Die Axiome des Objektivismus: Existenz und Identität

Was also sind diese ominösen „Axiome“ der objektivistischen Philosophie? Sind es willkürliche Dogmen, an die man als Anhänger des Ayn-Rand-Kults glauben muss, damit man als Gegenleistung die Bücher der Meisterin kaufen darf?

Nun, urteilt selbst! Beginnen wir die Einführung in den Objektivismus mit den ersten beiden Axiomen: Existenz und Identität…

Die Zitate stammen jeweils von Ayn Rand:

„Ein axiomatisches Konzept ist die Identifikation einer grundlegenden Tatsache der Realität, die nicht analysiert, d.h. in andere Tatsachen oder Bestandteile aufgebrochen werden kann. Es ist in allen Tatsachen und in allem Wissen implizit.“

Axiome können nur wiederholt, nicht weiter reduziert werden: Existenz existiert, Bewusstsein ist bewusst, A = A.

„Da sich axiomatische Konzepte auf Tatsachen der Realität beziehen und keine Angelegenheit des ‚Glaubens‘ sind oder von der beliebigen Wahl des Menschen, gibt es eine Möglichkeit, um sich zu vergewissern, ob ein bestimmtes Konzept axiomatisch ist oder nicht: Man vergewissert sich, indem man die Tatsache beobachtet, dass man einem axiomatischen Konzept nicht ausweichen kann, dass es implizit in allem Wissen ist, dass es sogar bei jedem Versuch, es zu widerlegen, vorausgesetzt werden muss.“

„Es lohnt sich an dieser Stelle, festzustellen, was die Feinde der Vernunft zu wissen scheinen, aber ihre angeblichen Verteidiger noch nicht herausgefunden haben; nämlich die Tatsache, dass axiomatische Konzepte die Beschützer des menschlichen Verstandes sind und das Fundament der Vernunft – der Grundpfeiler, der Prüfstein und das Gütesiegel der Vernunft – und falls die Vernunft zerstört werden soll, so sind es axiomatische Konzepte, die zerstört werden müssen.“

Und hier wären die ersten beiden objektivistischen Axiome:

1. Die Existenz existiert. Mit anderen Worten: Es gibt etwas.

Was das ist, das es gibt, wird an dieser Stelle noch nicht definiert. Dieses Axiom besagt lediglich, dass etwas, das wir wahrnehmen, wirklich „da ist“, um von uns wahrgenommen zu werden (egal ob dies Materie ist oder Inhalte unseres Bewusstseins).

„Nichts“ ist stets relativ. Wenn „nichts“ im Kühlschrank ist, dann bedeutet das, es ist nichts im Kühlschrank außer dem Raum, der Luft, den Fächern und wahrscheinlich allerlei Nahrungsmitteln, die du nicht essen möchtest. Es ist nicht wirklich „nichts“ im Kühlschrank. Selbst das Vakuum im Weltall „ist etwas“, was auch immer es sein mag (dies wird von den Naturwissenschaftlern näher bestimmt).

2. Identität: Etwas ist das, was es ist.

Allgemein sagt man, dass jedes Ding eine spezifische Natur habe (womit die Natur einer Sache ein Attribut seiner Substanz wäre). Ein Mensch habe beispielsweise eine menschliche Natur. Laut dem Objektivismus ist ein Ding hingegen seine Natur. Der Mensch ist das, was seine Natur auszeichnet. Er ist ein Lebewesen, er ist ein Säugetier, er ist rational, er ist Zweibeiner, er ist Allesfresser und so weiter.

Das Identitätsaxiom erkennt die Tatsache an, dass etwas, das existiert, dies auf eine bestimmte Art und Weise tut. Etwas zu sein, bedeutet, dass man etwas Spezifisches und Bestimmtes ist. Die Realität ist weder ungenau, noch widersprüchlich. Das mag zwar trivial klingen, aber das Identitätsaxiom ist das, was prinzipiell gegen Magie spricht.

Wir glauben nicht, dass sich jemand in einen Hamster verwandeln oder einen Basilisken mit einem magischen Schwert erschlagen kann, weil wir vom Identitätsaxiom ausgehen: Ein Mensch ist ein Mensch und kein Hamster. Ein Schwert kann nicht aus dem Nichts erscheinen, wann immer es ein Gryffindor braucht. Eine Schlange kann nicht so groß wie ein Haus sein und mit einem menschenartigen Verständnis in der Schlangensprache „Parsel“ sprechen.

