Der Fluch des Schreibens

Mann, bin ich kaputt! Nach Veröffentlichung von Ist der Wald endlich tot? war ich mehrere Wochen erkältet und nun wiederholt sich das Muster mit Der Westen. Ein Nachruf; nur dass es noch länger anhält. Manchmal geht es mir ganz gut und am nächsten Tag habe ich wieder Kopfschmerzen, bin totmüde und schlürfe wie ein Zombie durch die Gegend. Nerven habe ich im Grunde keine mehr.

Bei der kurzen Gratis-Aktion haben sich satte 1101 Leser den Westen besorgt. Es würde mich freuen, wenn irgendjemand davon eine weitere Besprechung schreiben oder das Buch weiterempfehlen könnte. Bedenken hatte und habe ich ja schon mit dieser Aktion. Ich möchte nicht zu einer Mitnahme-Mentalität beitragen und den Eindruck erwecken, das Verfassen von Büchern wäre keine Arbeit.

Das hat nicht einmal so viel mit meinem kapitalistischen Drang zu tun, Berge von Goldmünzen anzuhäufen, in denen ich zu baden gedenke, sondern hängt mit der Frage zusammen, ob die Menschen meine Bücher als echte Werte ansehen, die einen Tausch gegen andere Werte rechtfertigen. Es gibt in Zeiten der kostenfreien Blogs, der Piratenpartei und der Tauschbörsen eine Tendenz unter den Menschen, sich einzureden, dass Schriftsteller nicht leben müssten, um Bücher schreiben zu können; dass wir das aus einem inneren Drang heraus ohnehin tun. Für die meisten Autoren stimmt das nicht. Ich will gar nicht wissen, ob es in meinem Fall zutrifft. Die Belege weisen in eine unheimliche Richtung.

Ein normaler Mensch würde sagen, dass er ebenso von einer Klippe springen könnte, als Bücher zu schreiben. Das ginge schneller, wäre schmerzfreier und er wäre an der frischen Luft. Es wäre also auch besser für seine Gesundheit. Und wenn er darauf Acht gibt, zufällig umherflatternde Geldscheine mit seinen Zähnen aufzufangen, verdient er wahrscheinlich auch mehr damit.

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=terrrott-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B0099N3362&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

15 Kommentare zu “Der Fluch des Schreibens

  1. sba sagt:

    hey, gute und baldige Besserung Dir!
    Und erliege bloß nicht der Versuchung mit der Klippe, Reanimation ist schon verdammt ungesund, wenn man es richtig macht und die meisten können es einfach nicht.

  2. Kev234234 sagt:

    Hätten Sie ein wenig länger mit der Gratisaktion gewartet, hätte ich es mir gekauft 😀

  3. Karl sagt:

    Absoluten Respekt auf alle Fälle für die Leistung die Bücher zu schreiben und rauszubringen. Es ist sehr schwer in Deutschland zu publizieren wenn man nicht sehr bekannt ist und sich außerhalb des rot-grünen Mainstreams bewegt.

    Ich hoffe du bleibst für weitere Bücher im Ball.

  4. Stefan sagt:

    Ich für meinen Teil kann es mir einfach meistens nicht leisten Bücher zu kaufen. Ich gehe in Bibliotheken, nutze die „Gratisklassiker“ u.a. auf Amazon und leihe von Freunden/Bekannten etc.

    Ich verfolge deinen Blog seit nunmehr fast 4 Jahren und habe mir in dieser Zeit sämtliche Terry Rotter Ausgaben mehrmals durchgelesen und mir keine Gratisaktion entgehen lassen.
    Das leichte schlechte Gewissen bleibt, aber sei versichert, dass ich in nicht allzuferner Zukunft kaufkräftig genug bin um deine sehr wichtige Arbeit zu honorieren (ich habe einiges von dir gelernt, danke dafür an dieser Stelle).

    Als Gegenleistung könnte man mir zugutehalten, dass ich als dein „Jünger“ im Geiste konstant versuche die Aufklärung in meinem Bekanntekreis voranzutreiben. Ein paar konnte ich schon für dich gewinnen.

    Also gib die Hoffnung nicht auf, schlimmstenfalls kannst du ja immer noch die Branche (Klippenspringer) wechseln.

    • derautor sagt:

      Natürlich ist es in Ordnung, dass man sich ein Buch gratis besorgt, wenn der Autor es gratis anbietet.

      Aus meiner Perspektive waren diese Aktionen allerdings Werbemittel und wenn sie als solche nicht den gewünschen Effekt haben, werde ich in Zukunft natürlich keine Aktionen mehr machen. Wenn die Leute nur noch darauf warten, dass ich meine Bücher gratis anbiete, dann tue ich das nicht mehr, wenn ich überhaupt noch welche schreibe.

