Schmidt-Salomon hat Recht…

…mit dem, was er hier schreibt:

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/mohammed-film-stellungnahme

Es geht um die geplante Aufführung des Islam-verspottenden B-Movies „Unschuld der Muslime“ durch die Rechtsradikalen von „Pro Deutschland“ in Berlin. MSS argumentiert, der Film solle aufgeführt werden dürfen, auch wenn er nicht viel tauge. „Allerdings ist dies beileibe kein Grund, seine Aufführung zu verbieten. Schließlich kann es nicht von ästhetischen Kriterien und schon gar nicht vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig gemacht werden, ob ein Film in Deutschland gezeigt werden darf oder nicht!““, so MSS.

Er spricht sich gegen das von Innenminister Friedrich geplante Verbot aus:

Minister Friedrich ist sich offensichtlich nur unzureichend der Tatsache bewusst, dass der moderne Rechtsstaat nur dadurch möglich wurde, dass sich die Aufklärungsbewegung über verletzbare religiöse Gefühle und die damit verbundenen Denkverbote hinwegsetzte. Wären die Demokratieverfechter früherer Zeiten angesichts der massiven religiösen Proteste, mit denen sie zu kämpfen hatten, so schmählich eingebrochen wie der Bundesinnenminister, würden in Europa womöglich noch heute die Scheiterhaufen brennen.“

Ich bin zwar keineswegs der Meinung, dass sich die Etablierung der Menschenrechte und des Rechtsstaats sinnvoll als Kampf zwischen religionskritischen Philosophen und kirchlichen Autoritäten darstellen lässt (In Der Westen. Ein Nachruf zeige ich auf, warum diese Darstellung nicht viel Sinn ergibt; als kurze Notiz sei angemerkt, dass die Urheber der Menschenrechtsidee bis zum 18. Jahrhundert gläubige Christen waren; siehe John Locke, siehe Hugo Grotius) – aber das ist in diesem Kontext reichlich egal.

Die freie Rede dient gerade dazu, Abweichler und unpopuläre Minderheiten vor gewaltsamer Unterdrückung zu schützen; selbst, wenn diese Minderheiten ihrerseits für die gewaltsame Unterdrückung ihrer Gegner argumentieren – „nicht dazu, ihnen die Unterstützung, die Vorteile und die Belohnungen einer Popularität zuzugestehen, die sie sich nicht verdienten“ (Ayn Rand). Dieser Film wird nicht alleine dadurch beliebt, dass man ihn sich ansehen darf. Ebenso muss ihn sich niemand ansehen.

Im Grunde ist es einfach: Wenn ein Politiker den Gotteslästerungsparagraphen §166 gebrauchen möchte, so sollten sich säkulare Humanisten dieser Idee widersetzen – egal, um welchen konkreten Fall es geht. Dieser Paragraph kann bei zunehmenden Demonstrationen religiöser Fanatiker regulär zur Zensur missbraucht werden, wenn seine Anwendung erst einmal richtig etabliert wurde.

Das ist dem Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) mal wieder egal. Denn wenn es gegen den politischen Gegner geht – Konservative und andere „Rechte“ – so ist dem HVD jedes Mittel recht. Inwiefern „säkularer Humanismus“ und links-grüner Aktivismus dasselbe sein sollen, müsste mir auch mal jemand erklären.

Der Beitrag Innocence of Muslims: Säkulare gespalten im HVD-Magazin diesseits ist eine wahrlich bösartige, kleingeistige „Abrechnung“ mit der Giordano Bruno Stiftung.

Die Giordano Bruno Stiftung verteidigt die Aufführung des von religiösen Fundamentalisten produzierten Films durch Rechtspopulisten, der HVD verurteilt sie deutlich

GBS = „religiöse Fundamentalisten“, „Rechtspopulisten“

HVD= Strahlender Held des Humanismus (und der Arbeit)

Ähnlich reagierte der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands Frieder Otto Wolf. Er sagte am Montag in Berlin:

“Kulturen aufeinanderhetzen zu wollen oder so etwas auch nur zu billigen, ist aus meiner Sicht mit einer humanistischen Haltung nicht zu vereinbaren.

Wer hetzt hier welche Kultur auf? Der Urheber des Films ist ein koptischer Christ. Diese werden in Ägypten von muslimischen Mobs ermordet. Die Reaktion ist ein billiger Spaßfilm, den sich niemand ansehen muss.