Das Identitätsaxiom ist die Grundlage der Logik. Logik ist die Kunst der widerspruchsfreien Identifikation. Es ist möglich, das Identitätsaxiom mit den fundamentalen Logikgesetzen auszudrücken:

1. Satz der Identität: A ist A.

2. Satz vom Widerspruch: Etwas kann nicht zugleich A und Nicht-A sein.

3. Satz vom ausgeschlossenen Dritten: Etwas muss entweder A oder Nicht-A sein.

Auch das mag trivial klingen. Jedoch wurde es alleine gegenüber mir persönlich von einem Physiker und von einem Mediziner bezweifelt. Der Physiker verlangte, dass ich gefälligst die widersprüchliche Realität anerkennen solle, wie sie die Quantenphysik beschreibe. Der Mediziner war überzeugt, dass empirische Studien die Wirksamkeit von Akupunktur über den Placeboeffekt hinaus bewiesen hätten. Demnach hätten Nadeln, insofern man sie bei den Bahnen (Meridiane) einer unsichtbaren, nicht nachweisbaren Energieform namens „Qi“ in den Körper steckt, magische Heilkräfte.

Keines der beiden Axiome sagt etwas Bestimmtes über die Natur dessen aus, was existiert. Das Existenzaxiom besagt nicht, dass es eine physische Welt gäbe im Gegensatz zu einer mentalen Welt. Das Identitätsaxiom besagt nicht, dass alle Objekte aus Form und Materie bestünden, wie Aristoteles sagte. Diese beiden Axiome besagen lediglich: Was auch immer es gibt, das gibt es, und es ist etwas.

Diese beiden Axiome treten eben nicht in Konkurrenz zu den Naturwissenschaften, indem sie definieren würden, was es gibt und welche Natur es hat. Sie sagen nur, dass es etwas gibt und dass es eine Natur hat. Dies mag trivial sein, wie es will, das mag von den meisten Wissenschaftlern ohnehin angenommen werden oder nicht – die Axiome haben vornehmlich eine methodologische Funktion: Sie können als Validitätstests im allgemeinsten Sinne gebraucht werden.

Die Gesetze der Logik dienen beispielsweise dazu, damit Wissenschaftler überhaupt in der Lage sind, vernünftige Theorien zu formulieren. Die Absage an die Logik ist ein Willkommensgruß an den Schamanismus, an die Magie, an Wunder. Wenn Quantenphysiker und Kosmologen meinen, ihre Ergebnisse würden sie dazu zwingen, der Logik Lebewohl zu sagen, so sind sie hoffentlich auch bereit, die Konsequenzen zu tragen.

Im nächsten Teil der Reihe folgen die übrigen Axiome; Bewusstsein und Kausalität.

Literatur

Ayn Rand: Axiomatic Concepts

David Kelley: The Logical Structure of Objectivism

Feuerbringer: Philosophie

18 Kommentare zu “Die Axiome des Objektivismus: Existenz und Identität

  1. Carsten sagt:

    Hmm – da sträuben sich bei mir etwas die Haare:

    „Wir glauben nicht, dass sich jemand in einen Hamster verwandeln oder einen Basilisken mit einem magischen Schwert erschlagen kann, weil wir vom Identitätsaxiom ausgehen: Ein Mensch ist ein Mensch und kein Hamster. Ein Schwert kann nicht aus dem Nichts erscheinen, wann immer es ein Gryffindor braucht. Eine Schlange kann nicht so groß wie ein Haus sein und mit einem menschenartigen Verständnis in der Schlangensprache “Parsel” sprechen.“

    Könnte man dann nicht sagen: „ein Baum ist ein Baum, also kann man ihn nicht in ein Blatt Papier verwandeln?“ Wenn man jetzt aber hier argumentiert, dass wir ja nur seine Bestandteile umwandeln, wer garantiert dann, dass dies mit Mensch und Hamster nicht auch geht?
    Ist das nicht ein wenig „naiv“?

