Fahr zur Hölle, 3sat!

Was für eine unglaublich parteiliche, verzerrende Hetze gegen die Ideen und gegen die Person Ayn Rands. Wie schön, dass wenigstens das Öffentlich-Rechtliche noch echtes Qualitätsfernsehen abliefert; wenigstens für Nachwuchskommunisten. Unfreiwillig finanziert von jedem Bürger, der Fernsehgebühren zahlen muss. Darf einer der angegriffenen „Randianer“ Stellung zu den Vorwürfen beziehen? Selbstverständlich nicht. Und die haben praktischerweise auch keine Lobby in Deutschland. Hehe!

„Wie eine Sekte wirken die Randianer“. Und wie eine Sekte wirkt 3sat. Nur dass das Öffentlich-Rechtliche mit Hilfe des staatlichen Gewaltmonopols den Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen darf, um jeden, dem das nicht passt, in solchen Filmen zu diskreditieren. Während Ayn Rands Bücher auf dem freien Markt erhältlich sind für jeden, der sie freiwillig kaufen möchte.

Ayn Rand wird in der Reportage indirekt für die Finanzkrise verantwortlich gemacht. Schließlich war ihr Schüler Alan Greenspan Chef der US-Notenbank. Was nicht erwähnt wird, ist natürlich die Tatsache, dass Greenspan entgegen den Prinzipien des Objektivismus Entscheidungen traf, um an Macht und Einfluss zu kommen. Ayn Rands Philosophie lehnt staatliche Banken prinzipiell ab und somit natürlich auch die Federal Reserve Bank, bei der Greenspan tätig war. Und deren Eingriffe in die Wirtschaft. Das ist nicht gerade ein Geheimnis und man muss es schon darauf anlegen, diese Information zu verschweigen.

Angeblich stehe Rand für einen „Egoismus, der persönliches Glück über jegliche Form des Gemeinsinns legt“. Demnach gäbe es einen Konflikt zwischen persönlichem Glück und Gemeinsinn. Auf die Idee muss man auch erst einmal kommen. Ayn Rand leugnete dies. Tatsächlich war Rand eine Vertreterin der liberalen Aufklärungsphilosophie, im politischen Bereich  ähnlich wie John Locke und die amerikanischen Gründungsväter. Das „freie Streben nach Glück“ steht in der Unabhängigkeitserklärung, die Thomas Jefferson maßgeblich verfasste. Ayn Rand hat diese Philosophie schlicht konsequent ausgearbeitet.

Die Frage lautet, ob es notwendig Konflikte zwischen Menschen geben muss, die im rationalen Eigeninteresse handeln, oder ob ein solches Handeln jedem zum Vorteil gereicht und somit auch dem „Gemeinsinn“ entspricht. Kollektivisten wie Kommunisten und Faschisten sind der Auffassung, es existiere notwendig ein Klassen- oder Rassenkampf und es gehe nur darum, welche Gruppe die andere übervorteilt.

Ihre bevorzugte Gruppe soll die Macht übernehmen und Mitglieder anderer Bürger mit Hilfe des staatlichen Gewaltmonopols ausrauben, ihr Geld „gerecht verteilen“ an sich selber und ihre Wählerschichten, ob nun mittelständische Unternehmer (FDP), die ihre „heimischen Märkte“ schützen wollen oder Gewerkschaftler, Arbeitnehmer, Beamte, Sozialhilfeempfänger (SPD, Linke) oder wer auch immer gerade die meisten Stimmen aufbringt (CDU). Daher auch die zynische Hetze gegen die „armen Milliardäre“ im Film, die man davon abhalte, noch reicher zu werden. Offensichtlich möchte 3sat lieber das Proletariat an der Macht sehen als Unternehmer. Aus objektivistischer Sicht steht niemandem eine solche Macht zu. Der Staat soll einzig die Rechte der Bürger schützen, die Rechte aller Bürger gleichermaßen. Was die Bürger mit ihrer Freiheit anfangen, geht den Staat ferner nichts an.

„Arm sind nicht die Armen, arm sind die Reichen, wenn der Staat sie daran hindert, noch reicher zu werden.“

Aus einer solchen Bemerkung spricht die bloße Eifersucht und die Missgunst gegenüber jenen, die im Leben mehr erreicht haben als irgendwelche ressentimentgeladenen Giftzwerge im Öffentlich-Rechtlichen, die noch immer dem Scheitern der Sowjetunion nachtrauern. Das Gift, das Karl Marx anrührte, wird uns noch immer vom Staatsfernsehen eingeimpft.

Danke an Dennis Leicher für den Hinweis.

Update: Ja, war eine etwas wüste Reaktion meinerseits. Und da 3sat nichts weiter verbrochen hat, davon abgesehen, dass es meine Philosophie als Sekte bezeichnete und sie für die Wirtschaftskrise verantwortlich machte, sollte ich eigentlich ein ausgeglicheneres Gemüt an den Tag legen. Jene wertvollen, objektiven Informationen werden schließlich nur zwangsfinanziert, ist also nichts weiter dabei.

