Vier weitere Jahre!

Amerika wird zum neuen Europa. Wir brauchen schließlich keinen Weltpolizisten, sondern einen weiteren seltstgenügsamen, ökologisch angebauten und nachhaltigen Wohlfahrtsstaat. Eine größere Schweiz mit Hamburgern und Paris Hilton.

Keine einzelne Macht kann die Lücke füllen, die Amerika hinterlässt – aber Russland, China, Nordkorea, Iran und co. werden sich was Schönes für uns einfallen lassen. Und sorry wegen den ganzen Mohammed-Karikaturen.

So viel auch zur Idee der Neocons, mit Hilfe des amerikanischen Militärs die Welt zu befreien. Aber vielleicht bekommt bald jeder Amerikaner dafür eine kostenlose Fußmassage und öffentlich-rechtliches Fernsehen.

Mein liberales Weltimperium kann ich wohl auch vergessen. Ach, die Welt ist so unfair. Mein Imperialhut, meine Uniform, alles umsonst!

Hier ein schöner Artikel von den Neocons (die gibts noch) über den Untergang des britischen Empire, das von linken Intellektuellen unterminiert wurde. Ja, das waren dieselben Leute, die mir jüngst mein wunderbares Weltimperium zunichte machten, bevor ich es überhaupt erschaffen konnte. „Diese Bande von degenerierten internationalen Intellektuellen, die die Größe Britanniens und die Stabilität und den Wohlstand des britischen Empire als verhängnisvolles Hindernis betrachten…“ (Winston Churchill). Und die nun die amerikanische Dominanz auf dem Planeten beenden. Und somit den Aufschwung von Drittweltdiktaturen voranbringen.

http://www.weeklystandard.com/Content/Public/Articles/000/000/006/200fxbyi.asp

Sophian Philon wandte gegen meine supertolle Idee eines freiheitlichen Weltimperiums ein, dass freie, demokratische Staaten notwendig zu Wohlfahrststaaten degeniereren müssten, siehe Amerika. Aber es gibt keine Notwendigkeiten in der Geschichte. Amerika hätte es fast geschafft. Kleine Veränderungen in der Verfassung hätten Wunder gewirkt.

Immerhin hat die Wiederwahl Obamas einen Vorteil: Cover und Titel meines aktuellen Buches haben an Aktualität gewonnen. Juhu! Vielleicht war die amerikanische Wahl insgeheim eine Marketingaktion für mich?

Literatur

Mark Humphrys: Die Welt ohne Amerika

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

4 Kommentare zu “Vier weitere Jahre!

  1. Rüdiger sagt:

    „Kleine Veränderungen in der Verfassung hätten Wunder gewirkt.“

    An was hättest Du da gedacht? Eigentlich ist die US-Verfassung doch ziemlich gut.

  2. Sophian Philon sagt:

    „Sophian Philon wandte gegen meine supertolle Idee eines freiheitlichen Weltimperiums ein, dass freie, demokratische Staaten notwendig zu Wohlfahrststaaten degeniereren müssten, siehe Amerika. Aber es gibt keine Notwendigkeiten in der Geschichte. Amerika hätte es fast geschafft. Kleine Veränderungen in der Verfassung hätten Wunder gewirkt.“

    Natürlich gibt es keine geschichtliche Notwendigkeit. Der Fall der USA ist aber ein beeindruckendes Beispiel. Meine Idee war es, dass viele kleine liberale Staaten ala „Lichtenstein“ sich so etwas nicht erlauben könnten, weil die Menschen dann mit den Füßen abstimmen. Die Staaten müssten untereinander um die Bürger konkurrieren. In einem Weltimperium kann ich noch nicht einmal mehr auswandern!

    Im Übrigen stimme ich Rüdiger zu: Die Verfassung ist doch gut und eindeutig. Das zeigt für mich: Eine Verfassung ist nichts wert, wenn die Menschen ihren Geist nicht atmen. Und wenn sie anders und noch besser wäre, man kann dennoch alles ändern, wenn man es will und keiner einschreitet.

    • derautor sagt:

      Empfehlung zum Thema US-Verfassung und Menschenrechte:

      This is the heart of the
      Constitution’s inadequacy measured by the individual rights ethic:
      first, the Constitution fails to define human rights, and second, it fails
      to assign to government (at all levels) the sole function of protecting
      those rights. The Constitution specifies a few political liberties that
      protect individuals against certain forms of government intrusion, but
      fails to identify genuinely fundamental human rights and then limit
      government’s purpose to their protection.
      http://www.aynrandstudies.com/jars/archives/jars6-2/jars6_2cjackson.pdf

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