    Der Autor hatte sich doch erst kürzlich mit Quantenmechanik beschäftigt: dort enstehen ständig (virtuelle) Teilchen aus dem Nichts und verschwinden wieder.
    Was ist mit Gedanken und freien Wille? Ensteht da nicht auch etwas aus dem *nichts*?

    IMHO sollte man hier noch mal klarstellen oder korrigieren – so ist das eher unbefriedigend und nicht schlüssig.

    • sba sagt:

      “ein Baum ist ein Baum, also kann man ihn nicht in ein Blatt Papier verwandeln?”

      Das betrifft die Bestandteile der Dinge: Ich weiß nicht, was der Objektivism zu logischen Atomen sagt (Frage an den Autor), aber klar ist, dass physikalische Makroobjekte keine Atome sind. Warum kann man einen Baum in ein (riesengroßes) Blatt Papier verwandeln? Weil er aus Dingen besteht, die geeignet sind, mit geeigneten Mitteln und Maßnahmen ein Blatt Papier zu bilden.
      Bestehen Menschen aus Dingen, die geeignet sind, mit geeigneten Mitteln und Maßnahmen einen Hamster zu bilden? Naja, wir können die Knochen zermahlen und dann aus Haut, Knochenmehl und Haaren eines Menschen ein Hamster-Modell verfertigen (was eine Straftat ist, wenn wir einem lebenden Menschen die Teile entnehmen, und als letztwillige Verfügung für die Bestattung zumindest exzentrisch). Das Ergebnis ist totzdem kein Hamster. Bislang haben wir keine geeigneten Mittel und kennen keine geeigneten Maßnahmen, aus einem lebenden Menschen einen lebenden Hamster zu machen.

      @derautor: Wie weit bist Du eigentlich mit der Frage von Nominalrealismus vs. Nominalism gekommen?

      • Carsten sagt:

        und ein Mensch ist nicht weiter in „Bestandteile“ zerlegbar?….

        • Carsten sagt:

          genauer: „Das Ergebnis ist totzdem kein Hamster. Bislang haben wir keine geeigneten Mittel und kennen keine geeigneten Maßnahmen, aus einem lebenden Menschen einen lebenden Hamster zu machen.“

          Wahr ist also was man gerade tun kann? Komische Philosophie – da wird dem Mathematiker weiß um die Nase … wenn man behauptet etwas geht nicht, dann sollte man das beweisen – weil mir gerade kein Weg einfällt ist keine korrekte Antwort…

          • sba sagt:

            och, wir hatten Jahrhundertelang keinen Weg, Bäume in Papier zu verwandeln…ansonsten empfehle ich, sich einfach näher mit dem Identitätssatz zu beschäftigen. Leibniz z.B. hat das über Aussagbarkeiten gemacht: Wenn ich A in allen wahren Sätzen, in denen A vorkommt durch B austauschen kann, und die Sätze wahr bleiben, dann A=B. Wirkt zugegeben kontraintuitiv und ich bin gepsannt auf weitere vorgeblich absurde Beispiele ^^.

            http://aynrandlexicon.com/lexicon/identity.html#order_2
            gibt Ayn Rand den im wesentlichen selben Gedanken wider, indem sie auf „charakteristics“ verweist: Welche in attributiven Aussagen formuliert und kommuniziert werden. „An existent apart from its characteristics, would be an existent apart from its identity, “
            Ein Ausdruck A wäre ohne die Attribtionen in wahren Sätzen inhaltsleer. Ein Geräusch ohne Bedeutung.

          • sba sagt:

            PS: Wenn man behauptet, etwas zu können, wäre eine Demonstration angemessen. „Weil DU mir nicht das Gegenteil beweisen kannst“, ist kein Ausweg.

          • freeman sagt:

            Wenn wir eine Möglichkeit einen Hamster aus einem Menschen zu machen entdecken sollten, dann wäre die „Verhamsterbarkeit“ (entgegen unserem derzeitigen Wissen) eben eine Eigenschaft des Menschen, nichtsdestotrotz wäre ein Mensch trotzdem kein Hamster – ebensowenig wie ein Baum ein Blatt Papier ist.

    • derautor sagt:

      Da sträuben sich echt die Haare bei manchen Leuten, wenn jemand behauptet, dass Magie nicht funktioniert.

