Wir brauchen mehr Regulierung

Ich bin schon mehrmals auf eine äußerst merkwürdige Haltung gestoßen, die unter Liberalen weit verbreitet ist. Demnach sei es schlecht, irgendetwas zu regulieren und wir bräuchten im Allgemeinen „weniger Regulierung“. Nun ist das verständlich und meinerseits zustimmungswürdig, wenn es um Dinge geht, welche die Marktwirtschaft betreffen. Weniger Regulierung von privatem Handel führt zu mehr Wohlstand. Aber damit hat die Forderung nach „weniger Regulierung“ häufig gar nichts zu tun! Weiterlesen

Ist Jesus die Wahrheit? Eine Debatte

Ich hatte am ersten Weihnachtsfeiertag auf Facebook eine private Diskussion mit einem gläubigen Christen, den ich auch persönlich kenne, Stefan Post. Wir hatten zuvor bereits bei einem unidentifizierbaren Heißgetränk über Gott und die Welt diskutiert. Er bat mich, unsere neueste Diskussion mit Realnamen als Blogbeitrag zu veröffentlichen.

Ich habe den Austausch sprachlich und grammatikalisch aufpoliert, sowie an wenigen Stellen den Kontext ergänzt, wenn wir uns auf vorangehende Diskussionen bezogen. Inhaltlich ist die Debatte nach meinem Dafürhalten korrekt wiedergegeben, sonst wird Stefan entsprechend widersprechen.

Für Stefan spielt sein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus eine zentrale Rolle (wobei er sich trotz der Überschneidungen nicht als Evangelikaler bezeichnen würde) und ich vertrete die objektivistische Philosophie, welche die Existenz des Übernatürlichen bestreitet.

Anlass war mein zur Weihnachtszeit etwas unangebrachter Beitrag Jesus, der Tyrann.

Ich bitte sowohl die atheistischen wie die christlichen Kommentatoren um eine umsichtige Ausdrucksweise.

Es folgt unsere Diskussion: Weiterlesen

Mehr Freiheit, weniger Demokratie

Denkmal von Friedrich Schiller in Ludwigsburg (c) Andreas Müller„Mehr Demokratie wagen!“, forderte einst Willy Brandt und seitdem unzählige Aktivistengruppen. Exemplarisch werfe man einen Blick auf das Cover des humanistischen Magazins diesseitsAusgabe 4/2012: Eine junge Demonstrantin mit halb geöffneten Augen reckt die Faust in die Luft und schreit Forderungen. Auch normale Bürger und Politiker rühmen sich damit, „demokratische Werte“ zu vertreten.

Selbst die deutsche libertäre Partei, die „Partei der Vernunft“ (die unvernünftigerweise gegen Genpatente und im Sinne der Alternativmedizin argumentiert) fordert mehr direkte Demokratie, was irgendwie dazu führen soll, dass individuelle Rechte besser geschützt werden und nicht dazu, dass die Mehrheit einer geografischen Region in die Rechte von Minderheiten eingreift, um sich an diesen zu bereichern. Weiterlesen

Für die Kommerzialisierung von Weihnachten

Ludwigsburger Weihnachtsbaum„Das Beste an Weihnachten ist die Tatsache, dass es kommerzialisiert wurde.“ (Ayn Rand)

Die säkulare Bedeutung des Weihnachtsfestes ist guter Wille gegenüber unseren Mitmenschen. Diesen guten Willen drückt man auf positive Weise aus, indem man sagt „Frohe Weihnachten!“ und eben nicht „Glaub an Jesus oder fahre zur Hölle!“. Und diesen guten Willen drückt man auf diesseitige, materielle Weise aus – in Form von Geschenken, festlichem Schmuck und freundlichen Worten.

Alleine die Geldgier kann uns die festliche Beleuchtung in den Straßen bescheren, die kreativen Geschenkideen in den Geschäften, das Weihnachtsgebäck von Christstollen bis Spekulatius. Der gute Wille bringt Menschen dazu, für andere fröhliche Lieder zu singen und sie zu beschenken.