      • Bernd sagt:

        „….wenn ich überhaupt noch welche schreibe.“ Das solltest du unbedingt beibehalten, Bücher schreiben ist ein tolles Hobby und du bist begabt. Ansonsten gilt: „Kleiner Philosoph trifft auf große Wirklichkeit“. Meine Mutter hat immer gesagt: „Wer nicht hören will, muß fühlen“.
        Die wenigsten können mit ihrem Hobby ausreichend Geld verdienen, auch wenn das Hobby harte Arbeit ist.
        Vielleicht doch mal 3 Wochen Bergbauernhof mit viel körperlicher Arbeit? Das ist sicher gut für das Immunsystem. Alles Gute!

        • derautor sagt:

          Darum geht es eigentlich nicht. Es geht um die grundsätzlichere Frage, ob die Leute überhaupt bereit sind, für eBooks zu zahlen, wie sie für gedruckte Bücher zahlen. Und Bücher schreiben war noch nie ein Hobby für mich. Videospiele und Punk Rock sind Hobbys. Bücher sind Arbeit. Wer etwas anderes sagt, kann nicht schreiben. Immerhin konntest du mir mal wieder körperliche, also „echte“ Arbeit empfehlen. Das konnten Steinzeitmenschen schon. Die Zivilisation bedeutet geistige Arbeit.

          • derautor sagt:

            Du scheinst zudem der Illusion zu unterliegen, Bücher schreiben und dieses Magazin wären meine einzigen Tätigkeiten. Und schon wurde dir größeres Wissen zuteil, als wir Sterblichen es jemals erahnen könnten. Ich schreibe nicht über meine anderen Tätigkeiten, weil ich sie voneinander trenne.

          • Bernd sagt:

            Du jammerst:
            „Mann, bin ich kaputt! Nach Veröffentlichung von Ist der Wald endlich tot? war ich mehrere Wochen erkältet und nun wiederholt sich das Muster mit Der Westen. Ein Nachruf; nur dass es noch länger anhält. Manchmal geht es mir ganz gut und am nächsten Tag habe ich wieder Kopfschmerzen, bin totmüde und schlürfe wie ein Zombie durch die Gegend. Nerven habe ich im Grunde keine mehr.“
            Und das sind deine Beschäftigungen:
            „Videospiele und Punk Rock sind Hobbys. Bücher sind Arbeit. Wer etwas anderes sagt, kann nicht schreiben. Immerhin konntest du mir mal wieder körperliche, also “echte” Arbeit empfehlen. Das konnten Steinzeitmenschen schon. Die Zivilisation bedeutet geistige Arbeit.“
            Na prima, und du meinst, dafür hat die Evolution den Homo sapiens fit gemacht? Ohne körperlichen Ausgleich schätze ich deine Lebenserwartung auf höchstens 60.

          • derautor sagt:

            Und du weißt sogar aus den paar Sätzen abzuleiten, dass ich keinen „körperlichen Ausgleich“ habe. Du kennst mich besser, als ich mich selbst kenne. Das war übrigens keine vollständige Auflistung meiner Tätigkeiten und da ich weiß, wie einige Leser jedes Detail, das ich enthüllen könnte, gegen mich verwenden würden, habe ich es auch nicht vor. Aber ich mache regelmäßig Sport, so viel kann ich sagen.

          • derautor sagt:

            Moment mal! Ich habe das nicht geschrieben, um zu „jammern“, sondern um zu begründen, warum ich aktuell weniger Blogbeiträge liefere. Ist mir schon klar, dass sich kein Mensch für meinen Gesundheitszustand interessiert.

  5. Rüdiger sagt:

    Habe mich aufgerafft – hier noch meine Rezension. Ich wünsche dem Buch viel Erfolg!

