Der Westen ist auf dem Weg

Sodenn – die wohl monumentalste Streitschrift der Welt befindet sich in den fähigen Händen der Amazon-Redaktion. Ich weiß selbst nicht, wie viele Seiten Der Westen. Ein Nachruf am Ende laut Kindle-Shop-Zählung aufweisen wird. Aber ich weiß, dass es sich sehr angenehm liest und bei meinem Last-Minute-Endlektorat (das letzte von einer ganzen Reihe an Lektoraten) habe ich es in vier Tagen durchgearbeitet. Dabei wurden letzte Unklarheiten und Unschönheiten beseitigt. (Update!).

Sehr schwierig war erneut die Preisfindung. Als Richtlinie sollte ich weder andere, noch mich selbst ausbeuten – die Frage ist nur, was das in diesem Fall heißen soll? Der Westen musste aufgrund des Inhalts, aufgrund der zahlreichen Bilder – für die man wenig bescheidene „Transportkosten“ als Autor bezahlen muss! -, aufgrund der bemerkenswerten Beiträge von Gastautoren (die ich, wo nötig, ins Deutsche übersetzte) und aufgrund des Umfangs deutlich mehr kosten als meine anderen Bücher.

Aus meiner Sicht muss sich das Bücherschreiben außerdem mehr lohnen, sonst rentiert sich der Aufwand nicht. Meine ersten drei Kindle-Bücher waren im Grunde alle Lockangebote, um mich bekannter zu machen – das kann nicht ewig so weitergehen. Allerdings möchte ich weniger verlangen, als ein gedrucktes Taschenbuch kosten würde (auch wenn es kürzer ist und ohne Illustrationen) – also unter zehn Euro. Und es musste ein Preis sein, der typisch ist für Kindle-Bücher dieser Art und dieses Umfangs – sonst setzt Amazon ihn nämlich selbst nach oben. Ich denke, am Ende ist der Preis für alle Beteiligten fair ausgefallen. Welcher es ist, erfahrt ihr morgen (oder mit etwas Pech übermorgen, falls die Amazonen länger brauchen).

Falls sich jemand fragt, wo der „Exklusiv“-Bereich meines Magazins hingekommen ist, in dem man besonders gute und umfangreiche Beiträge kaufen konnte – alle Artikel aus diesem Bereich habe ich für das Buch angepasst und sie dort eingeflochten. Wer sich also immer fragte, was sich dahinter verbirgt, sich aber nicht traute, nachzusehen, hat Glück.

Erneut richtete ich es so ein, dass das Buch auf allen möglichen elektronischen Geräten mit Bildschirm (inklusive Sony-Reader – dafür dürfen es die Käufer umwandeln) gelesen werden kann. Mein Tipp wären E-Reader wie der Kindle oder Tablets.

Der Westen ist zwar der Nachfolger von Ist der Wald endlich tot?, aber es gibt einige wichtige Unterschiede. Man bemerkt schnell, dass mein künstlerischer Anspruch lautet, aus dem Sarkasmus eine Kunst zu machen – aber es ist kein rein satirisches Buch. Das Niveau ist insgesamt etwas höher. Ich habe keine philosophischen Detailfragen behandelt (bzw. die entsprechenden Passagen wieder entfernt) und die objektivistische Philosophie, den roten Faden, habe ich auf allgemeinverständliche Grundprinzipien heruntergebrochen. Der durchschnittliche Bildungsbürger sollte also damit zurechtkommen.

Schließlich ist Der Westen keine bloße Sammlung von Beiträgen mehr, sondern das Buch ist so geschrieben, dass die Beiträge aufeinander aufbauen – mit anderen Worten ist es ein „richtiges Buch“, das man von Anfang bis Ende durchlesen sollte, weil gelegentlich Querverweise auftauchen und Wissen aus vorherigen Kapiteln vorausgesetzt wird.

