„Zermalmt die Niederträchtige“

Zwei katholische Krankenhäuser haben offenbar eine junge Kölnerin abgewiesen, die betäubt und vergewaltigt worden sein soll. Man hätte ihr sonst noch eine Pille für danach verschrieben und das wäre ja ein Beitrag zum „Baby-Holocaust“ (der Abtreibung) gewesen.

Die jahrzehntelangen, systematischen Kindesmissbräuche möchte die Kirche derweil nicht mehr zusammen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen aufklären. Der Kriminologe Christian Pfeiffer wirft der Kirche Zensur vor. In mehreren Diozösen seien Missbrauchsakten vernichtet worden. Eine Unterlassungserklärung werde er nicht unterschreiben, betonte Pfeiffer.

Eine Auswertung der Telefonhotline für Missbrauchsopfer ergab, dass Priester die Vergewaltigungen von Kindern gezielt planten, sich Opfer gegenseitig zuschoben und auch die Beichte für sexuellen Missbrauch nutzten.

Immerhin weiß Matthias Kamann, wie ausgewogener Journalismus auszusehen hat. So schreibt er auf welt.de:  „Zweierlei ist der katholischen Kirche beim Thema Missbrauch zugute zu halten. Erstens: Sexualverbrechen an Minderjährigen finden sehr oft auch anderswo statt“

Eben. Auch beim Kannibalen von Rotenburg wurde geflissentlich übersehen, dass es früher ganze Kannibalenstämme gab. Wer sich über Darfur beschwert, hat wohl nur den Holocaust vergessen. Und überhaupt.

Kommt davon, dass man nicht auf Voltaire hörte, als er schrieb: „Écrasez l’infâme!“

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Religion.

2 Kommentare zu “„Zermalmt die Niederträchtige“

  1. sba sagt:

    hm…ausgewogener Journalismus hätte vielleicht darauf aufmerksam gemacht, dass Pfeiffers Beschwerde in die falsche Richtung geht? Nämlich (leider) in die Richtung, die schon seit 50 Jahren die Rechte der Einzelnen untergrub, indem man Dinge, die eigentlich nur der Staat verbocken konnte, jemand anderem vorwarf. In diesem Falle der Zensurvorwurf: Die KK mag ihren Index haben, tatsächlich umsetzen kann sie ihn nicht mehr, wie Stalin Trotzki verschwinden lassen konnte (mag ein blödes Beispiel sein, mir fällt nur gerad kein anderes ein). Und wer einen Auftrag, auch einen Forschungsauftrag, vergibt, kann ihn auch wieder zurückziehen. Das eigentliche Problem ist doch, dass nicht der selbe Auftrag auch von der Staatsanwaltschaft vergeben wurde, zumal die Auswertung der Telefonhotline für Missbrauchsopfer einen Anfangsverdacht auf organisiserte Kriminalität nahe legt, und da sollte man schon mal nachschauen, ob diese Organisation von der KK als ganzer betrieben wird (was sie auf die selbe Stufe mit den Bandidos stellen würde), oder es sich um Kreise innerhalb der KK handelt (was die KK teilweise entlasten würde und die loszuwerden ihr profitabel wäre. Stattdessen entsteht jetzt der Eindruck mafiöser Strukturen mit Il papa und den Bischöfen als Godfathers).
    my2cents

    • Alexia sagt:

      „Mafiöse Strukturen“ ist eine gute Beschreibung.
      Und da die Abschirmung dieser kriminellen Handlungen bis in die Spitze der Organisation reicht, sehe ich kein Problem damit, die KK insgesamt als kriminell zu bezeichnen und einige vereinzelte Priester oder auch einen ganzen Orden als Außnahme anzusehen.

      Der Artikel hier ist lesenswert:
      http://www.guardian.co.uk/world/2003/aug/17/religion.childprotection
      Missbrauchsopfer werden zu Schweigegelübten … was genau, würde ich gern wissen. Gezwungen? Erpresst? Überrededet?
      Priester sollen ebenfalls Stillschweigen bewahren und das Problem lieber intern regeln.
      Der Name Ratzinger taucht auch darin auf als Unterzeichner eines jahrzehnte alten Briefs mit Instruktionen für diese internen Regelungen.

      Hier stimme ich Andreas uneingeschränkt zu. Diese Organisation muss weg.

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