      „Könnte man dann nicht sagen: “ein Baum ist ein Baum, also kann man ihn nicht in ein Blatt Papier verwandeln?”“ Ach, schande, darauf sind wir Philosophen in 2500 Jahren aber nicht gekommen. Jetzt hast du wirklich die elementaren Logikgesetze widerlegt!

      Es kommt darauf an, was man als „Baum“ definiert. Ist das eine Lebensform, die Nährstoffe von der Sonne und aus dem Boden gewinnt, dann kann ein Baum nie ein Blatt Papier sein (sondern nur die tote Materie, aus der der Baum besteht).

      „Der Autor hatte sich doch erst kürzlich mit Quantenmechanik beschäftigt: dort enstehen ständig (virtuelle) Teilchen aus dem Nichts und verschwinden wieder.“

      Das Identitätsaxiom besagt nicht, welche Identität etwas hat. Dies finden wir heraus durch induktive Beobachtungen. Wenn es zur Natur eines Teilchens gehört, Dinge zu tun, die ganz anders sind als das, was andere Dinge tun, dann ist das eben so. Das bedeutet nicht, dass man plötzlich Wasser in Wein verwandeln kann.

      • Carsten sagt:

        sorry – aber ihr jongliert hier mit den Begriffen wie ihr gerade wollt und das auch noch logisch nicht gerade konsistent.

        Was verstehst Du denn z.B. unter „verwandeln“?

        „Es kommt darauf an, was man als “Baum” definiert. Ist das eine Lebensform, die Nährstoffe von der Sonne und aus dem Boden gewinnt, dann kann ein Baum nie ein Blatt Papier sein (sondern nur die tote Materie, aus der der Baum besteht).“

        So definiert hätten wir ein rechts statisches Universum, weil alles genau das bleibt was es ist (natürlich bleibt überhaupt nichts was es gerade *ist* – schon alleine weil wir uns z.B. Bewegen, aber das wird dann natürlich ignoriert – euere Identität bleibt also immer ein *schwammiger* Begriff, den ihr dann immer a posteriori verbiegt bis er euerer momentanen Meinung entsprict – nun ein wirklich guter axiomatischer Begriff…)

        Sieht man auch schön an dem Wasser/Wein Beispiel … denn eigentlich muss man da nix verwandeln – nur etwas hinzufügen.

        Leider ist der Kommentarbereich hier auch ziemlich schlecht für Diskusionen geeignet, weil ich z.B. den Herren (oder Damen) „sba“ und „freemen“ nicht direkt unter ihren Beiträgen antworten kann (zumindestens sehe ich nicht wie).

        Da aber die Diskusionen hier sowieso recht stark an die Art und Weise erinnern, wie gewisse Fundamentalisten argumentieren (… weil Gott/Ayn es so sagt… bezeichnender Weise sehe ich direkt rechts das Ayn/Prophet Poster) spare ich mir das aber sowieso …. Leute ihr seit unterhaltsamer als der ganze religiöse oder homöophatische Haufen – das muss man euch lassen 😀

        • sba sagt:

          „weil Gott/Ayn es so sagt“ habe ich wo geschrieben?

          ich habe lediglich befunden, dass das, was Rand zu Identität schreibt, mit dem überein geht, was ich im Logikkurs dazu gelernt habe, und dort sind wir erst von Leibniz ausgegangen und haben es dann noch über die Zeitachse gelegt, um die Sache mit der Veränderbarkeit reinzuriegen. (auch wenn das m.E. nicht nötig ist, weil die Möglichkeiten der Veränderung eines Dinges ebenso zur Menge der wahren Aussagen über das Ding gehören, wie die Aussagen über den Status quo). Beispiel Baum: „Kann sterben“ = „Kann seine Existenz als Lebewesen beenden“ = „Kann aufhören, ein Baum (als Lebewesen) zu sein“.
          Wo ist das Problem?

        • derautor sagt:

          Du outest dich als heraklitischer Fundamentalist. Alles ist im Fluss, also gibt es weder Identität noch Entitäten.

        • derautor sagt:

          Alles ist also im Fluss. Wann hat man diesen Einwand schon einmal gehört?

