernd sagt:

        Alles richtig! Dieses einzigartige Geschenk der Evolution sollte der Mensch nutzen, sonst wären „Perlen vor die Säue geworfen“. Das gilt übrigens auch für die vielen positiven Veranlagungen des Individuums, die die meisten Menschen verkommen lassen. Das wäre ein echter „kategorischer Imperativ“ nach dem Motto „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“.

        • sba sagt:

          ähm…nein.
          müssen tun wir nur, was zum Leben notwendig ist. Und laut Rand ist es der menschliche Geist (natürlich ecolutionär entwickelt aber eine fundamentale Veränderung evozierend), der die besondere, spezifiasche Natur des Menschen ausmacht, mit der allein er leben kann (weil er sonst nicht als Mensch lebt). Triebe und Gelüste können allenfalls zufällig zu Verhalten führen, das dem (Über)Leben dienlich ist. Nur die Vernunft kann dem Menschen zeigen, wie er absichtlich weiterlebt.

          • Bernd sagt:

            „Und laut Rand…..“
            Natürlich ist das auch richtig…für „Jünger“ von Rand. Das Problem ist nur: sich widersprechende philosophische Theorien gibt es wie „Sand am Meer“ und damit sind sie zur Bestätigung der eigenen Meinung ungeeignet, im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, auf die man sich meist verlassen kann. Das heißt aber nicht , daß man nicht selbst philosophieren sollte, denn dies ist ein Grundbedürfnis des Menschen.
            Vielleicht kann man es ja mal hiermit versuchen:
            http://poph.steffengerlach.de/

          • derautor sagt:

            Philosophische Aussagen sind also beliebig. Dann sind die Grundaussagen des Objektivismus, dass die objektive Realität existiert und wir sie erkennen können, beliebig. Damit wären die Naturwissenschaften ein beliebiger Zeitvertreib ohne Wahrheitsgehalt.

          • sba sagt:

            Bernd sagt:
            „“Und laut Rand…..“
            Natürlich ist das auch richtig…für „Jünger“ von Rand. “

            Nun, es wäre schon ein Zeichen der Höflichkeit, keine Jüngerschaft zu unterstellen, wo keine ist, und stattdessen auf den dargelegten Punkt einzugehen.

            Den Frust, ein Thema diskutieren zu wollen und dann in einer Frage-Antwort-Runde über Text und Autor zu landen, kann ich auch im Seminar haben.

  4. Bernd sagt:

    Das ist dein bisher schwächster Kommentar. Vielleicht solltest du mal ausspannen, weg von Computer und Büchern, z.B. als Helfer auf einem Bergbauernhof in Südtirol, da bekommt man wieder Kontakt mit der Realität.

    • derautor sagt:

      Einfach mal aufhören zu denken und anfangen zu leben und irgendwann werde ich vielleicht ein philosophiebefreiter Mensch sein. Erst dann bin würdig, zu den Wilden zurückzukehren. Nur als Ergänzung ein Hinweis darauf, wie grotesk es ist, ausgerechnet dann, wenn ich auf die Existenz der objektiven Realität hinweise, mir mangelnden Realitätsbezug zu unterstellen. Also noch eine Chance: Nennen Sie das konkrete Problem, das Sie mit dem Objektivismus haben und belegen Sie es anhand von Zitaten. Möglichst ohne den Gebrauch von Logik, die schliesslich zur Epistemologie gehört und somit zur Philosophie.

      • Bernd sagt:

        Ich habe kein Problem mit dem Objektivismus, er ist eine philosophische Theorie wie jede andere. Allerdings habe ich ein Problem mit „Weisheitsliebenden“,denen bei den Ergebnissen vergleichender Verhaltensforschung schlecht wird und die behaupten, der Mensch habe keine Triebe und Instinkte.

        • derautor sagt:

          Instinkte sind im Objektivismus definiert als automatische Verhaltensweisen. Wenn ich dich recht verstanden habe, glaubst du auch an eine freie Wahl und nicht an einen biologischen Determinismus. Wir haben moralisch neutrale Verhaltenstendenzen wie das, was du offenbar Sexualtrieb nennst. Oder natürlich Hunger, Müdigkeit, die uns zum essen und schlafen motivieren.

          • Bernd sagt:

            Du formulierst unscharf. Die Dinge sind wesentlich komplizierter.
            Beispiel Sexualtrieb:
            Teile sind beim Menschen durch „freien Willen“ steuerbar, sind in der Cortex verankert und unterliegen den jeweiligen Moralvorstellungen (Verhalten gegenüber der Frau).
            Andere Teile sind in älteren Gehirnregionen verankert und kaum steuerbar (Erektion, Ejakulation in Paniksituationen oder beim Krampfanfall).
            Analog verhält es sich bei allen anderen Instinkten und Trieben.
            Das zeigt, und jetzt wiederhole ich mich wiederum, daß jede Philosophie ein gesichertes naturwissenschaftliches Fundament benötigt, sonst ist sie „auf Sand gebaut“.

          • derautor sagt:

            Der Objektivismus leugnet nicht das vegetative Nervensystem. Er besagt, dass 1. es kein angeborenes Wissen gibt und 2. dass unsere angeborenen Verhaltenstendenzen, Reflexe, automatisch ablaufende innerkörperliche Vorgänge moralisch neutral sind. Man kann dem Menschen seine Natur nicht vorwerfen, sondern nur dort, wo sein freier Wille greift, sind moralische Bewertungen zulässig. Ein „Instinkt“ ist eine automatische Form des Wissens, woraus bei Tieren automatisches Verhalten folgt. Wir haben kein automatisches Wissen und überwiegend kein automatisches Verhalten.

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