Es sei „erschütternd“ zu sehen, wie Freiheitsrechte und Technologien benutzt würden, um Hass und Gewalt zwischen Menschen zu schüren, kommentierte Wolf die Debatte. Daran werde sichtbar, wie weit die planetare Gesellschaft von einer Zuwendung zu den wirklichen Problemen und Herausforderungen der Menschheit entfernt sei.

Wie zum Beispiel der Klimawandel und die Überbevölkerung, die Rettung der Delfine und des Borkenkäfers.

Dass die gbs nun indirekt das Ansinnen der Rechtsextremen verteidigt, indem sie in die gleiche Kerbe der Kunstfreiheit schlägt, ohne sich zugleich von Pro Deutschland zu distanzieren, passt in das Bild all jener, die seit der Sarrazin-Debatte rechtspopulistische Tendenzen im Umkreis der Stiftung kritisieren.

Der HVD möchte zur Völkververständigung beitragen, aber er kann exakt Null Toleranz oder gar Verständnis für Menschen aufbringen, die andere politische Ansichten teilen – gleichgültig, ob es sich um den konservativen Landwirt Heinrich Schmidt handelt, die Sonntags in die Kirche geht und der seit skandalösen 40 Jahren mit der immer selben Frau verheiratet ist – oder um einen Haufen Nazis. Alles, was irgendwie „rechts“ ist (was um alles in der Welt das auch bedeuten mag!) ist total überböse, superböse, extrem böse und rundherum mit allen Mitteln, inklusiver der staatlichen Zensur, zu bekämpfen. Ein paar schöne Völkververständiger seid ihr!

Im vergangenen Jahr sorgte die Facebook-Gruppe Generation Giordano für Aufsehen, weil in ihr immer wieder Posts zu Beiträgen mit rechtspopulistischen und wertkonservativen Äußerungen aufgefallen sind.

Uh, wertkonservativ! Das sind diese Leute mit der Treue und dem protestantischen Arbeitsethos und der Pünktlichkeit und dergleichen gemeingefährlichen Ideen. Ruft sofort den Genossen Ulbricht an!

Es gibt aber auch einen Grund, warum die Verteidigung der Pläne von Pro Deutschland durch die gbs selbst die Kritiker der Stiftung stutzig machen muss. Die rechtsextreme Bürgerbewegung hat ihren vermeintlichen Einsatz für die Freiheit der Kunst mit der Einladung des fundamentalistischen US-Pastors Terry Jones verbunden.

Dass auch religiöse Fundamentalisten ein Recht auf Meinungsfreiheit haben sollten, das müsste die religionskritische gbs jetzt aber stutzig machen. Diese Auffassung spricht Bände über die Haltung des HVD, der offenbar die Gesellschaft in ewig unversöhnliche Interessensgruppen unterteilt, die alle stets versuchen müssen, alle anderen Interessensgruppen zu zensieren und ihr Zeug verbieten. Eine zutiefst antiliberale Haltung.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat Medienberichten zufolge bereits ein Einreiseverbot für Jones bei den zuständigen Behörden erwirkt. Zumindest dies scheint ein leiser Erfolg in der überhitzten Diskussion zu sein.

Juhu, der böse Mann darf nicht sprechen! Er ist schließlich religiös und verübt aus seiner Perspektive Religionskritik. Darf man nicht machen. Das ist noch nie vom Zentralkomittee abgesegnet worden!

Ich bin ja nicht der größte MSS-Fan, aber wenn man sich mal ansieht, wie viele andere Säkularhumanisten ihn in Punkto anti-liberaler Haltung regelmäßig übertreffen – und er ist selber ein 68er – so ist das enorm peinlich für jeden, der sich „säkularer Humanist“ schimpft.

24 Kommentare zu “Schmidt-Salomon hat Recht…

  1. foundnoreligion sagt:

    Ich hatte dich einmal gefragt, ob du mich hassen würdest, wenn du wüsstest, dass ich politisch eher links eingestellt bin und du hast es verneint. Aber ich werde einfach nicht dass Gefühl los, dass für dich Dinge, die Linken am Herzen liegen böse sind. Ich persönliche finde lediglich dass Linke mit ihren Ansichten oftmals übers Ziel hinausschießen, aber für böse würde ich sie nicht halten. Aber vielleicht ist meine Definition von Böse eine andere als die deine.