Der säkulare Weihnachtsmann hat längst das Christkind als Ikone des Festes abgelöst. Der Amerikaner Clement Clarke Moore schrieb 1822 ein Gedicht über den Heiligen Nikolaus und erfand darin das Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes, die Rentiere, den Schlitten und seine Reise um die Welt, um in Schornsteine zu klettern und Kinder zu beschenken und schließlich zum Nordpol zurückzukehren.

Spöttisch wird daran erinnert, dass der Weihnachtsmann schließlich von einem kommerziellen Unternehmen, Coca Cola, etabliert wurde. Doch kein Spott ist nötig. Es waren Menschen, die für Coca Cola diese Ikone weiter verbreiteten und die Frage, die sie motivierte, war: „Wie schaffe ich es, dass die Leute das Weihnachtsfest mit unserem Produkt in Verbindung bringen, damit sie es haben möchten?“ und ihre Antwort: „Durch eine positive Figur, die die Menschen gerne sehen.“

Der Weihnachtsmann steht im Gegensatz zur christlichen Ethik. Er verurteilt nicht die Reichen, sondern er gibt Armen und Reichen gleichermaßen Geschenke. Er predigt keine Feindesliebe, sondern er steht für Gerechtigkeit und beschenkt nur die guten Kinder, nicht die bösen.

„Es ist an der Zeit, Jesus aus dem Weihnachtsfest zu verbannen und den Feiertag in eine schamlos egoistische, für die Vernunft und das Diesseits stehende, kommerzielle Festivität zu verwandeln.“ (Leonard Peikoff)

Das Gerede von Gestern

In den letzten Tagen haben sich einige Nachrichten angesammelt, die ich nicht kommentierte, weil ich zu viel zu tun hatte. Nunmehr möchte ich dies kurz nachholen. Es geht um den Amoklauf in Newtown und um die islamistische Übernahme Ägyptens und um die universelle Zwangsfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Keine schönen Themen für Heiligabend, darum gibts noch einen Kommentar über den vernachlässigten Josef aus der Weihnachtsgeschichte, über den die Süddeutsche Zeitung sich in einem absonderlichen Artikel ausließ. Weiterlesen

Frohe Weihnachten!

Ludwigsburger WeihnachtsbaumIch hatte kürzlich wenig Zeit, um Beiträge zu schreiben. Schande über mich. Auch dieser Beitrag wird nicht zu gehaltvoll und besteht weitgehend darin, dass ich meinen duldsamen Lesern ein schönes Weihnachtsfest wünsche. Dazu gibts einige Fotos, Kunstbesprechungen und Buchtipps von mir.

Mein Weihnachtsgeschenk an zumindest einige Leser: Die zweite Auflage von „Ist der Wald endlich tot?“ vom Mai 2012 werde ich bald auch den Käufern der ersten Auflage gratis als Update anbieten. Leider dauert das noch ein wenig, da Amazon mir allerlei Löcher in den Bauch fragt, was genau denn neu ist und so weiter. Wenn sie zufrieden sind, kommt jeder in den Genuss der sechs neuen Beiträge.

Mehr gibts leider nicht, da ich bislang eher zu großzügig war und schon in Beschuss geraten bin seitens anderer Objektivisten. Kann ja nicht angehen, regelmäßig etwas zu verschenken, wenn die Preise für meine Bücher ohnehin schon niedrig sind, ganz davon abgesehen, dass man sie sich ausleihen kann. Damit entwerte ich mich und meine Arbeit und zerstöre mein Selbstvertrauen. Ich senke mein Haupt in Demut. In der Tat muss ich verstärkt nach meiner gewählten Philosophie leben, sonst werde ich noch zum Chefheuchler Peter Singer (danke an Rolf Degen für den Hinweis).

Mein guter Vorsatz fürs neue Jahr: Ich werde nicht mehr so großzügig sein. Ich werde stärker so sein wie Ebenezer Scrooge. Weils moralischer ist. Weiterlesen