          „Es ist immer dasselbe, Lebendes wie Totes, Waches wie Schlafendes, Junges wie Altes. Das eine schlägt um in das andere, das andere wiederum schlägt in das eine um.“ (Heraklit, 520 v. Chr.; † um 460 v. Chr.).

          Von Heraklit stammt das berühmte Flussbeispiel: Ein Fluss ist nur durch seine Ufer als solcher erkennbar, ansonsten wäre er stets Veränderung und hätte keine Identität.

          Ob Heraklit darum so weit ging, die Identität als solche zu leugnen, ist die Frage.

  2. Mauna sagt:

    Vielen Dank so weit für die Erläuterung. Ich hätte da auch noch eine Frage:
    du beschreibst ja völlig richtig, dass A=A, also dass A das ist, was es nunmal ist! Es sagt noch nichts weiter darüber aus WAS es ist, sondern legt nur die Voraussetzung für weitere Erforschung und Beobachtung, um herauszufinden, WAS A ist (hui, mit Sprache ist das so ne Sache… ich hoffe ich drücke mich verständlich aus?!)
    Die Art um nun nicht nur logisch zu postulieren „A ist das, was es ist“, sondern um genau das herauszufinden, ist – wenn ich das richtig verstand – die wissenschaftliche Methode. ABER: unsere wissenschaftliche Methode beruht maßgeblich auf Falsifikation. Wir finden also nicht heraus, was A ist, sondern nur, was A nicht ist. Dadurch nähern wir uns selbstverständlich der Antwort an, aber wir haben keinen festen Begriff dessen, was A ist. Das gerade ist ja die Stärke der wissenschaftlichen Methode. Auf Grund unserer Experimente und Beobachtungen usw. widerlegen wir diverse Hypothesen (also B ist nicht A, C ist nicht A, D ist nicht A, usw.) und entwerfen darauf fußend Modelle, sprich: Theorien, was A ist, wohlwissend, dass unsere Theorie/Modell nicht A beschreibt, sondern (meinetwegen) A‘, ein offenes Modell, fußend auf bisherigem Wissen und Beobachtung, und offen für Revision und Modifikation.
    Der Grundsatz der Logik „A=A“ ist korrekt, aber daraus leitet sich m.E. deshalb nicht ab, dass wir wissen was A ist. Wir haben ein Modell (A‘), welches jedoch vorläufig und unvollständig ist (sein muss?!).

    Gedanken dazu? Stellt das einen Widerspruch zum Objektivismus dar?

    • derautor sagt:

      Das werde ich im Beitrag über die objektivistische Epistemologie erklären.

    • freeman sagt:

      Falsifikation heißt in diesem Zusammenhang weniger, daß man sich dem gefragten Ding durch Negativa (was es nicht ist) annähert (kann aber auch sein), sondern daß eine wissenschaftliche Hypothese falsifizierbar sein sollte.

      Das heißt es muß Bedingungen geben (am besten Ergebnisse eines Experiments) bei deren Eintreten die Hypothese als unwahr zu gelten hat.
      Wenn ich also postuliere, daß in unserem Gravitationsfeld Gegenstände generell nach unten fallen, würde ein ohne Grund nach oben fallender Apfel diese Hypothese widerlegen.

      Wenn ich jedoch zB die Aussage treffe „Gott entscheidet bei jedem Apfel einzeln, ob er nach unten oder oben fallen soll“, so ist diese Aussage nicht falsifizierbar und damit unwissenschaftlich, es sei denn ich habe im Rahmen meines Experiments Zugang zu den Entscheidungen Gottes.

      • Mauna sagt:

        Das ist natürlich richtig, deswegen sagte ich ja: unsere wissenschaftliche Erkenntnis und Methode ist auf Falsifizierbarkeit angewiesen, was zu den besagten Einschränkungen (oder vielmehr: Stärken) der wissenschaftlichen Erkenntnis führt.

        Bleibt jedoch das Problem bestehen: A ist, was es ist. Unser Wissen darüber was A ist, ist jedoch nur eine vorläufige, maßgeblich über Ausschluss zustandegebrachte und unvollständige Annäherung.
        Ergo: A = A, aber wir wissen nicht was A wirklich ist. Wir machen ’nur‘ Modelle, die sich als wirksam und hilfreich erweisen.
        Aber wie gesagt, das wird ja noch behandelt…

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