    • derautor sagt:

      Ja, die Dinge, die Linken im Gegensatz zu Liberalen am Herzen liegen (Leuten ihr Geld klauen, ihnen mit staatlicher Gewalt vorschreiben, was sie zu denken haben) halte ich in der Tat für böse. Aber ich gehe bei dir davon aus, dass du dich aus mangelndem Wissen und aus mangelnder Erfahrung mit dem Charakter dieser Leute zu ihnen zählst und nicht aus Bosheit. Es ist ein bisschen so wie ein Hindu, der nicht weiß, wer der Teufel ist, und der aus Unwissen seine Seele an ihn verkauft.

      • foundnoreligion sagt:

        Ich habe schon öfters daraufhingewiesen, dass ich eher links und nicht zu 100% links bin. Grundsätzlich bin ich eigentlich liberal und verabscheue den Kommunismmus und andere Totalitarismen, aber den Liberalismus halte ich wie vieles andere nicht für absolut sacrosankt. Die Dinge die ich meinte waren Unterstützung für sozial eher Schwache, Umweltschutz und der Einsatz für den Frieden. Menschen zu beklauen oder ihnen vorzuschreiben, was sie zu denken haben, finde ich ebenfalls moralisch für verwerflich.

        • derautor sagt:

          Das impliziert doch irgendwo, dass sich Liberale nicht für sozial Schwache, Umweltschutz und den Frieden einsetzen. Dabei sind die liberalsten Länder die wohlhabendsten mit am wenigsten echter Armut, diejenigen, wo die Umwelt am besten geschützt wird und die einzigen, welche die Bedingungen schaffen, dass wir wirklich friedlich zusammenleben können – ohne Übervorteilung von einer Gruppe gegenüber einer anderen.

          • foundnoreligion sagt:

            Habe ich das jemals gesagt oder liest du mich absichtlich falsch. Aber ich vergebe dir. Die meisten meiner Gesprächspartner tun das. Ich drücke mich wohl unverständlich aus. Tut mir leid. Natürlich sind Liberale jene, die eigentlich linken Idealen näherkommen als Linke selber. Aber sie sind nicht wirklich ihr Hauptanliegen, sondern kommen erst so langsam als Folgen des Wohlstands- und des Freiheitsprozesses. Ach ja zu meiner politischen Einstellung. Icch bin grundsätzlich wertkonservtiv mit linksliberalem Einschlag. Etwas womit du wohl Probleme haben würdest, wie ich dich bisher einschätze.

        • Sophian Philon sagt:

          „Die Dinge die ich meinte waren Unterstützung für sozial eher Schwache, Umweltschutz und der Einsatz für den Frieden. Menschen zu beklauen oder ihnen vorzuschreiben, was sie zu denken haben, finde ich ebenfalls moralisch für verwerflich.“

          Sofern du mit Unterstützung, Umweltschutz und Friedenseinsatz deine privates Engagement meist, ist das ja kein Problem. Wenn du diese Dinge aber mithilfe des Staates durchgesetzt sehen willst, ist deine obige Aussage widersprüchlich: Woher kommt denn dann das Geld für Unterstützung der Armen, Umweltschutz und Friedenseinsatz, wenn nicht durch Diebstahl an den Bürgern?

          • Young Believer sagt:

            Schon witzig, wenn nach dem aktuellen Armuts-/Reichtumsbericht des Arbeitsministeriums jemand von „Diebstahl an Bürgern“ spricht und damit offenbar eine angemessene Besteuerung meint. Hierzu ein Kommentar von Bernhard Gollas aus der heutigen SZ-online:
            „Die Reichen haben sich zu den eigentlichen Sozialschmarotzern entwickelt. Sie nutzen schamlos die teure, von der Gesamtgesellschaft getragene Infrastruktur und bezahlen nur einen Bruchteil von dem, was sie zahlen müssten. Dem muss durch Enteignungen entgegengewirkt werden.
            Gut 5 mal mehr Privatvermögen als Staatsschulden sagt alles!
            Was sollen diese 10 Billionen bei den Reichen? Das ist volkswirtschaftlich genauso absurd und lächerlich wie der Geldspeicher von Dagobert Duck! Was wollen die denn damit? Wollen die damit auf den Mond oder den Mars flüchten, wenn die Armen kommen …?“

          • Sophian Philon sagt:

            „Angemessene Besteuerung“: Was verstehst du darunter? Dass den Bürgern weit weniger als die Hälfte ihres Lohnes bleibt, wie jetzt?