Überzeugen Sie sich selbst:

Literatur

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=feuerbringer-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B007C9R0TQ&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

7 Kommentare zu “Fahr zur Hölle, 3sat!

  1. Nepomuck sagt:

    Diese Sendung habe ich auch gesehen und mir war sofort klar, dass dieses in fast gehässiger, aber unschlüssiger Weise geschmähte Buch lesenswert sein muss. Inzwischen habe ich es gelesen und meine Einschätzung hat sich bestätigt. Es ist unglaublich, wie aktuell dieses mehr als 50 Jahre alte Buch ist.

  2. Peter Miller sagt:

    Die Bezeichnung als Sekte ist unangebracht, aber auch in diesem Beitrag werden undifferenzierte Beurteilungen gefällt, die dem Niveau des kritisierten 3sat Beitrag entsprechen.
    Karl Marx hat eine berechtigte Kritik an den Zuständen seiner Zeit verfasst, diese muss man im Kontext dieser Zeit sehen und auch beachten das nicht alle Handlungen die unter dem Namen Kommunismus getätigt wurden seinen Ideen entsprechen.
    Ihre Vermutung das „Offensichtlich möchte 3sat lieber das Proletariat an der Macht sehen als Unternehmer“ kann ich nicht nachvollziehen, es wird kritisiert das Reiche in den USA viel Macht besitzen, aber nicht gesagt das sie keine Macht besitzen sollen. Ihre Zusammenfassung des Objektivismus ist viel zu einfach gehalten, das der Staat die Rechte der Bürger schützen findet sich in vielen Weltbildern wieder, wäre das wirklich so wäre der 3sat-Beitrag gar nicht verständlich.
    Die Bemerkung zu Alan Greenspan im 3sat-Beitrag ist in der Tat nicht ganz nachvollziehbar. Aber sie unterschlagen auch das die Sowjetunion eine Politik jenseits der Ideen von Marx betreiben hat.
    Ihre Anspruch Aufklärung 2.0 zu bieten sollten sie noch mal überdenken.

    • derautor sagt:

      Karl Marx hat durchaus keine berechtigte Kritik an den Zuständen seiner Zeit geübt. Er hat diese nicht klar analysiert, sondern vielmehr zum gewaltsamen Sturz der bürgerlichen Gesellschaft aufgerufen. Er konstruierte einen notwendigen Konflikt zwischen Proletariat und Bourgoisie und forderte die Diktatur des Proletariats. Ich sehe nicht, wie irgendwer einen solchen Menschen verteidigen kann. Ein Mensch, der einen Völkermord an Unternehmern und die Etablierung einer Diktatur forderte. Da gibt es nichts zu verteidigen.

      „es wird kritisiert das Reiche in den USA viel Macht besitzen“
      Der Unterschied zwischen ökonomischer „Macht“ und politischer Macht: Ökonomische Macht erringt man, indem man im friedlichen Austausch Produkte anbietet, für die Menschen freiwillig zahlen. Politische Macht bedeutet die Ausübung von Gewalt. Reiche in den USA haben nicht das Gewaltmonopol, das haben vielmehr Linke, die ihnen ihr Geld abnehmen und somit ihre Recht verletzen.

      „das der Staat die Rechte der Bürger schützen findet sich in vielen Weltbildern wieder“
      Ja, aber der Objektivismus fordert, die Aufgaben des Staates auf den Schutz der individuellen Rechte seiner Bürger zu begrenzen, einen Minimalstaat. Und wer fordert einen Minimalstaat in Deutschland?

      „Aber sie unterschlagen auch das die Sowjetunion eine Politik jenseits der Ideen von Marx betreiben hat.“
      Die Ideen von Marx waren blutdürstig und tyrannisch. Es ist allzu klar, was daraus notwendig folgen muss.

      „Ihre Anspruch Aufklärung 2.0 zu bieten sollten sie noch mal überdenken.“
      Fällt mir nicht ein.

      • Peter Miller sagt:

        Marx konstruiert keinen Konflikt, er hat ihn nur beschrieben. Über seine Schlussfolgerungen kann man streiten, man sollte dabei nicht vergessen das die damaligen politischen Systeme einer Diktatur einer Minderheit entsprachen, eine Diktatur der Mehrheit war da schon ein Fortschritt. Außerdem wollte er nur Unternehmer enteignen, nicht sie ermorden. Politische und ökonomische Macht liegen Dicht bei einander, wer das eine hat kann an das andere viel leichter gelangen als der der keine Macht hat.
        In den USA haben nicht nur Linke die Macht, die Konservativen als links zu bezeichnen ist unhaltbar, unter ihnen gibt es auch viele Unternehmer, die auch vom Staat profitieren.

        „Ja, aber der Objektivismus fordert, die Aufgaben des Staates auf den Schutz der individuellen Rechte seiner Bürger zu begrenzen, einen Minimalstaat.“ Und wer legt fest welche Rechte zu schützen sind, werden da alle Bürger gleichberechtigt gefragt? Wie soll ein Staat ohne Gewaltmonopol die Rechte des einzelnen Schützen, wenn jemand mit einer großen ökonomischen Macht das Gewaltmonopol an sich zieht? Und was ist wenn die Mehrheit einen „linken“ Staat will?

