Deutsche Journalisten empört: Wiesenthal Centre erklärt Hitler zum Antisemiten

Jüngst geriet Adolf Hitler in die Kritik, als das Simon Wiesenthal Centre in den USA den Publizisten zu den zehn einflussreichsten Antisemiten unserer Zeit zählte – aufgrund von dessen israelkritischen Äußerungen. Doch die Kritik ist unberechtigt, befinden führende Journalisten.

„Man muss das alles im richtigen Kontext betrachten“, argumentiert Dietrich Schmied in der Frankfurter Rundschau. „Die meisten in der Begründung angeführten Zitate stammen aus Hitlers Klassiker Mein Kampf und jeder, der ihn kennt, weiß genau, dass es in diesem Werk vornehmlich um Landwirtschaft, deutsche Traditionen, Schulreform, Hitlers Lieblingsspeise Wiener Schnitzel, seinen abenteuerlichen Besuch bei den Pinguinen im Berliner Zoo und derlei unverfängliche Themen geht. Nur am Rande finden sich wenige kritische Worte über Israel.“ Ebenso sei Hitler missverstanden worden, als er den Befehl zur Endlösung der Judenfrage gab. Vielmehr sei es um die Endlösung der Jugendfrage gegangen. Diese befasst sich mit der von Ernährungsberatern in einer aktuellen Studie als ungesund eingestuften Mittagsspeise in öffentlichen Schulen.

„Ich bin kein Antisemit!“, betonte Hitler selbst auf Anfrage. „Ich hasse die Juden – mit Semiten habe ich nichts am Hut, gar nichts! Sieg Heil!“

Das Wiesenthal-Centre kann die Kritik an der Einstufung Hitlers nicht nachvollziehen. „Das ist doch einfach banane, Leute! Wie kann denn jemand ernsthaft bestreiten, dass Adolf Hitler ein Problem mit Juden hat! Das sagt er nicht nur ständig selbst in aller Deutlichkeit, er ließ sich sogar den Schriftzug Scheiß Juden! auf die Stirn tätowieren!“

„Man muss nur ein einziges kritisches Wort über Israel sagen…“, erklärte der Journalist Steffen Pflanz von der Augsburger Allgemeinen, „und schon heißt es, man sei ein Antisemit. Hitler forderte nichts weiter als die physische Vernichtung der Juden. Macht ihn das zu einem Antisemiten? Ich bitte Sie! Legitime Kritik am Staate Israel muss in einer Demokratie erlaubt sein! Heil! Ähm, hi!“

„Ich denke, es ist Broders Schuld“, sagte Franz Surrbier von der Süddeutschen Zeitung. Auf den Vorwurf angesprochen räumte der jüdische Publizist Henryk Broder seine Beteiligung ein: „Ja, es ist meine Schuld.“

2 Kommentare zu “Deutsche Journalisten empört: Wiesenthal Centre erklärt Hitler zum Antisemiten

  1. Gutartiges Geschwulst sagt:

    „Deutsche Journalisten empört: Wiesenthal Centre erklärt Hitler zum Antisemiten.“

    Und das ist keineswegs das Schlimmste! Demnächst kommt womöglich noch einer daher und behauptet die NPD sei antisemitisch, nur weil sie die gleichen Ansichten vertritt, wie Augstein:

    Kersten Radzimanowski NPD-Pressestelle: “Der Zeitpunkt des Massakers an den Palästinensern ist nicht zufällig gewählt. Der scheidende US-Präsident, der angeblich bis 2008 den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern erreichen wollte, wird nichts mehr unternehmen. Bis zur Amtseinführung von Barack Obama am 20. Januar hieß es für die Israelis Fakten schaffen, damit Obamas »weiße Weste« noch unbefleckt bleibt.”
    “Die Bombardements sind, nach Umfrageergebnissen zu urteilen die besten Wahlargumente in Israel. Es geht um Macht und viel Geld, welches man dabei verdienen kann, wie die lange Zeit vertuschten Korruptionsaffären um Premier Olmert offenbaren.”

    Augsteinchen: “Warum hat Israel Ahmed al-Dschaabari, den Militärchef der Hamas, gerade jetzt getötet? Weil die Wahlen in den USA gelaufen sind und die Wahlen in Israel bevorstehen. Den großen Angriff gegen Iran, für den Benjamin Netanjahu unablässig wirbt, haben die Amerikaner ihm verboten. Jetzt führt er den kleinen Krieg gegen die Hamas. Ein Stellvertreterkrieg, ein Funktionskrieg.”

    Andererseits, ist es nicht reizend anzusehen, wie unsere roten und braunen Zeitgenossen die selben Zusammenhänge “entdecken” oder konstruieren, wenn es um Juden geht?

    • Wafthrudnir sagt:

      „ist es nicht reizend anzusehen, wie unsere roten und braunen Zeitgenossen die selben Zusammenhänge ‚entdecken‘ …“ Das wächst halt zusammen, was zusammen gehört.

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