Jabba, der muslimische Terrorist

LEGOs "Jabbas Palace" - islamophob?

Die Schwelle gegen Gewalt zwischen den Kulturen könne in Zukunft weiter sinken, befürchtet Obmann Birol Kilic von der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich laut SPIEGEL Online. Grund ist nicht etwa ein Anschlag von Neonazis auf einen türkischen Kindergarten, sondern ein neuer LEGO-Modellbausatz.

Mit diesem können Kinder „Jabbas Palast“ aus der originalen Star-Wars-Trilogie nachbauen – das Hauptquartier des Banditen-Wurms „Jabba der Hutte“, der in „Rückkehr der Jedi-Ritter“ Prinzessin Leia als Unterhalterin an der Kette festhält. Stein des Anstoßes: Der Palast auf dem Sandplaneten Tatooine soll angeblich so aussehen wie die Hagia Sophia in Istanbul. Kilic fordert von LEGO ein Ende der Produktion des Palastes und eine Entschuldigung für die Verletzung religiöser Gefühle.

Jabbas Palast sehe laut Kilic wie „ein Eins-zu-eins-Abklatsch der Hagia Sophia in Istanbul oder der Moschee Jami al-Kabir in Beirut und eines Minaretts“ aus. Der Palast des fetten Banditen-Wurms sei also zugleich eine exakte Replik der Hagia Sophia und der Jami al-Kabir Moschee und eines Minaretts. Insofern sich irgendein Minarett von der Jami al-Kabir Moschee und von der Hagia Sophia unterscheiden lassen sollte, wird kaum ein und dasselbe Modell jedes dieser Gebäude exakt abbilden können. Aber mit Logik hat es Herr Kilic ohnehin nicht so.

Die LEGO-Unternehmenssprecherin Katharina Sasse betont, dass es sich bei dem Modell lediglich um eine Nachbildung des Palastes aus dem Film handle. Die Türkische Kulturgemeinde sieht das anders:

Besonders stößt sich der Verein an dem Foto auf der Verpackung: In einem Turm steht ein grünes Monster mit Axt, außerdem ist dort ein Maschinengewehr installiert. Die Gemeinde fürchtet, dass Kinder den Turm als Minarett und das Monster mit einem Muezzin assoziieren könnten.

Eine psychologisch gewiss interessante Assoziation seitens des Kulturvereins. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, Jabbas Palast – obgleich es darin natürlich schon vage, allgemeine Anspielungen an den orientalischen Kulturraum aus „1001 Nacht“ gibt (die Wasserpfeife und das Haremsoutfit von Prinzession Leia) – als Angriff auf den zeitgenössischen Islam, inklusive islamistischem Terrorismus, anzusehen. Dass man ein Monster mit einem Muezzin assoziieren könne – „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“ ist eine Erkenntnis, die für Individuen, wie auch für Kulturen Gültigkeit besitzt.

Birol Kilik bezweifelt derweil gar nicht, dass das LEGO-Modell wirklich eine Nachbildung von Jabbas Palast aus dem Filmen ist. Nur: „Man kann ja nicht einfach eine Szene aus irgendeinem Film als Spielzeug nachbauen und sich dann darauf berufen, das hätte ja schon jemand in einem Film gemacht.“ Eben! Man kann ja nicht einfach Hogwarts aus „Harry Potter“ als LEGO-Modell nachbauen oder die Sternenkreuzer oder den Todesstern aus „Star Wars“ und sich dann einfach darauf berufen, dies habe schon jemand in einem Film so dargestellt!

Moment… Wie bitte?

In Deutschland, Österreich und der Türkei möchte die Gemeinde nun möglicherweise „Klage wegen Volksverhetzung“ einreichen, um die Produktion des islamophoben Palastes zu beenden. Außerdem soll sich LEGO für die Verletzung religiöser Gefühle entschuldigen.

Schade, dass man türkische Kulturgemeinden nicht wegen „Zeitverschwendung“, „Verletzung freiheitlicher Gefühle“ und „ausartender Dummheit“ verklagen kann.

Danke an „Elias Erdnüß“ für den Hinweis!
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4 Kommentare zu “Jabba, der muslimische Terrorist

  1. sba sagt:

    Da hier immerhin eine der Haúptquellen diffamiert wird, könnte man als Angehöriger der Jedi-Religion eine Klage wegen Volksverhetzung und Verletzung religiöser Gefühle gegen die österreichische Kulturgemeinde versuchen?

    • Martin sagt:

      Das dürfte zwar nicht klappen. Aber ich überlege schon eine Weile dran rum, ob man den Spieß nicht mal umdrehen sollte. Ich habe den Eindruck, das islamische Kulturverbände, Vereine etc. Massen an sinnlosen Klagen ausstoßen, einfach um die Grenzen immer weiter zu verschieben und eine gewisse Einschüchterung zu erreichen.
      Man sollte den Spieß vielleicht einfach umdrehen und türkische Kulturvereine, die Ditib, Firmen etc. mit Massen an Klagen und Forderungen überhäufen. Da müsste sich ja ausreichend was finden lassen. Wie wär’s z.B. mit Massen an Diskriminierungsklagen an türkische Reisebüros und Geschäfte, die ihre Ware/Dienstleistung nur auf türkisch anbieten oder dergleichen.

  2. Rüdiger sagt:

    Nun ist der prachtvolle Kuppelbau der Hagia Sophia noch nicht einmal etwas Muslimisches. Muslime haben sie sich (nach einigen erfolglosen Versuchen, Konstantinopel einzunehmen) schliesslich im Jahre 1453 angeeignet: geraubt – die Kirche entweiht und zu einer Moschee umfunktioniert.

    Michael Mannheimer hat hier einmal aus Quellen zusammengetragen, wie sich dieser Raub abgespielt hat – gewissermassen als Anschauungsmaterial zum Studium der Religion des Friedens.

    Das Beleidigtsein bedeutet hier also im Klartext:

    „Wir sind beleidigt, weil LEGO uns etwas geklaut hat, was wir den Christen rechtmässig geraubt haben.“

  3. Oliver Schlütet sagt:

    Mit der Selbsterkenntnis hast du recht. Falls Kinder den Islam und seine geistigen führer mit Monstern assoziieren sollten liegt das mit Sicherheit nicht an einem Kinderspielzeug, da fallen mir ganz andere gründe ein…
    Und ich kann mich an was ähnliches erinnern, ich glaube es war letztes Jahr wo sich wieder die gesamte (islamische) Welt empört, nämlich über Resident Evil 5. Im DLC „Lost in Nightmares“ war in der Bibliothek auf dem Boden ein Buch sehen welches so aussah wie der Koran. Das war natürlich wieder grund genug massenhaft Morddrohungen an capcom zu schicken.
    http://www.onlinewelten.com/games/resident-evil-5/news/empoerung-boden-liegenden-koran-114766/

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