        Rand hat nie klar dargelegt, wie die große ökonomische Macht kontrolliert werden soll. Die Finanzkrise ist ein Beispiel dafür, warum retten sogenannte „linke“ Regierungen Banken, bei den klar ist das sie eigentlich Insolvenz anmelden sollten. „Linke“ mögen doch keine ökonomische Macht, warum verstaatlichen sie die nicht einfach und lösen sie auf. Die „linken“ Staaten wären große Unternehmen los und hätten auch noch ökonomische Macht gewonnen, trotzdem tun sie es nicht. Die Banken haben große ökonomische Macht und auch viel Einfluss in den Regierungen um das zu verhindern.
        Und das Gegenargument die Banken würden nicht im Sinne von Rand handeln, ist nicht haltbar, jeder Unternehmer der sich Vorteile verschaffen kann, wenn sie legal sind würde das tun. Dazu zählt auch Hilfe vom Staat, warum sollte jemand darauf verzichten, es ist genauso eine Zusammenarbeit wie am Markt, der eine hat ein Angebot und das wird angenommen, wenn es gut ist.
        Rands Ideen sind zu simpel, wenn jeder nur an sich denkt, dann werden Probleme ignoriert, welche die gesamte Gesellschaft betreffen.

        Benutzen sie den Begriff links differnezierter,

        • derautor sagt:

          Rechte sind unveräußerlich und so absolut wie die Realität, die sie zum menschlichen Überleben erforderlich macht. Sie unterliegen nicht dem Mehrheitswillen. Demokratie ist lediglich eine Methode, um Rechte zu schützen, sie ist für mich nicht der Zweck. Individuelle Freiheit (von Gewalt durch den Staat und durch andere Individuen), das ist der Zweck der Politik.

          Der übrige Kommentar ist zu viel für den späten Abend.

  3. sba sagt:

    Jetzt auch mal gesehen (habe vorsichtshalber eine sehr ausgeglichene Stimmungslage abgewartet, um im Zweifelsfalle nicht das ganze Haus zusammenzuschreien). Im DRadio ist die Neuübersetzung um einiges besser weggekommen (ich glaube, die haben hauptsächliche mit der vergriffenen alten Übersetzung verglichen und über den dafür extra gegründeten Verlag samt Verleger berichtet, klang insgesamt alles sehr wohlwollend).
    Ein gutes hat das Filmchen: Ich weiß jetzt, dass es auch Bilder von Rand ohne Zigarette gibt. Hab mir schon Sorgen gemacht.
    Tja, und ansonsten…wäre wohl eine Richtigstellung der Fehlinformationen an der Reihe. Man müsste glatt mal versuchen, 3sat zu einer Gegendarstellung verdonnern zu lassen.

  4. Elirithan sagt:

    Es ist etatistische Propaganda, was erwartet ihr bitte von einem Staatsfernsehen dessen Aufgabe die Synchronisierung des Wirklichkeitsempfindens seiner Opfer ist oder um Lenin zu zitieren als (Be)Lehrer ‚Architekt der Seele‘ sein soll?
    Schade dass derartige klassisch modulierte elektromagnetische Signale erst nach 2-3 Lichtjahren im Rauschen verschwinden… wäre interessant wenn diese Distanz meinetwegen bei 10km läge…

    Warum können eigentlich nicht mehrere verschiedene Wirtschaftsformen, ja ganze zivilisatorische Prinzipien einfach parallel existieren, und sich dann auf einem echten Markt ohne zwingende Interpendenz austauschen?
    Die Zeit der handelnden Kraxenläufer vor all dem mediteranen Stresskram war doch eine der prosperierensten in Nordeuropa und hat knapp 400Jahre gehalten, mit nach heutigen Massstäben teilweise durchaus vergleichbarer Lebenserwartung, bis das Wetter eben nimmer mitgespielt hat… warum nicht das als Denkanstoss nehmen, das war genau sowas?
    Die einzelnen Gruppen hocken in ihren Enklaven konnten glauben und basteln was sie wollten und die Läufer waren im Prinzip der freie Markt… super Sache ganz ohne Staat.

    Dann können die einen ihre ruhig ihre tüddel weiss-nicht-genau Kommune betreiben, andere ihren kindischen Uniformfetisch im faschistischen Feldlager ausleben oder sonstwie in ihrer kleinen Ecke tun wie ihrem jeweiligen Realitätstunnel entspricht, sogar der Status quo Zustand kann dann auch irgendwo friedlich weiter vor sich hinverwesen – Bekehrungsversuche dieser Magnitüde allerdings nerven einfach.

    Ich meine aber eh lieber ein Radioteleskop und dergleichen, denn einen Fernsehempfänger Zwecks der Suche nach sinnvollen Aussagen verwenden, hat vermutlich mehr Chancen auf Erfolg…. und man sollte niemals vergessen auf jeden von uns kommen im sichtbaren Bereich 17 Galaxien…..also von wegen kein Platz😉

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.