Irgendwelche Aktionen, bei denen es ein Buch für ein paar Tage umsonst gibt, sind diesmal nicht geplant. Allerdings habe ich mir etwas Neues ausgedacht – ich werde Rezensenten ordentlich für ihre Mühen belohnen (ohne zu verlangen, dass die Besprechungen zu einem positiven Fazit führen – aber aussagekräftig und nachvollziehbar sollten sie sein. Wer meint, er braucht nur 20 Mal zu schreiben, was für ein Idiot der Autor ist, und er will dafür auch noch ein Geschenk haben – das ist bereits vorgekommen! -, den werde ich nicht dafür belohnen. Mit anderen Worten solltet ihr schlicht eine gute, faire, für Interessenten hilfreiche Rezension schreiben – egal, wie ihr das Buch bewertet).

Bislang war es für mich ein großes Problem, an Rezensionen jedweder Art zu kommen. Für Nachwuchsautoren – wobei ich mit meinem bislang fünften Buch lange kein Anfänger mehr bin, aber auch kein Bestsellerautor – ist das enorm wichtig. Die Leute müssten nur leider etwas tun und hätten nicht viel davon. Darum gibt es gewisse Arschlöcher (mit Verlaub), die sich einfach 1000 Rezis auf eBay kaufen und ihr beklopptes Buch über die Abenteuer von irgendwelchen Crétins beim Komasaufen verkauft sich viele tausend Mal (argh!). Da mache ich nicht mit. Aber etwas muss ich tun, um die Leute überhaupt zum Schreiben zu motivieren.

So. Das waren ein paar Gedanken vor der Veröffentlichtung. Worum es überhaupt geht in dem Buch und wer die Gastautoren sind, ist natürlich viel interessanter für euch. Wann ihr das erfahrt, hängt nun von Amazon ab. Es ist leider nie vorhersehbar, wann ihre Bearbeitung eines Buches beendet ist. Für gewöhnlich sind es zwei Tage (dann wäre es morgen, am symbolträchtigen 11. September, erhältlich), es kann aber auch etwas länger dauern, dann erscheint es am Mittwoch (dann tue ich so, als wäre es am 11. erschienen).

Mit den Nerven bin ich jetzt ziemlich am Ende. Gut, dass ich den Buchtrailer schon lange vorher fertiggestellt hatte (den gibts auch bald). Theoretisch bräuchte ich ein paar Wochen Urlaub, aber das ist ausgeschlossen. Gott weiß, wann ich mir jemals Urlaub werde leisten können. Und Gott ist schließlich tot. (Oder? Auch diesbezüglich gibt es bald eine nette Überraschung… – und nein, ich bin nicht gläubig geworden).

Update: Amazon stellte fest, dass einige der Texte in früheren Versionen im Internet frei verfügbar sind (nämlich hier) und möchte feststellen, ob ich der Urheber bin. Das könnte wohl noch ein paar Tage dauern…

7 Kommentare zu “Der Westen ist auf dem Weg

  1. Karl sagt:

    Das Buch werde ich mir bei Erscheinen gleich kaufen. Ich wünsche dir viel Glück bei den Verkaufszahlen.

  2. Stefan sagt:

    Warum Überraschung? Seit Terry Rotter und der Stein des Anstoßes ist die Gottesfrage doch ein für alle mal geklärt oder?

    • derautor sagt:

      Die Geschehnisse der Neufassung gelten ja in meiner auktorialen Paralleldimension. In „Terry Rotter und das Feuer der Freiheit“ ist Gott nicht tot. Dort gibt er Terry lediglich eine Weihnachtskarte. Die Frage ist also noch offen, was Gott inzwischen so treibt…

  3. Bjoern sagt:

    Ich hatte mir vorgenommen dein nächstes Buch zu kaufen, ganz einfach um eine Gegenleistung für die vielen Blogeinträge zu leisten. Doch im Grunde bekomme ich das eBook für mein Geld, daher wird es eine Rezension als Gegenleistung geben 😉

  4. Bernd sagt:

    Oh, da bin ich ja gespannt. Wird das ein „Remarque 2.0“ oder „Oswald Spengler Fortsetzung“? Schade, daß es nichts „Gedrucktes“ gibt, du weißt ja „Was man schwarz auf weiß besitzt…“.
    Lese gerade „Gerard Radnitzky, Das verdammte 20. Jahrhundert“, für 2,-€ erworben.

  5. sba sagt:

    tcha, massel tov! bin gespannt, ob es diesmal eine Welle gibt.

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