            Die Aussagen des Kommentars beruhen auf der Annahme, dass Menschen, die wirtschaftlich erfolgreich sind, Sklaven der anderen seien, die man ausnehmen kann, wie es der Mehrheit gefällt. Und genau das nenne ich Diebstahl!

  2. sba sagt:

    Herr Bernhard Gollas macht den selben Fehler, wie alle Sozialneider und Umverteiler: Er sieht nur das Ergebnis, und nicht den Weg dahin. Und Dagoberts Geldspeicher ist der beste Beleg dafür (man müßte sich bloß mal die „Mühe“ machen, nachzulesen, wie er zu all dem Geld gekommen ist. Spoiler: 50 Jahre harter Arbeit in allen möglichen Berufen in aller Welt…und nebenbei hat er Entenhausen praktisch gegründet. Vgl. Don Ronsa: „Sein Leben, Seine Milliarden“/ „The Life and Times of Scrooge McDuck“, Kap. 1-12) Wenn meine Dagobertinischen Gefühle nochmals verletzt werden, könnte ich mir Schritte gegen die SZ vorstellen.
    [Sarkasmus-Warnung, nachträglich]
    ___________________________________________
    Ansonsten scheint die humanistische Community gerade Graben- und Flügelkämpfe durchzumachen, wie sie für (neu entstehende) weltanschauliche Gruppen typisch sind. Vgl. den deutschsprachigen Raum im frühen und mittleren 16ten Jh, dsa Christentum im 1. Jh, Oktoberrevolution u.d. Folgen etc. etc…geht letztlich vermutlich aus einer Mischung aus persönlichen Animositäten/ Ressentiments und nicht hinreichender Auffassung der Sache, um die es eigentlich geht, hervor. Keine Sorge, das legt sich meistens.

  3. Young Believer sagt:

    … und an Sophian Philon:
    Eine angemessene Besteuerung ist eine Besteuerung, die die Staatsausgaben deckt und weil von Armen nichts zu holen ist, muss man die Reichen bemühen. Das müsste eigentlich auch ein Sophian Philon kapieren …

    • Martin sagt:

      „Eine angemessene Besteuerung ist eine Besteuerung, die die Staatsausgaben deckt und weil von Armen nichts zu holen ist, muss man die Reichen bemühen. Das müsste eigentlich auch ein Sophian Philon kapieren …“

      Und das der Definition nach JEDE Besteuerung angemessen ist, egal wofür der Staat das Geld ausgibt und wieviel er ausgibt, dürftest auch Du verstehen können.Deiner Definition nach könnte der Staat einfach soviel ausgeben, das er 100% Steuern erheben müsste, wäre alles angemessen.
      Und tatsächlich ist das ja auch der Wunschtraum der Funktionäre: Die möglichst komplette Verfügungsgewalt über alle Vermögen zu haben und damit praktisch uneingeschränkte Macht und viele,viele schöne (und wert- und nutzlose) Umverteilerpöstchen schaffen und erhalten zu können.
      Nun darfst Du dann mal erklären, was daran gerecht oder gar gerechtfertigt sein soll.

  4. Young Believer sagt:

    uupps, der Kommentarverschwindibus ist wieder am Werk, ach ja ich vergaß, hier werden ja nur Claquere geduldet.

  5. adhoc sagt:

    “Die Reichen haben sich zu den eigentlichen Sozialschmarotzern entwickelt. Sie nutzen schamlos die teure, von der Gesamtgesellschaft getragene Infrastruktur…“ Das ist keine Frage der Umverteilung sondern der Umlage von Infrastrukturkosten auf diejenigen die sie nutzen (Autobahnmaut etc.) „…und bezahlen nur einen Bruchteil von dem, was sie zahlen müssten. Stellt sich die Frage was eine gerechte Besteuerung wäre (Ich finde progressive Steuern ungerecht) „Dem muss durch Enteignungen entgegengewirkt werden.
    Gut 5 mal mehr Privatvermögen als Staatsschulden sagt alles!“ Die Besitzer von Vermögen sind nicht verantwortlich dafür wie schlecht der Staat gewirtschaftet hat.
    „Was sollen diese 10 Billionen bei den Reichen? Das ist volkswirtschaftlich genauso absurd und lächerlich wie der Geldspeicher von Dagobert Duck! Was wollen die denn damit? Wollen die damit auf den Mond oder den Mars flüchten, wenn die Armen kommen“ Abgesehen davon, dass die wenigsten ihr Geld unter der Matratze (oder im Geldspeicher) horten, wäre auch das volkswirtschaftlich genauso gerechtfertigt. Es sei denn man ist Keynesianer, dann sieht man das natürlich anders. Kein Wunder das Keynes bei Linken so beliebt ist, schließlich gibt er die wissenschaftlichen Weihen zum besteuern, enteignen und inflationieren.