  6. Wafthrudnir sagt:

    Ich will Dir ja wahrlich nicht in Dein Marketing dreinreden, aber so recht erschließt sich mir der Sinn Deiner Gratisaktion nicht.
    Erst schließt Du eine Gratisaktion kategorisch aus, dann gibt es doch eine. Jeder rationale Marktteilnehmer wird in Zukunft länger warten, ob es wieder eine gibt, und wenn die Verkäufe dann entsprechend hinter den Erwartungen zurück bleiben, wird die Versuchung groß sein, beim nächsten Buch wieder eine solche Aktion zu machen, um zu retten, was zu retten ist.
    Ob es ausrauchend positivie Rezensionen geben wird, ist ebenso fraglich: Z.Z. gibt es 7 Rezensionen, sollte sich die Zahl verzehnfachen, war die Aktion vermutlich aus Deiner Sicht ein großer Erfolg. Es müßten also 63 von 1101 Gratis-Beziehern eine Rezension schreiben, 1038 oder 94,3% können also ruhig darauf verzichten. Damit wird die Motivation, das Buch zu rezensieren, sehr gering ausfallen.
    Schließlich kann sich jedermann auf Deinem Blog über Deine Themen informieren, es ist also auch nicht notwendig, via Gratisexemplare Käufer zukünftiger Bücher zu ködern.
    Aber hast Du schon mal probiert, Gratis-Exemplare an potentielle Multiplikatoren zu schicken, etwa an andere liberale Blogs? Achgut, Christian Ortner, Eigentümlich Frei etc. besprechen alle von Zeit zu Zeit interessante Bücher (einige von ihnen wurden allerdings von Dir wegen relativ geringfügiger Meinungsverschiedenheiten ein wenig hart angefaßt), und deren Lesen dürften ja genau Dein Zielpublikum sein. Effektiver als nach dem Schrotschuß-Prinzip Gratisexemplare zu verschenken ist das wohl auf jeden Fall.

    Und selbstverständlich gute Besserung, falls es noch erforderlich sein sollte!

    • derautor sagt:

      Nein, ich sagte, dass zunächst keine geplant ist und das war sie auch nicht. Ich habe dann nach einem Monat meine Meinung geändert und mir gedacht, dass ich diese Option, wo ich sie mir schon bei Amazon erkämpft habe, auch nutzen sollte, so lange es noch Sinn ergibt.

      eder rationale Marktteilnehmer wird in Zukunft länger warten, ob es wieder eine gibt, und wenn die Verkäufe dann entsprechend hinter den Erwartungen zurück bleiben, wird die Versuchung groß sein, beim nächsten Buch wieder eine solche Aktion zu machen, um zu retten, was zu retten ist.

      Eigentlich funktioniert das nicht so. Diese Aktionen gehören regulär zum Programm der kdp-Autoren. Praktisch jeder von uns nutzt die gelegentlich. Typisch sind Weihnachts- oder Osteraktionen. Und in der Regel funktionieren die auch.

      Bei meinen letzten Büchern hat die Gratisaktion dazu geführt, dass viele Menschen darauf aufmerksam wurden und das Buch dann kauften. Kurz gesagt: Ohne die letzte Aktion hätte sich „Terry Rotter“ nicht gelohnt. Ein großer Teil des Verkaufs geht alleine auf die Aktion zurück. Da besteht kein Zweifel.

      Es müßten also 63 von 1101 Gratis-Beziehern eine Rezension schreiben, 1038 oder 94,3% können also ruhig darauf verzichten.

      Wer bitte rechnet sich so etwas durch? Die meisten der über tausend Leute kennen mich überhaupt nicht, noch meinen Blog. Die lesen das Buch durch und wenn es ihnen gefällt, rezensieren sie es vielleicht. Oder auch, wenn es ihnen besonders missfällt. Die denken sich doch nicht „oh, wir gehören zu den 94,3%, die darauf verzichten können, dann machen wir das lieber nicht.“

      Schließlich kann sich jedermann auf Deinem Blog über Deine Themen informieren, es ist also auch nicht notwendig, via Gratisexemplare Käufer zukünftiger Bücher zu ködern.

      Nein. Die Gratisexemplare ködern Käufer des aktuellen Buches. Man nennt das „Multiplikatoreffekt“, wie du ja weißt.

      Achgut, Christian Ortner, Eigentümlich Frei

      Achgut habe ich eines geschickt. Eigentümlich Frei kommt nicht in Frage. Christian Ortner könnte ich noch eines schicken. Sonst noch jemand?

      Und nein, das hatte bislang keinen Sinn. Bei „TR“ habe ich das noch viel aufwändiger gemacht und Exemplare an Harry-Potter-Fansites vergeben. War denen egal.

      Fakt ist: Facebook-Werbung war fast wirkungslos und eine wirkungsvolle wäre unverhältnismäßig teuer. Eigene Website zum Buch fast wirkungslos. YouTube-Trailer fast wirkungslos. Rezensionsexemplare wirkungslos. Artikel von mir in anderen Publikationen: Fast wirkungslos. Einzig wirksame Werbemaßnahmen: Blogbeiträge von mir hier im Magazin, Gratis-Aktionen. Das ist die Erfahrung bislang. Und jetzt entfällt womöglich auch die Aktionen-Option.

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