Lesezeit

Im Moment gibt es weniger Beiträge im FB-Magazin, weil ich mehr lese, um endlich einige Bücher fertigzubekommen und mir neue kaufen zu können. Ich weiß, es ist ein Teufelskreis. Man liest, nur um noch mehr zu lesen. Für den Fall, dass jemand mitmachen möchte. Hier ist meine aktuelle Leseliste…

1. Leonard Peikoff: Understanding Objectivism

Der Aufbau dieses Buches ist eine einzige Zumutung. Es handelt sich um eine Vorlesungsreihe von Leonard Peikoff, Ayn Rands Schüler auf Lebenszeit. Normalerweise gibt es erst den Text zur Vorlesung und dann die Vorlesung. Manche Leute wie Peikoff und ich auch haben die Neigung, zuerst auf Grundlage einiger Notizen Vorlesungen zu halten und diese dann nie aufzuschreiben. Ich denke eben, wenn es den Text gibt, dann muss ja niemand mehr zur Vorlesung kommen oder sie sich ansehen. Also wozu eine Vorlesung? Da kann ich ja gleich einen Essay schreiben.

Aber was passiert, wenn man eine solche Vorlesung nimmt, sogar eine ganze Reihe davon, und sie nachträglich ohne grundsätzliche Anpassung ans neue Medium aufschreibt und sie als Buch veröffentlicht? Michael S. Berliner vom Ayn Rand Institute hat es ausprobiert. Herausgekommen ist dieses mich wahnsinnig machende Chaos von einem Buch, das neben den Vorlesungen auch die Interaktionen mit Studenten enthält, aber ohne klare Trennung zu Peikoff und auch nur unvollständig. Es enthält trotzdem wichtige Argumente für jene, die den Objektivismus lehren möchte. Alle anderen können einen Bogen darum machen.

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2. Ludwig von Mises: Human Action

Das Hauptwerk des Ökonomen Ludwig Mises, in dem er die neue Wissenschaft Praxologie entwickelt und die freie Marktwirtschaft verteidigt, ist da schon weitaus angenehmer zu lesen. Das Buch ist ein reichhaltiger Schatz an faszinierenden Analysen, sprachlich pompös und unterhaltsam präsentiert. Ich stimme allerdings nicht ganz mit der Philosophie von Mises überein, im Gegensatz zu seinen ökonomischen Ansichten. Von daher muss ich zusätzlich bei der Lektüre die objektivistischen Gegenargumente ausarbeiten. Ich hasse mein Leben.

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3. Leonard Peikoff: The DIM Hypothesis

Ein großartiges Buch, ein Must Have, inhaltlich eine objektivistische Kulturkritik, so ähnlich wie Der Westen. Ein Nachruf. Wer die Geschichte besser verstehen will und rationale Entwürfe für verschiedene Aspekte der Kultur, darunter auch Bildung, sehen möchte, der muss schlichtweg dieses Buch lesen. Im Detail leidet es an der Tatsache, dass es von Peikoff stammt und der hat den Mangel, die Philosophie, die er vertritt, nicht vollständig verstanden zu haben und teils zweifelhafte Interpretationen zu liefern. Diesmal aber wirklich nur ein Problem in den Details.

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4. George Reisman: Capitalism

George Reisman wagte sich an eine Synthese des Objektivismus und den Ideen der österreichischen Schule, die er zugleich weiterentwickelt. Ergebnis ist eine riesige, sorgfältige Verteidigung des Laissez-faire-Kapitalismus gegen alles, was da kommen mag. Ähnlich wie Mises Human Action hat das Buch über tausend Seiten. Es ist super interessant. Aber es hat über tausend Seiten und ich habe noch viel mehr zu tun. Oh Mann. Kann endlich mal jemand die Zeit anhalten?

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5. David Harriman: The Logical Leap. Induction in Physics

Die objektivistische Lösung von David Humes Induktionsproblem. Wer schon einmal vom Induktionsproblem und seiner Stellung in der Philosophie gehört hat, der weiß, dass er dieses Buch haben muss. Man erfährt, wie Naturwissenschaft, vor allem Physik, wirklich funktioniert, also wie man von Beobachtungen zu Theorien gelangt. Der Physiker David Harriman hat auch maßgeblich an Peikoffs aktueller DIM Hypothesis mitgewirkt.

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4 Kommentare zu “Lesezeit

  1. adhoc sagt:

    Wie kommt es, dass Peikoff als Rands intellektueller Erbe gilt, wenn er ihre Philosophie nicht verstanden hat?

    • derautor sagt:

      Na ja. Es gibt unterschiedliche Interpretationen von Rands Philosophie und seine ist nicht immer die Plausibelste. Außerdem widerspricht er sich manchmal. In dem Buch ist das aber kein großes Problem. Peikoff verwaltet Rands Erbe, ihre Urheberrechte.

  2. Fred sagt:

    Zum Lesen zu empfehlen sind auch noch der „Wohlstand der Nationen“ von Adam Smith und die „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“ von Carl Menger, dem Begründer der Österreichischen Schule. Beide Werke sind heute noch gut lesbar und geben eine gute Einführung in die klassische Ökonomie bei Adam Smith und in die Österreichische Schule.

  3. Sophian Philon sagt:

    Liest du eigentlich immer gleichzeitig mehrere Bücher? Das habe ich mir vor einiger Zeit auch angewöhnt…

    Mit Mises und Reismann hast du dir aber ganz schön was aufgehalst! Leider gibt es „den Reismann“ nicht mehr als Buch, was irgendwie bezeichnend ist… Nervt es dich nicht, so einen Wälzer zu lesen und aufgrund der Kindle-Version keine Verweise auf Seiten machen zu können?

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