    • Young Believer sagt:

      Die Besitzer von Vermögen sind aber verantwortlich für die skrupellos egoistische Ausbeutung und Menschentreterei, mit der sie sie erschlichen haben, denn dass die Reichen ja ach so tüchtig und fleißig seien und deshalb vom Staat gefälligst in Ruhe gelassen werden sollten ist ein realitätsfernes Märchen. Die Reichen sind nicht fleißiger und tüchtiger, sondern skrupelloser und egoistischer als der Durchschnittsmalocher und sie sind letztlich Verfassungsfeinde, weil sie permanent gegen Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes verstoßen.

      • derautor sagt:

        Warst du zufällig rauchen, während die anderen Kinder in Wirtschaft saßen?

        Völlig egal, warum die Reichen reich sind, solange sie ihren Reichtum ethisch rechtmäßig und legal erzielten. Wenn nicht, schreiten die Gerichte ein. Du kannst jeden verklagen, der gegen Gesetze verstößt.

        Außerdem sind Großunternehmer natürlich in der Regel fleißiger und tüchtiger als der Rest. Oder meinst du, es wäre trivial, ein Unternehmen zu führen, die Arbeitsprozesse verschiedener Abteilungen zu koordinieren, stets einen Überblick über die Konkurrenz zu haben, den Wert neuer Produkte einzuschätzen?

        • adhoc sagt:

          Mit Keynes war ich anscheinend auf dem Holzweg, es ist wohl eher Marx der Young Believer beeinflusst hat. Man kann nicht von Ausbeutung sprechen wenn seine Anstellung freiwillig wählt. Was das Arbeitspensum angeht muss man noch nicht mal an Großunternehmer denken, selbst Mittelständler können weit mehr als 8h-Tage haben. Die Fähigkeiten von Unternehmern stehen auch nicht unbedingt in direktem Produktionszusammenhang, deswegen werden sie auch gerne mal übersehen (und deswegen ist Atlas Shrugged ein tolles Buch). Was Art. 14 GG angeht so ist das einer der Paragraphen wegen der das GG so mangelhaft ist. Das fängt mit Abs. 1 an, die Verfassung gewährleistet irgendwas und dann kann der Gesetzgeber das bis zur Sinnentstellung wieder mit Gesetzen auslegen. Abs. 2 erlaubt den Verfassungsrichtern Politik zu machen, ansonsten sei noch auf Hank Reardens „Verteidigung“ vor Gericht verwiesen

        • Young Believer sagt:

          Also mein Junge, als ich noch so dumm und naiv war wie du, habe ich jahrelang für Milliardäre, aber auch für weniger gierige Kapitalisten gearbeitet und weiß ein bißchen besser als so ein Möchtegern wie du, was so jemand als einzelne Person wirklich leistet und durch welche bauernschlaue Skrupellosigkeiten die zu ihren Milliarden kommen. Milliarden kriegt man nicht als Honorar für persönliche Leistung. Milliarden kriegt man nur, wenn man andere ausbeutet, bestiehlt und betrügt. (Und bemühe du mal gegen einen Milliardär mit einer Armada von Anwälten die Gerichte, du Komiker!) Bist ganz offensichtlich noch ein naives Dummerle und glaubst die Geschichten noch, die dir deine Großen erzählen. Ich wünsche dir, dass du die Kurve noch kriegst. Good luck!

  6. Martin sagt:

    @YoungBeliever: Und das das Arbeitsministerium (genauer ja für Arbeit und Soziales) zu den Hauptumverteilern und seine Funktionäre zu den Hauptprofiteuren (durch mehr Macht, mehr Budget, mehr Stellen) gehört, könntest Du beim Lesen und Interpretieren seiner Berichte auch bedenken…

    Es ist ein beliebter Denkfehler, anzunehmen staatliche Stellen hätten keine Eigeninteressen.

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