Die Antwort auf alle Fragen

Im Folgenden beantworte ich eine Runde Fragen, die mir des Öfteren gestellt werden. Ich habe mich um möglichst direkte Antworten bemüht.

1. Was, wenn es den christlichen Gott doch gibt? Wirst du es dann bereuen, ihn nicht verehrt zu haben, so wie ich?

Ja, denn dann werde ich für ewig in der Hölle brennen.

2. Was, wenn es den islamischen Gott doch gibt? Wirst du es dann bereuen, ihn nicht verehrt zu haben, so wie ich?

Ja, aber ich werde zumindest nicht der einzige sein, denn der Typ, der die erste Frage gestellt hat, wird mir in der Hölle Gesellschaft leisten.

3. Wenn wir die Straßen privatisieren, dann werden die Straßen zu abgelegenen Dörfern für die Bewohner unbezahlbar teuer sein. Lautet dein eigentlicher Grund dafür, die Straßen privatisieren zu wollen, dass du alte Dorfbewohner aus ihrem Zuhause vertreiben willst?

Ich vertreibe niemanden. Die alten Dorfbewohner erwarten von der „Solidargemeinschaft“, dass sie für sie Abermillionen bezahlen, nur damit die alten Dorfbewohner dort bleiben können, wo außer ihnen kein Mensch mehr wohnt, anstatt dass sie einfach umziehen und anderen die Kosten für Strom, Gas, Wasser, Heizung, Straßen in abgelegenen Käffern ersparen. Das ist nicht in Ordnung.

4. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Warum willst du sie noch größer machen?

Ich bin kein Sozialdesigner. Ich vergrößere keine sozialen Scheren. Ich sage, dass der Staat die Rechte der Menschen schützen sollte und was sie dann mit ihren Freiheiten anfangen, ist ihre Sache. Nicht meine. Nicht Ihre.

5. Siehst du die immer größeren Einkommensunterschiede nicht als Problem an?

Unter den Bedingungen des freien Marktes wachsen Mittelstand und Oberschicht, während die Unterschicht abnimmt. Die Einkommensschere innerhalb der freien Welt bezieht sich auf wohlhabende Menschen auf der einen Seite und auf superreiche Menschen auf der anderen Seite – nicht auf wirklich arme Menschen. Große Unterschichten und wirklich arme Menschen gibt es nur in der unfreien Welt.

6. Was sollen die armen Menschen in Afrika tun, um wohlhabend zu werden?

Kapitalismus einführen. Stammeskollektivismus aufgeben. Mich nicht mehr auf Facebook fragen, ob ich ihre Schulausbildung finanzieren möchte.

7. Unsere Gesellschaft ist bereits sehr egoistisch. Wie kommst du darauf, ausgerechnet für noch mehr Egoismus zu argumentieren?

Ich argumentiere für rationales Eigeninteresse. Wer nicht Wert für Wert gibt und stattdessen andere aus vermeintlichem Egoismus betrügt, bestiehlt, etc., der tut sich damit auf lange Sicht nicht wirklich einen Gefallen. Ein rationaler Egoist ist ein fairer Händler.

8. Wollte Ayn Rand Übermenschen erschaffen, die Armen töten, einen Kult anführen, Ausbeutung legitimieren, die Demokratie zerstören, Delfine und Robbenbabys verkloppen?

Nein.

9. Willst du noch immer ein Imperium errichten?

Kann ich gerne machen.

10. Wer führt das Imperium an?

Demokratisch gewählte Repräsentanten, deren Handlungsspielraum konstitutionell begrenzt ist. Im Grunde müsste sich die freie Welt nur zusammenschließen, was sie teilweise in der NATO, in der EU und in anderen Organisationen bereits tut, und die Machtbefugnisse von Politikern auf den Schutz der Rechte ihrer Bürger begrenzen.

11. Führst du das Imperium an?

Nein.

12. Willst du das Imperium anführen?

Nein.

13. Aber in den historischen Imperien wurden die Menschen schrecklich behandelt, siehe A, B, C!

Imperien waren in der Regel friedlicher als die verfeindeten Stämme, die vorher da waren. Ohnehin geht es nur um eine ganz bestimmte Art von Imperium, um ein Imperium der Freiheit.

14. Was meinst du mit „Imperium errichten“?

Dafür argumentieren.

15. Was tust du sonst noch, wenn du gerade kein Imperium errichtest?

Ich spiele zum Beispiel gerade Uncharted: Golden Abyss.

16. Viele Humanisten können dich nicht mehr leiden. Ist das wirklich alleine ihre Schuld?

Ja.

17. Hast du gar kein Mitleid mit der Taliban?

Nein.

18. Warum bist du so unkritisch gegenüber Israel?

Weil andere bereits unkritisch gegenüber Monaco und Costa Rica sind.

19. Warum schwankst du zwischen philosophischen Philosophien und vertrittst immer die radikalsten Interpretationen?

Ich schwanke nicht, ich entwickle mich weiter. Ich vertrete nicht die radikalsten Interpretationen, sondern ich vertrete jene Philosophie, die ich vertrete, auf konsistente  Weise. Ich mische mir keinen Fruchtsalat aus verschiedenen Ideen zusammen, sondern achte auf logische Vereinbarkeit. Der reduktionistische Physikalismus ist in sich logisch, nur ist er eben falsch, also nicht mit den Belegen vereinbar. Also bin ich zum Objektivismus gewechselt.

20. Bist du anfänglich wegen deinem politischen Wandel bei einer anderen Philosophie gelandet?

Nein, ich habe mir zunächst jene angesehen, die meine vorherige Philosophie mehr oder weniger teilten und auf diese Weise habe ich den Verdacht entwickelt, dass etwas damit nicht stimmt.